Picassostündchen

Einmal ein bisschen wie Picasso malen…Dazu brauchen Sie:

…und Papier und einen Internetanschluss.

Auf der Internet-Plattform Pinterest können Sie sich Tafeln ansehen (z.B. von Picasso, Miro, Kandinsky oder Haring), auf denen in Spalten verschiedene Arten von Augen, Ohren, Mündern in verschiedenen Zeilen eingetragen sind. (Geben Sie z.B. als Suchbegriff Picasso faces ein). Alle Gesichtsteile sind den Bildern der Künstler nachempfunden. Hier eine kleine Skizze von einer Tafel, damit Sie eine Vorstellung bekommen:

Wie Sie sehen, steht in der linken Spalte jeweils eine Würfelzahl. Sie würfeln zum ersten Mal eine 3, das bedeutet, Sie malen die Gewichtsform, die bei der 3 eingezeichnet ist. Beim zweiten Würfeln haben Sie eine 1, also nehmen Sie für das erste Auge die Form, die in der 2. Spalte unter 1 steht. So geht es weiter, bis Sie alle „Gesichtszutaten“ haben. Danach können Sie nach Lust und Laune die Gesichter noch ausmalen. Hier meine beiden „Wiepicassos“:

Mir hat das viel Spaß gemacht. Ich habe aber auch noch „ernste“ Kunst für Sie. Bitteschön:

Ein Nachmittag mit Pawlowa

Das ist Pawlowa, als es ihr wieder besser ging.

Hinter sich hat sie eine lange Reise und diese beschreibt Brian Sewell in seinem Roman:

Mr. B., Brite, verheiratet, fünfzig Jahre alt, ist Filmregisseur und dreht eine historische Dokumentation in Pakistan. Die Stimmung im Fernsehteam ist schlecht, abgesehen von einem Mitglied mögen alle anderen Mister B. nicht besonders. Er ist zu ernst und zu korrekt. Allerdings ist er auch sehr tierlieb und als er kurz vor Drehschluss in Peschawar eine sehr junge Eselin sieht, die unter ihrem Lastenpaket fast zusammenbricht und deren Fell ganz blutig ist, lässt Mr. B. wider jeglicher Vernunft alles stehen und liegen, um die kleine Eselin zu retten. Er peppelt Pawlowa, (benannt nach einer berühmten Balletttänzerin, deren Beine an die der kleinen Eselin erinnern) auf und beschließt, mit ihr zusammen zurück nach England zu reisen- zu Fuß. In den nächsten Wochen trifft Mr. B. viele sehr hilfsbereite und gastfreundliche Menschen. Pawlowa erholt sich zunehmend und wächst auf dem „Roadtrip“ zu einer gesunden Eselin heran.

Kommen die beiden in England an? Ja, es gibt ein Happy End und deshalb empfehle ich Ihnen diesen so liebevollen schmalen Roman für einen Lesenachmittag. Dieses Buch tut gut.

Habe ich einen Clown verschluckt?

Mir scheint es so, denn es vergeht kaum ein Tag, in dem mir nicht irgendwelche Quatschverse einfallen. Vielleicht ist das ja ein unbewusstes Schutzschild gegen das Ungemach der Zeit? Egal, vielleicht haben Sie ja ein bisschen Spaß an den drei Ergüssen. (Auch hier werden wieder ein paar alte Worte „gerettet“, Sie wissen, wovon ich schreibe? „Projekt Zipperlein“)

Der Diamant

Dort funkelt der Diamant,
ich weiß sofort, das ist kein Tand!
Die reiche Frau aus Adelsstand
trägt ihn an ihrer linken Hand.
Ihr Gewand ist elegant,
ihr Gesicht sehr markant
und ihr Wesen auch amüsant.
Aber das alles ist für mich nicht relevant,
was zählt ist nur der Diamant.
Ich lege heimlich einen Brand
wie schnell alles Feuer fängt,
das ist schon frappant.
Die Frau rette ich dann ganz galant,
in meiner Jackentasche landet dabei unauffällig der Diamant.

Nun liege ich in einem Land
an einem Strand
mit feinem weißen Dünensand.
Lese einen dicken Band
von Nietzsche, Hegel oder Kant-
so will es mein Verstand.
Verwöhne mich am Grill-und Getränkestand,
esse Eis mit Krokant
und trinke teuren Edelbrand-
ich liebe diesen Zustand.
Übers Meer schickt euch eine Kusshand,
der dumme, dicke Ferdinand, 
den ihr habt verkannt und verbannt,
aus seinem geliebten Heimatland.

Die Henne

Gregorius, die Memme,
saß in einer Kaschemme
in einer großen Klemme.
Verloren hatte er seine Henne
und sehr groß war jetzt sein Geflenne.
“Hey Gregorius, du Memme,
warum dieses Geflenne?“,
fragte einer von der Rentnerschwemme.
“Los, renne zur Penne,
dort sah ich deine Henne
sitzen auf einer Antenne.“
Über Spargeldämme
rannte Gregorius glücklich zu seiner Henne.
Danach gab es in der Kaschemme
für alle eine Bierschwemme
Schluss jetzt mit dem Geflenne!

Das Hänschen

Vor dem Kaffeekränzchen
schenkte das Hänschen
dem Fränzchen
ein feines Pflänzchen.
Nach dem Kaffeekränzchen
wollte er von ihr allerdings nicht nur ein Tänzchen
sondern auch noch andere Spirenzchen.
Ja, das Hänschen war ein Stenzchen
im Lenzchen
nur dumm, keine Lust hatte das Fränzchen.

Loops

Beim Aufräumen fand ich eine Kiste mit alten Schals, die teilweise schon vierzig Jahre alt waren.

Ein paar hatten kleine Mottenlöcher, bei manchen sahen die Fransen nicht mehr schön aus. Kurz entschlossen habe ich angefangen, mir aus diesen alten Schätzchen und Stoffresten neue Loops zu nähen. Ich brauchte mal einen Näherfolg und das geht schön schnell und man hat einen zukünftigen Vorrat bei Halsschmerzwetter.

Links ist der Loop noch durch eine Papierperlenkette ein bisschen verschönert

Dieser Loop besteht aus sechs Stoffresten.Der graue und rote Stoff haben Motive, die mit dem Nähen zu tun haben, das freute mich besonders.

Die Anatomie der Träume

Konrad Pinetti ist Dramaturg an einem Wiener Theater. Er bekommt die Aufgabe, ein Sachbuch über Freud in ein Drama umzuschreiben. Eine Zusammenarbeit mit der Autorin des Buches ist unerlässlich, doch ist das für Pinetti nicht einfach. Obwohl Inge den Gerüchten nach die Geliebte des Chefs ist, flirtet sie mit Pinetti, macht sich charmant über ihn lustig und lässt an seinen ersten Textentwürfen nur wenige gute Haare. Eine Szene soll sich mit der Begegnung zwischen Dali und Freud, eine andere mit dem Verhältnis von Mahler zu dem Psychoanalytiker befassen, den längsten Text hat Pinetti zu dem Treffen zwischen Freud und André Breton verfasst. Dieser Text bringt Pinettis Chef und Inge dazu, sich zu offenbaren. Ihr beider Ansinnen gegenüber Pinetti war ein ganz anderes…

Ein Romangenuss, wenn Sie leidenschaftlich gerne das Theater besuchen, Shakespeare lieben („König Lear“ spielt in der Geschichte auch noch eine Rolle), klassische Musik genießen und sich in den Bildern und Texten von Surrealisten verlieren können.

Da mir Hintergrundwissen fehlte, konnte ich das Füllhorn der Anspielungen, die Wilfried Steiner in seinem Roman ausgießt, nicht entsprechend würdigen. Ungeduldiges Weiterblättern war die Folge.

Unauffällige Hingucker-Uerdingen II

Hier nun weitere Fototrouvaillen aus Uerdingen:

Pia und Sascha
Mitfahrzentrale
Früher lagen die Deutschlandfähnchen von den Autos auf der Straße…
Kein Kontaktverbot
Rheinfarbig
Es war eine helle Nacht. Endlich kehrte der Ritter zurück zu seiner Burg. Hier würde er…..Denken Sie sich selber etwas aus….

Jeder Funke Schönheit-Uerdingen I

Diesen Aufkleber entdeckte ich auf der gestern schon erwähnten Radtour am Ortseingang von Uerdingen an einer Brücke.

Ich nahm mir die Aussage zu Herzen und suchte nach Schönheiten. Nicht ganz so einfach, denn ich hatte das Gefühl, in der Vergangenheit jeden Meter in Uerdingen schon fotografiert zu haben.

Beispielsweise solche baulichen Hingucker. Von ihnen gibt es in Uerdingen eine ganze Reihe.

Auch mit Naturschönheiten kann Uerdingen dienen. Dank eines stattlichen Blauglockenbaumes duftet es am Eingang der Fußgängerzone wunderbar nach Vanille.

Bunt, bunter, am buntesten ist es in manchen Ecken:

Aber auch Kleinigkeiten sind „eine revolutionäre Tat“:

Und moderne Kunst wird auch im öffentlichen Raum geboten:

Uerdingen ist immer eine Fotoreise wert. Morgen gibt es weitere Fotofundstücke.

Was auf dem Parkplatz geschah

Gehört ein Parkplatz nicht zu den ödesten Plätzen in einer Stadt? Nicht für Klaus Johannes Thies, der mehrere Jahre lang ein Küchenfenster mit Aussicht auf einen Parkplatz in Bremen hatte und über seine Beobachtungen schreibt.

Zu den Standardaufgaben des Parkplatzobservierens gehört das Zählen der Autos und das Registrieren der Automarken und Lackfarben.

Ist diese Arbeit getan, kann er ins Detail gehen. Da sind einmal die treuen Parker, die in der Nähe arbeiten oder einkaufen. Kommen alle, gibt es Ausfälle oder Auffälliges bei ihnen zu beobachten? Was für Fremde tauchen da auf? Wie parken sie, bezahlen sie die Parkgebühren oder bekommen sie ein Knöllchen, welche Gründe könnten sie haben, ausgerechnet auf seinem Parkplatz zu parken?

Am Parkplatz stehen neben einem Glascontainer auch zwei große Werbetafeln, die regelmäßig neu gestaltet werden, auch über sie macht sich der Autor seine Gedanken.


Der Parkplatz hat seine vier Jahreszeiten

und ist das kleine Universum des Autors. Das ist interessanter als man denkt und es gibt Thies immer wieder Anlass, sein eigenes Leben zu reflektieren.

Die Fotomotive fand ich auf einer kleinen Radtour nach und durch Uerdingen.