Er weiß alles

Thomas Emil Benk, 45 Jahre, in Hamburg lebend, hat ein Problem: das Leben langweilt ihn. Es kann ihn nichts mehr überrasche, seien es Reisen, Drogen, Frauen oder Männer, seine Erfahrungen gehen soweit, dass es jeder Reaktion, jedes Gespräch mit einer anderen Person vorhersehen kann. Aus Verzweiflung fügt er sich Wunden zu, Schmerzen bringen ihm etwas Linderung.

Eines Tages trifft kommt er in einer Kneipe mit einem Mann ins Gespräch, der ein bisschen anders ist. Seine Kleidung ist ihm zu groß, passt nicht in die Zeit. Benk zeigt einen Hauch von Interesse, denn dieser Mann erzählt ihm von einem Institut für Lebenskunst, das seinen Kunden hilft, Glücksmomente zu erleben und das Leben wieder lebenswert zu machen ohne dass die Kunden merken, wie ihr Leben manipuliert wird. Der Mann gibt Benk eine Visitenkarte. Könnte dieses Institut Benk helfen, sein Leben zu beenden? Das fragt er ein paar Tage später Kretzschmar, Chef des Unternehmens. Doch dieser lehnt ab, da Benks Anliegen nicht zur Firmenphilosophie passt. Stattdessen schlägt Kretzschmar ihm eine Geldwette vor, dass es ihm gelingen würde, Benks Leben unbemerkt zu beeinflussen, so dass er sein Leben wieder liebt. Benk geht auf die Wette ein. In den nächsten Tagen geschieht für Benk Unbekanntes. Er wird ausgeraubt, fast auf der Straße überfahren und auch das Verhältnis zu zwei Frauen ändert sich. Benk ist überzeugt, dass ausschließlich das Institut daran Schuld ist und Aber ist das wirklich so?

Ein skurriles Buch. Fand es manchmal ein bisschen ekelig, dem Protagonisten konnte ich nur wenig Positives abgewinnen und doch: Ich konnte mit dem Lesen nicht aufhören.

Danke Elton!

Wir waren vorletzte Woche in Hamburg, um als Zuschauer bei der Aufzeichnung der ARD Quiz-Show „Wer weiß denn sowas?“ teilzunehmen.

Man musste sich vorher für ein Ticket als Zuschauer bewerben (10 Euro+2,50 Euro Verkaufsgebühr) und bei unserem dritten Anlauf bekamen wir den Zuschlag . Bis spätestens 10.15 Uhr sollten wir im Studio Hamburg sein, danach dauert es noch ca. eine Stunde, bis wir uns in das Aufnahmestudio setzen durften. Zuerst wurden wir in die „Kunst des Klatschens“ eingeweiht, je mehr, desto besser. Üben, üben, üben. Wie gibt man ein überraschtes „Aaaaaa“ oder ein enttäuschtes Ooooo von sich? Wir wurden daran erinnert, immer schön gerade auf unseren Bänken zu sitzen und trübselige Gesichtsausdrücke auf ein Minimum zu reduzieren. Die Kameras sind schließlich im Dauereinsatz. Dann kam Moderator Kai Pflaume und begrüßte uns sehr freundlich und locker. Auch von ihm gab es noch ein paar Hinweise, danach gesellten sich Elton und Bernhard Hoëcker mit ihren beiden Gäste dazu. Auch sehr nett und in guter Stimmung.

Bevor man zu dieser Aufzeichnung geht gibt es zwei Fragen: Auf welche Seite setze ich mich: Elton oder Bernhard? Melde ich mich, wenn die Antwort eines Publikumsjokers gebraucht wird?
Auf welche Seite setzen wir uns? Wir wollten es von den beiden Prominenten abhängig machen. Allerdings sagten uns die Namen der beiden Gäste zuerst nichts und spontan schlugen wir uns auf Eltons Seite. Nach der ersten Frage meinten wir schon, es bereuen zu müssen, denn „unser Team“ (mit 46 weiteren Zuschauern) lag hinten. Doch Elton und sein Gast holten auf. Und dann kam eine Kunstfrage. Warum malte Claude Monet zuerst mit blauen und grünen Farben und später mit roten und gelben? Ich wusste es (wegen einer Augenkrankheit) und mein Blutdruck stieg, als die beiden zu einer falschen Antwort tendierten. Sollten sie das Publikum befragen? Sollte ich mich dann melden? Ich war erleichtert, als beide sich ohne Publikumsjoker für die richtige Antwort entschieden.
Die nächste halbe Stunde ist sehr kurzweilig und am Ende führt Elton mit 2500 Euro auf seinem Konto. Jetzt kommt die finale Frage und er und Bernhard müssen entscheiden, wie viel Geld sie einsetzen möchten. Während man im Fernsehen nur sieht, wie sie sich nach kurzer Bedenkzeit entscheiden, wird bei der Aufzeichnung erst einmal diskutiert. (Die Aufzeichnung dauert ca. 20 Minuten länger als die Fernsehvariante, man muss also kürzen.) Elton wollte einen „vorsichtigen“ Betrag setzen, aber seine Zuschauer überzeugten ihn, den ganzen Betrag zu setzen. „Wer wagt, gewinnt!“ bewahrheitete sich in diesem Fall und jeder von uns durfte einen Gewinn mit nach Hause nehmen.

Wer weiß denn sowas? Dieses Motto traf auch bei dieser Sendung bei uns wieder zu. Wir hörten zum ersten Mal von „Croffle“, einer Backspezialität aus Südkorea. Man nimmt Blätterteig und backt diesen in einem Waffeleisen auf. Das Ergebnis ist eine leichte fluffige Waffel, zu der etwas Obstiges gut passt.

Wir nahmen Blätterteig Croissants aus der Dose.

Am Donnerstag gibt es weitere Tipps für einen kurzen Aufenthalt in Hamburg.

Bacons Finsternis

In verschiedenen Museen bin ich in den letzten Jahren immer wieder Bildern der Künstler Francis Bacon und Julian Freund begegnet. Mal fand ich die Werke abstoßend, verstand sie nicht oder sie bescherten mir ein Unbehagen. Als ich nun diesen Roman von Wilfried Steiner entdeckte, war meine Neugierde sofort geweckt.

Das Buch wird u.a. als romantische Komödie mit Krimizutaten angepriesen. Sehr kurz den Inhalt erzählt: Der Wiener Antiquar Valentin leidet, denn seine Frau hat ihn überraschend verlassen. Ablenkung sucht er, indem er verschiedene Ausstellungen besucht, in denen Werke von Francis Bacon gezeigt werden. Dabei bekommt er es mit einem neuen und alten Kunstraub zu tun und betätigt sich als Detektiv.

Komödie: 1 Sternchen, Krimi: 2 Sternchen, aber die Beschreibung der Bilder von Francis Bacon 5 Sternchen mit Sternchen. Auf dem Foto oben sehen Sie noch einen kleinen Bildband, in dem ich mir passend zum Roman die Bilder angesehen habe. Steiner lehrt dem Leser das Sehen. Nunmehr erschüttern mich Bacons Bilder und auch die von Freund sehe ich in einem anderen Licht (Bacon und Freund waren lange miteinander befreundet). Im Roman werden auch einige ausgefallene Begebenheiten im Leben Bacons eingeflochten. Die Lebensbeschreibung im Bildband ist sachlicher und ergänzt den Roman bestens.

Fazit: Ein ausgefallenes Leseerlebnis. Den Autor Wilfried Steiner behalte ich deshalb im Auge.

Hamburger Momente

Letzten Mittwoch bekam ich eine Mitfahrgelegenheit nach Hamburg. Da ich nichts Bestimmtes vorhatte, bummelte ich so vor mich hin.

Gegen Mittag wurde es dann selbst in Hamburg sehr warm und ich entschied mich für ein klimatisiertes Museum. Ich war noch nie im Museum für Kunst und Gewerbe  und seine Größe erstaunte mich. Schon etwas müde, schaffte ich es dann aber nur noch, mir die Art Deco- und Jugendstilabteilung anzusehen. 

Das Museum wird für mich zukünftig eine Anlaufstelle, wenn ich in Hamburg mal einen Tag mit Schietwetter erwische.