Karneval in Rio, Las Vegas, Hamburger Elbphilharmonie an einem Tag

Lust auf eine kurze Weltreise?

Fotocollage oben links: Zu heißer Sambamusik bewegen sich verschiedene Tanzgruppen im Karneval von Rio. Rechts daneben Las Vegas bei Nacht.
Unten rechts: Eisig das Wetter, eisig der Blick auf die Elbphilharmonie. Links daneben: So sieht es innen in der Elbphilharmonie aus.

Wir waren nach ca. zehn Jahren mal wieder im Miniatur Wunderland in Hamburg. Es hat sich seitdem vieles getan, denn die Besitzer nutzen inzwischen ein zweites Haus in der Hamburger Speicherstadt. Rio de Janeiro und Patagonien sind hier neu zu bewundern, die Anden, der Regenwald und die Atacama-Wüste warten auf die Fertigstellung.

Ich weiß nicht, was ich mehr liebe…Sind es die atemberaubenden Entwürfe der Themenwelten oder die witzigen Situationen, die man entdecken kann, wenn man sich Szenen genau ansieht?

Von oben nach unten:
Monaco während des Formel 1 Rennens
Ein Konzert von DJ Bobo
Ein kleiner Abschnitt der
Schweiz-Landschaft
Der Hamburger Dom- das berühmte Volksfest
Links: Rom mit Petersdom, darunter nehmen Mönche das Auto vom Papst, das Papamobil, auseinander.
Rechts: Der Markusplatz in Venedig. Touristen können sich dort malen lassen, welche Qualität die Werke haben sei dahingestellt…
Links oben: Eine Demonstration für „Rente ab 30!“ Rechts daneben: Wird Superman den Absturz des Autos verhindern? Unten links: Ups, ein Raumschiff landet auf dem Münchener Flughafen, rechts unten: Zwei Seehunde als Haustiere auf einer Dachterrasse

Wir waren ca. 3 Stunden dort und haben nicht alles gesehen. Ein Besuch lohnt sich immer wieder. Wer das Wunderland noch nicht kennt oder sein Wissen auffrischen möchte, zum Schluss ein paar Informationen:

Der lebende Beweis

Die Ich-Erzählerin, Mitte vierzig, zog vor 15 Jahren von der Großstadt in ein kleines Dorf in der Uckermark. Sie und ihre Familie kauften damals einen alten Hof und eine alte Gärtnerei und die nächste Jahren waren geprägt durch zig Renovierungen und Verwirklichungen neuer Ideen. Inzwischen sorgt das Café in der Gärtnerei für den Lebensunterhalt, da es ein „regionaler Hotspot“ für Feierlichkeiten geworden ist.

Am Anfang des Romans nimmt die Ich-Erzählerin eine zunehmende Entfremdung gegenüber ihrer Familie wahr und auch ihre eigene Person stellt sie immer mehr in Frage. Was will sie wirklich? Warum lebt sie hier? War es richtig, in dieses Dorf zu ziehen? Sie verkriecht sich auf dem Dachboden, schreibt ihren Mitbewohnern, Mann, den zwei Söhnen und ihrer Mutter einen offiziellen Brief, in denen sie ihnen mitteilt, jegliche mütterlichen Verpflichtungen „zu kündigen“. Sie muss sich selbst retten, um nicht zu verwildern, wie sie es als Kind schon einmal erlebt hat.
In dem Dorf ist sie nur geduldete Zugezogene, möchte aber gerne zur Dorfgemeinschaft dazu gehören und beginnt, ihr eigenes Verhalten und das der Dorfbewohner vom Dachbodenfenster genau zu beobachten und zu notieren. So verfolgt sie beispielsweise die Alkoholiker, den Einsiedler, den Täglichspazierer, zwei Fremde auf der Bank oder die seltsam distanzierte Pastorin. Sie versucht darüber hinaus, mehr Kontakte im Dorf zu knüpfen und hilft z.B. zwei Dorfbewohnern, die im Archiv für Geschichte Dokumente digitalisieren. Dabei taucht die Erzählerin in die Geschehnisse im Dorf während des 30jährigen Krieges ein oder erfährt von Hexenprozessen. Sie beginnt, diese mit der Gegenwart zu verbinden und Alltagsszenen beginnen mit alten Geschichten in ihrem Kopf zu verschwimmen.
Es gibt einige wenige Momente, in denen sie in ihre alte Rolle als Ehefrau und Mutter zurückkehrt, doch immer wieder spürt sie ihre Wurzellosigkeit in dem Dorf, so dass sie beim Osterfeuerfest schließlich eine Entscheidung trifft.

Die Autorin setzt mit diesem Buch den Roman fort, für den sie 2019 für den Deutschen Bücherpreis nominiert war. Der erste Abschnitt meines Textes fasst den Inhalt kurz zusammen.


Ich habe das erste Buch nicht gelesen, was aber nicht störend war. Die Autorin schafft es nach meiner Meinung sehr gut, die Zerrissenheit der Ich-Erzählerin zu zeigen und ihren Wunsch nach wahren Verbindungen, nachdem die Familie dies ihr nicht mehr gibt. Manche Gedanken der Erzählerin erscheinen zuerst wirr, doch ergeben sie schließlich alle einen Sinn.

Frustabbau durch Brainstorming-Tagebuch

Im Jahr 2025 beschäftigte ich mich etwas intensiver mit der Duisburger Kommunalpolitik. Leider musste ich recht schnell lernen, dass man sehr viel Geduld braucht und Erwartungen herunterschrauben muss, will man sich nicht permanent aufregen. Manche Tage fand ich sehr belastend und um meinen Frust abzubauen, begann ich ein „Brainstorming-Tagebuch“. Das machte Spaß und federte meine Verärgerung ab.

Eigentlich wollte ich dieses Projekt Silvester beenden, doch im Januar wurden die finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Duisburger Versorgungs-und Verkehrsgesellschaft bekannt. Mehrere Zeitungsartikel befassten sich mit diesem Thema und die Leser erfuhren, dass es bereits zwei Rücktritte in der Chefetage gegeben hat und nun u.a. ermittelt wird, inwieweit der Aufsichtsrat seine Überprüfungspflichten vernachlässigte.
Also führe ich das Tagebuch 2026 weiter:

Hier eine von mehreren Seiten zum Jahr 2025:

Ich weiß, dass in anderen Städten vieles auch nicht rund läuft oder gar nicht passiert. Doch habe ich den Eindruck, dass andere Stadtverwaltungen mehr motiviert sind, ihren Bürgern die Gründe für Missstände nachvollziehbar zu erklären, bzw. sie Verbesserungsvorschläge von Bürgern eher ernst nehmen und auch umsetzten. In Duisburg wird entweder gar nicht kommuniziert oder man speist Bürger oft mit nebulösen Erklärungen ab. Gerne gaukelt man Bürgern vor, dass man sich für ihre Probleme interessiert. Politiker präsentieren sich z. B. auf Spaziergängen, in Fragestunden oder Kneipentreffen oder man bietet Bürgern Workshops oder Internetbefragungen an, bei denen Vorschläge gemacht werden dürfen. Was wird aus den Vorschlägen? Sie verlaufen gerne im Sande, es sei denn, der öffentliche Druck ist so groß, dass die Verwaltung den Vorschlag nicht mehr ignorieren kann.
Schlechte Kommunikation zwischen Politikern, Stadtverwaltung und Bürgern- dieses Thema nimmt den meisten Platz in meinem Brainstorming-Tagebuch ein. Zwei Beispiele:

Aber ich will mich nicht unterkriegen lassen und hoffe weiterhin auf:

Außen und innen „Hui!“ in Berlin

Als wir vor zwei Wochen in Berlin waren, besuchten wir u.a. auch das „Rote Rathaus“ und das „Museum für Kommunikation“ nahe „Checkpoint Charlie“. Von außen sind beide Gebäude schon sehr eindrucksvoll und man könnte sich länger mit den Details der Fassaden beschäftigen. Doch war das Wetter sehr schlecht und so flüchteten wir schnell nach innen.

Im Roten Rathaus wurden wir von mehreren Wachmännern freundlich begrüßt, einer kostenlosen Besichtigung stand nichts im Wege. Schon der Aufgang zu den repräsentativen Räumen in der ersten Etage war beeindruckend.

Überrascht wurden wir zudem von einer Ausstellung, die seit dem 11. Dezember 2025 in den verschiedenen Räumen des Rathauses gezeigt wird. Hier ein Ausschnitt aus dem Flyer:

Noch ein paar Ansichten aus anderen Räumen:

Auch die anderen Räume waren sehenswert, die Gestaltung der Fenster ist abwechslungsreich (Foto links unten). Rechts oben eine Büste zu Ehren Margot Friedländers.

Unser Besuch fiel dementsprechend länger aus als geplant, zumal es dann auch noch diese Lego-Sehenswürdigkeit zu bestaunen gab.

Ca. 78000 Legosteine wurden in ca. 200 Stunden verbaut von René Hoffmeister, dem einzig zertifizierten Legobaumeister Deutschlands. Sah man genau hin, entdeckte man beispielsweise einen kleinen Superman, der am Turm entlang kraxelt, ein Pinguin ging auf der Straße spazieren oder auf dem Dach arbeitete ein Imker. Im Hintergrund des Fotos drei Vitrinen mit Gastgeschenken.

In dem Flyer wird von einer Wunderkammer gesprochen und das war nicht übertrieben.
Eine zweite Wunderkammer bietet Berlin in dem „Museum für Kommunikation“. Betritt man dieses Gebäude ist man auch „very impressed“.

Das Museum hieß zuerst „Reichtspostmuseum“ und wurde 1872 eröffnet. In den 90er Jahren des 20. Jahrhundert wurde es restauriert und das Thema „Kommunikation“ kam dazu.
Wir sahen uns erst die Schatzkammer im Keller des Museums an. Hier trifft man im Vorraum auf eine Wechselausstellung von alten größeren Gegenständen, die in irgendeiner Form mit der Post zu tun haben. Besonders schön fand ich dieses alte Schild einer Poststation von 1754.

In der abgedunkelten Schatzkammer haben Besucher die Möglichkeit, eine der auf der Welt seltenen „Blauen Mauritius“ Briefmarken zu sehen.

Fotocollage: Unter der Blauen Mauritius unten links: 1863 erfand der Deutsche Philipp Reis das Telefon. Doch konnte zu dieser Zeit niemand etwas mit seiner Erfindung anfangen, so dass erst 1876 A.G.Bell durch sein Telefongerät bekannt wurde. In der Mitte sieht man Briefe, die mit dem Luftschiff „Hindenburg“ transportiert wurden, rechts Teile der ersten Rohrpost in Deutschland.

Im Erdgeschoss und den beiden oberen Etagen gibt es in Vitrinen viele Gegenstände, die die lange Geschichte der Post erzählen, sei es, dass es um die Zeit 5000 v. Ch. geht, wie es während der Weltkriege war oder dass auch ein Blick in die Zukunft geworfen wird.

Unten links: Wann werden uns Pakete und Briefe per Drohne zugestellt? Rechts: Auch ins Weltall zur ISS wurden bereits Briefe und Pakete geschickt.

An den Wänden findet man diverse Sammlungen, die demonstrieren, wie sich das Erscheinungsbild der Post oder die Kommunikation verändert hat.

Fotocollage aus verschiedenen Plakaten, die für die Post geworben haben.

Schreib mal wieder und benutze Briefmarken anstatt langweilige PC-Frankieraufkleber:

Links unten ein Beispiel für einen Brief, dessen Briefmarkenstempel Werbung machen. Dies war besonders nach dem Zweiten Weltkrieg sehr beliebt.

Die zukünftigen Veränderungen in der Kommunikation wird man weiterhin in diesem Museum dokumentieren, ganz nach dem das Motto:

Zum Schluss noch ein Tipp: Post kann auch Kunst sein. Eine „Mailart“-Ausstellung findet gerade in Duisburg statt:

Screenshot

Ein Trauerredner ermittelt

Mads Madsen und Patrick Schulze sind in ihrer Kindheit unzertrennliche Freunde, bis eines Tages Patrick mit seiner Mutter plötzlich aus Glücksburg verschwindet und nicht mehr zurück kehrt.
Mads, inzwischen erwachsen, ist Trauerredner geworden und lebt in Flensburg. Eines Tages liegt unter seiner Wohnungstür ein weißer Briefumschlag, darin ein unbeschriebener weißer Briefbogen. Wenig später erfährt er, dass Patrick bei einem Unfall gestorben ist. Viele Erinnerungen kommen zurück, u.a., dass sie beiden sich immer mit Geheimtinte Botschaften geschrieben haben. Mads behandelt daraufhin das Briefpapier, es ist eine Nachricht von Patrick. Er bittet Mads, seine Trauerrede zu halten und „wie ein Agent“ nachzuforschen, es würde sein Schaden nicht sein.
Schon nach den ersten Begegnungen mit Menschen aus Patricks Umfeld ist Mads der Überzeugung, dass der Unfall ein Mord war und sein ehemaliger Freund mit üblen Geschäften zu tun hatte. Mills, die leitende Kommissarin bei diesem Fall, verdächtigt Mads, mit in diesem Geschäften zu stecken, besonders, als Mads mit einem weiteren Todesfall in Zusammenhang gebracht werden kann. Doch trotz der Warnung von Mills, sich nicht weiter einzumischen, forscht Mads weiter, zumal er dabei auch einer Erklärung immer näher kommt, warum Patrick und dessen Mutter damals verschwunden sind. Damit bringt er sich, seine Familie und Freunde in Lebensgefahr und die Rettung kommt wahrhaftig erst in allerletzter Sekunde.
Mir hat dieser Krimi gut gefallen. Er ist unaufgeregt geschrieben, bei einigen Passagen und Figuren blitzt nordischer Humor durch. Ich wäre geneigt, ein Wochenende mit einem zweiten Teil zu verbringen, sollte dieser erscheinen.

Der Wiener Opernball ist nichts für Memmen

Für schlappe 300 Euro hat Stefanie Sargnagel eine Eintrittskarte für den Wiener Opernball ergattert. Um inkognito die Schönen und Reichen beobachten und später über sie schreiben zu können, begibt sie sich zuerst in die Hände der befreundeten Maskenbilderinnen eines Theaters. Diese foltern sie über Stunden mit Schönheitsritualen und stecken sie in ein sehr enges Abendkleid, das Ergebnis ist eine goldene Walküre.
Dann ist der Abend der Abende gekommen. Vor der Oper hat sich das niedere Volk zum Gaffen und Tratschen versammelt, der Autorin ist es hier schon zum ersten Mal überaus peinlich, dass sie über den roten Teppich schreitet. Wie gerne wäre sie in diesem Moment niederes Volk. Doch Job ist Job und Recherche ist Recherche. Glücklicherweise wird sie begleitet von einem Freund, der den Komponisten Johan Strauss verehrt und sich aufs Walzertanzen freut und einer Freundin, die eine scharfe Beobachterin ist – es lebe der Klassenkampf!
Am Anfang des Abends ist für die Gäste das Lächeln oberstes Gesetz, denn überall lauern Fernsehkameras, die nur auf eine Entgleisung warten. Da ist es egal, ob man beim Tanzen sich mit dem eigenen Seidenschal fast stranguliert, weil man sich in dem Diamantendiadem der Nachbartänzerin verheddert oder jemand, dem das Fett aus der Kleidung quillt, auf deinen Fuß tritt und im Schuh der kleine Zeh abgetrennt wird. Lächeln!
Nur den wirklich alten Reichen mit ihren langen Hälsen und den dazu gehörenden magersüchtigen Töchtern sind neutrale Gesichter erlaubt und sie müssen auch nicht tanzen- eine Beobachtung der Autorin.
Das Staatsoberhaupt trifft ein, jeder will gut sehen, da kann es dann doch schon mal zu unschönen Auseinandersetzungen kommen. Auch beim Tanz der Debütantinnen heizt sich die Stimmung weiter auf, wie auch beim Eintreffen von „Mörtel“, dem Millionär Richard Lugner, dieses Mal an seiner Seite Priscilla Presley.
Dann sind die Fernsehkameras endlich weg. Das Fremdschämen hat bei Stefanie Sargnagel gerade erneut einen Höhepunkt erreicht, als sie von einer Frau erkannt wird. Sie lädt die Autorin in ihre Loge ein und von da an erinnert Sargnagels Reportage über den Opernball eher an ein rauschhaftes Fest, an dem auch Dionysos seine Freude gehabt hätte. Kokain you‘re welcome!

Berliner Geschichte in Kunstwerken

Wie in anderen Städten sind auch in Berlin montags viele Museen und andere Orte der Zerstreuung geschlossen. Aber es gibt ein paar Ausnahmen und dazu gehört u.a. die Berlinerische Galerie:

Foto vom Treppenhaus des Museums. Hinter den Wänden im oberen Stock liegen noch diverse weitere Ausstellungsräume

https://berlinischegalerie.de

Ich stellte Ihnen im letzten Herbst ein Buch über die Künstlerin Hannah Höch vor, deren Leben für sieben Jahre geprägt war durch die Liebesbeziehung zu Raoul Hausmann, er war in den zwanziger Jahren einer der führenden Kopf der Berliner Dadabewegung. Momentan zeigt die Galerie eine große Hausmann Ausstellung mit ca. 200 Exponaten und ich war natürlich gespannt, wie die Rolle Hannah Höchs dargestellt wurde.

Collage mit Fotos und Gemälden, die Hannah Höch und Raoul Hausmann zeigen.

Raoul Hausmann ist mir als Mensch nicht sehr sympathisch, aber seine für damalige Zeiten sehr innovativen Ideen zur Kunst, Sprache, Architektur oder Fotografie haben mich schon beeindruckt und letztendlich war ich am Ende der Ausstellung sehr zufrieden, sie besucht zu haben.

Ein paar Beispiele für Raoul Hausmanns Vielseitigkeit


Da ich gerade da war, sah ich mir auch die permanente Ausstellung „Kunst in Berlin. von 1880 bis 1980“ an. WOW!

Hier findet sich die Crème de la Crème deutscher Künstler wie beispielsweise Beckmann, Corinth, Kirchner oder Liebermann. Was mich aber richtig begeisterte, waren die Themen einiger Kunstwerke und die mir bisher unbekannten Künstler und Künstlerinnen.
Auf der einen Seite gab es die Bilder aus den 20er Jahren

Das Bild heißt. „Berliner Straßenszene“, es wurde 1921 von Nikolaus Braun gemalt. Auf den ersten Blick scheint es die Großstadt naiv darzustellen, doch sieht man genau hin, zeigt sich auch Kritik. ( z.B. Vor der Metzgerei mit drei Schweinen im Fenster steht ein Bettler).

Das Museum besitzt viele Dokumente zu den Bauplänen Hitlers. Fotos, Zeichnungen und ein Modell zeugen in einem anderen Raum von dem Größenwahn Hitlers und Speers.

Man beachte auf dem Foto oben links das kleine Brandenburger Tor (links unten) im Verhältnis zu der geplanten großen Halle.

Oder stellen Sie sich Folgendes vor: Am 8. Mai 1945 endet der zweite Weltkrieg, Berlin ist zerbombt. Ein Mann namens Gerd Rosen eröffnet am 2. August 1945 auf dem Kurfürstendam eine Galerie und zeigt Bilder in der Art wie unten gezeigt:

Oben zwei Originalfotos vom zerbombten Berlin, darunter zwei Bilder von Heinz Trökes und Fritz Köthe als Beispiel für Gemälde, die zur Eröffnung gezeigt wurden. Solche Kunstwerke waren kurz zuvor von dem Naziregime noch als „entartet“ eingestuft worden und dementsprechend bewegte sich die Reaktion der Galeriebesucher zwischen Begeisterung und Irritation.

Was war Gerd Rosen für ein Mensch, der so etwas leisten konnte? Welchen unmittelbaren Einfluss hatte die Galerie auf die Entwicklung der Berliner Kunstszene nach dem Krieg? Wie war die Reaktion der Alliierten auf die Galerieeröffnung? Was ist aus der Galerie geworden? Wer mehr wissen möchte: Dieses Buch erschien 1995 und man findet es noch in Antiquariaten.

In dem Museum bekommt man schließlich auch Einblicke in die Kunstszene des Berlins der DDR und Westberlins und wie unterschiedlich diese Entwicklungen waren.

Oben links: Göta Tellesch-„Ohne Titel“, 1978, unten links: Reiner Fetting-„Gelbe Mauer“, 1977- beide Westberlin
Oben rechts: Helga Paris-„Berliner Jugendlicher“, 1982, unten rechts: Cornelia Schleime-„Mädchenkopf“ 1985- beide Ostberlin

Meine „Kirsche auf dem Kuchen“ war ein Sonderausstellungsraum, den das Museum anläßlich seines 50jährigen Bestehens 2025 Hannah Höch widmet. Von diesem Raum wusste ich nichts- eine schöne Überraschung!

Das Thema „Dadaismus“ ist für mich noch nicht abgeschlossen. Ich finde, es passt sehr gut in die heutige Zeit, in der alte Gewissheiten sich auflösen und Menschen immer mehr ihren Halt verlieren.

Berlin erlesen und ersehen!

Letzte Woche waren wir ein paar Tage in Berlin. Der Hauptgrund war der Besuch einer Theatervorstellung: Der Schauspieler Lars Eidinger spielt seit 2008 Shakespeares „Hamlet“ in der Schaubühne auf dem Kurfürstendamm.

Screenshot der Schaubühne- Internetseite

Zweieinhalb Stunden tauchten wir ein in die Hamletwelt Eidingers, der sich die Seele aus dem Leib spielte, besonders als anscheinend wahnsinnig gewordener Prinz von Dänemark. Es war ein denkwürdiger Theaterbesuch, den ich Ihnen sehr empfehle. Wenn Sie in Berlin sind, versuchen Sie Karten zu bekommen, Restkarten werden immer wieder angeboten.
Da wir Berlin schon ganz gut kennen, las ich zuvor dieses Buch, um ein paar Anregungen für die anderen Tage zu bekommen.

In 55 ausführlichen Beiträgen werden Besichtigungstipps für Literaturliebhaber gegeben. Sortiert nach Berliner Bezirken (einige Ziele liegen auch in der näheren Umgebung von Berlin), bekommt man beispielsweise Lust, besondere Bibliotheken, Museen, Friedhöfe, Buchhandlungen, Cafés oder Autorenhäuser aufzusuchen und auf Entdeckungsreise zu gehen.
Ich lernte durch dieses Buch das „Museum für Kommunikation“ kennen und sehr schätzen. Über den Besuch werde ich demnächst berichten.

Das Wetter war sehr winterlich und grau. Ein paar Erinnerungsfotos wollte ich aber doch gerne mitnehmen und so kamen diese Nachtaufnahmen als Doppelbelichtungen mit nach Duisburg:

Beim Anhalterbahnhof
Am Checkpoint Charlie, abends um 22 Uhr – Wie ausgestorben…
Beim Görlitzer Bahnhof
Am Lausitzer Platz
Am Alex
Memoria Urbania Berlin

Das Alibi

Der mexikanische Autor Juan Pablo Villalobos lebt in Barcelona zusammen mit seiner Familie ein glückliches Leben, dass manche Bekannte schon meinen, dass das Glück der Familie „fast ekelhaft“ sei. Villalobos hat allerdings mit dem Glücklichsein ein Problem: Es inspiriert ihn nicht für einen neuen Roman, den sein Verlag einfordert. Aus lauter Verzweiflung beginnt er über seine Familie zu schreiben. Namen darf er keine nennen, denn seine Lieben halten das für keine gute Idee. So wird die Ehefrau zur Brasilianerin, der Sohn heißt „Der Halbwüchsige“, die Tochter „Das Mädchen“.
Villalobos schreibt auch über seinen Alltag und der ist dann doch recht skurril. An einem Tag glauben andere, dass er eine Dokument fälschen will, um für eine Straftat ein Alibi zu bekommen. Ein Mann fordert vehement einen Workshop bei dem Autor zu belegen, um sich besser ausdrücken zu können. In Wahrheit braucht dieser Mann ein Alibi, um die Nichtanwesenheit bei seiner hochschwangeren Frau zu erklären.
Und dann geht Villalobos nachmittags zu einen neuen Friseursalon, trifft auf eine junge Frau, die ihm mit verbundener Hand die Haare schneidet. Man unterhält sich ein bisschen und schnell merkt die junge Frau, dass Villalobos genau der Richtige ist, um ihr bei einem Betrug ein Alibi zu verschaffen…

In der Reihe „Salto“ findet man, wie der Wagenbach Verlag selbst schreibt, „Romane für eine Nacht“. Die 123 Seiten dieser Geschichte haben mich an einem Abend herrlich amüsiert, denn es geht nicht nur um Alibis, sondern auch um die Unbillen eines Schriftstellerlebens und Villalobos erzählt darüber mit einem Schalk im Nacken.

Schneespitzen

In der letzten Woche unternahm ich einige Spaziergänge im Schnee und einmal mehr faszinierten mich die verschiedenen Abdrücke von Schuhsohlen. Ob man daraus nicht auch Muster für Stoffe herstellen könnte?


Das Fotobearbeitungsprogramme liefen auf Hochtouren, hier ein paar Beispiele:

Blaustich der Fotos entfernt, Collage aus zwei Fotos
Blaufärbung verstärkt
Fotocollage auf ein Foto mit einem Rostmotiv gelegt
App „KaleidaCam“ genommen

Bei diesen beiden Fotos nahm ich auch die Blaufärbung heraus, wandte „KaleidaCam“ an und verfeinerte danach die einzelnen Linien.