Eine neue Farbpalette für Ihre Fotos

Kennen Sie die Palette App, bzw. die Seite www.palette.fm? Auf dieser Seite kann man Schwarzweißfotos kolorieren lassen. Den Tipp bekam ich von meinem Blogleser Frank Gniffke und ich möche mich an dieser Selle dafür noch einmal bedanken. Ein sehr schöner Zeitvertreib!
Die Anwendung ist kostenlos, sofern man die Bilder nur koloriert. 20 verschiedene Möglichkeiten sind vorgegeben, man muss das Foto nur hochladen.

Zuerst probierte ich es mit einem wirklich alten Foto.

Oben rechts ist das Originalfoto

Möchte man die Fotos lieber dezenter einfärben, ist das auch möglich:

Unten ein sw-Infrarotbild, das eingefärbt wurde.

Bei aktuellen Fotos kommt es meiner Meinung nach sehr auf das Motiv an, um ein gelungenes Ausneumachalt-Bild hinzubekommen. Sind die aktuellen Fotos bunt, muss man sie erst in schwarzweiße Fotos umwandeln, um den alten Charme als Resultat zu erreichen. Natürlich kann man auch farbige Fotos einfärben, bei den Ergebnissen war ich aber immer enttäuscht.

Diese Fotos habe ich nach dem Einfärben noch mit der Distressed FX App bearbeitet. Oben links eine Madonna in einem Hinterhof in Warschau, oben rechts ein Platz in Izmir, unten rechts einer der letzten alten Metroeingänge in Paris.

Das Palette-Programm bietet noch zwei weitere Funktionen an. Das Bild kann beschrieben werden, nach den Stichwörtern sucht die KI dann die passende Einfärbung aus. Oder man wählt die Überraschungstaste, dann wird es zumeist knallig.

Eine Plastik von Henry Moore

Besuch in einem Wasserturm

Raten Sie wo der Wasserturm steht? Wenn man mit dem Aufzug ganz nach oben fährt, kann man diese Aussicht genießen:

Oben links: Schloß Styrum, das man heutzutage als „Eventlocation“ mieten kann, darunter ein Blick zu den Ruhrauen. Rechts das Gasometer in Oberhausen.

So sieht der Wasserturm aus und er steht in Mülheim:

Seit den 90er Jahren ist dort das Wassermuseum. untergebracht. In mehreren Ausstellungsräumen wird das Thema in all seinen Facetten den Besuchern näher gebracht. Welche Arten gibt es von Wasser und wie wird es gefördert? Warum ist Wasser für die Welt so wichtig? Welche Rolle spielt das Motiv Wasser in der Kunst, Musik und Literatur? Bedingt durch die Enge des Turms wird das Wissen in vielen kleinen Filmen erklärt. Die Präsentation erinnerte mich dabei teilweise an „Raumschiff Orion“.

Wie sieht die Zukunft des Wasser aus? Dazu gab es Aufklärung bezüglich unseres Wasserverbrauchs.

Diese Hauptfaktoren bestimmen den persönlichen Wasserfußabdruck:

Was in dieser Aufstellung z.B. noch fehlt, ist der Kleiderkauf. Die Herstellung eines Baumwoll T-Shirts verbraucht ca. 16000 Liter Wasser. Wer seinen Wasserfußabdruck berechnen möchte, der findet im Internet mehrere Rechner, die den Verbrauch noch weiter umfassen.

Ich finde es gut, dass es so ein Museum gibt und wie man lesen konnte, wird es oft von Schulklassen besucht. Die Bandbreite dieses Themas ist wirklich groß und wir haben nur ungefähr die Hälfte aller Filme gesehen, danach waren wir erst einmal „gesättigt“. ( Ich wusste z.B. vorher nicht, wie viele verschiedene Arten es von Stauseen gibt…).
Als wir von unserem Museumsbesuch zurückkamen, lief an dem Abend die Quizshow „Wer weiß den sowas?“. Hier wurde in einer Frage noch eine passende Zahl präsentiert. Deutschland verliert pro Jahr 2,5 Gigatonnen Wasser. Bedingt durch immer höher werdenden Verbrauch und Veränderung des Wetters sinkt der Grundwasserspiegel. Ich konnte mir unter der Zahl nichts vorstellen und habe versucht, das in Badewannen (mit durchschnittlich 150 Liter Fassungsvermögen) auszurechnen. Demnach verlieren wir ca. 16,6 Milliarden mit Wasser gefüllte Badewannen pro Jahr. Deutschland hat ca. 80 Millionen Einwohner, rechne ich einfach (16 Milliarden durch 80 Millionen) wären das 2000 volle Badewannen, die jeder in Deutschland in einem Jahr an Wasser nicht mehr zur Verfügung hat. Nicht umsonst nennt man seit einiger Zeit Wasser das Gold der Zukunft…

Plauderstundenbuch

Als ich dieses Buch

aus meiner Büchereitasche zuhause auspackte dachte ich: „Koch dir erst einmal einen Tee und dann guck mal kurz rein.“ Ich hatte beim Lesen den Eindruck, der Autor sitze bei mir und verplaudert sich. Gedanken zu Literatur, Sprache und Musik wechseln mit Alltagsbeobachtungen, Gedanken zum Tod und ein paar Plattitüden. So las ich das Buch in einem Rutsch. Ich lernte u.a. neue Autoren kennen und Maars Bemerkungen machten mich neugierig auf deren Bücher. Viel Spaß hatte ich an seinen Ausführungen zu dem kleinen Wort „eh“, wie beispielsweise in „Es ist eh schon zu spät.“ In Wien hat dieses „eh“ viele Bedeutungen, vergleichbar mit unserem „Na“. Vergnügen machten mir auch seine Texte zu Proust. Wie hätte Proust in Zeiten von Instagram und WhatsApp Swans Liebesgeschichte zu Odette beschrieben? Um Ihnen einen kleinen Eindruck zu geben, lese ich Ihnen drei kurze Texte vor:

Die Ahnungslosen

Heute zeige ich Ihnen einige meiner Fotos aus einer Serie mit dem Titel „Die Ahnungslosen“. Beim Aufräumen fand ich eine CD mit 200 alten Porträtfotos, da kam mir die Idee zu der Serie.

Die Stranduhr tickt

Die alten Fotos sind ca. 100 Jahre alt. Wird es von uns in 100 Jahren Bilder geben mit dem Titel „Die Ahnungslosen“?

Am Freitag habe ich eine neue Buchbesprechung für Sie, nächste Woche habe ich einen weiteren Beitrag mit alten Fotos.

Ein winterlicher Gartenbesuch auf der Mathildenhöhe (Wochenende in Aschaffenburg 5)

Dies ist der letzte Beitrag zu unserem langen Wochenende. Ich möchte Ihnen noch die Mathildenhöhe in Darmstadt schmackhaft machen. Sie gehört seit 2021 zum Unesco-Weltkulturerbe. Von 1899 bis 1914 entstand hier eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Künstlerkolonie. In vier Ausstellungen zeigten mehrere Künstler wie z.B. Peter Behrens oder Joseph Maria Olbrich komplett ausgestattete Gebäude, eingebettet in einer Parkanlage.

Oben links ein Gartenpavillon , dahinter das Hauptgebäude der Künstlerkolonie. Oben rechts :Links der Hochzeitsturm, Hauptgebäude und orthodoxe Kirche, die bereits vor der Errichtung der Künstlerkolonie dort gebaut wurde.
Unten: Details vom heutigen Museumsgebäude

Die Ausstellungsbesucher konnten damals in den Häusern u.a. Mobiliar, Geschirr oder Kleidung bewundern, die in ihrem Design an den Jugendstil angelehnt waren.

Oben links: Ein Heizlüfter von Peter Behrens, rechts daneben Keksdosen der Firma Bahlsen. Unten links ein Ausschnitt eines Wohnzimmers, rechts daneben das Trauzimmer im Hochzeitszimmer

In der Nähe des Museums entdeckten wir ein Haus mit einem Garten, der besucht werden kann. Der jetzige Besitzer schreibt dazu in einer Broschüre:


Links oben: Ein kleiner Kaskaden Wasserfall. Rechts oben: Die Terrasse des Hauses
Links unten ein mit Glasstücken besetzter Friedhofsengel, dahinter eins von mehreren Mosaiken, die in verkleinerter Form Kornkreismuster abbilden.
Rechts unten: Eiförmige Gehwegplatten in neun verschiedenen Größen. Für die Größen und die Ausrichtung der Steine wurden die Fibonacci – Zahlen als Richtlinien genommen..

Trotz fehlendem Grün gab es in diesem Garten viel zu entdecken und es herrschte eine besondere Atmosphäre. Vielleicht lag das an verschiedenen Springbrunnen und Wasserläufen.

Am Mittwoch zeige ich Ihnen „Die Ahnungslosen“.

Die Herrenausstatterin

Katja Weinberg weiß alles über Zahnärzte. Unter vielen hat sie schon gelitten und auch bei dem neuen sind ihre Bedenken wieder groß. Doch Jakob ist anders, so anderes, dass Katja und er einige Zeit später heiraten. Die Reden auf der Hochzeitsfeier deuten darauf hin, dass beide eigentlich überhaupt nicht zueinander passen, zu unterschiedlich sind ihre Erwartungen an das Leben. Doch es scheint zu funktionieren und beide überlegen, Eltern zu werden. Aber dann bekommt Katja ein Augenleiden und kann nicht mehr scharf sehen. Jakob kümmert sich anfangs rührend um sie, doch dann verschwimmen für Katja auch die Konturen ihrer Liebe und es endet damit, dass Jakob sie wegen Alina verlässt. Er will herausfinden, ob Alina nur ein Symptom ist oder etwas Ernsteres. Katja ist erschüttert, muss sich aber zuerst um ihre kranken Augen kümmern. Als sie gerade eine Operation überstanden hat, bekommt sie die Nachricht, dass Jakob einen schweren Unfall hatte. Sie besucht ihn im Krankenhaus, wo sie ihn kurz spricht, bevor er stirbt.
Katjas Leben ist nun endgültig ein Trümmerhaufen. Sie lässt sich gehen, da hilft auch der alte Herr Dr. Blank nicht viel, der sich ein bisschen um sie kümmert. Erst als Armin, ein Feuerwehrmann, auftaucht, weil er fälschlicherweise die Meldung bekam, dass es bei ihr zuhause brennt, werden Katjas dunkelgrauen Tage etwas unterbrochen. Armin merkt, dass Katja Hilfe braucht und besucht sie immer häufiger. Dass Katja oft mit einem unsichtbaren Herrn Blank spricht, nimmt er dabei in Kauf. Die beiden jungen Leute kommen sich zwar näher, aber Katja vermutet, dass Armin kein Feuerwehrmann, sondern nur ein Dieb ist. Als sie von Armin schwanger ist, muss Herr Blank alle seine Überredungskünste anwenden, dass sie das Kind behält. Katja vertraut Blank wie ein Kind seinem Vater und beide „ steigen voll in das Thema Schwangerschaft ein“. Allerdings sind Blanks Tage gezählt, denn immer häufiger weist sein Erscheinungsbild Löcher auf. Erst im Knie, dann im Arm. Katja überklebt sie mit Pflaster, doch wie lange wird das noch funktionieren?

Ich wusste nichts über den Inhalt des Buches, als ich in der Bücherei das Buch bestellte. Der Titel „Die Herrenausstatterin“ klang interessant und ich stellte mir einen Roman vor, der vielleicht ein bisschen an verschiedene Szenen von Loriot erinnert. Als ich dann den Klappentext las, merkte ich, wie falsch ich lag und war skeptisch. Es gibt zwar in dem Roman eine Herrenausstatterin, sie ist die treulose Witwe von Herrn Blank, aber sie taucht erst am Ende des Romans auf.
Die Autorin erzählt eine außergewöhnliche Dreiecksgeschichte mit viel Leichtigkeit und einem feinen Witz. Manche Gedankengänge von Katja und die Lebensweisheiten des Herrn Dr. Blank sind im positiven Sinne speziell. Wer ohne Karneval in den nächsten Tagen lächeln möchte, könnte es mit diesem Buch versuchen.

Fachwerk, Hundertwasser & Co (Wochenende in Aschaffenburg 4)

Sind Sie schon einmal spontan von der Autobahn abgefahren, weil ein braunes Schild Sie auf eine Besonderheit der Region aufmerksam machte? Das haben wir getan, als so ein Schild unsere Neugierde auf die historische Altstadt von Seligenstadt weckte. Ich sage nur: „Well done!“

Oben links: So empfing uns die „Skyline“ von Seligenstadt, unten links ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert. Diverse Häuser sind mit Schildern versehen, die Auskunft über die Geschichte der einzelnen Bauwerke geben. Unten rechts der Marktplatz mit dem Rathaus.

Wir stöberten durch kleine Gassen mit netten Geschäften und Restaurants. Es war am Samstagnachmittag allerdings fast alles geschlossen und die Straßen waren wohl auch wegen des kaltnassen Wetters wie ausgestorben. Bei Sonnenschein muss der Ort sehr einladend sein, zumal er direkt am Main liegt und es dort einen Spazierweg gibt.

Dominiert wird das Stadtbild von einer historischen Brauerei und dieser Abtei:

Unten rechts sieht man nur einen kleinen Teil des Klostergartens mit verschiedenen Apfel-und Birnbäumen. Daneben gibt es noch einen großen Kräutergarten.

Auch hier konnten wir nur alles von außen besichtigen. So steht Seligenstadt jetzt auf unserer Liste mit Zielen in Deutschland für einen Kurzurlaub- bei schönem Wetter.

Darmstadt bot uns direkt zwei architektonische Gegenpole an.

Das Hundertwasserhaus heißt „Waldspirale“. Auf der Homepage von Darmstadt ist Folgendes zu lesen:

Die Waldspirale von Hundertwasser

Die „Waldspirale“ wurde zwischen 1998 und 2000 erbaut. Die revolutionäre, farbenfrohe und von irregulären Formen geprägte Architektur des berühmten Friedensreich Hundertwasser zeigt sich hier in ihrer ganzen Pracht. Man hat den Eindruck, ein von einer Horde fröhlicher Kinder gezeichnetes Märchenschloss sei Wirklichkeit geworden. 

Keine zwei Fenster dieses von goldenen Zwiebeltürmen überragten Gebäudes mit 105 Appartements gleichen sich. 

Natürliche Kennzeichen der Landschaft werden dargestellt: beispielsweise spiegeln sich die unterhalb des Gebäudes vorgefundenen Bodenschichten in der farblichen Gestaltung der Fassade wieder. 

Das Dach des mit Recycling-Beton errichteten, zwölfstockigen spiralförmigen Gebäudes ist mit Linden, Buchen und Ahornbäumen bepflanzt. Ein Spielplatz und ein künstlicher Fluss sind Teil des Gartens im Inneren. 

Wir sahen uns das Haus nur von außen an, da man sich für eine Führung durch das Innere der Anlage vorher anmelden muss.
Auf uns wartete nun noch die zweite Sehenswürdigkeit in Darmstadt. Darüber mehr am Montag. Zum Wochenende gibt es morgen noch eine Buchbesprechung.

Das größte Kaufhaus der Welt, Darumafiguren und Texi (Wochenende in Aschaffenburg 3)

Bei unserem Besuch im Hessischen Puppen-und Spielzeugmuseum in Hanau besuchen wir zuerst das größte Kaufhaus der Welt-als Puppenstube!

Allein mit diesem Haus hätte man sich schon ausführlich beschäftigen können, doch zu sehr lockten völlig andere Ausstellunsstücke in den nächsten Räumen.

Das Hanauer Spielzeugmuseum hat seit 1989 eine Partnerschaft mit dem Spielzeugmuseum im japanischen Tattori. Seitdem tauschen die beidem Museen immer wieder Spielzeug aus und tragen zur Völkerverständigung bei. Hier noch ein paar weitere Beispiele:

Ist das nicht toll?

Das Museum bietet auch Zeitreisen in die europäische Geschichte, wie diese alten Puppen beweisen.

Oben links: Kapuzenmänner als Spielzeug für Jungen, entstanden ca. 3. oder 4. Jahrhundert vor Chr. in Griechenland. Ebenfalls aus Griechenland die Gliederpuppe oder die süße Schweinerassel. Die Puppe oben rechts sammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde vor einiger Zeit in einer Kloake in Kiel gefunden.

Einen Blick in früheres Alltagleben bekam man bei diesen Puppen:

Was mich auch besonders faszinierte, waren die Gesichtsausdrücke der Puppen. Nach 1945 wurden nach meinem Geschmack die Gesichter immer ähnlicher, nicht zu vergleichen mit den Charakterköpfen früherer Jahrhunderte:

Puppen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert

Die einzelnen Ausstellungsstücke waren gut beschriftet und selbst bei den Anleitungen zu einem Spielzeug konnte man noch Neues lernen. Zwei Beispiele:

Wir verbrachten ca. zwei Sunden in dem Museum, aber es hätten auch gut vier sein können. Für uns ein 5 Sterne Museum!

Das lange Wochenende in Aschaffenburg ist noch nicht vorbei. Aber morgen kommt erst einmal passend zum Spielzeugmuseum ein Lied mit einer Familiengeschichte. Mit dem Reisebericht geht es am Donnerstag weiter. Ich stelle Ihnen noch kurz Seligenstadt vor und danach geht es nach Darmstadt zur Mathildenhöhe, einer alten Künstlerkolonie.