Mittwoch ist AfD Tag

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Seit Februar dieses Jahres gibt es einen Podcast mit dem Titel „Politico Inside AfD“. Auf der Webseite wird er so beschrieben:

Inside AfD befasst sich mit politischen Inhalten, Programmen und parlamentarischen Initiativen der AfD. Pauline von Pezold und Frederik Schindler analysieren, wofür die Partei politisch steht und in welchem politischen und gesellschaftlichen Kontext ihre Positionen zu verorten sind. Der Podcast ist bewusst kein Meinungsformat, sondern folgt einem analytischen Ansatz.

Ich habe mir von den bisher 38 Beiträgen ungefähr die Hälfte angehört. Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge, jede dauert ca. 30 Minuten. Es lohnt sich, einmal pro Woche diese halbe Stunde Zeit zu investieren.
Es gibt Sendungen über Spezialthemen (z.B. Familienbild der AfD oder Verhältnis AfD und Kirche) oder Politikerporträts, hauptsächlich werden jedoch aktuelle Entwicklungen in der AfD besprochen. Diese findet man häufig in anderen Medien entweder gar nicht oder nur in einem Artikel kurz abgehandelt. Ist ein Thema im Podcast besprochen, gilt es für die beiden Moderatoren nicht als abgehakt, sondern die beiden bleiben am Ball und verfolgen das Thema in den Folgewochen weiter.
Was mich für diesen Podcast einnimmt ist die Tatsache, dass er vom Axel Springer Verlag initiiert wurde und der Moderator Frederik Schindler Journalist bei der „Welt“ ist. Das bedeutet für mich, dass diesen Sendungen sicherlich keine Linkslastigkeit vorgeworfen werden kann. AfD Politiker lassen sich von den beiden Moderatoren interviewen. Diese Interviews werden später für die Analysen herangezogen.

Manchmal ist der Podcast durchaus spannend, beispielsweise, wenn über die aktuellen Machtkämpfe innerhalb der AfD Partei in NRW berichtet wird. Intrigen sind an der Tagesordnung, ein Duell gab es auch schon- nicht mit Worten, mit Waffen!
“Was stört mich mein Geschwätz von gestern?“ Das könnte eine Überschrift sein für das Gedächtnis diverser AfD-Politiker. Erst distanziert man sich von AfD Anhängern, die selbst der Parteispitze zu extrem sind, dann trifft man sich mehrmals mit einem dieser Vertreter, dreht mit ihnen Videos und weiß von nichts. (Gemeint ist der AfD Politiker Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt, der im Dezember als Ministerpräsident gewählt werden möchte und der mit dem Rechtsextremisten Simon Kaupert zusammenarbeitet). Auch bei öffentlichen Diskussionen mit AfD Politikern lassen sich Widersprüche aufdecken, sei es, dass Aussagen nicht zum Parteiprogramm passen oder Politiker in den Landtagen der Bundesländer oder im Europaparlament andere Aussagen treffen als von der AfD-Parteispitze vorgegeben wurde.

Nächstes Jahr sind im April Wahlen, u.a. auch in NRW. Wie oft werde ich mich zuvor in Gesprächen mit der AfD auseinander setzen müssen? Ich weiß es nicht, aber ich möchte nicht unvorbereitet sein.

Man kann den Podcast auf den üblichen Plattform wie Spotify oder Deezer hören oder man besucht die POLITICO Seite: https://www.politico.eu/podcast/inside-afd/

Hier die Titelliste der Sendungen:

  1. Start im Februar mit einem Inside AfD Trailer ( 2 Min.)
  2. Vetternwirtschaft und Vertrauensverlust im Super-Wahljahr (26 Min.)
  3. Wie Filz und Vetternwirtschaft die AfD im Bund erschüttern (27 Min.)
  4. Warum der Iran-Krieg die AfD spaltet (27 Min.)
  5. Kater-Stimmung, Israel-Lügen und ein entschiedener Machtkampf (30 Min.)
  6. Fällt die Brandmauer im Europaparlament? (26 Min.)
  7. Die AfD und Collien Fernandes (28 Min.)
  8. „Ami go home“ oder Bündnis mit Trump? (25 Min.)
  9. Das radikale Drehbuch der Macht (19 Min.)
  10. Der Orbán-Schock (24 Min.)
  11. Der Putin-Vertraute und die AfD (28 Min.)
  12. Der Plan für die Regierungsübernahme (29 Min.)
  13. Die Höcke-Show (23 Min.)
  14. Putins Einladung an die AfD (28 Min.)
  15. Kampfansage an die Kirchen (35 Min.)
  16. AfD-Mitarbeiter haben Hausverbot im Bundestag (30 Min.)
  17. Wie die AfD Menschen mit Behinderung abwertet (35 Min.)
  18. Internationalem AfD-Bündnis droht ein Verbot (25 Min.)
  19. Der Plan, die CDU zu spalten (30 Min.)
  20. Der Hitlergruß des AfD-Landeschefs (23 Min.)
  21. Warum Weidel und Chrupalla den Parteitag fürchten (28 Min.)
  22. Ein machtpolitischer Wendepunkt (28 Min.)
  23. Die völlige Eskalation im größten Landesverband (32 Min.)
  24. Offener Widerstand gegen Weidel (29 Min.)
  25. Der „große Irrtum“ von Ex-AfD-Chef Jörg Meuthen (56 Min.)
  26. Das Phantom Tom Rohrböck (43 Min.)
  27. Die neue Weltordnung der AfD (30 Min.)
  28. Reformer oder Radikaler? Ein Interview mit MV-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (32 Min.)
  29. Was die AfD mit „Remigration“ meint (32 Min.)
  30. Ulrich Siegmunds Erfolgsrezept (28 Min.)
  31. Wie die AfD nun regieren will ( 23 Min.)
  32. Das Streamer-Problem der AfD (30 Min.)
  33. Vater, Mutter, Kinder – Alice Weidel und das Familienbild der AfD (29 Min.)
  34. Das Anti-Euro-Dilemma (26 Min.)
  35. Die Brandmauer vor dem Aus (34 Min.)
  36. Siegmunds Machtplan in Gefahr ( 32 Min.)
  37. Die AfD-Leaks (31 Min.)
  38. Weidels Wandel (28 Min.)

Eine Linie geht auf Reisen

Dieses Buch verschönerte mir in den letzten Wochen meine Mittagspausen. Es schenkte mir eine halbe Stunde Gedankenauszeit, in dem ich den 100 Anregungen im Buch folgte und die Möglichkeiten des Zeichnens ausprobierte. Das waren halbe Stunden, in denen es kein Richtig oder Falsch gab, ohne Wertung konnte ich kritzeln, krackeln und zeichnen. Mal riesengroß, mal minutiös klein und langsam wurde ich immer lockerer und „wagemutiger“.


Bei einigen Übungen bekommt man eine Ahnung, wie große Künstler bei ihren Bildern vorgegangen sein könnten, als da wären Paul Klee, Pablo Picasso oder Keith Haring. Ich nahm zum Zeichnen meistens nur einen einfachen Bleistift, mit einer Auswahl an Buntstiften eröffnen sich noch viele Varianten, Farben zu kombinieren oder Flächen auszumalen.
Das Buch wird für Kinder ab 8 Jahren empfohlen und für Erwachsene, die Kreativgrenzen im Kopf verkleinern möchten. Hier noch zwei Beispiele für andere Aufgaben:

Männerkungelei

In Wien rast ein schwarzer SUV in die Fensterfront eines jüdischen Restaurants, kurz danach kommt es zu einer großen Explosion. Fünf Tote und mehrere Verletzte sind zu beklagen. Schnell werden in der Öffentlichkeit Vermutungen angestellt, ob es ein Unfall oder ein Terrorakt war. Der tote Fahrer des Wagens, Albert Schotterer, war ein angesehener Geschäftsmann und der Sohn eines Wiener Baulöwens. Er fuhr einen Leihwagen, hat er vielleicht die Bremse mit dem Gaspedal verwechselt? Doch in den sozialen Medien glaubt man an ein Attentat. Der tote Inhaber des Restaurants war in der jüdischen Gemeinde aktiv und trat für den Frieden zwischen Israel und Palästina ein
Chefinspektorin Alma Oberkofler, die sich zufällig in der Nähe des Restaurants aufhielt und Augenzeugin war, ermittelt mit ihrem Team noch in andere Richtungen. Eine ukrainische Familie wohnte über dem Restaurant, sollte sie zu Schaden kommen? Wer war der Mann, den Alma vor dem Restaurant sitzen gesehen hat und der ebenfalls verstarb? Und dann ist das noch der tote Journalist, der sich im Restaurant befand. Er recherchierte über die Machenschaften der rechten Partei „Neue Heimat“. War er das Ziel des Anschlags?
Ein befreundeter Kollege von der Staatssicherheit gibt Alma Hinweise, dass es Verbindungen von Schotterer zur Neuen Heimat gab. Die Inspektorin geht dieser Spur nach und findet neue Anhaltspunkte. Doch ehe sie ihre Untersuchungen abschließen kann, kommt es zur „Buberlpartie“. Wahlen stehen kurz bevor und Polizeipräsident, Innenminister und der Kanzlerkandidat der „Neuen Heimat“ legen ihr nahe, die Recherchen einzustellen, da es sich eindeutig um einen Unfall handelt.
Alma lässt sich von dieser Männerkungelei nicht einschüchtern und sucht weiter nach der Wahrheit.

Dies ist der zweite Krimi mit Alma Oberkofler als Ermittlerin. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, was aber meinen Spaß an diesem Krimi nicht beeinträchtigte. Besonders gefielen mir die Grautöne dieser Geschichte, die Alma Oberkofler aufdeckt und die sie zu einer möglichen Erklärung führen.

Vom bunten Schatten und einem schwarzen Regenbogen

Auf 152 Seiten nimmt uns die Illustratorin Tessa Sima mit in ihr Reich der Geistesblitze. Pro Seite sieht man ein kleines Bild, darunter steht ein Satz, der Ausgangspunkt für eine Geschichte steht, die man als Betrachter weiter denken kann. Simas Ideen sind angehaucht von österreichischem Humor, kommen mal lustig, mal skurril daher, politisch darf es auch sein, gerne auch subversiv. Auf dem Deckblatt begegnen wir einem Dromedar, das sich in seiner Freizeit gerne mal als Kirschtörtchen verkleidet, wir lesen vom Klopapier, das gerne mal ein Wertpapier wäre oder lernen einen pubertierenden Regenbogen kennen, der sich lieber schwarz anzieht, weil das cooler ist. Im Gegensatz zum Regenbogen sorgt der Schornsteinfeger immer dafür, dass sein Schatten schön bunt ist.
Das Bild eines Diamantringes ist unterschrieben mit:“ Der Ring hatte lange kein Tageslicht gesehen.“ Ist das nicht genial?

Die Buntstiftzeichnungen sehen auf den ersten Blick manchmal etwas kindlich aus, aber das täuscht. Der Text hat eine handschriftliche Anmutung, wobei diverse Durchstreichungen auffallen.

Dazu zitiere ich einen Text: „Als Friedensangebot an ihre Legasthenie schreibt Tessa Sima 2018 eine kurze Geschichte auf ein kleines Stück Papier und versieht sie mit einer Illustration. Die erste Ein Blattgeschichte. Mit ihr verschwindet Tessa Simas Angst vor dem weißen Blatt und vor Rechtschreibfehlern. Die Folge ist eine sprudelnde Freude an Stift und Papier und für unendlich viele Ein Blattgeschichten später gelten immer noch drei Regeln:

1. Nicht radieren! Aus jedem Fehler entsteht etwas.
2. Jede Geschichte muss fertiggestellt werden, komme was wolle!
3. Zeige sie der Welt!

Ich finde dieses Buch wunderbar, wenn man schnell mal einen Stimmungsaufheller braucht oder einen kleinen Stupser, seine eigene Fantasie anzukurbeln.
Hier drei Ergebnisse, nach der Lektüre einiger Seiten „Einblattgeschichten“:

Einmal traf Herr Apfel Frau Mus,
erst nickten sie sich zu einen kurzen Gruß.
Dann gab es einen langen Kuss,
es folgte ein inniger Liebesblues
und jetzt steht hier eine Schale Apfelmus.

Eine Laterne war heller als die Sterne.
“Doofe Laterne!“ dachten die Sterne in der Ferne.

Eine Tasse wollte mal eine Badewanne sein,
aber zu groß war das zu badende Schwein.
Doch mit einem „chen“ an seinem Ende,
passte es schließlich ganz hinein.

„Unsichtbar“

Es passiert nicht so oft, dass eine Ausstellung im Duisburger Museum Küppersmühle verlängert wird. Doch wer die aktuelle Ausstellung bisher verpasst hat, bekommt jetzt noch bis Januar eine Chance:

Jaume Plensa ist ein spanischer Bildhauer, dessen große Kopfskulpturen sein „Markenzeichen“ wurden. Gleich beim Eingang in das Museum empfängt „Flora“ die Besucher:

Ich werde Ihnen jetzt nicht detailreich die Ausstellung beschreiben, das wurde bereits vielfach gemacht, sondern zeige Ihnen nur eine kleine Auswahl der Werke und führe Zitate von Plensa auf. Vielleicht mache ich Sie damit etwas neugierig. Am Ende finden Sie eine Besprechung der Ausstellung, die mir gut gefiel.

Der Titel „Unsichtbar“ bezieht sich auf das Nichterkennen der Gedanken. Die geschlossenen Augen der Figuren lassen deshalb viele Deutungsversuche zu, deren Zahl noch erhöht wird, wenn man sich die Figuren aus verschiedenen Perspektiven ansieht. Man muss sich Zeit nehmen oder mehrmals die Ausstellung besuchen. (Ich traf eine Kundin, die bereits zum fünften Mal dort war). Auch spielen die verschiedenen Materialien (z.B. Bronze, Marmor oder Holz) eine Rolle, wie die Skulpturen wirken.


Ganz besondere An- und Einsichten gewinnt man, wenn man in die Figuren hinein geht und seinen Blick schweifen lässt. Andere Besucher werden dann ein Teil des Kunstwerks.

Zum Abschluss die oben angekündigte Ausstellungsbeschreibung:

Rückkehr der Hoffnung

In der Buchhandlung, in der ich arbeite, kehrt nach dem Umzug langsam der Alltag zurück und so laden wir jetzt auch wieder zu Veranstaltungen ein.

Das Buch hat 96 Seiten und in ihm findet man vier Reden, die der Autor im Rahmen einer Reith Vortragsreihe in England gehalten hat.
Zuerst zieht er Bilanz über die Veränderungen unserer Welt in den letzten zehn Jahren. Er findet Parallelen zwischen den USA und dem Untergang des Römischen Reiches, Europa vergleicht er mit der einst so reichen und mächtigen Stadt Venedig, die immer bedeutungsloser wurde.
Die Lage ist ernst, doch verweist Rutger Bregman auf frühere Zeiten, die ebenfalls trostlos waren und in denen eine kleine Gruppe von Menschen es geschafft hat, einen Wandel einzuleiten. Beispielsweise wurde durch das Agieren von zwölf Männern die Sklaverei abgeschafft, eine paar Frauen begannen, sich für mehr Rechte für Frauen einzusetzen und kämpften beispielsweise für das Frauenwahlrecht.
Es gab immer wieder eine Handvoll vorkämpfende Menschen, von deren Engagement wir heute alle zehren. Wir sollten ihnen dankbar sein und diesen Staffelstab übernehmen, um ihn an folgende Generationen weitergeben zu können. Alleine oder in einer Gruppe sollte jeder von uns aktiv dafür eintreten, dass das Dasein jedes Menschen weiter verbessert wird und wir sollten verhindern, dass einige wenige Personen die Bevölkerung zu willenlosen Marionetten macht.

Auch bei mir macht sich immer wieder Mutlosigkeit breit und ich bin oft fassungslos über die täglichen Nachrichten. Doch die Ideen der Dankbarkeit und der Weitergabe des Staffelstabs gefallen mir. Wenn ich ein Mosaiksteinchen dieses Staffelstabs sein kann, dann gibt mir das Mut und Sinnhaftigkeit.
Einen weiteren Gedanken in diesem Buch fand ich ebenso hilfreich: Wir alle wollen heute schnell ein Ergebnis sehen und wenden uns in unserem Engagement oft ab, wenn ein Prozess länger dauert.
Wir sollten bedenken, dass die Veränderungen, die wir heute für ein besseres Leben anstreben, grundlegend sind und ihre Umsetzungen Zeit brauchen.
Sehen Sie sich deshalb im Staffellauf an erster, zweiter oder dritter Stelle, die den Zieleinlauf nicht mit bekommt. Trotzdem haben Sie mit gewonnen.

Mehr zu dem Autor Rutger Bregmann:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rutger_Bregman

Die Unendlichkeit der Liebe-ein Märchen

Alfred, genannt Alfie, wird auf den Bahamas verhaftet. Das Casino wirft ihm vor, zwei Millionen Dollar durch einen Trick beim Roulette gewonnen zu haben. Zu unwahrscheinlich ist es, dass jemand dreimal hintereinander sein Geld auf eine Zahl setzt und gewinnt. Alfie beteuert seine Unschuld und gibt dem Polizisten Vincent ein Notizbuch mit der Bitte, es zu lesen. Nach der Lektüre würde er verstehen, wie es zu dem Gewinn kam.
Zuerst ist Vincent sehr skeptisch, aber er hat ein gutes Herz und gibt Alfie eine Chance. Er liest und wird immer mehr in Alfies unglaubliche Lebensgeschichte hineingezogen.

Alfie wächst in Afrika auf, seine Eltern sind Missionare. Der Höhepunkt der Woche ist für Alfie der Besuch der sanften Elefantenkuh Lulla, mit der er spielen darf. Dort trifft er eines Tages auf das gleichaltrige Mädchen Gianna und beide werden Spielkameraden.
Alfie Leben ändert sich schlagartig, als er mit acht Jahren entdeckt, dass er in die Vergangenheit reisen kann, wenn er die Worte „noch einmal“ ausspricht. Zuerst ist er sehr irritiert, doch nach und nach erkennt er die Nützlichkeit dieser Gabe, besonders in der Schule oder auch zuhause, wenn er etwas falsch gemacht hat. Auch kann er dadurch anderen Menschen helfen, sie vor Gefahren oder Fehlern bewahren. Allerdings hat er bei jeder Reise nur einen Änderungsversuch und muss das zweite Ergebnis dann akzeptieren. Dass er diese Gabe besitzt, verrät Alfie nicht.
Nach dem Tod der Mutter kehren Vater und Sohn in die USA zurück. Dort verbringen die beiden freudlose Jahre bis Alfie Gianna zufällig wiedersieht und sofort weiß, dass sie seine große Liebe ist. Das beruht allerdings nicht auf Gegenseitigkeit und Alfie pendelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um Giannas Herz zu gewinnen.
Seine Bemühungen scheinen nicht umsonst zu seien und doch…Es ist alles anders als man denkt. Mehr verrate ich nicht.

Mir ging es beim Lesen wie dem Polizisten Vincent. Ich habe das Notizbuch „durchflogen“ und wollte schnellstmöglich wissen, wie Alfies Leben weitergeht. Mitch Albom hat es erneut geschafft, ein magisches Buch zu schreiben, das einem viel Wohlgefühl schenkt.

Weinen vor Plastikblumen an dünnen Orten

Noch bis Sonntag dreht sich in Frankfurt auf dem Messegelände wieder alles um das Thema Buch. Aus diesem Anlass stelle ich Ihnen heute meine diesjährigen Lieblingstitel vor. Das bezieht sich nicht auf die Inhalte der Bücher, die doch etwas außergewöhnlichen Buchtitel haben es mir angetan.

Die heimlichen Helden für unsere Zukunft

Mit seinem Buch über Bäume ist Peter Wohlleben deutschlandweit bekannt geworden und hat sicherlich mit dazu beigetragen, unsere Einstellung zu Bäumen zu verändern.
Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben. Es ist eine Mischung aus Krimi, Science Fiction, philosophischer Betrachtung, Gesundheitsratgeber, Umweltbuch und ein Aufruf, uns Menschen und unsere Welt neu zu sehen.
Wohllebens Schreibstil ist witzig, seine Hauptpersonen nennt er liebevoll „kleine Racker“, „neugierige Knilche“ oder „Winzlinge“. Er erklärt Wissenschaft in einer Art, dass jeder Laie sie versteht und bringt viele Beispiele, die seine Aussagen verdeutlichen sollen. Dabei berichtet er auch aus seinem privaten Umfeld.

Von diesem Buch ist die Rede:


Höre ich da ein „Iiiigitt-Bakterien- das lese ich nicht!“ Das wäre wirklich ein Fehler, denn wie oben schon erwähnt, erklärt Peter Wohlleben u.a. auch, wie wichtig Bakterien für unsere menschliche Existenz und damit auch für unsere Gesundheit sind.
Jeder von uns besitzt eine Bakterienmannschaft, die dafür sorgt, dass es uns gut geht. Eine Mannschaft ist immer im Einsatz und versucht, einen optimalen Zustand für seinen Menschen aufrecht zu erhalten. Allerdings gibt es zig Faktoren , die diese Arbeit erschweren. Drei von vielen Stichworten, die in diesem Buch behandelt werden: Unvernünftige Einnahme von Antibiotika bei jedem Hüsterchen, Hundehaufen auf der Straße, Mikroplastik in Lebensmitteln. Wohlleben gibt viele Anregungen, wie jeder von uns täglich seine Mannschaft unterstützen kann.
Es liegt aber auch an politischen Entscheidungen, dass Bakterien bei uns und in der Umwelt ihren Job erledigen können. Und hier kommt der Autor u.a. auch wieder auf den Wald zurück. Durch die Hitzesommer der letzten Jahre sind Fichten-und Kiefernbestände vertrocknet und nun sollen Anpflanzungen beispielsweise von Zedern oder Douglasien den deutschen Wald widerstandsfähiger machen. Das Problem: Diese Baumarten stammen alle aus kalten Hochregionen anderer Erdteile und die heimischen Bakterien können diese Bäume nicht benutzen, um Wolken zu produzieren. (Ja, Sie lesen richtig: Bakterien sind mit für das Entstehen von Regenwolken verantwortlich). Auch Roteichen sollen gepflanzt werden, eine Baumart, die u.U. die heimische Bakterienwelt sogar vernichtet. Warum fördert man nicht heimische Bäume, die resistenter bei Trockenheit sind? Fragen Sie bei der Landesforstbehörde nach.

Ich habe am Anfang das Buch mit einem Krimi, einem Science Fiction Roman oder einer philosophischer Betrachtung verglichen. Der Text ist so spannend, wenn es beispielsweise darum geht, mit welchen Tricks unsere lieben Partnerbakterien die bösen Eindringlinge (davon gibt es dummerweise auch eine Menge) bekämpfen. Science Fiction? Wann tauchte das erste Bakterium auf der Welt auf? Ist es Resultat einer chemischen Reaktion oder kam es vom Mars oder dem Jupitermond „Europa“ (Kein Scherz!)? Was hat Mundgeruch mit Raumfahrt zu tun?
Philosophisch wird das Buch, wenn man hinterfragt, ob der Mensch wirklich „die Krone der Schöpfung“ ist. In den letzten Jahren gewinnen Wissenschaftler immer mehr Erkenntnisse über Bakterien und ihre ungeheuren Fähigkeiten, sich anzupassen, zu lernen und Neues zu erschaffen. Das wirkt sich auch auf unser Wissen über Tiere und Pflanzen aus. Auch bei ihnen hat jedes Individuum eine eigene Bakterienmannschaft, die dafür sorgt, dass das Tier oder die Pflanze lernt, sich weiter entwickelt und damit Fähigkeiten besitzt, die bisher nur Menschen zugesprochen wurden. Mehr Respekt gegenüber Fauna und Flora wäre deshalb angebracht, denn wir Menschen, Pflanzen,Tiere und Tiere sitzen alle in einem Boot Erde.
Ein letztes Argument, das Buch zu lesen: Es macht Hoffnung für die Zukunft. Bakterien können die Helden für unsere derzeitigen Umweltprobleme sein. Man muss sie nur lassen (wie beispielsweise im Wald) und sollte sie nicht bekämpfen (wie beispielsweise durch Überdüngung der Landwirtschaft). Mehr Geld sollte investiert werden, um Bakterien weiter zu erforschen und sie gezielt einzusetzen, um Umweltsünden abzubauen.