Rauf aufs Fahrrad!

Ich bin keine Freundin von Groß-Gruppen-Radfahren und deshalb habe ich letzte Woche den Zeitungsartikel über das Duisburger Stadtradeln übersprungen, da ich dachte, es ginge um ein solches Gruppenevent. Nun machte eine Freundin mich darauf aufmerksam. Sie nimmt seit 3 Jahren schon in Düsseldorf am Stadtradeln teil und meinte, dass das doch etwas für meinen Blog sei. Recht hat sie! Bevor ich nun aber alles zu diesem Thema erkläre, bitte lesen Sie selbst den Text und schwingen Sie sich aufs Rad, egal ob Sie nun in Duisburg, Düsseldorf oder in einer anderen Stadt wohnen, in der diese Aktion durchgeführt wird.

https://www.stadtradeln.de/duisburg/

Ja, und weil ich in dieser Woche noch gar keinen musikalischen Beitrag geboten habe, singt nun Queen „Bicycle Race“…

 

Crowdfunding Nr. 2

Am 1. August letzten Jahres erzählte ich Ihnen unter “Keine chemischen Keulen mehr im Haushalt“ von meiner Premiere, bei einem Crowdfundingprojekt mitzumachen. (Siehe unten Link zum Artikel). Es ging um umweltschonende und geldsparende Putzmittel. Dieses Projekt kam zustande und so erhielt ich kurz vor Weihnachten die Zutaten für einen Sauberkasten.

Zutaten, Messutensilien und Rezepte, im Hintergrund die Flaschen zum Abfüllen

Neben den Zutaten gibt es noch diverse Anleitungen für Mischungen, um z.B. selbst einen Allzweckreiniger, Spül- oder  Waschmittel herzustellen. Ich habe angefangen, die selbstgemixten Putzmittel zu testen und bin bisher sehr angetan. Allzweckreiniger und Mittel für die Geschirrspülmaschine sind topp. Das Mittel für die Waschmaschine habe ich erst bei normal schmutziger Wäsche ausprobiert, aber das funktionierte auch.  Die Glas,-WC und Bodenreinigungsmittel kommen in den nächsten Tagen dran, ich möchte erst noch die „Altlasten“ aufbrauchen.

Demnächst beim Putzen keine chemischen Keulen mehr einsetzen zu müssen, ist ein guter Start ins neue Jahr. Außerdem vermeidet man Verpackungsmüll, denn die Behälter für die eigenen Mixturen benutzt man ja immer wieder und die Zutaten vom Sauberkasten werden alle in recycelbaren Verpackungen geliefert. Dass man mit der Teilnahme an dem Crowdfundingprojekt junge engagierte Leute unterstützt hat, war ein gutes Gefühl. Ja und dann ist da noch der spröde Mammon: Man spart wirklich richtig Geld!

Doppellebewesen in Rheinhausen

Vorletzte Woche nahm ich an einer Führung von der Duisburger VHS teil, deren Inhalt so spannend war, dass man gut einen Krimi schreiben könnte. Oder einen Science Fiction Roman. Oder eine Piratengeschichte. Es ging u.a um Parmelia sulcata, Xanthoria parietina oder Hypogymnia physodes und hier fing alles an:

Der Parkplatz vor dem Toepperhallenbad

Die Teilnehmer der Führung gruppierten sich in 2 Stunden um 2 Bäume und hörten Herrn Dr. Randoph Kricke zu, der über diese Doppellebewesen referierte:

Ja, es handelt sich um Flechten. Warum Doppelwesen? Außen sieht man die Flechte, einen Pilz, innen lebt eine Alge. Eine fast immer perfekte Symbiose, denn die Flechte schützt die Alge vor Angreifern wie z.B. Schnecken, dafür muss die Alge aber auch Schutzgeld in Form von Zucker an die Flechte abgeben. Manche Flechten übertreiben es allerdings mit ihren Zuckerforderungen und dann türmt die Alge, sofern genügend Stickstoff vorhanden ist.

Weltweit gibt es ca. 25000 Flechtenarten, in NRW ca. 200, im Ruhrgebiet z.Zt. ca. 50. Dies war im 19. Jahrhundert schon einmal besser (ca. 250 Arten), während der Hochzeit des Kohlebergbaus fand man im Ruhrgebiet nur noch 5 Arten.

Die Flechten sind somit ein Indikator für die Luftqualität, aber zeigen auch noch andere Qualitätsmerkmale für eine intakte Umwelt an. Außerdem schützen sie Bäume oder Steine und sollten deshalb auch im Garten nicht entfernt werden.

Alle Teilnehmer waren sich nach zwei Stunden darüber einig, dass Flechten ein sehr spannendes Thema sind und man in eine fremde Welt eintaucht, sieht man sich Flechten einmal genauer an und beschäftigt sich mit ihnen. Deshalb schreibe ich an dieser Stelle auch nicht mehr und empfehle Ihnen lieber, mal eine Führung mitzumachen. Oder falls Sie jetzt schon Interesse haben und Flechten entdecken möchten: Der archäologische Park in Xanten ist fast schon ein Eldorado, da beim Bau der verschiedenen Parkteile verschiedene Arten von Steinen benutzt wurden und sich deshalb viele verschiedene Flechten (die z.T. sogar auf der Roten Liste stehen) hier wohl fühlen.

 

Gartenerde ohne Torf- geht doch!

Ich gebe zu, dass ich mir beim Einsatz von Gartenerde bisher zu wenige Gedanken gemacht habe. Aber ein Zeitungsartikel führte mir ein Problem deutlich vor Augen. Achten Sie beim Kauf von Gartenerde darauf, dass diese ohne Torf ist? Bitte tun Sie es, denn der abgebaute Torf ist für immer weg und damit auch der Moor-Lebensraum für diverse Pflanzen und Tiere. Deutsche Moore gibt es immer weniger…

Hier geht es zu einer Liste von Firmen, die u.a. torffreie Gartenerde anbieten, z.B. Rewe, Plus, Hornbach, Obi oder toom und es werden ausführlich die Auswirkungen des Torfabbaus beschrieben.

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/naturschutz/naturschutz_einkaufsfuehrer_torffreie_erden.pdf

Ein Reparatur-Cafe für Rheinhausen

Diese Info bekam ich gestern zugeschickt. Leider bin ich nicht handwerklich geschickt, doch möchte ich diese Aktion wenigstens durch das Veröffentlichen an dieser und an anderen Stellen unterstützen.

Wegwerfen? Denkste – lieber reparieren!

In Kooperation mit Nachbarn Helfen – Nachbarschaft Friemersheim e.V. und dem Friemersheimer Bündnis, wollen wir im Ortsteil Friemersheim ein Repair Cafe / Reparatur Café gründen. Da kann Jedermann//Frau 1x im Monat kleine Geräte zur Reparatur bringen bzw. Tipps und Anregungen zum do it yourself erhalten, statt sie wegzuwerfen.

Dazu braucht es auch in Friemersheim freiwillige EhrenamtlerInnen, die handwerkliches Geschick und einmal im Monat 3 Stunden Zeit mitbringen.
Ein erstes Kennenlernen der Akteure und Interessierten findet am 10.08.2016, um 14:30 Uhr, in den Räumen des DRK auf der Kaiserstraße 51a in 47229 Duisburg, statt.

Am 26.8. 2016 bieten wir für die Ehrenamts-Interessenten eine gemeinsame Fahrt zum Repair Café nach Ruhrort an.

Geplant ist es, das Repair Café an jedem 1. Mittwoch im Monat von 14:30 – 17:30 Uhr zu öffnen. Der Start ist am 05.10.2016, um 14:30 Uhr.

Wer hat Lust dazu?

Bei Interesse und weiteren Fragen wenden sie sich bitte an:
Tanja Heidtmann
sankt-josef
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gemeinnützige GmbH
Bismarckstr. 69a
47229 Duisburg

Tel: 020 65/99 59 28
Fax: 020 65/99 59 19

Tanja.heidtmann@sankt-josef.de
http://friemersheimer-buendnis.de

Wer mal schauen will, wie das in
Ruhrort funktioniert, kann sich unter www.repaircafe@cgduisburg.de informieren

Tosende Stille-tosendes Unbehagen

Vor ein paar Tagen stand erneut in der Zeitung, dass Pottwale gestrandet seien und man in ihrem Mägen sehr viel Plastikmüll gefunden hätte. Der Artikel erinnerte mich an das Buch, das ich letzten Monat gelesen und über dessen Inhalt ich mich ziemlich aufgeregt habe. Eigentlich wollte ich es nicht besprechen, die Tatsache, dass es mir jetzt wieder in Erinnerung kam, zeigte mir aber, dass das Buch wenigstens eine gute Seite hat. Deshalb nun doch ein paar Worte zu diesem Buch:

Tosende Stille Atlantiküberquerung

Worum geht es?

Janice Jakait hat 2011 in 90 Tagen als erste deutsche Frau alleine in einem Ruderboot 6500 km zurückgelegt. Sie ruderte für OceanCare, einer Umweltorganisation, die unermüdlich versucht, die Welt auf den Plastikmüll in den Meeren aufmerksam zu machen. Die Medien berichteten damals ausführlich über die Autorin und somit auch über OceanCare. Bis hierhin finde ich alles gut, aber der Rest…

Janice Jakait erzählt, wie sie 10 Jahre vergeblich nach dem Sinn des Lebens geforscht hat und nun eine Herausforderung suchte, die ihr Klarheit bringen sollte. Die Idee des Ruderns kam da eher zufällig. Sie hatte bis dahin nicht soo viel mit dem Rudern zu tun gehabt und ging dann als Kettenraucherin und jemand, der immer wieder Migräneanfälle bekommt, an den Start. Das war alles nicht so einfach und ihre Klagen sind vielfältig. Bereits nach wenigen 100 Seemeilen gab es dann auch noch technische Probleme, die darin ausuferten, dass das Boot beim Rudern extrem laut war und sie bald verrückt geworden wäre. Extreme Verbrennungen dank Sonneneinstrahlung kamen noch dazu, ebenso Stürme auf See und gefährliche Stunden, als sie in ihrem kleinen Ruderboot von Riesenfrachtern oder Schleppschiffen fast mal übersehen wurde ( z.B. in der Straße von Gibraltar, oh Wunder).

Der Schreibstil des Buches ist einfach, es wird ordentlich geflucht, aber das passt natürlich auch zu den extremen Situationen. Auch wird natürlich von schönen Momenten berichtet, wie sie z.B. sehr lange von einem Seevogel, einem Wal oder Delfinen begleitet wird. Meiner Meinung zu kurz sind die Passagen, in denen sie über OceanCare schreibt, deren Arbeit sie unterstützen will, aber das ist sicher noch Geschmackssache.

Was mich beim Lesen aber sehr gestört hat ist der Egoismus dieser Autorin.

Die Leistung, dass trotz allen Widrigkeiten, Janice Jakait durchgehalten hat, verdient sehr großen Respekt, aber ich finde das ganze Projekt höchst unverantwortlich gegenüber anderen und gegenüber ihrer eigenen Person. Und wenn sie dann noch in ihrem Buch beschreibt, wie hunderte von fliegenden Fischen auf ihrem Boot landeten und verendeten, dann wird das eine Ziel, etwas für die Umwelt zu tun, ad absurdum geführt.

Und hat sie den Sinn des Lebens gefunden? Sie gibt jetzt zwar Seminare für ein sinnerfülltes Leben (den Augenblick genießen, nicht so hohe Ansprüche an sich und andere stellen, alles wird sich finden), ich bin mir da nicht so sicher, denn sie plant weitere Extremexpeditionen…

Ich glaube, das ist bisher meine längste Buchbesprechung, höchstwahrscheinlich, weil ich mich immer noch aufrege…