Johnny Depp und der Bunnyman

Meinen Beitrag „Wenn Düfte zu Farben werden-Teil 2“ muss ich leider verschieben, er erscheint voraussichtlich am Montag. Durch ein Update von Word Press sind Anfang der Woche meine Seiten stark durcheinander geraten und der Schaden ist leider immer noch nicht komplett behoben.

Stattdessen gibt es heute noch einen Tipp fürs Wochenende:

Vor Wochen besuchten wir in Köln ein Konzert mit der Gruppe „Hollywood Vampires“, zu der u.a. auch Johnny Depp gehört. Bis dahin kannte ich ihn nur als Schauspieler und wusste nicht, dass er sich eigentlich als professioneller Musiker sieht, der mit der Schauspielerei nur Geld verdient, um seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Er spielte auf dem Konzert Gitarre und sang neben Alice Cooper einige Lieder. Die Hollywood Vampires interpretieren bekannte Lieder beispielsweise von David Bowie, Velvet Underground, Metallica oder The Doors neu. Uns gefiel dieses Konzert ausgesprochen gut, Johnny Depp beeindruckte uns mit seinem Können und wir mussten unsere eher gleichgültige Meinung ihm gegenüber korrigieren.

In der Woche des Konzerts besuchte Johnny Depp auch Schloss Benrath in Düsseldorf.

Hier eröffnete er die Ausstellung mit seinen Bildern, denn auch die Kunst ist seine Passion. Am Montag sahen wir diese Ausstellung und waren erneut überrascht. Johnny Depp kann etwas. Er hat sich mit verschiedenen künstlerischen Techniken auseinandergesetzt und seine Bilder zeigen Nachdenklichkeit und Sensibilität.
Die Schlossräume in Kombination mit dem Bildern waren für mich ein besonderes Ausstellungserlebnis. Noch bis zum 27. September kann die Ausstellung besucht werden, man muss sich online anmelden:https://tickets.schloss-benrath.de/event/the-art-of-johnny-depp-kopie-kti1xn

Hier ein paar Eindrücke:

Das ist der „Bunnyman“. Er erscheint Johnny Depp immer wieder in Träumen und steht für das Gute. Als vor Jahren sein Sohn ihm erzählte, dass er auch von einem Hasenmann träume, nahm Depp das zum Anlass, die Traumfigur als Motiv für zahlreiche Bilder zu nehmen.

Führung durch verborgene Schlossräume

Am Samstag nahmen wir in Düsseldorf an einer besonderen Führung teil. So wurde sie beworben:
Sie möchten während Ihres Schlossbesuchs nicht nur die Prunkräume besichtigen, sondern auch die Dienergänge, Keller und Kanäle sehen? Unser Vermittlerinnen-Team gewährt in dieser Führung Einblick in das Alltagsleben und die Wege der Dienerschaft. Welche Wege musste man nehmen, um von Ost nach West zu kommen? Wo waren die Räume für den praktischen Bedarf? Außerdem erfahren Sie Interessantes über das unterirdische Wasserleitsystem: was hat das alles mit der Itter zu tun und wie gelangte das Abwasser mit den Fäkalien nach draußen? Kluge Verbindungen und verzweigte Gänge sorgen für Erstaunen darüber, was sich der Architekt beim Bau des Schlosses so alles hat einfallen lassen… Auch echte Schlosskenner:innen dürfen sich hier noch überraschen lassen.

Unten links: Warum gibt es über den Kleiderschränken eine Luke, hinter der sich ein Gang befand? Hier mussten Bedienstete mit einer Kerze hinein krabbeln und den Fußboden der Etage über ihnen kontrollieren, denn es bestand die Gefahr, dass der Holzboden schimmelte. Unten rechts: Wohin führt diese steile Treppe- die Auflösung findet sich am Ende des Textes.

Auszug aus Wikipedia: Denn hinter den Fassaden verbirgt sich in vier Geschossen (plus Keller) ein raffiniert durchkomponiertes System von 80 Räumen, zwei Lichthöfen und sieben Treppenhäusern. Dies erzeugte einen Überraschungseffekt, wie er in der barocken Bau- und Gartenkunst schon vorher beliebt war: Besucher sollten erst im Innern die Geräumigkeit bemerken.

Wir stiegen aber nicht nur Stufen rauf und runter, um den Wegen der Dienerschaft und den Abwasserkanälen unter dem Schloss zu folgen, sondern wir besuchten auch die Gästezimmer, die der Kurfürst für seine Gäste eingerichtet hatte.

Die Einrichtungen der vier Gästezimmer, waren unterschiedlich üppig. Wichtige Gäste kamen pompöser unter als Gäste, die der Kurfürst nicht so mochte. Man achte auf die empfindlichen Holzböden, darunter krochen die Diener entlang.

Blicke über das Schlossdach wurden uns auch gestattet. Hier sah man die beiden Lichthöfe, die möglichst viel Sonnenlicht in die Räume leiten sollten, um Taler für Kerzenlicht zu sparen.

Haben Sie geraten, welches Schloss wir besuchten?

Diese Tour (75 Minuten) wird in Schloss Benrath angeboten. Anschließend sahen wir uns noch die Prunkräume des Schlosses an und wärmten uns danach im Schlosscafé auf.

Oben der prachtvolle Tanzsaal. Doch wo sitzt das Orchester?
Unten: Auch die anderen Räume waren sehenswert.

Oben : Das Foto zeigt die Decke des Tanzsaals. In der Mitte ein helles „Loch“. (Links unten) Rechts unten: Die Pfeile zeigen an, wo die Musiker rund um das Loch gesessen haben.

Haben die Museumsbetreiber einen Vertrag mit einem Optiker?

Letzten Freitag hatte ich ein paar Stunden frei und wollte mich im Garten austoben. Das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Da ich nun aber schon ganz auf Garten eingestellt war, entschloss ich mich, nach Benrath zu fahren und mir das „Museum für europäische Gartenkunst“ anzusehen. 

Das Museum ist im linken Seitenflügel des Schlosses untergebracht, (Eintrittskarten gibt es nur im rechten Schlossflügel! 6 Euro). Ich war die einzige Besucherin und fing frohgemut im ersten Raum an, mir Ausstellungsstücke und Zitate zum Thema Paradies anzusehen, bzw. zu lesen. Noch ahnte ich nicht, dass ich ab dem zweiten Raum eine Taschenlampe hätte mitbringen sollen. Die Fensterläden waren geschlossen, nur kleine Strahler leuchteten weitere Exponate aus. Waren diese so wertvoll, dass sie kein Regen-Tageslicht vertrugen? Ich gab schnell auf, die kleinen Beschriftungstafeln auch lesen zu wollen, denn meine Augen waren mir wichtiger. So machte ich einen unbefriedigenden Schnelldurchlauf durch die Geschichte der Gartenkunst (diese hörte allerdings auch schon mit dem englischen Landschaftsgarten auf) und ging in die obere Etage. Hier wurden mit Nummern verschiedene Rundwege angezeigt, ob die Rundwege verschiedene Themen beinhalten, konnte ich nicht ausfindig machen. So streunerte ich von einem Raum zum anderen, der rote Faden war „Alles was noch zum Thema Garten gehört“, wie z.B. bedruckte Stoffe mit Blumenmotiven, Duftproben (die z.T. schon altersbedingt ihren Duft verloren hatten), Gemüseanbau, Samen sammeln und vieles mehr. Hier war die Ausleuchtung besser und ich verbrachte etwas mehr Zeit. Aber auch nicht viel, denn die Lautstärken mehrerer Videoinstallation schallten durch alle Räume und waren nervig. 

Ich ging recht frustriert zum Ausgang zurück und wollte die beiden Herren, die zuvor an der Kasse gesessen hatten, auf das mangelnde Licht ansprechen. Jetzt war die Kasse verwaist…

Einen Hinweis bekam ich ein bisschen später, als ich mich spontan noch mit einem Bekannten und dessen Frau in Benrath traf. Als ich ihnen von meinem Besuch erzählte war die erste Reaktion: „Ach, da hatten die mal wieder keine Lust, die Fensterläden aufzumachen…“. Der Bekannte ist im Förderverein der Benrather Schlossmuseen (es gibt noch ein Naturkundemuseum) und berichtete über unerfreuliche Zustände, die ihn auch zum Austritt aus dem Verein veranlassen.

Sooo schade! Wenn Sie nach Benrath kommen, halten Sie sich an den Park, vielleicht auch noch ans Schloss, aber heben Sie sich Ihre Museumslust für andere Museen auf.

Damit dies kein Bericht ist, der miese Stimmung verursacht, hier noch ein Foto von Ron, dem Gartenzwerg. Ron ist ein Mann, der als Gartenzwerg in einer englischen Kleinstadt lebt und nie (!) seine Zipfelmütze abnimmt. Ich liebe die Engländer…