Es sind Ferien, doch Jip kann sie nicht richtig genießen. Im Zeichenunterricht haben sie die Aufgabe gestellt bekommen, ein Selbstporträt von sich anzufertigen. Eigentlich liebt Jip das Zeichnen, doch wie soll man sich darstellen, wenn im Kopf Gedanken, Gefühle und Beobachtungen ohne Pause herumschwirren und man völlig verunsichert ist? Am liebsten verbringt Jip seine Zeit alleine auf einem abgezäunten Baugelände, wo die Natur Jip noch ein Versteck bietet, um in Ruhe Insekten zu beobachten und die Gedanken zu sortieren. Noch immer tut es weh, dass der jahrelange Schulfreund plötzlich die Freundschaft gekündigt und Jip damit verraten hat. Eine Aussprache gab es nie, da der Freund kurze Zeit später weggezogen ist. Dann ist da aber auch noch der neue Junge in der Klasse, an den Jip immer denken muss und der Jips Gefühlswelt ordentlich durcheinander bringt. Als die Ferien vorbei sind, kann Jip zwar verschiedene Zeichnungen vorweisen, ein Selbstporträt ist nicht dabei. Die Lehrerin versucht zu helfen, doch erst als Jip und der neue Schüler sich außerhalb der Schule treffen, wird Jip langsam klar, was sie ist, bzw. was sie nicht ist und am Ende des Buches sehen wir Jips Selbstporträt.
Ein großartiges Jugendbuch (ab 12 J.)! Der Autor schafft es, Jips unsichere Gefühle, ob sie sich als Mädchen oder Junge fühlt, auf Leser/Leserin zu übertragen. Jips Beobachtungen sind wahre Schätze und das bezieht sich nicht nur auf das genaue Hinsehen bei Insekten, sondern auch auf das Miteinander ihrer Mitmenschen. Wie schön, dass das Buch schon einen Preis gewonnen hat!
Die zweite Hälfte unserer Ferien übernachteten wir in Concarneau. Eigentlich wollte ich dort nicht hin, denn ich befürchtete besonders viele deutsche „Krimipilger“, die sich die Stadt wegen der Krimiserie mit Kommissar Dupin von Jean-Luc Bannalec ansehen wollten. Fun Fact zwischendurch: Dupin war nicht der erste Polizist, der in Concarneau für Recht und Ordnung sorgt. Bereits in den 60er Jahren ließ Georges Simenon in seinen Krimi „Der gelbe Hund“ seinen Kommissar Maigret in dieser Stadt ermitteln. Interessant zu lesen, war damals Concarneau doch eine sehr kleinbürgerliche Stadt ohne viel Abwechslung, die durch mehrere Morde erschüttert wird.
Es stellte sich heraus, dass Concarneau als Übernachtungsort eine gute Wahl war, denn abends, nachdem viele Tagestouristen abgereist waren, wurde es beschaulich. Die Lage des Ortes ist toll, man kann wunderbar am Meer spazieren gehen, die Auswahl der Restaurants lässt nichts zu wünschen übrig. Was mir besonders gut gefiel war die Tatsache, dass sich die touristischen Neppangebote und Souvenirläden hauptsächlich auf die Ile de Clos beschränkten, so dass die eigentliche Innenstadt den Einwohnern von Corcarneau gehört und sie dort ihre zum Alltagsleben benötigten Geschäfte finden.
Oben der Blick auf die Innenstadt von der Ile de Clos aus, darunter ein paar Schnappschüsse aus der Innenstadt.
Auf der Ile de Clos, einer Insel mit einer Festungsanlage.
Wir machten von Concarneau aus Tagesfahrten und diese führten uns u.a. nach Pont-Aven und Vannes.
Pont-Aven wirbt für sich als Künstlerstadt, da hier Gaugin und andere Kreative bereits im 19. Jahrhundert die malerischen Ecken als Motive für ihre Werke entdeckten. Es gibt heute zahlreiche Galerien in dem Städtchen.
Vannes beeindruckt durch seine Prachtbauten und alten Fachwerkhäuser.
Eine Stadt, die zum Bummeln einlädt oder auch zum Ausprobieren von Spezialitäten in der alten Markthalle. Wir ließen uns ohne Karte treiben und waren dann höchst erfreut, als wir plötzlich am Hafen standen. Hier ließen sich die 34 Grad (Mitte Mai!) besser aushalten.
Mehr um das Thema Landschaft ging es bei unserer Fahrt durch das „Pays Bigouden“. Hier war es auch deutlich frischer. Ein Ziel war der „Phare d‘Eckmühl“, auf den man bis nach oben steigen kann. Auch lässt sich gut am Meer spazieren gehen.
Ausführlicher gehe ich im nächsten Beitrag auf die Städte Quimper und Douarnenez ein, die für uns neben dem Gebiet des „Phare d‘Eckmühl“ die beiden schönsten Ausflügsziele waren.
Die Autorin bekommt eines Tages eine Mappe überreicht, in der das Leben der jungen Christina von ihrem Vater dokumentiert wurde und Helene Bukowski nimmt dies zum Anlass, über das Leben von Christina zu schreiben, einer Pianistin, die mit 24 Jahren aus einem Fenster stürzte. Wie konnte es dazu kommen? 1961 wird Christina in der DDR geboren. Ihr Vater ist Opernsänger und widmet sich schon früh der musikalischen Ausbildung seiner Tochter. Sie zeigt Talent beim Klavierspielen und bekommt ab vier Jahren Klavierunterricht. Als der Vater wegen kritischer Äußerungen nicht mehr auftreten darf und sich mit einer ihm zugewiesenen Arbeit zufrieden geben muss, widmet er sich in seiner Freizeit intensiv Christinas „Karriere“. Er ist sehr streng, will für seine Tochter natürlich das Beste. Christina kennt nur das Üben, selbst in den Ferien organisiert der Vater Hauskonzerte oder ein Klavier am Urlaubsort. Christina gehorcht, doch mit der Pubertät erwacht eine andere Christina, die ausbrechen will, letztendlich aber von der „lieben“ Christina besiegt wird. Ihre Mutter sieht die Überforderung, verhält sich aber zumeist passiv und versucht nur, ihrem Kind durch selbstgenähte hübsche Kleider und leckeres Essen ein bisschen Lebensfreude zu schenken. Im Laufe der nächsten Jahre kommt Christina zuerst an ein Musikkonservatorium in Ost-Berlin, wo sie weiter gedrillt wird. Dann erhält sie wegen mehrerer gewonnenen Wettbewerbe ein Stipendium für die Moskauer Universität. Dort erkennt eine Professorin Christinas besonderes Talent, mit ihrem gefühlvollen Spielen eines Stückes eine neue Welt zu erschaffen und fördert sie. Der Abstand zu den Eltern tut Christina gut und die Moskauer Jahre sind die beste Zeit ihres Lebens. Doch nach Ablauf des Stipendiums muss sie in die DDR zurück und dort wird individuelles Spielen nicht sehr geschätzt, es zählt nur der Erfolg bei internationalen Wettbewerben. Christina versucht, den Ansprüchen gerecht zu werden, doch die andere Christina lehnt sich innerlich immer häufiger auf. Gesundheitlich geht es ihr immer schlechter. Anfangs ignoriert sie ihre permanente Schlaflosigkeit und sie funktioniert nur noch. Doch dann ist es eines Tages zu viel…
Die Autorin hat Orte besucht, an denen Christina gelebt hat und mit Menschen gesprochen, die sie gekannt haben. Das Ergebnis ihrer Recherchen ist ein Buch, das für den Leipziger Buchpreis nominiert wurde und den Preis verdient hätte. Die Schriftstellerin schlüpft mit in die Geschichte, was dazu führt, dass sie mit Christina ab und zu spricht, ihren eigenen Lebensweg mit dem von Christina vergleicht oder ihr manchmal eine schönere Kindheit und Jugend schenkt, als Christina sie höchstwahrscheinlich gehabt hat. Der Erzählton ist dabei so liebevoll, dass das Buch beim Lesen sehr bewegt und man ganz nah Situationen miterlebt.
Auf der Fahrt vom Norden der Bretagne in den Süden legten wir einen Zwischenstopp in Brest ein. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den 50er Jahren baute man schnell viele neue Wohnblocks. Die Kargheit dieser Nachkriegsbauten prägen heute noch das Stadtbild, Brest nennt sich freundlich „Die weiße Stadt“. Der erste Eindruck ist nicht sehr einladend, besonders bei Regen, den es in Brest öfter als in jeder anderen bretonischen Stadt gibt.
Oben: Das eine Ende der Einkaufsstraße mit dem Rathaus im Hintergrund. Unten: Ein ehemaliges Industriegebiet wird nach und nach umgestaltet- siehe unten!
In der Einkaufsstraße gibt es kaum die in Deutschland überall präsenten Ketten, keine Leerstände, stattdessen schöne Bekleidungsgeschäfte, die sich mit anderen Fachgeschäften, Cafés und Restaurants abwechselten. Die Straße verläuft zwischen dem Rathaus und der Hubbrücke, beides Wahrzeichen der Stadt.
Ein ebenso imposantes Gebäude ist die nahe gelegene Kirche St. Louis
Nachdem die ursprüngliche katholische Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Zweiten Weltkrieg abgebrannt war, baute man von 1953 bis 1958 diese neue Kirche aus Beton, Granit und Stahl. Keine Ornamente mehr, die großartigen Fenster und wenige Holzfiguren sind der einzige Schmuck. Ich mag diesen Minimalismus sehr.
Möchte man sich mit der Geschichte der Stadt befassen, empfiehlt sich der Besuch des Schlosses. In ihm befindet sich auch das Maritimmuseum und man bekommt einen Eindruck, welche wichtige Rolle die Stadt seit der Römerzeit als strategischer Militärstützpunkt gespielt hat. Dies ist bis heute sichtbar, denn immer wieder trifft man auf Hinweisschilder, dass man vor einem militärischen Gelände steht, das nicht fotografiert werden darf.
Oben rechts eine Teilansicht des Schlosses, links daneben ein Ausbaggerschiff für den Fluss Penfeld. Links unten ein Ventilator für das Zwischendeck eines Schiffes, rechts daneben ein maritimer Kopfschmuck.
In der Innenstadt von Brest findet man nur wenige Grünanlagen. Etwas außerhalb liegt der Botanische Garten, dem wir auch einen kurzen Besuch abstatteten. Es werden hauptsächlich Pflanzen gezeigt, die im 18. und 19. Jahrhundert entdeckt wurden, als im Hafen von Brest auch große Seeexpeditionen starteten.
Komme ich zum Abschluss auf den Höhepunkt unserer fünfstündigen Besichtigungstour zu sprechen. Brest ist durch den Fluss Penfeld geteilt und eine Seilbahn fährt von der Innenstadt direkt zu den „Ateliers des Capucines“, die laut Brest-Homepage die „größte überdachte öffentliche Platzfläche Europas“ ist.
Unten links die „Ateliers des Capucins“, ein ehemaliges Werft- und Industriegebäude der französischen Marine. Ursprünglich stand dort seit 1695 ein Kapuzinerkloster („Capucins“ = Kapuziner), das nach der Französischen Revolution von der Marine übernommen wurde. Im 19. Jahrhundert wurden daraus große Werkhallen für den Bau und die Reparatur von Kriegsschiffen.
In den Reiseführern wird dieses Gebäude als Kulturzentrum beschrieben. Das ist richtig, aber es ist eher noch ein „Labor für den sozialen Wandel“. Man findet hier keine isolierten Ausstellungen, sondern offene Werkstätten, in denen man zusehen oder sogar mitmachen kann. Auf ca. 10.000 qm treffen sich Menschen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen, Neues auszuprobieren, zu lernen oder sich inspirieren zu lassen.
Bibliothek, Theater, Konzertsaal, Geschäfte, Restaurants – gibt es hier alles. Aber beispielsweise auch ein Repaircafé (oben links), eine Boulderanlage oder Workshop-Räume- unten links findet gerade ein Bierbrauerkurs statt. Rechts: Einfach mal was ausprobieren oder machen…
Bei einem erneuten Besuch von Brest würden wir mehr Zeit einplanen, denn wir waren noch nicht im Hafen oder in dem über die französischen Grenzen bekannten Meeresmuseum. Auch würde ich meinen Blick schulen, um die feinen Unterschiede der weißen Häuser zu entdecken und mehr wertzuschätzen.
Eine Collage mit Bildern von Gebäuden in Brest, erstellt von KI
Vorletzten Sonntag fuhren wir nachmittags nach Köln, um uns zum ersten Mal den Kölner Skulpturenpark anzusehen. Er liegt in der Nachbarschaft vom Zoo, fast direkt am Rhein (dort kann man sonntags kostenlos parken und hat direkt eine schöne Aussicht).
Jeden ersten Sonntag um 15 Uhr gibt es eine ca. einstündige Führung im Park, die wir allerdings verpassten. Eine Broschüre gab es am Eingang, bzw. Beschilderungen an den Kunstwerken mit QR-Codes oder Texten standen jedoch meistens mit Erklärungen bereit.
Der Park ist ca. 3 ha groß und zeigt seit den 90er Jahren im zweijährigen Wechsel Kunstwerke von deutschen und internationalen Künstlern. So findet noch bis Ende Juni die „KölnSkulptur Nr. 11“ statt. Danach werden ca. Zweidrittel der Kunstwerke abgebaut und 2027 durch neue ersetzt. Der Park ist sehr gepflegt, sich neben den Skulpturen den sehr schönen Baumbestand anzusehen, war ebenso eine Freude. Diese begehbare Installation gefiel mir besonders gut:
Wir verbrachten ca. 1 1/2 Stunden im Park. Vom Park aus zugänglich ist das Restaurant Fux, das aber an unserem Sonntag geschlossen war. Wir fuhren deshalb vom Park direkt zu einem zweiten Park, dem Medien Park von Köln.
Auch diese Besichtigung war für uns eine Premiere. Nach dem Kaffeetrinken im großen Kino besuchten wir die Photographische Sammlung, die noch bis zum 12.7.26 die Ausstellung „Lebensräume- Zeitgenössische Perspektiven aus NRW“ zeigt. Zu sehen sind Fotos aus den Jahren 1990 bis 2024 von vierzehn verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellung lohnt sich! (Eintritt 7,50 Euro)
Sehenswert sind auch die einzelnen Stockwerke des Gebäudes. (Könnte sein, dass der Hausmeister etwas grummelt, aber mit Freundlichkeit bekommt man das hin). Hier gibt es Fotomotive zu entdecken!
Das Treppenhaus
Blick nach außen
Blick nach innen
Spiegelung I
Spiegelung II
Wir machten zum Abschluss nur einen kurzen Spaziergang durch den Medienpark. Ich bin mir sicher, dass ich dort noch einmal mit dem Fotostativ und viel Zeit hinfahren werde, dieses Viertel ist sehr fotogen! Noch ein Tipp: Unter dem Medien Park befindet sich eine Tiefgarage mit mehreren Parkebenen. Nehmen Sie PZ.
Wer im Norden der Bretagne an der „Côte de Granit Rose“ nicht von den Felsen beeindruckt ist, dem kann man nicht mehr weiterhelfen.
Trotz der Touristenströme gingen wir den Weg „Sentier des Douaniers“ zwischen Trestraou und Ploumanac‘h entlang und in einigen Momenten hatte ich die Felsen sogar für mich alleine.
In Ploumanac’h gibt es einen Skulpturenpark, in dem man sich aus diesem Granit angefertigte Figuren ansehen kann. Sie haben alle einen Bezug zu bretonischen Mythen. Uns gefiel diese Ausstellung gut, wenngleich ich mich fragte, welche großartigen Felsen eventuell dafür gesprengt worden sind und inwieweit Menschen das Recht dazu haben, auf der Erde etwas unwiederbringlich zu zerstören, selbst, wenn es „nur“ ein Stein ist.
Solche Gedanken kamen mir, da ich zuvor dieses Buch gelesen habe:
Möchte man ähnlich beeindruckende Steinformationen ohne zu viele Touristen besuchen, empfehle ich eine Fahrt nach Port Blanc, nördlich von Plevénan:
Das Thema Steine bezieht sich bei mir auch auf die vielen kleinen Inseln, die vor den Küsten der Bretagne lagern. Wir machten eine kleine Bootsfahrt entlang der „Sept Îles“ im Norden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schwierig es für Schiffe ist, in diesen Gewässern zu manövrieren.
Ein anderer Grund waren die möglichen Vogelbeobachtungen auf diesen Inseln. Basstölpel fühlten sich hier sehr wohl.
Aber auch Kormorane wählen die Inseln als Brutgebiet und wir sahen tatsächlich auch einige wenige Papageientaucher! Das war ein schönes Wiedersehen, nachdem wir Stomer Island im letzten Jahr in Wales besucht hatten, eine Lieblingsinsel dieser niedlichen Vögel.
Das ist ein guter Übergang zu einem weiteren meiner Ferienbücher in der Bretagne.
Zwei Tage, bevor wir gen Frankreich aufbrachen, habe ich mir dieses Buch noch zugelegt in der Annahme, es könnte gut zu den französischen Steinkreisen passen, die wir uns ansehen wollten. Das tat es auch, sofern es die Stimmungen wiedergibt, die an solchen Orten herrschen können. Ansonsten wurde ich von dem Inhalt überrascht, da die Autorin ihren Megalithenführer mit der Geschichte der Krebserkrankung ihres Mannes verbindet- ich hatte nur die Vorderseite des Buches gelesen. Bis ca. zur Hälfte des Buches fand ich diese Kombination recht gelungen, denn es tauchen einige kluge Sätze in den Schilderungen auf. Doch dann kippte es irgendwann bei mir, da sich die Berichte wiederholten über die Wirkung der Steinkreise, Dolmen und Megalithen auf das Ehepaar. Auch die wiederkehrenden Erwähnungen, dass ihre beiden Kinder nur selten wirklich Lust hatten, ihre Eltern bei solchen Begehungen zu begleiten, nervten mich ein bisschen. Für enthusiastische GB-Urlauber, die immer wieder auf die Insel fahren, kann dieses Buch aber eine schöne Ergänzung zum Reiseführer sein. Die Beschreibungen der geschichtsträchtigen Orte sind fundiert, eine Karte gibt es jedes Mal dazu und man bekommt durchaus eine weitere Facette dieses Landes „geschenkt“. Ich wünschte, ich hätte das Buch vor zwei Jahren bei einem Urlaub auf den Orkney-und Hebrideninseln mit dabei gehabt.
Der „Cairn von Barnenez“ liegt bei Plouezoc’h im Département Finistère. Barnenez entstand etwa 4500 v. Chr. und gilt als eine der ältesten Megalithanlagen der Welt. Mehr Infos unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Cairn_von_Barnenez
Diesen Artikel habe ich aus Versehen unter 2027 abgespeichert, er hätte schon im Mai erscheinen sollen… Aber im Anschluss zu dem Bretagne Artikel von letzter Woche passt er ja vielleicht ganz gut. Die ersten acht Fotos sind aus Palermo, die anderen aktuell aus der Bretagne.
Fortsetzung des Artikels „Das melancholische Palermo“- Alte und außergewöhnliche Pflanzen boten mir im Botanischen Garten eine Spielwiese für Fotoexperimente. Hier eine kleine Auswahl:
Wenn man Mitte Mai in die Bretagne fährt, hat man, sofern man sich für die Vegetation der Bretagne interessiert, zwei Nachteile: Die Hortensien blühen noch nicht und manche Schlösser und deren Gärten öffnen erst im Juni. Die Vorteile dieser Jahreszeit überwiegen aber eindeutig. Alle Farben sind noch frisch und die Farbpalette der Blüten könnte kaum größer sein. Da blüht der rosa Rhododendron neben oranger Kapuzinerkresse, spanische Gänseblümchen neben blauen Glockenblumen, garniert mit Mohn oder Rosen. Großzügigen Schatten bieten u.a. die Palmen, auf die man überall trifft. .
Lieben Sie Gärten, dann empfehle ich Ihnen, nach dieser Karte Ausschau zu halten. Sie ist kostenlos und lag in Touristeninformationen oder an anderen touristischen Hotspots aus.
Und wenn Sie nach der Karte suchen, nehmen Sie sich noch dieses Büchlein mit. Dank ihm bekamen wir zwei schöne Museumstipps.
Ich gerate ins Schwärmen, wenn ich an den “Jardin Exotique et Botanique de Roscoff“ denke, der 1986 gegründet wurde. Eine Gruppe von Pflanzenenthusiasten erwarb damals ein felsiges Grundstück, das zuvor teilweise als Mülldeponie genutzt worden war. Der Garten hat heute eine Größe von ca. 1,6 Hektar und zeigt rund 3500 Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt. Dem Golfstrom sei Dank, sorgt er doch für einen milden Winter mit einem ozeanischen Klima.
Oben links: Australische Eukalyptusbäume sind Nachbarn von Riesenfarnen (unten links)
In dem Garten gibt es verschiedene Rundwege. Wenn Sie alles sehen und genießen möchten, müssen Sie ca. 2-3 Stunden einrechnen, denn man kann auch einen Berg erklimmen, mehrere Brücken über Seen überqueren, verschiedene Blicke auf das Meer genießen oder sich von installierter Kunst überraschen lassen.
In einem anderen Blütenmeer können Sie baden, wenn Sie an die Steilküsten im äußersten Südwesten fahren. Hier blühte der duftender Stechginster, ich wollte gar nicht mehr weg und hätte stundenlang an der Küste weiterlaufen können.
Jetzt denken Sie vielleicht: „Ach, Linda /Frau Broszeit hatte wohl immer schönes Wetter, aber wie sieht es bei Nebel oder Regen aus?“ So:
oder so:
Bei uns war nicht immer eitel Sonnenschein, aber so ein trübes Wetter gehört bei der Bretagne mit dazu. An diesen Tagen fotografierte ich gerne die alten Bäume und abends passte dieses Buch als Lektüre besonders gut:
Noch einmal zurück zu der Vegetation in der Stadt. In Frankreich wird aktiv viel dafür getan, mehr Grün in die Städte zu bringen, sei es, dass kahle Plätze in grüne Oasen umgewandelt werden oder Bürger aktiv dazu aufgerufen werden, sich beim Entsiegeln von Bürgersteigen zu engagieren.
Einer von mehreren neu gestalteten Plätzen- gesehen in Morlaix.
Die Übersetzung des Schildes: Machen Sie aus Ihrer Straße einen Garten Schutz der Anpflanzungen Um die neuen Pflanzungen vor Tieren und möglichen Beschädigungen zu schützen, wurden Zäune (Absperrungen) aufgestellt, damit diese neue Vegetation Zeit hat, zu wachsen und sich zu entwickeln. Die Zäune werden entfernt, sobald die Vegetation ausreichend robust ist. Respektieren wir den natürlichen Lebenszyklus der Pflanzen! (Unten stehen die Logos von „Nature pour tous!“ – „Natur für alle!“ – und der Stadt Poitiers.)
Hier könnten sich viele deutsche Städte inspirieren lassen…
Das Thema „Vegetation in der Bretagne“ hat noch viele andere Facetten, mit denen ich auch in Berührung kam, doch würden diese Schilderungen zu weit führen.
In der nächsten Woche heißt es „Feine Steine in der Bretagne“- Salut!
Bevor ich mit dem neuen Beitrag starte: Letzte Woche hatte ich leider plötzlich technische Probleme und konnte den Artikel „Bretagne 2“ nicht beenden. Sollten Sie sich also gewundert haben, dass der Beitrag strubbelig war… Er ist inzwischen vollständig und ich habe ihn noch ergänzt. Vielleicht lesen Sie ihn ein zweites Mal?
Thema Snooker:
Am Samstag besuchten mein Mann und ich diese Veranstaltung in Hamm:
Durch Zufall sahen wir im Fernsehen Anfang Mai die Snooker-WM in Sheffield. Die Kämpfe waren so spannend, dass wir die Gelegenheit wahrnahmen, Akteure live zu erleben. Und es waren besondere Spieler! Jeder von ihnen war einmal oder mehrmals Weltmeister, ganz besonders Steve Davis (der Herr unter dem E) dominierte den Snookersport in den 80er Jahren. Ca. drei Stunden tauchten wir ein in die Welt des Snookers. Ralf Kalb moderierte die Veranstaltung und er und auch die Spieler erzählten einige Anekdoten aus ihrem ereignisreichen Snookerleben. In der ersten Runde, Frame genannt, spielten die vier gegeneinander. Besonders die beiden älteren Spieler, Steve Davis und Dennis Taylor, garnierten ihre Beiträge mit viel englischem Humor. Bei allen Teilnehmern blitzte immer wieder ihr großes Können auf und das Publikum hatte hier schon mehrmals Grund, frenetisch zu klatschen.
Im zweiten Frame stellten Davis und Taylor ihr legendäres Endspiel von 1985 nach, in dem Taylor den bis dahin unangefochtenen Weltmeister Davis vom Thron stieß. Nach der Pause wurde es dann ernst, die beiden „Youngster“ Ken Doherty und Stephen Hendry spielten ernsthaft eine Partie, bei der an diesem Nachmittag Hendry beeindruckend dominierte – 108 zu 15 war das Ergebnis für den Schotten.
Ken Doherty hatte an diesem Nachmittag keine Chance
Stephen Hendry war ehrgeizig…Er hat auf YouTube übrigens einen eigenen Kanal zum Thema Snooker.
Bis zu diesem Zeitpunkt agierte die in der Snookerwelt berühmte Michaela Tabb als Schiedsrichterin. Sie war die erste Frau, die 2009 und 2012 das Endspiel einer Snooker-Weltmeisterschaft leitete, erst 2025 wurde zum dritten Mal wieder eine Frau eingesetzt. (Die auf dem Plakat zu sehende Maike Kessler war nicht dabei).
Im vierten Frame stellte ich mir schließlich die Frage, ob ich eine neue Brille brauche. Davis und Taylor zeigten sogenannte Trick Shots, bei denen die wahre Meisterschaft noch einmal besonders zur Geltung kam. Manchmal wurden dabei physikalische Gesetze in Frage gestellt.
Steve Davis versucht à là Dartsweltmeister Luke Littler mit einer Hand einen spektakulären Stoß.
Dennis Taylor bereitet seinen ersten Trick Shot vor.
Was hat Dennis Taylor hier vor? Sehen Sie sich dieses Video an:
Wir verlebten einen sehr schönen Nachmittag, was die Veranstaltung angeht und ich würde sie jederzeit ein zweites Mal besuchen. Allerdings nicht in Hamm, denn hier ging es teilweise recht unprofessionell zu und man musste sich anstrengen, nicht die gute Laune zu verlieren.
Wir übernachteten in der ersten Woche in Perros-Guerec: Bekommt 2 von 5 Sternchen. Ein Sternchen für die Lage an der Nordküste, um von hier aus Tagesausflüge zu unternehmen, ein Sternchen für den Wochenmarkt und den schönen Blick auf den Hafen.
Ansonsten kann ich diesem Ort nicht viel abgewinnen. Schon bei der Fahrt in die Stadt wird man von hässlichen Gewerbeflächen empfangen. Perros-Guirec besteht quasi aus einer Unterstadt mit Hafen, wo es fast immer Verkehrsstaus gab und eine Oberstadt mit den meisten Geschäften, Restaurants und Cafés. Man geht 10-15 Minuten bergauf, bergab, um zu einem Teil der Stadt zu kommen. Überall hatte ich den Eindruck, dass man der Stadt jeden freien Platz auspresst, um dort teure Eigentumappartments hochzuziehen. Dieser Eindruck setzte sich bei einer Fahrt westlich an der Küste weiter fort. Erst ab St.Michel-en-Grève wurde die Küste ursprünglicher, die Orte beschaulicher. In St.Michel besuchten wir einen alten Seefahrer-Friedhof, der direkt über dem Meer liegt. Bei uns war Ebbe, aber es war sehr windig und wir konnten uns gut vorstellen, wie das Meer die Friedhofsmauer umpeitscht. 5 Sternchen!
Auch die Weiterfahrt an der Baie de Lannion entlang bot uns immer wieder schöne Aussichten
und niedliche Orte wie beispielsweise Locquirec: Ein bisschen verschlafen, aber schöne Ausblicke, ein Markt direkt am Meer und eine gute Crèperie. *****
Roscoff **** Für viele Touristen nur ein Ort, um mit einer Fähre zu einem anderen Ort (Kanalinseln, Irland oder England) zu kommen. Der Fährhafen liegt etwas außerhalb der Innenstadt. Diese eignet sich bestens zum Flanieren.
Was ein absolutes Highlight ist: Der exotische Garten! Über ihn werde ich im nächsten Beitrag berichten.
Paimpol **** Hier muss ich unterscheiden zwischen Paimpol Innenstadt und der zu Paimpol gehörigen „Abbaye de Beauport“. Die Innenstadt wird von Touristen (zu) sehr geliebt, die Lage direkt am Hafen ist allerdings auch sehr attraktiv. ***
Die Ruine der Abbaye hat uns einen Nachmittag „very british“ geschenkt. *****
Von der Ruine hat man auch sehr schöne Aussichten und im Garten duftet es z.Zt. wunderbar
Morlaix ***** Die Mischung macht‘s! Das Wahrzeichen der Stadt, die Eisenbahnbrücke als Viadukt ist begehbar und man hat einen schönen Blick auf die Stadt. Zur einen Seite auf den Hafen, zu der anderen Seite auf die Altstadt.
Steigt man in die Altstadt hinab, trifft man auf Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert wie dieses beispielsweise:
Das „Maison à Pondalez“ stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es gehörte einem reichen Kaufmann und ist eins der wenigen Häuser, das noch mit einer doppelzügigen Holztreppe zu besichtigen ist.
Aber in den Gassen weht auch ein „moderner Wind“, diese Wandbilder fielen mir besonders auf.
Es gibt noch Museen, ein Kulturzentrum oder eine alte Anlage zur Tabakverarbeitung zu besichtigen. Wir verbrachten noch einige Zeit im
Das Café existiert seit 1885 und hat viel Atmosphäre. Am liebsten hätte ich den ganzen Tag dort gesessen und andere Besucher beobachtet. Eine alte Dame mit Sonnenbrille, die nur dann über die Sonnenbrille linst, wenn sie etwas in ein Heft schrieb. Eine Schriftstellerin inkognito? Oder saß da der Bruder von Mr. Bean? Die beiden Männer dahinten, waren sie zwei Kommissare, die einen Fall diskutierten? Dann die Mutter mit ihren beiden Töchtern, die eine war unverkennbar das Aschenputtel. Und dort der Mann mit dem Armani Anzug und der dicken Golduhr und den vielen Ringen – italienische oder russische Mafia?
Zurück zur Bretagne!
Nicht umfahren sollten Sie schließlich das Örtchen Tréguier ****
Gleich zwei große Persönlichkeiten hat die Stadt aufzuweisen: Den Schutzheiligen der Richter und Rechtsanwälte St-Yves, welche ihn auch heute noch im Mai während einer Wallfahrt im Ort zahlreich um die Vergebung ihrer Sünden bitten und den Schriftsteller Ernest Renan.
Besucher empfängt eine beeindruckende Kathedrale mit einem sehr schönen Kreuzgang.
Ein literarisch-künstlerischer „Wind“ weht durch die gut erhaltene Altstadt und mehrere Künstler zeigen in Galerien Ihre Werke.
Der Bretagne 3 -Artikel steht unter dem Motto „Es grünt so grün“ und erscheint am 4.6.26
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