Die Ausstellung „Unsichtbar“

Es passiert nicht so oft, dass eine Ausstellung im Duisburger Museum Küppersmühle verlängert wird. Doch wer die aktuelle Ausstellung bisher verpasst hat, bekommt jetzt noch bis Januar eine Chance:

Jaume Plensa ist ein spanischer Bildhauer, dessen große Kopfskulpturen sein „Markenzeichen“ wurden. Gleich beim Eingang in das Museum empfängt „Flora“ die Besucher:

Ich werde Ihnen jetzt nicht detailreich die Ausstellung beschreiben, das wurde bereits vielfach gemacht, sondern zeige Ihnen nur eine kleine Auswahl der Werke und führe Zitate von Plensa auf. Vielleicht mache ich Sie damit etwas neugierig. Am Ende finden Sie eine Besprechung der Ausstellung, die mir gut gefiel.

Der Titel „Unsichtbar“ bezieht sich auf das Nichterkennen der Gedanken. Die geschlossenen Augen der Figuren lassen deshalb viele Deutungsversuche zu, deren Zahl noch erhöht wird, wenn man sich die Figuren aus verschiedenen Perspektiven ansieht. Man muss sich Zeit nehmen oder mehrmals die Ausstellung besuchen. (Ich traf eine Kundin, die bereits zum fünften Mal dort war). Auch spielen die verschiedenen Materialien (z.B. Bronze, Marmor oder Holz) eine Rolle, wie die Skulpturen wirken.


Ganz besondere An- und Einsichten gewinnt man, wenn man in die Figuren hinein geht und seinen Blick schweifen lässt. Andere Besucher werden dann ein Teil des Kunstwerks.

Zum Abschluss die oben angekündigte Ausstellungsbeschreibung:

Rückkehr der Hoffnung

In der Buchhandlung, in der ich arbeite, kehrt nach dem Umzug langsam der Alltag zurück und so laden wir jetzt auch wieder zu Veranstaltungen ein.

Das Buch hat 96 Seiten und in ihm findet man vier Reden, die der Autor im Rahmen einer Reith Vortragsreihe in England gehalten hat.
Zuerst zieht er Bilanz über die Veränderungen unserer Welt in den letzten zehn Jahren. Er findet Parallelen zwischen den USA und dem Untergang des Römischen Reiches, Europa vergleicht er mit der einst so reichen und mächtigen Stadt Venedig, die immer bedeutungsloser wurde.
Die Lage ist ernst, doch verweist Rutger Bregman auf frühere Zeiten, die ebenfalls trostlos waren und in denen eine kleine Gruppe von Menschen es geschafft hat, einen Wandel einzuleiten. Beispielsweise wurde durch das Agieren von zwölf Männern die Sklaverei abgeschafft, eine paar Frauen begannen, sich für mehr Rechte für Frauen einzusetzen und kämpften beispielsweise für das Frauenwahlrecht.
Es gab immer wieder eine Handvoll vorkämpfende Menschen, von deren Engagement wir heute alle zehren. Wir sollten ihnen dankbar sein und diesen Staffelstab übernehmen, um ihn an folgende Generationen weitergeben zu können. Alleine oder in einer Gruppe sollte jeder von uns aktiv dafür eintreten, dass das Dasein jedes Menschen weiter verbessert wird und wir sollten verhindern, dass einige wenige Personen die Bevölkerung zu willenlosen Marionetten macht.

Auch bei mir macht sich immer wieder Mutlosigkeit breit und ich bin oft fassungslos über die täglichen Nachrichten. Doch die Ideen der Dankbarkeit und der Weitergabe des Staffelstabs gefallen mir. Wenn ich ein Mosaiksteinchen dieses Staffelstabs sein kann, dann gibt mir das Mut und Sinnhaftigkeit.
Einen weiteren Gedanken in diesem Buch fand ich ebenso hilfreich: Wir alle wollen heute schnell ein Ergebnis sehen und wenden uns in unserem Engagement oft ab, wenn ein Prozess länger dauert.
Wir sollten bedenken, dass die Veränderungen, die wir heute für ein besseres Leben anstreben, grundlegend sind und ihre Umsetzungen Zeit brauchen.
Sehen Sie sich deshalb im Staffellauf an erster, zweiter oder dritter Stelle, die den Zieleinlauf nicht mit bekommt. Trotzdem haben Sie mit gewonnen.

Mehr zu dem Autor Rutger Bregmann:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rutger_Bregman

Die Unendlichkeit der Liebe-ein Märchen

Alfred, genannt Alfie, wird auf den Bahamas verhaftet. Das Casino wirft ihm vor, zwei Millionen Dollar durch einen Trick beim Roulette gewonnen zu haben. Zu unwahrscheinlich ist es, dass jemand dreimal hintereinander sein Geld auf eine Zahl setzt und gewinnt. Alfie beteuert seine Unschuld und gibt dem Polizisten Vincent ein Notizbuch mit der Bitte, es zu lesen. Nach der Lektüre würde er verstehen, wie es zu dem Gewinn kam.
Zuerst ist Vincent sehr skeptisch, aber er hat ein gutes Herz und gibt Alfie eine Chance. Er liest und wird immer mehr in Alfies unglaubliche Lebensgeschichte hineingezogen.

Alfie wächst in Afrika auf, seine Eltern sind Missionare. Der Höhepunkt der Woche ist für Alfie der Besuch der sanften Elefantenkuh Lulla, mit der er spielen darf. Dort trifft er eines Tages auf das gleichaltrige Mädchen Gianna und beide werden Spielkameraden.
Alfie Leben ändert sich schlagartig, als er mit acht Jahren entdeckt, dass er in die Vergangenheit reisen kann, wenn er die Worte „noch einmal“ ausspricht. Zuerst ist er sehr irritiert, doch nach und nach erkennt er die Nützlichkeit dieser Gabe, besonders in der Schule oder auch zuhause, wenn er etwas falsch gemacht hat. Auch kann er dadurch anderen Menschen helfen, sie vor Gefahren oder Fehlern bewahren. Allerdings hat er bei jeder Reise nur einen Änderungsversuch und muss das zweite Ergebnis dann akzeptieren. Dass er diese Gabe besitzt, verrät Alfie nicht.
Nach dem Tod der Mutter kehren Vater und Sohn in die USA zurück. Dort verbringen die beiden freudlose Jahre bis Alfie Gianna zufällig wiedersieht und sofort weiß, dass sie seine große Liebe ist. Das beruht allerdings nicht auf Gegenseitigkeit und Alfie pendelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um Giannas Herz zu gewinnen.
Seine Bemühungen scheinen nicht umsonst zu seien und doch…Es ist alles anders als man denkt. Mehr verrate ich nicht.

Mir ging es beim Lesen wie dem Polizisten Vincent. Ich habe das Notizbuch „durchflogen“ und wollte schnellstmöglich wissen, wie Alfies Leben weitergeht. Mitch Albom hat es erneut geschafft, ein magisches Buch zu schreiben, das einem viel Wohlgefühl schenkt.

Weinen vor Plastikblumen an dünnen Orten

Noch bis Sonntag dreht sich in Frankfurt auf dem Messegelände wieder alles um das Thema Buch. Aus diesem Anlass stelle ich Ihnen heute meine diesjährigen Lieblingstitel vor. Das bezieht sich nicht auf die Inhalte der Bücher, die doch etwas außergewöhnlichen Buchtitel haben es mir angetan.

Die heimlichen Helden für unsere Zukunft

Mit seinem Buch über Bäume ist Peter Wohlleben deutschlandweit bekannt geworden und hat sicherlich mit dazu beigetragen, unsere Einstellung zu Bäumen zu verändern.
Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben. Es ist eine Mischung aus Krimi, Science Fiction, philosophischer Betrachtung, Gesundheitsratgeber, Umweltbuch und ein Aufruf, uns Menschen und unsere Welt neu zu sehen.
Wohllebens Schreibstil ist witzig, seine Hauptpersonen nennt er liebevoll „kleine Racker“, „neugierige Knilche“ oder „Winzlinge“. Er erklärt Wissenschaft in einer Art, dass jeder Laie sie versteht und bringt viele Beispiele, die seine Aussagen verdeutlichen sollen. Dabei berichtet er auch aus seinem privaten Umfeld.

Von diesem Buch ist die Rede:


Höre ich da ein „Iiiigitt-Bakterien- das lese ich nicht!“ Das wäre wirklich ein Fehler, denn wie oben schon erwähnt, erklärt Peter Wohlleben u.a. auch, wie wichtig Bakterien für unsere menschliche Existenz und damit auch für unsere Gesundheit sind.
Jeder von uns besitzt eine Bakterienmannschaft, die dafür sorgt, dass es uns gut geht. Eine Mannschaft ist immer im Einsatz und versucht, einen optimalen Zustand für seinen Menschen aufrecht zu erhalten. Allerdings gibt es zig Faktoren , die diese Arbeit erschweren. Drei von vielen Stichworten, die in diesem Buch behandelt werden: Unvernünftige Einnahme von Antibiotika bei jedem Hüsterchen, Hundehaufen auf der Straße, Mikroplastik in Lebensmitteln. Wohlleben gibt viele Anregungen, wie jeder von uns täglich seine Mannschaft unterstützen kann.
Es liegt aber auch an politischen Entscheidungen, dass Bakterien bei uns und in der Umwelt ihren Job erledigen können. Und hier kommt der Autor u.a. auch wieder auf den Wald zurück. Durch die Hitzesommer der letzten Jahre sind Fichten-und Kiefernbestände vertrocknet und nun sollen Anpflanzungen beispielsweise von Zedern oder Douglasien den deutschen Wald widerstandsfähiger machen. Das Problem: Diese Baumarten stammen alle aus kalten Hochregionen anderer Erdteile und die heimischen Bakterien können diese Bäume nicht benutzen, um Wolken zu produzieren. (Ja, Sie lesen richtig: Bakterien sind mit für das Entstehen von Regenwolken verantwortlich). Auch Roteichen sollen gepflanzt werden, eine Baumart, die u.U. die heimische Bakterienwelt sogar vernichtet. Warum fördert man nicht heimische Bäume, die resistenter bei Trockenheit sind? Fragen Sie bei der Landesforstbehörde nach.

Ich habe am Anfang das Buch mit einem Krimi, einem Science Fiction Roman oder einer philosophischer Betrachtung verglichen. Der Text ist so spannend, wenn es beispielsweise darum geht, mit welchen Tricks unsere lieben Partnerbakterien die bösen Eindringlinge (davon gibt es dummerweise auch eine Menge) bekämpfen. Science Fiction? Wann tauchte das erste Bakterium auf der Welt auf? Ist es Resultat einer chemischen Reaktion oder kam es vom Mars oder dem Jupitermond „Europa“ (Kein Scherz!)? Was hat Mundgeruch mit Raumfahrt zu tun?
Philosophisch wird das Buch, wenn man hinterfragt, ob der Mensch wirklich „die Krone der Schöpfung“ ist. In den letzten Jahren gewinnen Wissenschaftler immer mehr Erkenntnisse über Bakterien und ihre ungeheuren Fähigkeiten, sich anzupassen, zu lernen und Neues zu erschaffen. Das wirkt sich auch auf unser Wissen über Tiere und Pflanzen aus. Auch bei ihnen hat jedes Individuum eine eigene Bakterienmannschaft, die dafür sorgt, dass das Tier oder die Pflanze lernt, sich weiter entwickelt und damit Fähigkeiten besitzt, die bisher nur Menschen zugesprochen wurden. Mehr Respekt gegenüber Fauna und Flora wäre deshalb angebracht, denn wir Menschen, Pflanzen,Tiere und Tiere sitzen alle in einem Boot Erde.
Ein letztes Argument, das Buch zu lesen: Es macht Hoffnung für die Zukunft. Bakterien können die Helden für unsere derzeitigen Umweltprobleme sein. Man muss sie nur lassen (wie beispielsweise im Wald) und sollte sie nicht bekämpfen (wie beispielsweise durch Überdüngung der Landwirtschaft). Mehr Geld sollte investiert werden, um Bakterien weiter zu erforschen und sie gezielt einzusetzen, um Umweltsünden abzubauen.

Warum muss Hape Kerkeling so eine Rede halten?

Ich beneide Menschen, die solche Aussagen von Politikern mit einem Schulterzucken abtun, sei es aus Desinteresse, Naivität oder Langeweile.

Fünf Beispiele:

„Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Alexander Gauland, AfD Parteimitglied, auf einer Veranstaltung der „JA“=Jungen Alternative)

„Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.“(Alice Weidel auf einem AfD-Parteitag)

„…neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Remigrationsprojekt notwendig sein. Und bei dem wird man, so fürchte ich, nicht um eine Politik der ‚wohltemperierten Grausamkeit‘, wie es Peter Sloterdijk sagte, herumkommen. Das heißt, dass sich menschliche Härten und unschöne Szenen nicht immer vermeiden lassen werden.“ (Björn Höcke in seinem Buch „Nie zweimal in den selben Fluss“)

„Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei (der) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen.“ (Ulrich Siegmund auf einer Pressekonferenz)

„Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millionen Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen.“ (Stephan Brandner, AfD Abgeordneter in Thüringen in mehreren sozialen Medien)

Hape Kerkeling zuckt nicht die Schultern, schaut nicht weg und hat erneut eine Rede gehalten.

Screenshot einer Seite auf Instagram.

Hier kann man sich die Rede in Teilen anhören:

https://www.instagram.com/reel/Dd9EwBeMgFl/?stkn=czBybnI4a3gxZ3Nt

:

Können wir nicht immer so miteinander sprechen, wenn es um Politik geht?

Menschen, die unterschiedliche politische Ansichten haben, schreien sich immer häufiger an, beleidigen sich oder wollen gar nicht mehr wissen, was die andere Person für eine Meinung hat. Ich habe ein Video auf Instagram entdeckt, dass ich Ihnen zeigen möchte, da sich hier ein Politiker meiner Meinung nach vorbildlich gegenüber einer AfD Wählerin verhalten hat.

https://www.instagram.com/reel/DdcK0lTuUzu/?stkn=aWF1YmZjdG5wZGNv

Das „Zauberwort“ heißt Respekt, darüber hinaus braucht man Wissen, um eine respektvolle Diskussion führen zu können. Letzteres finde ich schwierig. Wo findet man vertrauensvolle Fakten? Mein Vertrauen liegt immer noch in Büchern, in der Bundeszentrale für politische Bildung und einigen anderen Quellen. Ich nehme mir vor, Ihnen dieses Wissen nach Themen sortiert in der neuen Kategorie „Politisches Material“ Schritt für Schritt zur Verfügung zu stellen. Vielleicht hilft es Ihnen bei der Wahlentscheidung oder Gesprächen mit Verwandten, Freunden, Arbeitskollegen oder im Verein.

Wenn Düfte zu Farben werden (2)

Letzte Woche schrieb ich über ein kleines Experiment. Meine Versuche bestanden darin, nicht benannte Düfte in Farben umzusetzen. (Link zu dem Artikel siehe unten). Heute zeige ich Ihnen vier Bilder. Ich habe zu jedem Duft eine Farbpalette angelegt und mit den Farben einer Palette ein Bild gemalt, das die Eindrücke, die ich bei dem Riechen eines Dufts sammelte, darstellen sollte.


Erst nach dem Malen der Bilder sah ich nach, mit welchen Düften ich es zu tun hatte. Zwischen „Punktlandung“, völligem Versagen meiner Nase und „na ja, ist ok“ konnte ich wählen.
Dies waren die Düfte: Pfefferminze, Paprika, Magic Beeren-Tee und Malve/Hibiskustee: Welches Bild passt zu welchem Duft?

Ich fange mit der schlechten Nachricht an: Oben rechts…Nein, es sind nicht die Beeren, es ist Pfefferminze…Nix Grünes. Ich mag den Pfefferminzgeruch sehr, doch diese anonyme Mischung empfand ich als unangenehm und sie belegte meine Lunge. Deshalb unten kleine erdrückte Lungenbläschen.

Oben links: Malve- ich kam mir ein bisschen wie in einem Dschungel vor.
Unten rechts: Magic Beeren. Ich fand den Duft schneidend, deshalb habe ich im unteren Bereich zackige Eisschollen gemalt, der „Duftabgang“ war dann frisch.
Unten links: Paprika!

Mir hat dieses Experiment viel Spaß gemacht. Komme ich demnächst mal bei einem Teeladen vorbei, werde ich nicht sofort auf die Tütenbeschriftungen sehen, sondern erst einmal meine Nase arbeiten lassen und die Augen schließen.

Johnny Depp und der Bunnyman

Meinen Beitrag „Wenn Düfte zu Farben werden-Teil 2“ muss ich leider verschieben, er erscheint voraussichtlich am Montag. Durch ein Update von Word Press sind Anfang der Woche meine Seiten stark durcheinander geraten und der Schaden ist leider immer noch nicht komplett behoben.

Stattdessen gibt es heute noch einen Tipp fürs Wochenende:

Vor Wochen besuchten wir in Köln ein Konzert mit der Gruppe „Hollywood Vampires“, zu der u.a. auch Johnny Depp gehört. Bis dahin kannte ich ihn nur als Schauspieler und wusste nicht, dass er sich eigentlich als professioneller Musiker sieht, der mit der Schauspielerei nur Geld verdient, um seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Er spielte auf dem Konzert Gitarre und sang neben Alice Cooper einige Lieder. Die Hollywood Vampires interpretieren bekannte Lieder beispielsweise von David Bowie, Velvet Underground, Metallica oder The Doors neu. Uns gefiel dieses Konzert ausgesprochen gut, Johnny Depp beeindruckte uns mit seinem Können und wir mussten unsere eher gleichgültige Meinung ihm gegenüber korrigieren.

In der Woche des Konzerts besuchte Johnny Depp auch Schloss Benrath in Düsseldorf.

Hier eröffnete er die Ausstellung mit seinen Bildern, denn auch die Kunst ist seine Passion. Am Montag sahen wir diese Ausstellung und waren erneut überrascht. Johnny Depp kann etwas. Er hat sich mit verschiedenen künstlerischen Techniken auseinandergesetzt und seine Bilder zeigen Nachdenklichkeit und Sensibilität.
Die Schlossräume in Kombination mit dem Bildern waren für mich ein besonderes Ausstellungserlebnis. Noch bis zum 27. September kann die Ausstellung besucht werden, man muss sich online anmelden:https://tickets.schloss-benrath.de/event/the-art-of-johnny-depp-kopie-kti1xn

Hier ein paar Eindrücke:

Das ist der „Bunnyman“. Er erscheint Johnny Depp immer wieder in Träumen und steht für das Gute. Als vor Jahren sein Sohn ihm erzählte, dass er auch von einem Hasenmann träume, nahm Depp das zum Anlass, die Traumfigur als Motiv für zahlreiche Bilder zu nehmen.

Wenn Düfte zu Farben werden (1)

Im Februar schrieb ich über eine Ausstellung zum Thema „Duft“, die ich zusammen mit meiner Freundin besuchte. (s. unten „ Duft-Challenge für ein Jahr). Uns beide hat das Thema seitdem nicht mehr losgelassen und so bekam ich vor Kurzem von meiner Freundin eine Duftbox zur Verfügung gestellt. Diese Box enthält zehn nummerierte Gläser, darin befindet sich jeweils ein schwarzes Säckchen mit einem unbekannten Duftträger.

Die Idee dahinter ist, an einem Glas zu riechen und dann zu versuchen, die Eindrücke in Farben darzustellen ohne zu wissen, um welchen Duft es sich handelt.(In der Box befindet sich eine Liste, auf der hinter jeder Nummer der Duft notiert ist, dieses Blatt Papier legte ich aber schnell bei Seite, um nicht beeinflusst zu werden). Auf vorbereiteten Aquarellpapierstücken kann man die verschiedenen Farbempfindungen aufmalen.

An einem Samstagnachmittag fing ich an, saß im Wintergarten bei offener Tür, die Sonne schien, ein leichter Wind wehte in den Raum. Ich griff mir wahllos ein Glas, es war die Nummer 9, schraubte es auf und roch daran. Was für ein Duft! Mein erster Eindruck: Sehr intensiv, unangenehm schneidend, etwas beißend, aber auch frisch. Mir kam der Duft bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht zuordnen. Um ihn aufzuschlüsseln, roch ich im nächsten Schritt nur mit dem rechten Nasenloch. Der Duft war viel schwächer und es kam eine erdige Komponente dazu. Mal roch ich mit offenen, mal mit geschlossenen Auge, auch das machte einen Unterschied aus. Nur mit dem linken Nasenloch riechend, empfand ich wieder diese kratzige Schärfe und ich verband damit das Bild von scharfen Eisschollenkanten. Doch die Frische mit einem Hauch von Zitrone übernahm wieder die Oberhand und dieser Eindruck blieb dann auch bis zum Schluss.

So sieht diese Farbkarte aus. Auf der rechten Seite gehören die unteren vier Kästchen dem rechten Nasenloch, daneben dem linken, die oberen vier Felder zeigen das Ergebnis des kompletten Empfindens, wobei oben rechts das Endergebnis zu sehen ist.

Am nächsten Morgen öffnete ich erneut das Glas…Hallo Nase, bist du schon wach? Ich erlebte einen feinen Duft, bei dem ich nur mit viel Konzentration die Ingredienzien wiederfand, die ich einen Tag zuvor erschnüffelt hatte. Jetzt war das zweite Farbfeld von oben rechts das passende.

Ein neues Glas:

Die erste Wahrnehmung bei Glas Nr. 5: Meine Lungen werden zugedeckt, was ich als sehr unangenehm empfand. Aber mir kam sofort ein bräsiges dunkles Lila in den Sinn. Beim mehrmaligen Riechen ploppten dann Bilder von Himbeeren auf, in die sich aber immer mehr Blaubeeren vermischten. Konkret zuordnen konnte ich den Duft nicht.
Mein morgendlicher Eindruck am nächsten Tag war auch ein anderer. Jetzt tauchte plötzlich etwas schmierig Braunes auf und das dritte rechte Farbfeld von oben entsprach meinen Empfindungen.

Glas Nr. 7 öffnete ich am Sonntag. Der selbe Sitzplatz, aber keine Sonne und kein Wind. Der Duft war bei weitem nicht so intensiv wie am Vortag. Ich vermute, dass es mit der Wärme der Sonne zusammenhängt.
„Das ist ein Konfettiduft“, war mein erster Gedanke. Sofort sah ich mehrere Farben in Punkten, völlig ungeordnet, die Farbe Orange war etwas dominierend. So trug ich auf dieser Karte die Farben auch ungeordnet ein:

Glas Nr. 1 (Die Sonne schien wieder, ein leichter Wind wehte): Für mich ein fast eindeutiger grüner Duft, die Feldaufteilung richtet sich hier wieder nach den verschiedenen Eindrücken meiner beiden Nasenlöcher.

Ich habe bisher noch nicht auf den Zettel geguckt, was für Düfte es sind, mit denen ich mich beschäftigt habe. Vielleicht möchten Sie ja mitraten?
Über den zweiten Teil des Experiments schreibe ich am Freitag. Es besteht darin, aus den jeweiligen Farbtabellen ein abstraktes Bild zu malen, das den Duft beschreibt. Ja und dann gucke ich auf die Liste und bin schon sehr gespannt, ob die Bilder den Duft wiedergeben.