Ein bisschen Toskana, gleich um die Ecke

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Und, könnte diese Allee nicht in der Toskana liegen? Man muss aber gar nicht so weit fahren, denn der HORTVS Garten von Peter Janke liegt in Hilden. Dort fanden vom 1. bis 4. September die Gräsertage statt. Da diese Gärtnerei mit ihrem anliegenden Garten nach einem Fernsehbericht auf ARTE schon länger auf meiner Wunschliste stand, nahm ich die Gelegenheit wahr und fuhr am 2.9. nach Hilden. Ich bin sehr, sehr begeistert und werde in den Wintermonaten immer wieder über die dortigen Eindrücke berichten.

Hier ein paar Fotos von meinem Besuch:

Nach dem Besuch stand für mich fest, dass ich meinen Garten z.T. mit neuen Pflanzen bestücken muss, um dem Klimawandel Rechnung zu tragen. Ich habe den Garten in diesen Jahr viel gegossen und trotzdem sieht er jetzt sehr gerupft aus. Ich komme gegen die Trockenheit kaum an und so werde ich im Winter mich damit beschäftigen.

Der Gärtner Peter Janke hat mehrere Jahre bei Beth Chatto gearbeitet, einer berühmten englischen Gärtnerin, die als eine der ersten die Veränderungen unserer Gärten in Mitteleuropa durch den Klimawandel zu ihrem Thema gemacht hat. Als Gartenlektüre für die bevorstehenden Wintermonate empfehle ich wärmstens (…) ihr Buch:

Chatto

Englischer Titel, aber in deutscher Sprache geschrieben

 

 

Bin ich zu schnell zu begeistern?

Am letzten Freitag war ich im botanischen Garten in Krefeld. Allen, denen ich davon bisher erzählt habe, wussten nicht, dass Krefeld so einen Garten hat. Beim Erzählen merkte ich, dass es aus mir heraussprudelte, denn ich finde die Entdeckung dieses Gartens für mich genial. Er liegt beim Krefelder Zoo, also Fahrzeit von Rheinhausen aus nur ca. 15 Minuten. Wer manchmal wie ich Sehnsucht nach einem englischen Garten hat, kann hier ein bisschen auftanken, denn neben diversen Themengärten bietet der Schönwasserpark, in dem der botanische Garten eingebettet ist, Durchblicke, die an englische Gärten erinnern. Darüber hinaus gibt eine Anzahl erstaunlicher Bäume (z.B. Urmammutbaum) zu bewundern, man bekommt Ideen für den eigenen Garten und Leutegucken geht auch. ( z.B. eine Thai Chi Gruppe oder ein Fotografen mit einem Nacktmodell nutzten die Schönheit der Natur.)

Aber jetzt erst einmal ein paar Bilder:

Botanischer Garten

Als tolles Extra gibt es z.Zt. für Shakespearefreunde das Thema „Pflanzen in den Werken von Shakespeare“ und man bekommt passend Textauszüge serviert.

Shakespeare

Ich bin ohne Pause zwei Stunden lustgewandelt und habe gestaunt und die Natur genossen. Kann sein, dass manche Besucher nur mit den Schultern zucken, aber ich bin einfach begeistert von diesem Park mit seinem besonderen Garten.

 

 

 

Regen-Geisblatt-Gartenbank

Ein Haiku zum Thema Regen muss in diesem Monat sein, ich will ja nichts beschönigen…

Die Regentropfen
glitzernd wie Diamanten
doch schnell vergänglich

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Hummeln und Bienen
reger Besuch am Geisblatt
Summen in der Luft

Erschöpft auf der Bank
ein langer Tag im Garten-
ein bisschen Ruhe

Gartenbank

Garteninventur

Nach den vielen Regentagen habe ich mich gestern erstmalig wieder im Garten getummelt. Hauptaufgabe war wegschneiden, wegschneiden, wegschneiden. Aber ich machte auch eine „Inventur“ und musste drei Verluste beklagen. Der Salat war den Schnecken zum Opfer gefallen, der Lavendel wurde ertränkt (und das, nachdem ich ihn in Töpfen über den Winter gebracht habe…) und an einer Stelle hat der Hausmaulwurf mal wieder gewonnen und zwei Pflanzen, die ich vor ca. 4 Wochen eingesetzt hatte, einfach rausgeschmissen. An dieser Stelle wächst nichts, kennt jemand eine Schattenpflanze, die übel duftende Wurzeln hat?

Aber ich hatte gestern auch viel Freude. Geht es Ihnen auch so, dass Sie manche Pflanzen im Garten als selbstverständlich hinnehmen und sich bei anderen besonders freuen, dass sie blühen? Finde ich den Dauerbrennern gegenüber nicht fair, aber mein Herz schlug höher, als ich sah, dass meine erste Strauchfuchsie zu blühen angefangen hat.

In England sieht man Fuchsiensträucher öfter, hier sind sie wegen des Klimas rarer. Ich habe vor 4 Jahren drei Pflanzen an verschiedenen Stellen im Garten ausgepflanzt und bisher immer über den Winter bekommen. Sie blühen bis Oktober und vertragen auch sonnige Zeiten gut.

Fuchsie

Dies ist mein Wettersalbei. Wenn das Wetter schön ist, bleibt er ganz rot, wird das Wetter schlechter, werden die Blüten weiß. Er duftet wunderbar und wird von Bienen sehr geliebt.

Wettersalbei Abends fotografiertimage Mittags fotografiert

Dieses Blümchen heißt Knautia, auch sie ist eine Bienenpflanze. Ihr gilt mein ganzer Respekt, weil sie eigentlich Wiese und viel Sonne liebt und bei mir Halbschatten und schweren Boden bekommt. Vielleicht erkennt sie an, dass ich sie jede Woche dünge?

Knautia

Und dann ist da noch der Cornus kausa, der dieses Jahr erstmalig so prächtig blüht. Die Jahre zuvor spendierte er mal ab und zu eine Blüte, aber dieses Jahr…Im Herbst bekommt er rote Früchte, die ein bisschen nach Mango schmecken, ob diese dann auch so zahlreich erscheinen werden?

Cornus

Bis Donnerstag sollen ja 35 Grad werden, da suche ich mir dann aber lieber ein schattiges Plätzchen…

Bootsste

 

Tierische Zugänge

Am liebsten würde ich jeden Tag über den Garten berichten, über seine Düfte ( z.Zt. duftet es nach Rosen, Baldrian, Salbei, Thymian) oder über seine Veränderungen ( der Fingerhut“startet durch“, ebenso die Kugeldisteln). Aber besonders auffällig sind die tierischen Veränderungen. Im Teich quakt nach vielen Jahren mal wieder ein Frosch, die ersten Libellen wurden gesichtet, Schnecken mit Häuschen gibt es dieses Jahr sehr viele, ein Gimpelpäarchen fühlt sich anscheinend bei uns wohl und die Weisheit ist bei uns jetzt auch eingezogen…?

 Noldes berühmte Eule aus dem Bild
Noldes berühmte Eule 

 

 

Der Mai verabschiedet sich

Hier noch drei Haikus, die zu diesem Monat passen:

Unscheinbar wächst er
sein Duft doch verrät ihn bald-
dort der Waldmeister

Waldmeister

Schönes Ritual-
Maibaum, Tanz in den Mai,
Waldmeisterbowle

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Verblühte Tulpe-
ein seltsames Gebilde,
es verdient Respekt

(Wie kam letztes Haiku zustande? Ich war im Garten von Nolde und beobachtete einen Gärtner, wie er roten verblüten Tulpen ihre Blätter abschlug, es sah auf dem Boden wie ein Blutbad aus. Ich finde Tulpen auch noch in diesem Stadium sehr schön!)

Was hat kalifornischer Mohn mit Fernando Pessoa zu tun?

Dieser Eintrag „bedient“ gleich drei Kategorien. Einmal möchte ich jetzt den kalifornischen Mohn vorstellen, von dem ich im März so viele Ableger gefunden habe. (s. unter „Mein Garten). Er ist entweder gelb oder orange.

Kalifornischer Mohn

Zum andern möchte ich aber noch eine Textstelle anfügen von Fernando Pessoa, dem portugiesischen Dichter.

Pessoa

 

Es gibt ein sehr schönes Buch mit Texten von ihm.

Denken mit Pessoa

Aus diesem Buch stammen folgende Sätze:

Jedes Ding, das wir sehen, sollten wir zum ersten Mal sehen, da es auch tatsächlich das erste Mal ist, daß wir es sehen. Und so ist jede gelbe Blume immer wieder eine neue gelbe Blume, selbst wenn es die wäre, die man als eben die gleiche wie gestern bezeichnen will. Aber weder ist der Mensch derselbe, noch ist die Blume dieselbe. Selbst das Gelb kann nicht dasselbe sein. Es ist schade, daß die Augen der Menschen nicht so beschaffen sind, dies zu begreifen, dann nämlich wären wir alle glücklich.

Ich glaube, dass alle Menschen, die gerne fotografieren, etwas näher an diesem Glück sind, denn ihre Augen sehen öfter näher oder genauer hin und beim Fotografieren erschließt sich ihnen öfter eine neue Welt.

Immer etwas zum Entdecken

Immer etwas zu entdecken
Immer etwas zu entdecken

Vor einigen Jahren besuchte ich mit der Duisburger VHS mehrere Gärten in Holland. Die Spezialität eines Gärtners waren Schalen mit Holz, Steinen und Steingartenpflanzen. Er hatte kleine „Gartenwelten“ erschaffen und diese faszinierten mich, denn man konnte in den Schalen viele Details entdecken. Heute habe ich auch ein paar Schalen (solche Schalen zu gestalten kann fast ein bisschen süchtig machen) und sitze mit meinem Fotoapparat immer wieder davor.

Kurze Ode an ein Zitronentörtchen

Zitronentörtchen

Heute bekam ich ein Zitronentörtchen geschenkt-
etwas ganz Feines.
Es sah so perfekt und schön aus und sein Duft hatte
etwas ganz Reines.
Zunächst wollte ich es gar nicht essen,
doch dann war das Zaudern doch bald vergessen.
Mein Alltag war heute ziemlich grau und meine Seele auch ein bisschen rau.
Ich biss hinein.
Himmlische Erinnerungen- Frankreich, Sonne, freie Tage…
Liebes Zitronentörtchen, Du hast Deine Mission erfüllt- ganz ohne Frage!

L.B.