Recycling

Diese Art, Plastikflaschen umzugestalten, entdeckte ich letztes Jahr bei einem Spaziergang in einem Küchenfenster. Man hatte einen Minikräutergarten angelegt und ich fand die Idee witzig. So bastelte ich mir auch ein paar „Hängetöpfe“ und säte vor ca. 3 Wochen in ihnen Kapuzinerkresse und Wicken aus. Beide Pflanzen können an den Bindfäden schön entlang ranken und ich plane, die Flaschen im Garten an den Plätzen aufhängen, wo es noch ein bisschen bunter sein darf. Wenn die ersten Blüten kommen, zeige ich Ihnen das Ergebnis.

Aussaattage

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich schon vor 2 Wochen posten, aber es kam immer wieder etwas dazwischen. So kann ich aber am Ende jetzt schon Ergebnisse zeigen…

Jedes Jahr nehme ich mir vor, keine Blumen auszusäen, da letztendlich doch immer welche übrig bleiben. Doch weil meine kleine Pflanzentauschbörse ganz gut anläuft, bin ich wieder schwach geworden…

Aus der Fernsehsendung „Querbeet“ vom Bay. Rundfunk habe ich den Tipp berherzigt und die Töpfe nicht wie bisher komplett mit Aussaaterde gefüllt, sondern nur das obere Drittel. Unten kommt normale Erde für Gartenpflanzen hinein. 

Mal sehen, was die Samen davon halten.

Ergebnis nach 2 Wochen, die Töpfe standen auf einem Fensterbrett auf der Ostseite:

 

So konnte ich dann auch das Angebot bei meiner kleinen Pflanzentauschbörse erweitern. (Siehe bei den Kategorien).

Ich habe noch weitere Blumen ausgesät, allerdings in ganz anderen Töpfen. Wie diese aussehen und was ich damit vorhabe, erzähle ich nächste Woche.

Selten, aber es kommt vor

In meinem Bücherleben habe ich schon viele Bücher gelesen, die ich toll fand und die teilweise immer noch wichtig für mich sind. Sehr selten kam es aber bisher vor, dass ich beim Lesen den Eindruck gewann, dass der Autor/die Autorin eines Buches eine Art Seelenverwandschaft mit mir hat. Nun habe ich einen dritten Autoren gefunden…

Meir Shalev schreibt nicht nur über seinen Wildgarten mit seinen Entdeckungen, Versuchen, Lieblingsblumen, Tierbekanntschaften, traurigen und lustigen Momenten, sondern er spannt immer wieder Bögen zu anderen Themen, wie beispielsweise zur hebräischen Sprache, der in Israel vertretenen Religionen oder zu der aktuellen politischen Lage. Er reflektiert Episoden in seinem Leben und nimmt sich dabei auch manchmal nicht ganz ernst. So ist dies nicht das einhundertachtundfünfzigste Gartentagebuch auf dem Büchermarkt, sondern es ist mehr. (Nicht zu vergessen die zauberhaften Illustrationen im Buch, die zu eine besonderen Stimmung beitragen).

Seine Liebe zur und Demut vor der Natur, seine Neugierde, seine feinen Antennen, auch in kleinsten Dingen etwas Besonderes zu sehen und zu beobachten, machen mir Herrn Shalev sehr sympathisch. Und das alles bietet er in einem Schreibstil, bei dem immer wieder feiner Humor und auch Ironie aufblitzt.

Meir Shalev hat bereits diverse hochgelobte Romane, Kinder- und Sachbücher geschrieben. Ich bekenne, ich habe bisher noch kein anderes Buch von ihm gelesen, werde das jetzt aber nachholen und freue mich darauf „wie Bolle“.

Zwei auf einen Streich + leckere Marmelade

Am 14. September letzten Jahres berichtete ich Ihnen unter dem Motto „Ein bisschen Toskana gleich um die Ecke“ von der Gärtnerei Janke in Hilden. Ich war damals hin und weg und nahm mir vor, diese Gärtnerei mindestens 1x /Jahreszeit zu besuchen. Vorletzte Woche war es soweit und ich machte mich zusammen mit einer Bekannten auf nach Hilden. Da wir zu früh ankamen (Keine Staus… -Öffnungszeit 10 Uhr), fuhren wir noch ein bisschen in der Gegend herum und entdeckten dabei 500 m weiter auf der Straße eine zweite Gärtnerei (Gärtnerei Wächter). Sie hatte schon geöffnet, so sahen wir uns um und stießen beglückt auf ein umfangreiches Angebot an Kräutern. Sehr gute Qualität, vernünftige Preise und es waren ganz außergewöhnliche Pflanzen dabei, deren Namen wie beide noch nie gehört hatten. Auch das andere Pflanzenangebot war umfang-und abwechslungsreich, so dass wir einen Teil unseres Blumenbudgets hier schon unerwartet ausgaben.

Doch jetzt erst einmal ein paar Fotos von der zweiten Gärtnerei. Die Gärtnerei zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass ihr ein Park angeschlossen ist. So sieht er z.Zt. aus:

Man findet an den Wegen zig verschiedene Arten von Christrosen, Narzissen und anderen Frühblühern. Besonders fielen uns auch die stehengebliebenen Samenstände auf, die durch ihre Strukturen fast wie Skulpturen aussahen. In der Sonne dort spazieren zu gehen und danach noch einen Kaffee zu trinken war erneut wie ein paar Stunden Urlaub. Natürlich kauften wir auch hier noch ein paar Pflanzen, man findet besondere Stauden, aber auch ausgefallene Schnittblumen (z.B. seltene Tulpenschönheiten). Und das i-Tüpfelchen sind dann noch die selbst produzierten Marmeladen mit dicken Fruchtstücken und wenig Zucker (vergleicht man sie mit anderen Marmelade-Produkten). Soooo lecker!

Ich werde wohl im Mai/Juni wieder nach Hilden fahren, um mir dann z.B. die mit Clematis umrankten Pappeln anzusehen und… Marmelade zu kaufen. Der Park wird dann schon ein bisschen mehr so aussehen:

Und weil ich dann schon mal da bin, besuche ich die Gärtnerei Wächter natürlich auch. Zwei auf einen Streich…

Gartenmomente

Am Mittwoch war ja der Gartentag schlechthin, natürlich fiel mir da auch das Ein oder Andere auf:

Der Moment…

wenn man den ersten Mückenstich im neuen Jahr spürt

wenn man nicht mehr 50-Liter-Säcke Erde ins Auto stemmen kann, sondern sich mit einem 30-Liter-Sack begnügen muss

wenn man im Nachbargarten das erste Handygespräch im neuen Jahr zwangsweise mithört

wenn man zum ersten Mal wieder den intensiven Duft der Zaubernuss erlebt

wenn die winterharte Gartenliege sirenenhaft lockt und man seine Herbstfaulheit jetzt abarbeiten muss

wenn man nach vollbrachtem Werk draußen in der Sonne Kaffee trinken kann

80% Liebe, 20% Verdruss

So ist mein Verhältnis zu Fischreihern. Vor ein paar Tagen entdeckte ich zufällig diesen Besucher in unserem Garten:

Reiher

Ich finde, dass Reiher tolle Vögel sind, aber nicht in der Nähe unseres Gartenteiches, in dem ein paar Goldfische schwimmen(=die 20%)! Also verjagte ich ihn. Das interessierte ihn aber gar nicht, eine halbe Stunde später war er wieder da, jetzt noch dreister, direkt am Teichrand stehend.

Reiher2

Ich konnte unsere Fische noch einmal retten und fühlte mich danach bemüßigt, im Internet nachzulesen, welche Möglichkeiten der Reiherabschreckung es gibt. Dabei entdeckte ich dann dieses sehr passende Gedicht:

Der Reiher

Wenn spazieren geht der Reiher,
Denkt er über Manches nach:
Ob sich’s besser fischt am Weiher
Oder besser noch am Bach.

Endlich hat er sich entschlossen,
Geht zum Weiher hin und fischt,
Und da weilt er unverdrossen,
Bis er einen Fisch erwischt.

Warten, das versteht er prächtig,
Langeweile kennt er nicht;
Was er thut, er thut’s bedächtig,
Und Geduld ist seine Pflicht. –

Willst du irgendwas erringen,
Lern vom Reiher mancherlei,
Und Geduld vor allen Dingen
Bestens dir empfohlen sei.

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich, Kinderlieder, hg. von Lionel von Donop, HildesheimNew York: Georg Olms Verlag 1976
Quelle

Dungeness- nur etwas für Individualisten

Heute stelle ich eine Landschaft vor, die sehr außergewöhnlich ist, sie liegt im Südosten Englands. Wann immer ich in den letzten Jahren in England war, habe ich Dungeness mit meinem Fotoapparat besucht. Besonders angetan hat es mir dort ein Garten, den ich hier gerne vorstellen möchte:

 

Mit Moos was los im Garten

Momentan bietet der Garten ja nicht so viel Abwechslung, doch ich fand noch ein Thema dank eines faszinierenden Zeitungsartikels. In dem Artikel wurde über die verschiedenen Arten von Moosen geschrieben (z.B. Glas-Haarmützenmoos, Blattloses Koboldmoos oder weiches Kamm-Moos- drei von ca. 16000 bekannten Arten). Moose gibt es auf der Erde seit ca. 400 Millionen Jahren(!), also sah ich mal nach, ob ich in meinem Garten lebendige Fossilien habe. Und ich wurde fündig:

Moos 2Moos 1

Beim Spazierengehen entdeckte ich dann noch zwei Arten, die auch anders aussahen. Mit den Fingern vorsichtig über die Moose zu streichen oder ein bisschen zu tuffen wie Katzenpfötchen auf einer Decke ist was Schönes.

Moos 3 dsc_6629

Wen wundert es- auch Moosarten sind vom Aussterben bedroht, z.B. durch den Abbau der Torfmoore oder durch die Verringerung der Feuchtgebiete durch Zubetonierung. 

Moose sind jetzt auf meinem „Radarschirm“ und ich bin gespannt, welche Arten ich noch auf zukünftigen Spaziergängen entdecken werde. Im Garten werde ich jetzt achtsamer und respektvoller mit ihm umgehen-versprochen!