Gehen Sie auf den Friedhof?

Letzte Woche war ich auf dem Friedhof und mir fiel auf, dass Blumen auf einigen Gräbern, die sonst immer sehr gepflegt sind, die Köpfe hingen ließen oder schon vertrocknet waren. Da ich so etwas schlecht ignorieren kann, holte ich ein paar Kannen Wasser und verteilte es auf die bedürftigen Pflanzen. Heute war ich wieder dort und ich entdeckte zwei weitere immer besuchte Gräber, die nun etwas verwahrlost aussahen. Die Gründe können verschiedene sein, aber ich habe beschlossen, bis auf Weiteres ein paar Grabpatenschaften zu übernehmen. Mir fällt dabei kein Zacken aus der Krone und die Vorstellung, dass vielleicht jemand irgendwann wiederkommt und sieht, dass sein Grab gut gepflegt wurde und diese Person sich dann sehr freut, ist für mich Motivation genug.

Ergänzung: 18. Juni 2024: Gestern traf ich an einem dieser Gräber einen älteren Herr und sprach ihn an. Er freute sich sehr darüber, dass ich sein Grab mit im Auge behalten hatte und erzählte mir, dass er mehrere Monate im Ausland war, um dort seine kranke Tochter zu unterstützen. Wir haben vereinbart, dass wir gegenseitig die Gräber gießen, das wird in kommenden heißen Wochen sicherlich hilfreich sein.

Ergänzung: 25. Februar 2026: Ich habe den älteren Herr seitdem nicht wieder gesehen, aber das gegenseitige Kümmern funktioniert bestens!

Flexible Geburtstagswünsche

Der unten stehende Beitrag zur Veränderung der Sprache in der momentanen Situation erschien gestern in der WAZ. Ich habe dazu erstens eine Ergänzung und zweitens eine Idee.

Die Ergänzung: Sollten Sie in nächster Zeit einen passenden Geburtstagsreim suchen, stelle ich Ihnen diesen gern zur Verfügung. Er ist an einem Reim von G.E.Lessing angelehnt.

Weg, weg mit Reimen und den Schwänken
wollen jetzt nur noch doll an dich denken!
Wir gratulieren dir ganz lieb und schnell
wünschen dir viel Gesundheit, Glück und für solche Zeiten ein ganz dickes Fell!

Die Idee: Ich lese gerade dieses Buch mit viel Vergnügen.

Es gibt so schöne Wörter in der deutschen Sprache, die immer seltener benutzt werden. Das ist wirklich schade und ich möchte Ihnen deshalb in den nächsten Wochen einige dieser Wörter vorstellen und sie ermutigen, etwas gegen das Aussterben der Wörter zu tun. Einverstanden? Oder ist das für Sie nur Firlefanz?

Der Zeitungsartikel:
Berlin „Bleib gesund“ oder „Bleiben Sie atmungsaktiv“: Mit der Coronavirus-Pandemie haben sich Abschiedsfloskeln in der Alltagssprache innerhalb weniger Tage rasant verändert. Für Forscher sind viele solcher Reaktionen hilfreich – als Ventil in schwierigeren Zeiten. Wenn etwas bedrohlich erscheine wie die Pandemie, versuchten Menschen, sich zu entlasten, sagt Peter Schlobinski, Vorstandschef der Gesellschaft für deutsche Sprache. „Die Sprache ist dabei ein wichtiges Mittel.“ Er beobachtet Veränderungen bis hin zu E-Mail-Wechseln. Auch dort stehe nun oft „Bleiben Sie gesund!“, sagt der Germanist. „Das sind typische Reaktionen auf eine besondere Situation. Diese Floskeln sind schon vorhanden, aber sie werden bei diesem Anlass nun besonders häufig gebraucht.“ Kreative Situationsbewältigung.Der Virus? Das Virus!

Selbst die Fachsprache bleibe gerade nicht vor Änderungen verschont. In ihr heiße es „das Virus“, betont Schlobinski. Umgangssprachlich sei es aber „der Virus“. „Ich habe den Eindruck, dass wir nun immer häufiger diese maskuline Form hören. Sogar Chefärzte sagen das jetzt.“ Vielleicht werde „das Virus“ nun sprachlich kaltgestellt.

Oder Quarantäne: Für Germanisten ist das die seltene Wiederbelebung eines fast ausgestorbenen Wortes. Doch wer wusste bisher, was exponentielles Wachstum ist? „Ein Fachbegriff aus der Mathematik, der sich jetzt viral verbreitet“, sagt Schlobinski. „Nach der Corona-Krise weiß vielleicht jeder Zweite, was damit gemeint ist.“ Und: Virus, Corona, Homeoffice – alles schon jetzt heiße Kandidaten für den Titel „Wort des Jahres“. dpa

Zeit des Augenflanierens

In den letzten Jahren tadelte ich mich immer mal wieder, wenn ich mich bei einem Bildband nicht zurückhalten konnte und ihn wider jeder Vernunft (teuer, keinen Platz mehr, keine Zeit, ihn anzusehen) doch gekauft habe. Ha, jetzt kommen die Sternstunden der Bildbände und der superdicken Bücher! Täglich ein bisschen mit den Augen über schöne Bilder flanieren und ein paar Seiten lesen, das ist nicht verkehrt.

Auf einer kleinen Wellenlänge mit Aldi

Letzte Woche war Weihnachten zweimal ein Thema für mich. Beim Schreiben war ich mir schon ein bisschen unsicher, ob das nicht doch ein bisschen zu weit hergeholt ist. Nö!

Gestern entdeckte ich auf der Düsseldorfer Straße in DU-Kaldenhausen auf einem Spaziergang diese Werbung:

Und dann schickte mir eine Leserin diese Geschenkidee für Weihnachten, andere scheint das Thema auch zu bewegen?

Home Office mit Home Concert verbinden

Gestern wurde mir mal wieder bewusst, welche großen Vorteile das Internet auch haben kann. Ich hatte in den letzten Tagen Pech, denn gleich zwei Konzerte fielen aus. Mir war aber nicht nach Grämen oder Lamentieren, sondern ich machte mir zuhause zwei eigene Konzertabende. Zig Konzerte kann man sich auf YouTube ansehen und wenn man ein bisschen Glück hat, sind sogar welche dabei, die man selbst besucht hat.

Mein erstes Home Konzert war das jährlich stattfindende Weihnachtskonzert von IQ. (siehe T-Shirt von gestern) im holländischen Zoetermeer. Mein Mann und ich stehen ganz rechts an der Bühne.

Apropos Weihnachten: Man könnte doch jetzt antizyklisch auch mal Plätzchen backen. Was Weihnachten gilt, könnte jetzt ja auch helfen…

Home Konzert Nr. 2: Im Londoner Wembley Stadion mit der Musikgruppe Muse. 10 Jahre ist es her- sehen Sie mich oben links mitwippen? ?

Galgenhumormodus

Wenn Sie in diesen Corona-Zeiten schon auf Galgenhumormodus umgeschaltet haben und mit guter Laune und Optimismus nichts mehr anfangen können, hier ein Extrabeitrag für Sie:

In unserer Sprache finden bereits die ersten Veränderungen statt. Wer heute z.B. Klinken putzt, hat jetzt sicherlich ein besseres Ansehen…

Mein Mann und ich waren am gestrigen Morgen im T-Slot. ( „Copyright“ auf das Wort Linda Broszeit). Wir waren just in dem Moment in einem Supermarkt, als eine Toilettenpapierlieferung (meine Rechtschreibprüfung zeigt an, dass sie dieses Wort nicht kennt!) eingeräumt wurde. In Windeseile war das Regal leergeräumt, zumeist von Legasthenikern (es gab einen Hinweis auf knallrotem Papier, nur zwei Packungen mitzunehmen). Die Kassiererinnen machten frustrierte Mine zum bösen Spiel.

Und dieses Fundstück machte ich gestern früh in einem 1-Euro-Laden.

Entweder besitzt die Person, die diesen Laden managt, kein Fingerspitzengefühl oder sie ist eine Verkäuferin am Puls der Zeit und hat den Sensenmann bewusst für ihr Corona-Party-Klientel platziert.

War Ihnen das jetzt doch zu düster?

Gerechterweise muss ich sagen, dass es in diesem Laden auch stimmungsaufhellende Kisten gab.

Die gute Laune fängt im Kleiderschrank an

Wenn Ihre Laune momentan eher bedeckt ist, hilft es vielleicht, mal kurz über Ihre Bekleidung nachzudenken. (Achtung: Wer mit diesem positiven Thema nichts anfangen kann, es gibt heute noch einen zweiten Beitrag für Galgenhumorige).

Ich kam eher zufällig auf diese Schiene. Beim Frühstück hatte ich mir überlegt, meinen alten Wollpullover anzuziehen. Irritiert stellte ich dann fest, dass der Pullover direkt vorne mit drei Mottenlöcher aufwartete. Natürlich hätte ich einfach einen anderen Pullover nehmen können, doch mein Gehirn war diesbezüglich nicht flexibel. Also musste ich etwas finden, das die Löcher wenigstens etwas verdeckte. Mein Blick fiel auf meine Stofftasche, mit der ich Bücher zur Bücherei hin- und hertransportiere. An dieser Tasche hatte ich irgendwann einmal drei Buttons befestigt. Sie wechselten nun den Standort.

Das Tragen der Buttons brachte mir selber schon ein Lächeln, das ist doch schon etwas.

Dieses T-Shirt war meine zweite Wahl:

Ja, Sie sehen richtig, es ist ein Weihnachts-T-Shirt zu einem Konzert, das wir letztes Jahr in Holland besuchten. Schöne Erinnerungen sind damit verbunden, aber noch besser finde ich, dass ich jetzt schon an das nächste Weihnachtsfest denke und zumindest für mich persönlich doch einen gewissen Optimismus ausstrahle.

Als weitere Stimmungsaufheller kramte ich dann noch diese Accessoires heraus, die alle etwas mit vergangenen Urlauben zu tun haben.

Der Schal mit kleinen Muscheln ist ein Mitbringsel aus der Türkei, die Kette mit Lavaperlen bekam ich auf La Palma geschenkt, die mit Perlen versehene Muschel kommt aus der Bretagne.

Und, gibt es bei Ihnen auch Kleidungsstücke, die sie aufmuntern?

Französisch-englische Lernminütchen

Gestern gab es in meinem Französisch-Lern-Kalender folgenden Spruch zu lesen (Übersetzung am Ende):

Passt doch heutzutage wie die Faust aufs Auge. Und weil man auf einem Bein, bez. Spruch nicht stehen kann, hier noch ein anderer Spruch:

Und dann noch etwas zum Englisch üben:

„Kleidung als Stimmungsaufheller“ ist mein morgiges Thema.

Übersetzung der beiden französischen Sätze:

Ist es die Freiheit, die den Geschmack des Lebens verändert?

Man hat nur zwei Leben und das zweite Leben beginnt, wenn man sich bewusst wird, dass man nur ein Leben hat.

Übersetzung der englischen Sätze:

Entschuldigung, wir haben kein WIFI, aber wir haben Nutella. Das ist viel besser!

Bitte spielen Sie nicht mit den Händen!

Weitere Rettungen alter Kleidungsschätzchen

Diesen Pullover besitze ich seit über 20 Jahren. Er ist schön weich, warm und sehr pflegeleicht, da man ihn nicht bügeln muss. Im Laufe der Zeit waren die Bündchen sehr ausgeleiert und ausgefranst, so dass er selbst für Zuhause nicht mehr tragbar war. Die Bündchen haben diese Makel nun behoben und ich hoffe auf ein sich fortsetzendes langes Zusammenleben.

Sie sehen die Jacke meines Lieblingsschlafanzuges. Auch ihn besitze ich schon diverse Jahre. Er machte den Winter mit seiner Flauschigkeit und dem großzügigen Schnitt immer etwas weniger ungemütlich bis….er eines Tages plötzlich nach dem Waschen eingelaufen war. Dass sich die Länge der Hosenbeine verkürzt hatte, damit konnte ich noch leben, aber das Oberteil war zur Zwangsjacke geworden. Auch hier gab ich mich nicht geschlagen:

Passt und kuschelt wieder!