2022 erklärte NRW Ministerpräsident Hendrik Wüst den Wald zum Klimaschützer Nr. 1 und rief auf, unserer Wälder zu erhalten und zu stärken.
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Vielleicht haben Sie es schon in den Medien gelesen oder gehört, welche Baumrodungen in Duisburg geplant sind:
Eine Pipeline soll CO2 zur Nordsee transportieren, wo es am Meeresgrund verpresst werden soll (Was allerdings umstritten ist). Die Planung sieht vor, dass die Pipeline quer durch Duisburg gebaut werden soll, genauer gesagt durch das Naturschutzgebiet Rheinaue mit Seeadlern und Störchen und durch den Stadtwald. Bis zu 17 ha Wald sollen gefällt werden, darunter bis zu 200 Jahre alte Bäume. Letzte Woche (in den Sommerferien!) gab es eine „Infoveranstaltung“. Nun sammelt die Deutsche Waldjugend Unterschriften, damit eine walderhaltende Strecke für die Pipeline gewählt wird. (Diese Streckenalternativen gibt es). Die Unterschriften werden an Landtagsabgeordnete übergeben.
Es dürfen auch Nicht-Duisburger unterschreiben, bitte nur einmal, entweder online oder schriftlich.
Möchten Sie mehr über die Deutsche Waldjugend wissen? Ich habe diese Verlinkung bewusst gewählt, um eventuelle Vorbehalte direkt zu entkräften. Wenn Sie unten weiterlesen, kommen Sie von dort aus auch zu der Startseite:
Den Pianisten Vikingur Ólafsson einmal live erleben, das stand auf unserer Wunschliste Mein Mann entdeckte im Frühjahr, dass Ólafsson nach Monheim kommen sollte und kaufte im März zwei Karten. Letzte Woche, als das Konzert in unsrem Kalender näherrückte, sahen wir nach, in welcher Halle der Pianist auftreten sollte. „Kulturraffinerie K714“- irgendetwas klingelte dabei mir …Hatte ich nicht schon Plakate in Hamburg und Köln gesehen, wo das Konzerthaus abgebildet war und man dafür warb, den modernsten Saal Europas zu besitzen? Im Internet erkannte ich das Konzerthaus wieder und las, dass das „Pre-Opening“ des Konzerthauses am 2. September sei. Wow, wir sind anwesend bei der Voreröffnung des modernsten Konzertsaals Europas, das kommt ja nicht alle Tage vor…
Sehr gespannt fuhren wir also nach Monheim. Uns empfing das Konzerthaus mit einer Dixitoilette vor der Tür. (Ob das blaue Häuschen dort stehen bleibt? Das wäre bestimmt schon das erste Alleinstellungsmerkmal im Kampf um den Platz 1 bei den europäischen Konzerthäusern…)
Die Biergartenbänke standen bereit für die eigentliche Eröffnung, auch Getränkewagen warteten auf ihren Einsatz, für die „Pre-Besucher“ blieben sie allerdings geschlossen.
Auch die Lage der Kulturraffinerie verdient Sternchen. Man blickt auf den Rhein und freut sich des Lebens unter den Augen von Monheims Wahrzeichen, der Gänseliesel von Markus Lüpertz.
Wir gingen ein bisschen spazieren und wollten noch etwas essen. In Sichtweite liegt das italienische Restaurant „Fiume“. Wir trafen gegen 18 Uhr da, das Restaurant war zur Hälfte besetzt. Nach einer Viertelstunde bekamen wir eher zufällig die Speisekarte, da der für uns zuständige Kellner einen Blick in seinen toten Winkel gewagt hatte. Nachdem wir weitere 20 Minuten vergeblich hofften, unsere Bestellung abgeben zu können, verließen wir den Ort, gingen 5 Minuten weiter und kamen zum Hotel „Zum Vater Rhein“. Hier gibt es ebenfalls ein Restaurant mit europäischer Speisekarte. Schnelle Bedienung, gutes Essen.
Warum heißt ein Konzertsaal eigentlich „Kulturraffinerie K714“? Die Außenwände gehören zu einer alten Fassabfüll- und Mineralöl-Raffinerieanlage von Shell. Das K steht für Kultur, die 714 bezieht sich auf den Rheinkilometer.
Das Gebäude sieht tagsüber schon recht chic aus, aber bei Dunkelheit wird das Haus beeindruckend illuminiert.
Kommen wir zum wichtigsten Teil, der Innenausstattung des Gebäudes.
Rote Teppiche erwarten die Gäste und führen sie in eine ehemalige Fabrikationshalle. Die Vorstellung war ausverkauft und es wurde kurz zunehmend enger, obwohl bei dieser Veranstaltung nur ca. 1400 Besucher anwesend waren. Wo gehen die Menschen hin, wenn im Winter ein Stehplatzkonzert mit über 4000 Besuchern in der Halle stattfindet? Vielleicht in den Keller, da war noch ziemlich viel Platz. Hier irrten nur einige Besucher umher, die sich fragten, hinter welcher der nicht näher gekennzeichneten Türen sich wohl die Toiletten verstecken. (Hinweis an den Hausherren: Die Wasserversorgung in den Waschbecken der Damentoilette ist äußerst schwankend). Die Zahl der Sitzplätze (vorwiegend Barhocker an kleinen Stehtischen) ist übersichtlich, die schwarze Sitzsackgruppe zwischen Garderobe und Bar sollte wieder entfernt werden, bevor sich noch jemand den Ischiasnerv einklemmt und die Stadt verklagt. Der Konzertsaal: Er wurde als neuer Raum mitten in die alten Mauern gebaut. Düster kommt er daher und in den letzten Reihen stolperten diverse ältere Herrschaften zu ihren Sitzen, da die Beleuchtung hier nur als „funzelig“ bezeichnet werden kann. Deshalb mein Rat: Falls Sie planen, dieses Schmuckstück der deutschen Konzertsaallandschaft zu besuchen, sollten Sie sich Karten leisten, die bis zu der Reihe 23 gehen. Neben der Dunkelheit ist in den letzten Reihen die Akustik zwar noch gut, aber durch einen Überbau gedämpft. Zudem staut sich hier die Wärme, wie mehrere mit dem Programmheft wedelnde Zuhörer bewiesen. Sollten Sie zu zweit ein Konzert besuchen, überprüfen Sie, ob ihre Sitze wirklich nebeneinander liegen. Die Plätze 8 und 9 werden hinten durch einen Gang getrennt, wie wir feststellen mussten.
Das Konzertprogramm:
Vikingur Òlafsson war im ersten Teil zu sehen. Er spielte seine Passagen sehr einfühlsam, aber der Funke sprang bei mir nicht über. Das lag eventuell an der Musik von Beethoven, die ich nur bedingt mag oder auch an der Orchesterbesetzung. Ca. dreißig Musiker saßen auf der Bühne. Die Akustik war glasklar, aber es gab kein Volumen. Das änderte sich nach der Pause. Nunmehr präsentierten sich ca. 80 Musiker des berühmten Amsterdamer Royal Concertgebouw Orchesters und die Symphonie war für den Konzertsaal bestens als Feuertaufe geeignet. Hier wurde es teilweise bombastisch und beim Einsatz mehrerer Blechinstrumente konnten die Ohren schon einmal klingeln. Am Ende wurde frenetisch applaudiert, wir gehörten dazu.
Das modernste Konzerthaus Europas? Von der Technik her mag das stimmen, das kann ich nicht beurteilen, aber ansonsten wird es aus meiner Sicht keine Pilgerstätte für Musikfreunde. Hier das Programm der nächsten Monate, machen Sie sich selbst ein Bild:
Braucht Monheim so einen Konzertsaal, der beträchtlich zu der Verschuldung der Stadt beigetragen hat? Mein erster Monheim-Artikel von 2021 (Unten Beitrag Nr. 2) und dessen Aktualisierung hilft Ihnen vielleicht bei der Einordnung.
Der Verlag Kiepenheuer&Witsch hat letztes Jahr erstmalig die Aktion „Deutschland liest ein Buch“ durchgeführt. Ein Titel aus dem Verlagsprogramm wird sehr stark beworben und auf der Verlagsseite im Internet finden Literaturkreise, Lehrer und andere lesefreudige Zusammenschlüsse viele Ideen, wie man dieses Buch besprechen oder mit welchen Aktionen man das Buch begleiten kann. Die Titelauswahl im letzten Jahr fand ich nicht überzeugend, aber dieses Jahr bin ich begeistert!
Der Autor Woody Brown ist nicht sprechender Autist, der als erster in den USA einen Abschluss an einer Universität erlangt hat und damit in seinem Heimatland viel Aufsehen erregte. „Ein ganz normales Wunder“ ist sein erster Roman. Um es direkt zuzugeben: Ich war überrascht, mit wie viel trockenem Humor dieses Buch geschrieben wurde! Wir lernen Walter kennen, einen jungen Autisten, der eigene Gedanken verbal nicht äußern kann. Er hat einen liebevollen Vater und eine Mutter, die alles dafür tut, dass ihr Sohn gefördert wird und ein möglichst „normales“ Leben mit der dazugehörenden Bildung führt. Dafür kämpft sie wie eine Löwin, bzw. Kriegerin, wie Walter sie einmal nennt. Der plötzliche Tod des Vaters wirft alle Bemühungen über den Haufen, denn die Mutter muss arbeiten gehen und Walter, der nicht über eine längere Zeit alleine bleiben kann, besucht unter der Woche die Tagesstätte „Upward Bound“. Hier trifft er auf andere junge autistischen Erwachsene, die von mehreren Betreuern mit Aktivitäten durch den Tag gebracht werden. Walter erzählt von seinen Beobachtungen in der Gruppe und stellt andere Mitglieder vor, wie den schönen Tom oder den gutmütigen Jorge, der gerne ausreißt. Auch Carlos, der einfühlsamste Betreuer, Ann, eine Praktikantin, und Dave, der Chef dieser Einrichtung, werden von Walter vorgestellt. Sie kommen in dem Roman aber teilweise auch selbst zu Wort und man liest von schwierigen Lebensbedingungen, Ängsten und kleinen Freuden. Und dann ist da noch Avery, Verkäuferin in einem Einkaufszentrum, das von der Gruppe einmal pro Woche besucht wird. Averys Blick auf die Gruppe wird von Woche zu Woche geschärft und immer häufiger stellt sie sich die Frage, ob sie aus ihrem Leben mehr machen kann.
Woody Browns Buch gibt Lesern viel Stoff zum Nachdenken. Die Leser erfahren, was es bedeutet, autistisch zu sein. Walter beschreibt es als „ADHS mal tausend“: Es ist, als stünde eine riesige Monitorwand im Gehirn und die Monitore zeigen unterschiedliche Eindrücke mit voller Lautstärke und das muss das Gehirn jede Sekunde verarbeiten. Für andere Handlungen, die man für die Bewältigung des Alltags braucht, sind im Gehirn nicht mehr viele Kapazitäten übrig. Wie geht es einem autistischen Menschen, wenn er merkt, dass über ihn geredet wird, als sei er gar nicht anwesend, weil die anderen denken, dass er eh nichts versteht. Wie geht es ihm, wenn er gute oder schlechte Gefühle hat, Mitgefühl zeigen möchte, aber nichts äußern kann? Es ist wie eine Zwangsjacke, aus der man sich nicht befreien kann. In dem der Autor auch über Betreuer und Außenstehende schreibt, hält er im positive Sinne der Leserschaft einen Spiegel vor. Man erkennt, wie man sich falsch verhält und welche Vorurteilsfallen es gibt, es wird aber auch gezeigt, wie jeder von uns es besser machen kann, wenn man einem Menschen mit einer Behinderung begegnet.
In den letzte Monaten hat es sich so ergeben, dass ich montags und donnerstags einen neuen Beitrag in meinem Blog veröffentlicht habe. Diese Regelmäßigkeit wird im September voraussichtlich unterbrochen werden, da in den nächsten Wochen mein Augenmerk auf der Arbeit liegt. Ich arbeite mehrere Tage pro Monat in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann. Wer in Duisburg oder den anliegenden Städten wohnt, hat durch Zeitungs- oder Fernsehbeiträge in den letzten Monaten u.U. mitbekommen, dass die Buchhandlung wegziehen wird, da die Situation auf der Einkaufsstraße „Sonnenwall“ sich in den letzten fünf Jahren zunehmend verschlechtert hat. Ich bin darauf in meinem Blog kaum eingegangen, da in den Medienbeiträgen dazu schon alles geschrieben, bzw. gesagt wurde. Stattdessen möchte ich Sie lieber mit an den neuen Standort nehmen. Hier werde ich ab dem 12. September arbeiten:
Oben links: Der Anleger der „Weißen Flotte“, daneben Spaziergang an der Stadtmauer, rechts Herbststimmung beim Archivturm des „Landesarchiv NRW“ Mitte: Ein anderer Blick auf den Hafen Unten: Links: Turmspitze vom Rathaus, daneben: ein weiterer Blick auf das Landesarchiv, rechts die Seilscheibe von Schacht V in Duisburg-Walsum. Sie steht auf dem Flachsmarkt.
“Flachsmarkt Nr. 12“ ist die neue Adresse und hier kann man in Duisburg tatsächlich ein bisschen Urlaubs- oder zumindest Entspannungsgefühle bekommen. Und das nicht nur wegen der Nähe zum Wasser und zu den Grünflächen. Meine Kolleginnen und ich trafen uns am letzten Freitag vor der neuen Buchhandlung zu einem abendliche Pizzaessen um 18.30 Uhr. Zuerst haben wir gegessen und erzählt…
Doch dann wurde es langsamer dunkler, der Ort wurde stiller und auch wir hingen schweigend halb liegend in unseren Sitzsäcken und guckten in den Sonnenuntergangshimmel.
War das da gerade eben ein Turmfalke? Ja, wir sind uns sicher! Und dann huschten Fledermäuse am Himmel vorbei…Fledermäuse in der Duisburger Innenstadt ?! Und dann ein Sonnenuntergang…Wir sind wirklich in Duisburg? Drei von uns fuhren nach Hause, meine beiden Chefinnen blieben noch und zeigten mir am anderen Tag dieses Foto von der Duisburger Marina, keine hundert Schritte von der Buchhandlung entfernt:
Elisabeth Evertz genießt die abendliche Stimmung.
Meine Vorfreude auf die Eröffnung am 12. September wächst von Tag zu Tag, wenn ich daran denke, wo ich überall im Innenhafen meine Pause verbringen kann. Im Sommer ist es sogar möglich, hier zu schwimmen und an nicht so schönen Tagen könnte ich auch in eins der beiden nahen Museen gehen:
Oben und Mitte die Küppersmühle- ein Museum, das für mich ein Stück Heimat bedeutet. Unten das stadthistorische Museum, in das ich auch immer mal wieder gerne gehe, um mein Wissen über Duisburg aufzufrischen. Auch gibt es hier, wie in der Küppersmühle, großartige Wechselausstellungen.
Als ich am Freitag vor der Buchhandlung saß und auf meine Kolleginnen wartete, kamen einige Touristen an mir vorbei. Es ist sicherlich eine der interessantesten Ecken von Duisburg und ich wünsche mir sehr, dass nicht nur Touristen, sondern auch viele Duisburger diese Ecke ihrer Heimatstadt noch besser kennen und schätzen lernen.
So, jetzt habe ich vielleicht ein bisschen weit ausgeholt…Der Umzug steht vor der Tür und auch nach dem 12. September wird es noch viel zu tun geben, bis in den neuen Räumen alles passt. Sie wissen jetzt, wo mein Gedanken im September sein werden, mal sehen, wie viele Blogbeiträge da noch „rausspringen“😉 Donnerstag habe ich aber schon eine neue Buchbesprechung für Sie vorbereitet!
Beinahe hätte ich noch etwas vergessen…
Hier noch ein vereinfachter Stadtplan:
Es gibt diverse Parkmöglichkeiten, beispielsweise auf dem Rathausparkplatz, vor dem B&B Hotel und in den kleinen Seitenstraßen. (Alle mit Parkgebühren, zwischen 1 und 2 Euro/Stunde). Die nächste Bushaltestelle ist „Rathaus“.
Sie sind neugierig auf die Buchhandlung geworden? Hier geht es zu einer Bildergalerie:
Letztes Wochenende waren wir erstmalig in Oldenburg und Bad Zwischenahn. Drei farbenfrohe Tage!
Bei einem ersten Bummel durch die Oldenburger Innenstadt fiel uns zuerst das Schloss auf, das mich sofort an ein von mir heißgeliebtes Zitronentörtchen erinnerte.
Fotocollage: Unten rechts das Zitronentörtchen, darüber das alte Rathaus (Nussschnitte?). Links: In den zahlreichen kleinen und großen Einkaufsstraßen tauchte immer wieder auffällig Buntes auf.
Auch im Schloss und den Nebengebäuden konnte man durch die Gestaltung der Räume in Farben schwelgen.
Nur ein paar Schritte vom Schloss entfernt befindet sich die St. Lamberti Kirche. Von außen eine wunderschöne Backsteinkirche, überrascht sie innen mit einer strahlend weißen Einrichtung und weißen Wänden. Wenn da nicht das Kreuz wäre…
Das „Lichtkreuz“, das nur zwischen Aschermittwoch und Advent aufgehängt wird, hat mich fasziniert. Es changierte in zig Farbe, begünstigt dadurch, dass die Kirchenkuppel ein kreisrundes Fenster hat, durch das Tageslicht mit vorbeiziehende Wolken zu sehen ist.
Der Grund unserer Reise nach Oldenburg war der Besuch des Horst Janssen Museums.
Mir gefallen die Kunstwerke von Horst Janssen sehr. Ich habe diese drei Bücher und wünschte mir schon lange, einige Werke einmal live zu sehen.
Dem Museum gehören über 2000 Kunstwerke, doch enttäuschte mich die Präsentation. Es gibt eine Dauerausstellung in einem überschaubarem Raum, in dem einige seiner künstlerischen Tätigkeiten, wie beispielsweise Holzschnitt oder Kupferstich, erklärt werden. Doch sind nur wenige passende Bilder ausgestellt, die teilweise noch schlecht ausgeleuchtet waren. Einige Fotos und Zitate mit Erklärungen geben einen kleinen Einblick in das Leben von Horst Janssen. Auf zwei weiteren Etagen finden Sonderausstellungen statt, bei denen Bilder von Horst Janssen in Beziehung zu Werken anderen Künstlern gesetzt werden. Wir sahen Textilarbeiten der Künstlerin Andrea Ziegler, bei denen sich mir die Verbindung zu den Bildern von Janssen nicht immer erschlossen hat.
Schade, aber ich wurde durch einen anderen Ort getröstet, dem „Park der Gärten“ in Bad Zwischenahn. In diesem Park wird in 40 Schaugärten der Garten als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen gefeiert. Noch bis zum 13. September 26 findet in diesem Park zusätzlich der „Lichtzauber“ statt, in dem die Anlage in traumhafte Landschaften verwandelt wird. Wir hätten schon am frühen Nachmittag den Park besuchen sollen, um uns alles auch bei Tageslicht anzusehen, doch kamen wir erst gegen 19 Uhr an. Für alle Einzelheiten der Schaugärten war es jetzt zu spät, aber wir erfreuten uns noch an den schönen Beeten.
Und dann wurde es dunkel…
War das schön! Im Grugapark von Essen gab es in der Vergangenheit ähnliche Veranstaltungen, doch diese gefiel mir besser, da die Motive sich zumeist an Vorbildern aus der Natur anlehnten (Keine Mickey Mouse oder Eiffelturm). Der Park schloss um 23 Uhr, wie nutzten die Zeit bis zum Ende. Trotz vieler Besucher war es eine entspannte Atmosphäre, da es in dem Park zig Sitzmöglichkeiten ganz unterschiedlicher Art gibt und hier wurde in kleiner oder auch größerer Runde gepicknickt.
Das war mein nördlicher Farbrausch. An grauen Herbst-und Wintertage werde ich mich gerne an ihn erinnern.
Außer der Reihe erscheint morgen am Dienstag aus persönlichen Gründen ein Beitrag.
Wenn Sie bis Oktober noch einen Wochenendtipp für ein nördliches Ausflugsziel benötigen, dann wäre Büdelsdorf in der Nähe von Rendsburg ein lohnendes Ziel.
Diese Ausstellung gehört zu den größten in Europa und geht noch bis zum 4. Oktober 2026.
Zu der Ausstellung gehört ein weitläufiger Skulpturenpark und mehrere Hallen einer ehemaligen Gießerei, die gesamte Ausstellungsfläche beträgt ca. 100000 Quadratmeter. Wir waren nur einen Tag dort und nach fünf Stunden wegen der vielen Eindrücke nicht mehr aufnahmefähig. So haben wir uns bei weitem nicht alles in Ruhe angesehen. Besser ist eine Zweitageskarte und man übernachtet im nahen Rendsburg, das auch einiges zu bieten hat.
Wir fingen mit dem Skulpturengarten an. Wir, das waren vier Personen, von denen zwei eher selten in ein Museum gehen, aber immer für Neues offen sind. Vorweg gesagt: Sie haben es nicht bereut, uns begleitet zu haben. „Man kann staunen wie ein Kind!“, war eine ihrer Aussagen.
Beim Spaziergang durch den Park lernt man die ganze Bandbreite der verschiedenen Materialien kennen, mit denen man Skulpturen erschaffen kann.
Bronze, Stahl, Marmor, Holz oder Glas- nur fünf Beispiele. Wobei die „Holzskulptur“ ein natürlich gewachsener Baum ist…
Licht und Schatten auf den Kunstwerken sind gewollte oder ungewollte Effekte.
Auch die Themen der Skulpturen waren sehr unterschiedlich:
Die Weitläufigkeit der Hallen und die Größe mancher Kunstwerke lassen wohl keinen Besucher unbeeindruckt.
Der Titel oben „Ironie des Schicksals“
Hier begegnete ich zum ersten Mal einer Reihe von Kunstwerken aus der Mongolei. Viele gefielen mir sehr gut.
Der Titel oben: „Innere Natur- Rückkehr zur Unschuld“
Neben den umfangreiche Installationen gab auch kleine filigrane Schätze zu entdecken.
Und sah man sich die Hallen genauer an, so wurden Teile von ihnen mit ihrer Patina auch zu Kunstwerken.
Ich habe fotografiert und fotografiert und fotografiert…Es war wirklich ein grandioses Kunsterlebnis. Ich lasse noch ein paar Bilder für die Ausstellung sprechen:
„Tiefer Wald“
„Der Mensch ist kein Reichtum der Erde“
„Pinocchios Armee“
Am späteren Nachmittag fuhren wir noch nach Rendsburg und gönnten uns eine Kaffeepause bei der Schwebefähre von 1913. Hier können Autofahrer, sowie Radfahrer und Fußgänger den Nord-Ostsee-Kanal überqueren, sofern nicht große Schiffe die Stelle passieren.
Wie in Hamburg an der Unterelbe werden die großen Schiffe begrüßt und man erhält zu ihnen Hintergrundinformationen. Rendsburg bietet auch noch eine hübsche kleine Altstadt, doch die NordArt steckte uns in den Beinen und wir verzichteten auf eine Besichtigung und fuhren zu unserer Unterkunft nahe der dänischen Grenze zurück. Hier ist das „Emil Nolde“-Land. Fünf Kilometer von Noldes Wohnort Seebüll entfernt, entdeckt man überall Motive, die man aus seinen Bildern kennt.
Eine Übernachtungsempfehlung für Menschen, die es ruhig mögen, gerne wandern, Rad fahren oder Ausflüge machen: (Seebüll, Dänemark, Flensburg,Husum):
Die Autorin Monika Helfer ist Anfang August verstorben.
Dieses Buch mit 758 Seiten steht bei mir seit 2024 immer griffbereit im Regal. Zu finden sind in ihm 365 Geschichten. Ich habe noch längst nicht alle gelesen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Es beinhaltet Geschichten, die mich begeistern, sie wirken einige Tage, bis ich neuen Nachschub brauche. Andere Geschichten gefallen mir überhaupt nicht, dann lese ich sie ein zweites oder drittes Mal, um zu verstehen, was mich an der Geschichte stört. Immer angetan bin ich von Monika Helfers Beobachtungsgabe, ihrem Schreibstil, ihrer Neugierde und ihrer Menschenkenntnis. Der Grundton der Geschichten ist meistens ernst und das Buch hilft mir, die unendlichen Möglichkeiten von menschlichem Handeln besser zu erfassen und auch zu verstehen.
In einem Nachruf wurde auf andere Bücher von ihr eingegangen, u.a. auch auf dieses.
Ein literarisches Buch über Stoffe? Das musste ich lesen!
Hier erlebt man eine andere Monika Helfer, die ihr ganzes Leben lang stoffverliebt war und mit ihrer Begeisterung für alles Gewebte ansteckend ist. Schon als Schülerin hat sie in Heften Stoffquadrate gesammelt, konnte sich der Sinnlichkeit und auch den Düften der verschiedenen Stoffarten nie entziehen. Den zur Herstellung von Gewebtem nötigen Handwerkskünsten zollt sie großen Respekt. Mit Stoffen zu experimentieren und aus alten Kleidungsstücken Unikate herzustellen, ist für sie ein andauerndes Glück. In mehreren Kapiteln erzählt sie heitere und auch traurige Stoffepisoden über sich und ihre Familie und ich überlegte, ob es bei mir auch Stoffgeschichten gab. Vier sind mir schon eingefallen, vielleicht sollte ich sie auch einmal aufschreiben. Es geht bei Monika Helfer aber nicht nur um Stoffe, Bordüren, Spitzen, sondern sie nähert sich dem Thema auch philosophisch: Was machen Stoffe aus Menschen? Was war überhaupt das erste menschliche Gewand? Waren es die Zärtlichkeit oder die Hände?
Dieses Buch ist ein so freundliches Buch, dazu gehört auch sein Ende, das Monika Helfers Liebe zu Stoffen selbst im Abschied bezeugt.
Ein Hausmädchen, es nennt sich im Laufe des Romans meistens Renata, kündigt ihren Dienst bei einem wohlhabenden Ehepaar. Dies kommt für das Paar völlig überraschend, aber trotz diverser Versuche, Renata umzustimmen, verlässt sie das Haus. Sie will frei sein, egal, wann und wo, will den Gesang der Vögel auf einer Bank genießen, braucht Stille ohne dieses ständige Geplapper der anderen Leute. Gespräche bedeuten ihr nichts, sie will sich lieber mit ihren eigenen Gedanken beschäftigen. Ihre Freiheitswünsche in Paris durchzusetzen, das ist nicht einfach. Oft wird sie von wildfremden Menschen etwas gefragt, man will ihr auch helfen und es ist oft sehr laut. So analysiert Renata ständig, inwieweit ihr Freiheitsdrang von Mitmenschen oder auch von ihren eigenen Gedanken beeinträchtigt wird. Sie hat viel Zeit für Beobachtungen, wägt ab, ob es vielleicht doch eine Arbeit gibt, die Freiheit zulässt, kommt dann aber zu dem Schluss, dass die Menschen mit ihrer Arbeitskraft ihr eigenes Leben nur an andere verkaufen. Niemand hinterfragt mehr Verpflichtungen oder Verbote, alle haben das Nachdenken vergessen. So will sie nicht leben. Dafür muss Renata oftmals improvisieren und auch Unangenehmes ertragen. Sie lässt sich beispielsweise vom Regen nicht ihren Freiheitsdrang verpfuschen, lieber läuft sie tagelang tropfnass die Straßen entlang und den Wunsch nach Schlaf unterdrückt sie so gut es geht. Dann bietet ihr ein wohltätiges Ehepaar eine Unterkunft auf dem Land an und Renata steigt in das Auto- endlich weg von Paris! Doch hält sie es in dem Haus nicht aus und geht schließlich in einen Wald- mit viel Zuversicht und „Glück in der Brust“.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, in einem Theaterstück von Samuel Beckett oder Eugène Ionesco zu sitzen. Woran lag das? Die Autorin verzichtet auf Punkte als Satzzeichen, ab und zu unterbricht ein Komma Renatas permanenten Gedankenfluss, dem man sich nicht entziehen kann. Ich war bei dieser Figur hin- und hergerissen zwischen völligem Genervtsein, Mitleid und Bewunderung. Renata stellt ständig alles in Frage, dazwischen tauchen immer wieder Verschwörungstheorien auf oder sie beschimpft häufig ihrer Mitmenschen. Doch es gibt auch eine andere Renata. Sie kümmert sich liebevoll um eine Rose, die sie sich gekauft hat und ein Stapel Briefe eines Mannes namens Paul ist das Wichtigste, was sie besitzt. Es gab eine Zeit, in der sie ein geliebter Mensch war, doch das ist lange her und seitdem musste sie wohl auf Zuneigung verzichten. Was macht das aus einem Menschen? Renata hat Gedanken, die ein Ausrufezeichen verdienen. Sie beobachtet, wie Menschen nur noch arbeiten, hasten und ans Geldverdienen denken und nicht mehr die Schönheit der Erde sehen. Um sich Ihren Freiheitswunsch zu erfüllen, ändert eine Frau radikal ihr Leben und übt kompromisslos Verzicht, darunter auch auf das menschliche Miteinander. Als dieser Roman 1967 erstmals erschien, sorgte er für Furore. Die Autorin Catherine Guérard tauchte daraufhin unter und der Roman geriet in Vergessenheit. Erst 2021 gab es in Frankreich eine weitere Auflage und der Roman wurde erneut gefeiert. Auch mich hat er beeindruckt.
Der Grund, warum wir nach Paris gefahren sind, war ein Schaukampf der besten Sumoringer Japans.
Mein Mann und ich sehen Sumokämpfe seit den 90er Jahren an, erst bei der BBC, jetzt bei dem japanischen Sender „NHK World“. Alle zwei Monate kämpfen an 15 Tagen in der Profi-Liga vierzig Sumoringer gegeneinander und der Sender zeigt täglich in englischer Sprache einem Zusammenschnitt der Kämpfe. Wir haben schon mehrmals versucht, für die Liga in Japan Eintrittskarten zu bekommen, doch dies ist uns bisher nicht gelungen, da die weltweite Popularität von Sumo immer mehr zunimmt. So waren wir sehr glücklich, als wir in diesem Jahr Karten für Paris bekamen. Als wir das in unserem Bekanntenkreis erzählten, schüttelte die meisten nur ungläubig den Kopf und fragten nach den Gründen, warum wir dafür Geld ausgeben würden. Vielleicht ist Ihnen der Sumokampf auch fremd und Sie möchten etwas mehr wissen? Mein Mann war ehemaliger Judokämpfer und am Anfang war er alleine der Fan, da er in den Sumokämpfen auch einige Judotechniken wiederfand. Er konnte das Können der Kämpfer ermessen, während ich anfänglich auch meine Schwierigkeiten hatte, diesen Kämpfen, die manchmal nur wenige Sekunden und fast nie länger als 2 Minuten dauerten, etwas Interessantes abzugewinnen. Doch je mehr ich zusah, desto mehr entdeckte ich die unterschiedlichen Mentalitäten, bzw. Persönlichkeiten der Teilnehmer. Die meisten stammen aus Japan, doch damals war Akabono von Hawaii beispielsweise ein Star und heute sind Kämpfer aus der Mongolei oder der Ukraine mit dabei. Manche versuchen, mit technischen Würfen den Gegner zu besiegen, dann gibt es diejenigen, die den Gürtel des anderen nicht berühren und nur schieben und stoßen, um den Gegner aus dem Ring zu drängen. (Diese Männer gehören nicht zu meinen Lieblingen). Es gibt Kämpfer, die beide Kampfweisen auf intelligente Weise kombinieren, andere haben die abgeklärte Aura eines Buddhas und dann treten dort Männer auf, die wie ein Stier unter Strom im Kampfring stehen. Ja und dann gibt es noch Ura. Das Wort „Ura“ beschreibt auf japanisch die „verborgene, geheime oder nicht sichtbare Seite einer Sache“, d.h. der Kämpfer, der diesen Namen trägt, ist immer für eine Überraschung gut. Sie können sich denken, dass er mein Favorit ist. Hinzu kommt, dass Ura, entgegen des üblichen Verhaltenskodex, keine Emotionen zu zeigen, häufig auch lächelt und mit seinem pinkfarbenen Gürtel aus den sonst eher dunklen Gürteln heraussticht.
Rechts oben: Links Hoshoryu, einer der beiden derzeitigen Yokozunas und für mich der „Kampfstier“, rechts Kotozakura, im darunter liegenden Rang des Ozekis und einer der beiden „Goliaths-siehe weiter unten im Text- mit ca. 180 Kg bei 1,89 m Größe. Unten links: Mein „Schätzeken“ Ura, sein Gegner Fujiryoga hat inzwischen bei mir auch eine Sonderstellung, dazu aber später noch mehr.
So viel zu den Kämpfertypen. Was mich aber ebenso fasziniert ist die Tatsache, dass dieser Sport, der ca. 2000 Jahre alt ist, mit all seinen Ritualen bis heute fast 1 zu 1 aufgeführt wird. Der Sumokampf ist dabei nur ein Mosaiksteinchen dieser alten Tradition. Die Ausbildung der Kämpfer, ihre Aufmachung (Haare und Gürtel), die begleitende Trommelmusik, der Gesang, der Bau des Kampfrings, der während mehrerer Tage aus Lehm, Reisstrohballen und Sand Händen und Füßen errichtet wird, die traditionellen Gewänder der Schiedsrichter- es gibt so viele Details, die zu beachten sind und vieles davon konnten wir uns in Paris ebenfalls ansehen.
Die Veranstaltung fand in der Accor Arena im Stadtteil Bercy statt. In die Halle passen ca. 20000 Zuschauer und sie war an zwei Tagen ausverkauft. Die Veranstaltung sollte um 14 Uhr beginnen, doch wir waren schon früher da, um uns in Stimmung zu bringen. Schnell kam man mit anderen Sumofans ins Gespräch, diverse T-Shirts zeigten, wer von wem Fan war. Bereits draußen begann man mit dem Schlagen einer Trommel, um den bevorstehenden Beginn anzuzeigen.
Rechts: Die Fahnen der Sponsoren, darunter die Halle und der Trommler. Daneben Fans- es gibt keine Altersbeschränkung, die Zuschauer waren aus vielen Ländern angereist.
Vor den Kämpfen wurde gesungen, man zeigte, wie die Haare frisiert werden und demonstrierte das Binden des speziellen Yokozuna- Gürtels „Tsuna“.
Oben rechts: Vor Kampfbeginn werfen beide Männer Salz in die Luft, um den heiligen Ring symbolisch von bösen Geistern zu reinigen, bitten damit die Götter um Schutz vor schweren Verletzungen und beten für einen fairen und sicheren Kampf. In der Mitte: Onosato ist der zweite amtierende Yokozuna und ihm wird der 20 Kilo schwere Tsuna umgelegt. Links unten: Der Gewinner des letzten Kampfes bleibt am Ring und reicht dem nächsten Kämpfer auf seiner Seite Wasser. Er gibt damit symbolisch seine „Siegesenergie“ weiter. Mitte und rechts: Die beiden Kämpfer taxieren sich und schüchtern den jeweiligen Gegner ein, sei es durch ein böses Gesicht, dem lauten Klatschen auf den Bauch oder wie im Fall des Ringers Kotoeiho durch die Demonstration großer Körperbeherrschung. (Wie hoch kommen Sie mit Ihrem Bein ? 😉 ) Man merkte, dass das Publikum nur „vom Fach“ war, alle waren sehr aufmerksam und an den richtigen Stellen still. Trotzdem herrschte, im Gegensatz zu den Kampftagen in Japan, eine entspannte Stimmung und wir sahen plötzlich viele lächelnde Sumokämpfer. Das war für mich der schönste Augenblick, es sind freundlichen Menschen und keine Kampfmaschinen.
Links Abi, ein Ringer,den ich wegen seines äußerst aggressiven Schläger-Kampfstils überhaupt nicht mag. Aber als er so durch das Publikum ging, gewann er bei mir Sympathiepunkte. Rechts der Yokozuna Onosato, dessen Auftreten ansonsten eher an einen abgeklärten Buddha erinnert.
Vor den Schaukämpfen untereinander hatten die Sumokämpfer sich noch einer schweren Aufgabe zu stellen: Sie mussten gegen den hochmotivierten jungen Nachwuchs kämpfen. Das war sooo niedlich anzusehen….
Die derzeitigen besten Sumokämpfer sind ca. zwischen 1,76 und 1,94 m groß und wiegen ca. zwischen 125 und 198 Kilo. Wir haben sie alle live erlebt und rieben uns die Augen, als wir sahen, wie leichtfüßig der schwerste Kämpfer Atamifuji (links) aus dem Schneidersitz aufstand. Wir haben aber auch gesehen, wie dieser Mann gegen einen anderen Kämpfer (rechts) verloren hat, der bei uns den Spitznamen „Speedy Mouse“ trägt (1,74, 125 Kg). Der kleine Kämpfer zwingt den großen durch Schnelligkeit zu Bewegung im Raum. Da geht dann „Goliath“ schnell die Luft aus und David kann gewinnen.
Ich habe einen auf You Tube ausgewählt, der nicht nur allein den Kampf zeigt, sondern zuvor auch das Taxieren der beiden Ringer. Das Besondere an diesem Film ist, dass man nach dem Kampf fliegende Sitzkissen sieht. Das ist eigentlich strikt verboten, passiert aber trotzdem, wenn ein Yokozuna von einem Kämpfer eines niedrigeren Ranges besiegt wird und die Zuschauer ihre Begeisterung darüber zeigen möchten.
Dieses Plakat hängt jetzt bei uns zuhause. Bekäme ich die Gelegenheit, ich würde jederzeit wieder eine Live-Veranstaltung besuchen.
P.S. Noch kurz zurück zum Ringer Fujiryoga. Er begegnete uns einen Tag später im „Musée Louis Vuitton“, das er mit seiner Freundin besuchte. Auch hier befolgte er die strenge Tradition und trug einen Kimono.
Unseren Besuch in Paris nahmen wir zum Anlass, uns die wiedereröffnete Kirche „Notre Dame“ anzusehen. Auch hier gilt: Unbedingt ein Online-Ticket buchen! Wir waren an einem Montagnachmittag dort und bei der Menschenmasse auf dem Kirchenvorplatz, die auf den Einlass in die Kirche wartete, trübte sich zuerst etwas unsere Stimmung. Aber mit unserem O-Ticket konnten wir die Schranken sofort passieren und mussten nicht warten. Sehr viele Besucher dann auch in der Kirche und man wurde geschoben und gedrückt. Es blieb der Blick nach oben und manchmal konnte man in die Seitenkapellen ausweichen, wo kaum jemand war.
Die Seitenkapellen erinnerten mich mit ihrer farbenfrohen Bemalungen an die Basilika in Kevelaer.
Notre Dame ist nun eine helle Kirche, strahlt in einem unglaublichen Glanz und zeigt Besuchern, wie gotische Kirchen früher ausgesehen haben, bevor Jahrhunderte die Mauern nachdunkeln ließen.
Ist man bei Notre Dame, bietet sich danach ein Besuch der Île Saint-Louis an. Hier gibt es immer wieder schöne Motive zu entdecken.
Rechts unten: Auf dem Weg zur Insel kamen wir an den Bouquinisten vorbei.
Rechts oben: Das ist mein Lieblingsbild, zu ihm fallen mir mehrere romantische Geschichten ein, die nur in Paris spielen können.
Wir verzichteten auf den Besuch eines weiteren Museums und legten stattdessen einen Stopp bei dem Haus Rivoli 59 auf der Rue de Rivoli ein. Auf mehreren Etagen haben ca. 30 Künstler ihre Ateliers, bzw. Arbeitsplätze und man kann ihnen über die Schulter sehen, ihre sehr unterschiedlichen Werke kennenlernen und natürlich auch etwas kaufen. Die Betreiber des Hauses freuen sich über eine Spende als Eintrittsgeld. Direkt im Treppenhaus wurde man künstlerisch empfangen:
Dank einer Freundin, die zum ersten Mal in Paris war und fleißig Reiseführer gelesen hatte, entdeckten wir eine schöne Ecke, die wir noch nicht kannten. Sie befindet sich hinter dem Pantheon rund um den Place Sainte-Geneviève.
Das war mein kleiner Bildspaziergang durch Paris. Vielleicht verrate ich Ihnen demnächst noch den Grund, warum wir nach Paris gefahren sind. Oder ich nehme Sie nach Rendsburg mit oder schildere Ihnen meinen faulen Tag im Garten? Mal sehen, welche Geschichte mich bei den anstehenden Hitzetagen am besten ablenkt.
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