Mein Liebling im Garten

Schon lange gab es von mir keine neuen Nachrichten aus dem Garten. Heute stelle ich Ihnen meine Lieblingspflanze in diesem Jahr vor.

Es ist die Agastache, auch Duftnessel genannt. Sie duftet ein bisschen nach einer Mischung aus Pfefferminze und Anis und dank ihr hatte ich viele Gartenbesucher: Bienen, Schmetterlinge und nachts viele kleine weiße Falter, die wie Blüten auf der lila Blüten aussahen. Die Pflanze steht bei mir im Halbschatten, sie bekommt ca. 3 Stunden Mittagssonne.  Weitere Pluspunkte: Ihre Blätter zeigen an, wann sie gegossen werden muss und man kann die Blätter auch zum Würzen nehmen. 

Doppellebewesen in Rheinhausen

Vorletzte Woche nahm ich an einer Führung von der Duisburger VHS teil, deren Inhalt so spannend war, dass man gut einen Krimi schreiben könnte. Oder einen Science Fiction Roman. Oder eine Piratengeschichte. Es ging u.a um Parmelia sulcata, Xanthoria parietina oder Hypogymnia physodes und hier fing alles an:

Der Parkplatz vor dem Toepperhallenbad

Die Teilnehmer der Führung gruppierten sich in 2 Stunden um 2 Bäume und hörten Herrn Dr. Randoph Kricke zu, der über diese Doppellebewesen referierte:

Ja, es handelt sich um Flechten. Warum Doppelwesen? Außen sieht man die Flechte, einen Pilz, innen lebt eine Alge. Eine fast immer perfekte Symbiose, denn die Flechte schützt die Alge vor Angreifern wie z.B. Schnecken, dafür muss die Alge aber auch Schutzgeld in Form von Zucker an die Flechte abgeben. Manche Flechten übertreiben es allerdings mit ihren Zuckerforderungen und dann türmt die Alge, sofern genügend Stickstoff vorhanden ist.

Weltweit gibt es ca. 25000 Flechtenarten, in NRW ca. 200, im Ruhrgebiet z.Zt. ca. 50. Dies war im 19. Jahrhundert schon einmal besser (ca. 250 Arten), während der Hochzeit des Kohlebergbaus fand man im Ruhrgebiet nur noch 5 Arten.

Die Flechten sind somit ein Indikator für die Luftqualität, aber zeigen auch noch andere Qualitätsmerkmale für eine intakte Umwelt an. Außerdem schützen sie Bäume oder Steine und sollten deshalb auch im Garten nicht entfernt werden.

Alle Teilnehmer waren sich nach zwei Stunden darüber einig, dass Flechten ein sehr spannendes Thema sind und man in eine fremde Welt eintaucht, sieht man sich Flechten einmal genauer an und beschäftigt sich mit ihnen. Deshalb schreibe ich an dieser Stelle auch nicht mehr und empfehle Ihnen lieber, mal eine Führung mitzumachen. Oder falls Sie jetzt schon Interesse haben und Flechten entdecken möchten: Der archäologische Park in Xanten ist fast schon ein Eldorado, da beim Bau der verschiedenen Parkteile verschiedene Arten von Steinen benutzt wurden und sich deshalb viele verschiedene Flechten (die z.T. sogar auf der Roten Liste stehen) hier wohl fühlen.

 

Gartenerde ohne Torf- geht doch!

Ich gebe zu, dass ich mir beim Einsatz von Gartenerde bisher zu wenige Gedanken gemacht habe. Aber ein Zeitungsartikel führte mir ein Problem deutlich vor Augen. Achten Sie beim Kauf von Gartenerde darauf, dass diese ohne Torf ist? Bitte tun Sie es, denn der abgebaute Torf ist für immer weg und damit auch der Moor-Lebensraum für diverse Pflanzen und Tiere. Deutsche Moore gibt es immer weniger…

Hier geht es zu einer Liste von Firmen, die u.a. torffreie Gartenerde anbieten, z.B. Rewe, Plus, Hornbach, Obi oder toom und es werden ausführlich die Auswirkungen des Torfabbaus beschrieben.

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/naturschutz/naturschutz_einkaufsfuehrer_torffreie_erden.pdf

Haben die Museumsbetreiber einen Vertrag mit einem Optiker?

Letzten Freitag hatte ich ein paar Stunden frei und wollte mich im Garten austoben. Das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Da ich nun aber schon ganz auf Garten eingestellt war, entschloss ich mich, nach Benrath zu fahren und mir das „Museum für europäische Gartenkunst“ anzusehen. 

Das Museum ist im linken Seitenflügel des Schlosses untergebracht, (Eintrittskarten gibt es nur im rechten Schlossflügel! 6 Euro). Ich war die einzige Besucherin und fing frohgemut im ersten Raum an, mir Ausstellungsstücke und Zitate zum Thema Paradies anzusehen, bzw. zu lesen. Noch ahnte ich nicht, dass ich ab dem zweiten Raum eine Taschenlampe hätte mitbringen sollen. Die Fensterläden waren geschlossen, nur kleine Strahler leuchteten weitere Exponate aus. Waren diese so wertvoll, dass sie kein Regen-Tageslicht vertrugen? Ich gab schnell auf, die kleinen Beschriftungstafeln auch lesen zu wollen, denn meine Augen waren mir wichtiger. So machte ich einen unbefriedigenden Schnelldurchlauf durch die Geschichte der Gartenkunst (diese hörte allerdings auch schon mit dem englischen Landschaftsgarten auf) und ging in die obere Etage. Hier wurden mit Nummern verschiedene Rundwege angezeigt, ob die Rundwege verschiedene Themen beinhalten, konnte ich nicht ausfindig machen. So streunerte ich von einem Raum zum anderen, der rote Faden war „Alles was noch zum Thema Garten gehört“, wie z.B. bedruckte Stoffe mit Blumenmotiven, Duftproben (die z.T. schon altersbedingt ihren Duft verloren hatten), Gemüseanbau, Samen sammeln und vieles mehr. Hier war die Ausleuchtung besser und ich verbrachte etwas mehr Zeit. Aber auch nicht viel, denn die Lautstärken mehrerer Videoinstallation schallten durch alle Räume und waren nervig. 

Ich ging recht frustriert zum Ausgang zurück und wollte die beiden Herren, die zuvor an der Kasse gesessen hatten, auf das mangelnde Licht ansprechen. Jetzt war die Kasse verwaist…

Einen Hinweis bekam ich ein bisschen später, als ich mich spontan noch mit einem Bekannten und dessen Frau in Benrath traf. Als ich ihnen von meinem Besuch erzählte war die erste Reaktion: „Ach, da hatten die mal wieder keine Lust, die Fensterläden aufzumachen…“. Der Bekannte ist im Förderverein der Benrather Schlossmuseen (es gibt noch ein Naturkundemuseum) und berichtete über unerfreuliche Zustände, die ihn auch zum Austritt aus dem Verein veranlassen.

Sooo schade! Wenn Sie nach Benrath kommen, halten Sie sich an den Park, vielleicht auch noch ans Schloss, aber heben Sie sich Ihre Museumslust für andere Museen auf.

Damit dies kein Bericht ist, der miese Stimmung verursacht, hier noch ein Foto von Ron, dem Gartenzwerg. Ron ist ein Mann, der als Gartenzwerg in einer englischen Kleinstadt lebt und nie (!) seine Zipfelmütze abnimmt. Ich liebe die Engländer…

 

 

Recycling

Diese Art, Plastikflaschen umzugestalten, entdeckte ich letztes Jahr bei einem Spaziergang in einem Küchenfenster. Man hatte einen Minikräutergarten angelegt und ich fand die Idee witzig. So bastelte ich mir auch ein paar „Hängetöpfe“ und säte vor ca. 3 Wochen in ihnen Kapuzinerkresse und Wicken aus. Beide Pflanzen können an den Bindfäden schön entlang ranken und ich plane, die Flaschen im Garten an den Plätzen aufhängen, wo es noch ein bisschen bunter sein darf. Wenn die ersten Blüten kommen, zeige ich Ihnen das Ergebnis.

Aussaattage

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich schon vor 2 Wochen posten, aber es kam immer wieder etwas dazwischen. So kann ich aber am Ende jetzt schon Ergebnisse zeigen…

Jedes Jahr nehme ich mir vor, keine Blumen auszusäen, da letztendlich doch immer welche übrig bleiben. Doch weil meine kleine Pflanzentauschbörse ganz gut anläuft, bin ich wieder schwach geworden…

Aus der Fernsehsendung „Querbeet“ vom Bay. Rundfunk habe ich den Tipp berherzigt und die Töpfe nicht wie bisher komplett mit Aussaaterde gefüllt, sondern nur das obere Drittel. Unten kommt normale Erde für Gartenpflanzen hinein. 

Mal sehen, was die Samen davon halten.

Ergebnis nach 2 Wochen, die Töpfe standen auf einem Fensterbrett auf der Ostseite:

 

So konnte ich dann auch das Angebot bei meiner kleinen Pflanzentauschbörse erweitern. (Siehe bei den Kategorien).

Ich habe noch weitere Blumen ausgesät, allerdings in ganz anderen Töpfen. Wie diese aussehen und was ich damit vorhabe, erzähle ich nächste Woche.

Selten, aber es kommt vor

In meinem Bücherleben habe ich schon viele Bücher gelesen, die ich toll fand und die teilweise immer noch wichtig für mich sind. Sehr selten kam es aber bisher vor, dass ich beim Lesen den Eindruck gewann, dass der Autor/die Autorin eines Buches eine Art Seelenverwandschaft mit mir hat. Nun habe ich einen dritten Autoren gefunden…

Meir Shalev schreibt nicht nur über seinen Wildgarten mit seinen Entdeckungen, Versuchen, Lieblingsblumen, Tierbekanntschaften, traurigen und lustigen Momenten, sondern er spannt immer wieder Bögen zu anderen Themen, wie beispielsweise zur hebräischen Sprache, der in Israel vertretenen Religionen oder zu der aktuellen politischen Lage. Er reflektiert Episoden in seinem Leben und nimmt sich dabei auch manchmal nicht ganz ernst. So ist dies nicht das einhundertachtundfünfzigste Gartentagebuch auf dem Büchermarkt, sondern es ist mehr. (Nicht zu vergessen die zauberhaften Illustrationen im Buch, die zu eine besonderen Stimmung beitragen).

Seine Liebe zur und Demut vor der Natur, seine Neugierde, seine feinen Antennen, auch in kleinsten Dingen etwas Besonderes zu sehen und zu beobachten, machen mir Herrn Shalev sehr sympathisch. Und das alles bietet er in einem Schreibstil, bei dem immer wieder feiner Humor und auch Ironie aufblitzt.

Meir Shalev hat bereits diverse hochgelobte Romane, Kinder- und Sachbücher geschrieben. Ich bekenne, ich habe bisher noch kein anderes Buch von ihm gelesen, werde das jetzt aber nachholen und freue mich darauf „wie Bolle“.