Bisher verband ich mit der Stadt Hilden nur eine der schönsten Gärtnereien, die ich bisher besucht habe. Seit letzter Woche kenne ich nun auch die Innenstadt und sie ist ein Nachmittagsausflug wert. Es gibt einen gute Rundwegbeschreibung, die man sich herunterladen kann:
Lauschige Ecken, interessante Architektur, Kirchen, ein Park und dazu zahlreiche Cafés und Fachgeschäfte, man bekommt den Eindruck, dass man in Hilden gut leben kann. Hier ein paar Eindrücke:
Manches entdeckte man erst auf den zweiten Blick…
Unten links das ehemalige Rathaus
Wir kamen an zwei Kirchen vorbei und mehreren Plastiken. Oben rechts „Die eilige Einkäuferin“, darunter „Pandora“.
Nach dem Stadtrundgang besuchten wir noch das Wilhelm Fabry Museum. Wer war Wilhelm Fabry?
In dem Museum läuft z.Zt die Ausstellung „Die Augen der Frida Kahlo“. Der Fotograf Bert Loewenherz hat Bilder von Frida Kahlo nachgestellt, bzw. sich Szenen ausgedacht, die der Welt der Frida Kahlo entspringen könnten.
Daneben werden Repliken von medizinischen Geräten und Heilmittel von Wilhelm Fabry gezeigt und erklärt, wie sie bei Frieda Kahlos Unfallverletzungen eingesetzt wurden.
Gegenüber des Museums befindet sich das Gebäude der alten Kornbrennerei Vogelsang. Auch sie kann man besichtigen.
Oben rechts: Hier wurde das Getreide gemahlen, Mitte Etiketten für diverse verschiedene Kornflaschen, unten links der „Geschmackschrank“, u.a mit Pfefferminze, Ysop ,Wacholder oder Bergamotte, unten Teilansicht der Destillerie
Am Ende des Ausflugs stärkten wir uns in einem Café auf dem schönen Marktplatz:
Was Sie bei Regen nicht tun sollten und besonders nicht an einem Sonntag: Auf Platz 1 der touristischen Ziele in Palermo steht der Normannenpalast. Sehr groß und beeindruckend, aber am Sonntag nur bis mittags geöffnet. (Stand März 2026), so dass viele Touristen versuchen, mal eben eine Besichtigung in ihr Programm „reinzuschieben“. Lange Warteschlangen an einem Tickethäuschen mit einer Person und bei der Taschen-und Personendurchleuchtung. Gehen Sie lieber an einem Montagmorgen in den Palast, keine Wartezeiten und Ruhe.
Dieses Foto vom Normannenpalast ist nur eine Teilansicht.
Hat man es durch die Kontrolle geschafft, geht ma in einen Innenhof, von dem ein imposantes Treppenhaus abgeht. Mich erinnerte es sofort an Treppenbilder von MC Escher…Hier eine Fotomontage von mir:
Oben rechts: Im Palast ist das Regionalparlament Siziliens untergebracht. Links oben und rechts unten Teilansichten zwei repräsentativen Räume, links unten Goldmosaiken der „Capella Palatina“.
Wir fuhren am Sonntag stattdessen etwas Richtung Mondello. Auf dem Weg liegen die „Palazzina Cinese“ und das „Museo Etnografico Giuseppe Pitrè“. Der Palast war leider ausnahmsweise geschlossen, aber in dem Museum wurden wir freundlich empfangen. Liebevoll sind hier ca. 4000 Exponate zusammengetragen worden, die Einblicke in das vergangene Alltagsleben auf Sizilien geben.
Oben das Museum, ehemalig ein Nebengebäude des Palastes (unten Mitte). Beide Gebäude sind von einem schönen Park umgeben.
Altes Kasperletheater, einer von vielen schönen Holzwagen, Töpfereien in einer alten Küche oder ein alter Wagen, der zum jährlichen Umzug zu Ehren der heiligen Rosalie, Schutzheilige von Palermo, genommen wurde
Handarbeiten hatte auf Sizilien einen großen Stellenwert
Eine andere Möglichkeit, dem Regen zu entfliehen, ist die Besichtigung des „Teatro Massimo“. Es gibt Führungen in deutscher Sprache und man darf z.B. in der Königsloge Platz nehmen, wo schon viele berühmte Menschen saßen (und, wie ich fand, keine dolle Sicht auf die Bühne hatten) und u.a. Räume besichtigen, in denen Szenen der Pate-Triologie gedreht wurden.
Sie möchten es moderner? Im Museum der Illusionen kann man in Palermo viel Spaß haben:
Unten rechts: Man kann mich nicht hypnotisieren, das dachte ich zumindest bisher. Aber bei diesem sich bewegenden Muster kamen mir erste Zweifel. Links: Man geht von A nach B über diese Brücke-kein Problem! Wenn allerdings die Wand anfängt, gegen den Uhrzeiger zu rotieren, dann schlägt das Gehirn Alarm. Der Körper presst sich vehement an die das rechte Gitter und nur mit sehr viel Konzentration kann man wieder langsam nach vorne gehen.
Was fallen Ihnen noch für Ziele für Regentage ein? Richtig- Kirchen! Dem Thema Religion in und bei Palermo möchte ich aber einen eigenen Beitrag widmen. Nächste Woche sehen wir uns wieder!
Lust auf Nonsense, Sprachakrobatik, neue Struwwelpetergeschichten oder innovative Ideen für Theaterstücke?
Der Autor Clemens J.Setz veröffentlicht bis heute Texte auf Twitter, bzw. nunmehr auf„X“. Viele der Texte, die mit 140 Zeichen früher auf Twitter zu lesen waren, hat der neue Besitzer von Twitter, Elon Musk, löschen lassen und sie sind für immer verloren, sofern Autoren oder Fans wie Setz sie nicht abgespeichert haben. Das Anliegen von Setz ist es, noch einmal die verschieden Twittertextarten vorzustellen. Da gab es philosophische Fragen, skurrile Alltagsbeobachtungen, Minigeschichten und diverse sprachliche Neuschöpfungen, die Sprachgewohnheiten aushebelten. Setz zeigt an Hand von Beispielen, wie diese Wortmeldungen seine eigene Lyrik beeinflusst haben. Auf „X“, wo Musk die 140 Zeichen Beschränkung aufgehoben hat, veröffentlicht Setz neben Gedichten auch neue Struwwelpeterkapitel oder überraschende Ideen für Theaterstücke. Was ist aus seinen Lieblingstextern wie beispielsweise @kurtproedel, @computerfan2001, @kochkunstRecook oder @susibumms geworden? Neue Texte findet man heute teilweise auf Instagram, Bluesky oder die Autoren schreiben Bücher oder Internettexte für Verlage.
Als ich noch meine Buchhandlung hatte, tummelte ich mich seit ca. 2008 auch auf Twitter, um auf Veranstaltungen hinzuweisen, über kleine Begebenheiten humorvoll zu schreiben oder Fragen zu stellen, wenn im Duisburger Alltag aus meiner Sicht etwas merkwürdig verlief. 2014 hörte ich auf, mich auf Twitter zu äußern und vergaß meinen Account. Letztes Jahr kam von „X“ die Aufforderung, mein Konto zu beleben, ansonsten würde es gelöscht. War mir in dem Moment egal, jetzt finde ich es doch schade, dass es keine Sicherung von diesem Minitagebuch gibt.
Ich habe versucht, mir ein paar neue Tweets auszudenken, um den „Geist“ des Buches und der alten Twitterplattform einzufangen:
Traum: Siri in Form einer Schwarzwalduhr mit Botoxlippen, die aus dem Häuschen kommen. Höre das Wort „Schnautze!“
Am Abend monatliche Studentenfutterfressattacke erfolgreich absolviert. Morgens letzte Rosine rein ins Müsli.
Heute deutschlandweiter Streik! Alle Heizkissen fordern die Auszahlung ihrer Überstunden vom letzten Juni.
Täglich um 9 Uhr am Handgelenk meine ganz persönliche Hausstaubstaumeldung. Bin eben eine professionelle und zukunftsorientierte Putze.
Teilnehmerin des Gesellschaftsspiels „Fang den Hut“ trug eine Mütze. Regelkonformität wurde lautstark diskutiert.
Schwarzer, Hans und Schwarzer, Helga bekamen einen Sohn. Schwarzer, Peter wurde berühmt.
Belustigungstatsache: Eine chinesische KI hat die Regentropfensprache auf Schrägdachfenstern entschlüsselt.
Als ich mir diese Tweets ausgedacht habe, fiel mir plötzlich wieder ein, dass ich zur Zeiten meiner Buchhandlung mal eine Reihe von Tweets geschrieben habe, die alle mit „Kleine Kläuschen“ anfingen. Hier modellierte ich auch manchmal einige Wörter um. Aus den Tiefen meiner Erinnerung strampelten sich dann so langsam folgende Sätze hoch:
Kleine Kläuschen klemmen Klobürsten kläglich Kleine Kläuschen klauen Klosterklöße Kleine Kläuschen klitzeln Klapperschlange Kleine Kläuschen klimpern klavierklarinettenmäßig Kleine Kläuschen klonen Klingelmännchen Kleine Kläuschen klündern Klonten Kleine Kläuschen klieben Klippenrandklettern Kleine Kläuschen klimbimmen Klangschalen Kleine Kläuschen klauben kläglich klobige Klugscheißer klusammen.
Bevor wir nach Sizilien geflogen sind, las ich zur Einstimmung drei Bücher.
Diesen sehr atmosphärischen Krimi konnte ich in Palermo lebendig werden lassen, denn das Hotel „Grand Hotel des Palmes“ , in dem die Geschichte meistens spielt, gibt es noch heute. Berühmt wurde es u.a. deshalb, weil Richard Wagner hier seine Oper „Parzival“ zu Ende geschrieben hat.
Unten Mitte: In der Empfangshalle hat Richard Wagner seinen Platz gefunden. Links unten: In dieser „Lounge“ tranken wir Kaffee und aßen jeweils ein großes Stück leckeren Orangenkuchen. Rechts daneben eine beeindruckende Bar.
Dieses Buch sollte mich auf das Thema „Palermo und die Mafia“ einstimmen. Auch im ersten Buch spielt die Mafia eine Rolle, aber in diesem Krimi geht es um eine Staatsanwältin, die gegen einen Minister vorgeht, weil er über Jahre hinweg mit der Mafia zusammen gearbeitet hat. Ein deutscher Journalist erlebt dies mit und gerät zwischen die Fronten. Ein unterhaltender Krimi, in dem manche Vorgänge überzeichnet wurden, um die Spannung zu erhöhen. Allerdings geht es auch darum, dass es bei der Mafia kein Schwarz-Weiss gibt, sondern durchaus auch Grautöne, die durch die Abwesenheit oder das Desinteresse der Staatsmacht erzeugt werden. Das Buch erschien 2015. Seitdem ist auf Sizilien viel passiert. Immer mehr Politiker, aber vor allen Dingen immer mehr Bürger beziehen eindeutig Position gegen die Mafia. An mehreren Stellen sahen wir Erinnerungsschilder oder Plaketten, die an von der Mafia ermordete Menschen erinnern.
Diese Gedenktafel hat ein für Sizilien ikonisches Foto als Vorbild: Die Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino im Gespräch. Sie wurden 1992 in Palermo bei Bombenattentaten ermordet. Ich spreche kein Italienisch und habe versucht, mit Hilfe mehrerer Sprach-KIs, die sich in der Übersetzung teilweise unterscheidet haben, den Texte unterhalb des Wandtafel zu übertragen: „In Sizilien“ „So intelligent und fleißig man auch sein mag, es ist nicht gesagt, dass man Karriere macht und es ist auch nicht gesagt, dass man es schafft, zu überleben. Sizilien hat den Klientelismus zu einer Lebensregel gemacht. In diesem Umfeld ist es schwierig, reine und einfache berufliche Fähigkeiten zu haben. Was zählt, ist der Freund oder die Bekanntschaft, die einem einen kleinen Schubs gibt. Und die Mafia, die für die Übertreibung sizilianischer Werte steht, was letztendlich dazu führt dass das, was eigentlich das Recht jedes Bürgers ist, als Gefallen erscheint.“ Glovanni Falcone Dinge der Cosa Nostra 1991 GIOVANNI FALCONE UND PAOLO BORSELLINO
In Palermo gibt es inzwischen sogar touristische Führungen unter dem Motto „No Mafia“, denen ich aber zwiespältig gegenüber stehe, da hier auch Orte gezeigt werden, wo Attentate stattgefunden haben. Palermo war 2019 die sicherste Stadt in Italien und auch heute liegt sie noch vor Mailand, Rom oder Florenz. Die Mafia ist nicht verschwunden, Drogenhandel oder Erpressung gibt es noch immer. Aber die „Cosa Nostra“ agiert nun mehr stärker im Hintergrund und versucht, in den einzelnen Vierteln staatliche Aufgaben zu übernehmen, in dem sie Armen hilft oder „Ordnung schafft“. Tourismus als Einnahmequelle wurde inzwischen entdeckt und es wird viel dafür getan, dass Besucher ein sicheres Gefühl haben.
Dieses Buch gefiel mir am besten. Drei Kurzgeschichten zeigen das Leben der Leute, die hart für ein kleines Glück arbeiten und gelernt haben, sich zu gedulden und mit ihrem Schicksal nicht zu sehr zu hadern. In den Vierteln dieser Menschen spielt sich das wahre Leben ab, es wird gestritten, man versöhnt sich, es wird geklatscht oder man hegt Umsturzgedanken. Dabei ist Essen und Trinken oft der Kitt oder auch Trost, wenn die Melancholie zu groß wird. Besonders beim Besuch der Märkte in Palermo, auf den Fotos ist es der „Mercato di Ballarò“, musste ich öfter an diese Geschichten denken.
Zum Schluss noch ein Tipp: Unten rechts sehen Sie einen Street Food Stand auf dem Markt. Das Angebot an Köstlichkeiten ist riesig (und war uns zumeist unbekannt) und ich bedauere es ein wenig, hier nicht an einer geführten Tour teilgenommen zu haben, bei der man an mehreren Ständen hält und das Street Food erklärt bekommt. Sitzplatzgelegenheiten gibt es genügend, man kann also in Ruhe genießen.
Was tun, bzw. nicht tun, wenn es in Palermo regnet? Dazu schreibe ich etwas in der nächsten Woche.
In Paris kommt eine Frau, 49, verheiratet, eine Tochter, Synchronsprecherin, gestresst von der Arbeit an einem Novemberabend gerade nach Hause, als ihr Telefon klingelt. Die Polizei von Le Havre ist am Apparat und fordert sie auf, am nächsten Tag für eine Aussage nach Le Havre zu kommen. Man hat am Strand eine männliche Leiche ohne Papiere gefunden, in der Jackentasche war nur ein Zettel mit ihrer Telefonnummer. Kennt sie den Mann? Warum hatte er ihre Nummer? Nach dem vergeblichen Versuch, dieser Aufforderung nicht nachzukommen, fährt sie am nächsten Tag ans Meer und je näher sie Le Havre kommt, desto mehr Erinnerungen stürmen auf sie ein. Sie lebte mit ihren Eltern während ihrer Kindheit und Jugend in Le Havre und wäre fast an ihrer ersten Liebe zerbrochen. Sie war mit Carven zusammen, einem charismatischen Jungen, der für ein paar Monate nach Montreal ging und sich nach seiner Abfahrt nie wieder bei ihr gemeldet hat. Sie macht eine Aussage bei der Polizei, gibt an, den Toten auf den Fotos nicht zu kennen. Der Kommissar glaubt ihr nicht, auch ist es seltsam, dass sie nicht nach Paris zu ihrer Familie zurückfährt, sondern in Le Havre bleibt. Sie recherchiert auf eigene Faust, denn sie selbst möchte wissen, was es mit der Telefonnummer auf sich hat und sie weiß, dass ihr Aufenthalt eine Chance für sie ist, mit der noch nicht verarbeiteten Vergangenheit abzuschließen. Dieser Krimi ist ein toller, sehr abwechslungsreicher Roman! Die Spannung ist rund um vielschichtige Themen gewebt. Da ist zuerst einmal die Kriegsgeschichte von Le Havre, das von den Alliierten fast völlig zerbombt wurde. Die Straßennamen sind geblieben, doch die meisten Häuser wurden in einem für damalige Verhältnisse futuristischen Betonstil gebaut und die Erinnerungen der Einwohner wurden vernichtet. Wenn diese Stadtteile auch heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, so bedeuten sie auch Tristesse und die Farbe Grau, die sich im Meer widerspiegelt. Aber beim Lesen erfährt man noch so viel mehr. Beispielsweise wird die Geschichte zweier ukrainischen jungen Frauen erzählt, die in einer Kneipe auf ihr Visum via App warten, um nach England auszureisen. Man erfährt, wie eine Schiffstaufe vor sich geht, über den Fechtkampf der Tochter, die Kunst des Synchronsprechens und deren Bedrohung durch Künstliche Intelligenz wird geschrieben oder, um noch einmal auf Le Havre zurückzukommen, wie Le Havre zum zeitweise größten Umschlagplatz für Drogen wurde. Wenn die Frau durch das kalte Le Havre im November streift, von stürmischen Wellen am Hafen nass wird, hat man das Bedürfniss, einen heißen Tee zu trinken und riecht das Meer. Mit wenigen Worten arbeitet die Autorin Stimmungen in ihr Buch ein, das ist beste Literatur. Wie schon bei dem Krimi „Die nackte Haut“ ist hier auch mein Urteil: Krimis können bessere Romane sein, denn sie haben als roten Faden die Spannung und ermöglichen damit den Autoren, ihre Herzensthemen in die Handlung einzubringen.
In den letzten Monaten war die Künstlerin Hannah Höch bereits zweimal das Thema eines Beitrags in Form einer Buchbesprechung und einer Beschreibung über eine Museumsbesichtigung in Berlin. (Siehe unten). Mich lässt diese Künstlerin nicht los, zu sehr mag ich inzwischen ihre Werke, die zwischen Melancholie und Ironie pendeln. Sie sprach von sich als eine „Picassonatur“, „die sich immer wieder in neuen Formfindungen ausdrücken möchte.“ Veränderung, Entfaltung und Bereicherung ihrer Persönlichkeit waren ihr Herzensangelegenheiten. Ich lieh mir in der Bibliothek dieses Buch aus, das anläßlich einer großen Werkschau in Mannheim 2016 erschien.
Unter diesen acht Überschriften kommt Hannah Höch selbst zu Wort und es werden viele Kunstwerke gezeigt.
„Bis heute versuche ich, das Foto konsequent auszubeuten. Ich benutze es wie Farbe oder wie der Dichter Worte“. Durch ihre Fotocollagen wurde sie erst bekannt, später berühmt, doch hat sie auch immer wieder andere Kunsttechniken angewandt, wie beispielsweise Aquarell- oder Ölmalerei oder kombinierte Mal-und Drucktechniken. Besonders angetan haben es mir teilweise die Titel ihrer Werke. „Poesie um einen Schornstein“, „Propellerdisteln“ oder auch „Wenn die Düfte blühen“. Letzterer inspirierte mich zu dieser Fotodoppelbelichtung:
Doch ich wollte Hannah Höchs Tun nachspüren und fing Ende Januar an, selbst Collagen zu kleben. Gerne hätte ich mich mit Hannah unterhalten, wie sie vorgegangen ist, denn schnell merkte ich, dass ich viel Platz brauchte. Als Unterlage nahm ich weißes 280g schweres ca. A5 großes Papier. Entweder kam mir bei einem Wort eine Idee, zu der ich passende Bilder suchen musste oder bei einem Bild machte es „Klick“. So breitete ich mich erst einmal aus…
Immer wieder verwarf ich Zusammenstellungen, weil ein Fototeil plötzlich bei einem anderen Bild besser passte. Manchmal war ich „im Flow“, dann passierte einige Tage gar nichts mehr und traurig wurde ich, wenn ich plötzlich nicht mehr von einer Collage überzeugt war und sie frustriert auflöste. Wenn ich nach einer Woche immer noch Spaß an einem Bild hatte, klebte ich die Teile fest. Diese Betätigung kann Glücksgefühle erzeugen, wenn man plötzlich das richtige Wort oder Fototeil findet. Zeitungen und Verlagsvorschauen liegen zerschnibbelt am Boden- weggeworfen wird erst einmal nichts, man weiß ja nie, wohin die Collagereise einen führt. Hier nun ein paar Bilder, die ich Hannah Höch widme.
Foto mit vier Collagen zu den Themen „Musik“,“Wohlfühlzeit“, „Lebensberatung“ und „Alltagsbewältigung“Foto mit vier Collagen zum Thema „Rechte Gesinnung“, „Politische Forderung“, „Blick in die USA“ und „Die Wahrhaftigkeit einer Ikone“.
In Catania übernachteten wir in einem Hotel nahe dem Teatro Massimo Bellini, der Oper von Catania von 1890. Sie war unser erstes Ziel und unsere erste Begegnung mit der sehr üppigen Bauweise, die man in Siziliens Städten oft antrifft. Auf dem Platz vor der Oper ( auf dem Foto oben links) frühstückten wir gegen 11 Uhr, hier herrschte eine angenehm ruhige Atmosphäre.
Unser nächstes Ziel war die Kathedrale von Catania (Foto oben rechts), in der sich normannische und barocke Baustile mischen. Innen wird die Schutzpatronin von Catania, die Heilige Agathe, gefeiert. Leider fing es nach dem Besuch zu regnen an und wir entschieden uns, an einer einstündigen Bustour teilzunehmen. Das sollte so sein, denn wir merkten schnell, dass die Strecken zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten „nicht mal eben“ zu Fuß abgegangen werden können, wie es in manchen Reiseführern steht. Allein die Via Etnea mit prachtvollen Palästen und diversen teuren Geschäften ist knapp 3 Km lang, an einem Ende liegt der botanische Garten von Catania (Foto rechts unten), am anderen Ende das große Amphitheater (Foto unten links).
Die Busfahrt führte uns auch aus Catania heraus und wir steuerten den Ort Aci Castello an. Der Ätna ist nicht weit und nach mehreren Vulkanausbrüchen sind in dieser Gegend mehrere bizarre Felsformationen entstanden.
Fotocollage: Oben rechts die Burg von Aci Castello, rechts daneben der Ätna., darunter Zeugen der Ätnaausbrüche.
In Hinterhöfen in Catania und auf der Fahrt sahen wir auch mehrere Skulpturen (oft aus Lavastein) und Wandgemälde. Kunst scheint für Catania wichtig zu sein.
Die oben gezeigte Lavaküste heißt auch „Zyklopenküste“, so verwunderte es nicht,ein Zyklopenwandbild an einem Küstenhaus zu finden. Rechts daneben die Skulptur „Die Gerechte“ vor dem Justizpalast. Die Waage der Justitia wurde durch zwei Männer ersetzt, die Augen sind nicht verbunden, das Schwert fehlt. Links unten: Seit dem 13. Jahrhundert ist der Elefant das Wahrzeichen von Catania. Rechts unten eine Sirene, der Seefahrer widerstehen müssen.
Nach der Busfahrt zeigte sich wieder die Sonne und wir besuchten noch den Fischmarkt und die Altstadt.
Hier werden die Gassen eng und verwinkelt und man lässt seiner Neugierde am besten freien Lauf und lässt sich treiben.
Wir waren nur eine Nacht in Catania und fuhren dann nach Taormina weiter. Im Rückblick ist Catania für mich ein guter Einstieg für die Besichtigung von Palermo gewesen. Catania ist übersichtlicher und entspannter und hat für mich einen etwas moderneren Anstrich. Mit dem „aufgeräumten“ Taormina die perfekte Mischung für ein langes Wochenende.
Taormina liegt oberhalb des Meeres und 5-Sterne-Aussichten werden an vielen Punkten geboten.
Mitte März sind noch nicht viele Touristen unterwegs und so war die Haupteinkaufsstraße „Corso Umberto“ (rechts oben) noch nicht überlaufen. Hier sind teure Mode- oder hochwertige Juweliergeschäfte Nachbarn von Souvenirshops und Cafés. Verlässt man den Corso, trifft man auf diverse römische Ausgraben (oben links), lauschige Ecken und kann mehrere Kirchen besichtigen.
Auch hat Taormina einen botanischen Garten, die „Villa Communale“, angelegt Ende des 19. jahrhunderts von der schottischen Adelige Florence Trevelyan.
Um diese Jahreszeit blüht es bereits üppig und auch kleinste Fleckchen werden aufgehübscht. Und überall ein Duft von Zitronen und Orangen…
Frisch gepressten Orangensaft gibt es hier überall für wenig Geld. Oder darf es Orangenkuchen sein? Auch viele sizilianische Stoffmuster zeigen die beiden Früchte.
Nächste Woche nehme ich Sie mit nach Palermo- Ciao!
In den nächsten Beiträgen erzähle ich Ihnen von unseren Aufenthalten in Catania, Taormina und Palermo. Das ausführliche Abarbeiten und Bewerten der üblichen Sehenswürdigkeiten überlasse ich anderen Internetseiten, bei mir gibt es Appetithäppchen, die Ihnen Lust machen sollen, diese Städte zu besuchen. Wir flogen direkt von Düsseldorf nach Catania (ca. 2 1/2 Stunden) und nahmen uns ein Mietauto. Tipp Nr. 1: Sparen Sie in Sizilien nicht am Mietauto! Wir hatten die Firma „Automania“ ausgesucht, da sie es kostengünstig ermöglichte, den Wagen in einer anderen Stadt, nämlich Palermo, abzugeben. Großer Fehler! Die Schalter und Autos dieser Firma liegen weitab von den anderen Vermietfirmen und ich könnte einen einzelnen Beitrag nur über die Erlebnisse mit Automania schreiben. Lasse ich aber und stimme sie lieber mit ein paar Fotos auf Sizilien ein. Keine Touristenfotos, sondern „Mosaiksteinchen“: Details, Spiegelungen, Farbe. Die Zahl von Motiven in den Städten erfreute mein Fotoherz sehr und es gibt jetzt noch viel zum Sortieren und Bearbeiten.
Fünf Fotos, die zeigen sollen, dass ein genaues Hinsehen immer lohnenswert ist.Wir haben in Catania und Palermo kleine Busrundfahrten unternommen. Diese Motive fand ich in den Fenstern der Busse.Ob auf den Märkten, am Meer , in den Gärten, in den Straßen oder in den Cafés und Restaurants- es lebe die Farbe!
Catania und das nicht weit davon entfernte Taormina als Ziele für ein langes Wochenende- darüber schreibe ich nächste Woche.
Martha Kiesler ist Jazzpianistin aus Hamburg und wandert während des Krieges in die USA aus. In Deutschland wurde Jazz von den Nazis verboten und ihr Freund Willy kam durch einen Unfall ums Leben. In New York wird sie immer erfolgreicher, spielt sogar als weiße Frau in den Jazzlokalen von Harlem. Ein O-Ton Dokument mit Jutta Hipp:
Doch dann kommt es zum großem Streit mit ihrem Manager und 1951 kehrt sie nach Hamburg zurück. Das ist die Vorgeschichte. In St. Pauli trifft sie auf einige bekannte Gesichter. Friedhelm, ehemaliger Nazischerge, ist jetzt Polizist. Jack, der ein Jazzlokal eröffnen will, möchte, dass Martha bei ihm spielt. Martha nimmt das Angebot an unter der Bedingung, dass Jack auch den Bassisten Paul einstellt. Ihn hat Martha kurz zuvor kennengelernt. Er ist für Martha „ihr Musiker im Geiste“, hängt allerdings an der Nadel und wird als Deserteur von der US-Army gesucht. Doch Martha hält zu ihm, vielleicht weil er sie auch an Willy erinnert. Jack stimmt schließlich zu, doch damit beginnt der Ärger, denn Paul hat noch andere Geheimnisse. Da sind Josie, ein zwölfjähriges Mädchen, das plötzlich bei Paul im Zimmer auftaucht, der gewalttätige Mike, mit dem Paul mehrmals aneinander gerät und ein Mann mit Strohhut, der auch gefährlich ist. Über St.Pauli „thront“ darüber hinaus der Baulöwe Winter, der seine Finger nach Jacks Immobilie ausstreckt. Mit Winters Freundin Blondie ist Martha befreundet und durch sie bekommt sie die ersten Hinweise, dass Willy damals nicht durch einen Unfall gestorben ist.
St.Pauli liegt in Trümmern. Jeder Tag ist ein Kampf und alle versuchen, ihre nackte Haut zu retten und Kriegserinnerungen zu verkraften. Martha kann diese Welt vergessen, wenn sie einen gewissen Whiskypegel intus hat und auf der Bühne mit Paul und anderen Musikern Jazz spielen kann. Dann vibriert die Luft. Leser/Leserin: Schnell auf einer Musikplattform die Musikstücke heraussuchen, die Martha spielt! Sich dann in der Musik verlieren, die damalige Atmosphäre nachspüren, das ist der große Anreiz dieses Buches. Dass es auch Krimizutaten enthält, das ist eine erfreuliche Begleiterscheinung.
Ich habe auf Instagram Beiträge zu Datenklau und KI gefunden, die ich für bemerkenswert halte. Das Handy hört nicht ab, aber trotzdem ist es einfach, jeden Handybenutzer zu manipulieren und z.B. punktgenaue Kaufangebote auf dem Bildschirm erscheinen zu lassen. Bei den großen Suchmaschinen stehen jetzt am Anfang immer KI generierte Texte. Es ist so praktisch, sie eben zu lesen und sich zu informieren. Aber was wird in diesen Texten gezielt weggelassen? Wer sich die Beiträge von Alke Martens nicht direkt auf Instagram ansehen möchte, kann auf folgende Links klicken:
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