
3/3-2023
Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)

3/3-2023
Im letzten Beitrag erzählte ich Ihnen von meinem Besuch der Ausstellung „On Air“, in der es hauptsächlich um Toninstallationen ging. Auf meinem Handy habe ich vor einiger Zeit die App „Koala“ installiert, mit der man Töne und Geräusche aufnehmen und weiterverarbeiten kann. Während der Ausstellung nutzte ich die App mehrmals, weil ich mit den Tönen ein Lied komponieren wollte.
Das Ausgangsbild von Koala sieht so aus:

Wenn man einen Ton, eine Tonfolge oder auch Gesprochenes oder Gesungenes aufnehmen möchte, drückt man eine der roten Tasten und hält die Taste gedrückt. Lässt man los, wird die Taste blau und die Töne sind erkennbar.

Hat man einen Beat, kann dieser noch unter „Perform“ auf 16 verschiedene Weisen verändert werden. Ist man mit dem Resultat zufrieden, lässt sich diese Sequenz leicht abspeichern oder in Garageband und andere Musikprogramme exportieren.
Das tat ich und spielte zu den Tönen, die ich alle in dem Museum aufgenommen hatte, noch ein bisschen Klavier (In Garageband „Classic Electric Piano“ und „Old-Time Recording Keys“). Herausgekommen sind 3 Minuten im brasilianischen Regenwald.
Bitte Pfeil links antippen.

Als Titel des Liedes würde vielleicht „Short Requiem for the Brazilian Rain Forest“ gut passen.
Noch bis zum 26.3.23 läuft auf der 2. Etage des Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum diese Ausstellung:

Wenn Sie alleine und/ oder mit Ihren Kindern oder Enkeln Spaß haben wollen, sollten Sie nach Krefeld fahren.
Der erste Raum sieht so aus:

Die Installation ist von David Tudor & Company und heißt „Rainforest V (Version 2). An jedem Objekt ist ein Lautsprecher angebracht und geht man mit dem Ohr nah genug heran, hört man einen Ton oder ein Geräusch. Berührt man die Objekte (ist ausdrücklich erlaubt), ändern sich teilweise die Töne. Ich nahm teilweise die Töne mit der App „Koala“ auf, denn ich hatte da so eine Idee. (Darauf komme ich im nächsten Beitrag zurück). In weiteren Räumen stehen u.a. Installationen von den bekannten Künstlern Jean Tinguely und Günther Uecker , die z.T. ganz schön laut waren. Auch diese durfte man ausprobieren. Mir gefielen am besten die dezenten Laut-Kunstwerke, wie z.B. von Takis mit dem Titel „Musical Hannover 6“.
oder von Yaacov Agam das Bild „ Tableau Tactile Sonore“, mit dem ich gerne längere Zeit verbracht hätte, um alle Tonvarianten auszuprobieren.
In Vitrinen sind Dokumente ausgestellt, die das Wirken verschiedener Tonkünstler verdeutlichen. Hier kann man Witziges entdecken:

Schließlich gibt es noch eine Art „Tonstudio“, in denen Töne sichtbar geacht werden:
Wenn Sie nach diesem Rundgang noch Lust auf mehr Kunst haben, wartet auf Sie noch die erste Etage. Das Kaiser Wilhelm Museum hat einen großen Präsenzbestand und wechselt einmal pro Jahr die Ausstellungsstücke aus. Wir waren von der Vielfältigkeit beeindruckt und lernten beispielsweise heimische Künstler wie Heinrich Campendonk oder Wilhelm Georg Cassel näher kennen.

Künstler der Düsseldorfer Malschule oder der Popart sind vertreten, besonders erwähnen möchte ich auch das „Blaue Schlafzimmer“. Der Künstler Helmuth Macke, Cousin von August Macke, hat die Möbel eines Schlafzimmer mit Tier- und Aktbildern expressionistisch bemalt.

Möchten Sie sich nach diesem Museumsbesuch stärken? Das Museumscafé wird z.Z. nicht bewirtschaftet, aber gegenüber vom Museum gibt es das empfehlenswerte Café „Geschwisterherzen“. Hier findet man eine Auswahl an herzhaften kleinen Gerichten und gelungenen Kuchen.
Keine bezahlte Werbung!
Nachtrag vom 28.März 2023: Zeitungsartikel aus der Rheinischen Post:
Krefeld hat das Museum des Jahres
Ein Kunstkritikerverband zeichnet die Häuser für ihre „Mehrstimmigkeit“ aus.
VON PETRA DIEDERICHS
KREFELD | Der Dreiklang von Kunst, Design und Architektur hat die Jury überzeugt: Die Kunstmuseen Krefeld sind als Museum des Jahres ausgezeichnet worden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA hat den Titel für die geglückte Verbindung in den drei Häusern – Kaiser-Wilhelm-Museum, Haus Esters und Haus Lange – vergeben. Die rund 220 Autoren, Kritiker, Journalisten und Publizisten, die in der deutschen Sektion zusammengeschlossen sind, vergeben jedes Jahr drei undotierte Preise an Museen und für einzelne Ausstellungen.
Die Kunstmuseen sind laut der AICA-Jury „ein bedeutender Pionier in der aktuell wieder diskutierten spartenübergreifenden ‚Mehrstimmigkeit‘ künstlerischer Disziplinen“ und außerdem ein „wichtiger Ort der Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunstavantgarde“.
Krefeld habe 2021 den „wohl wichtigsten Ausstellungsbeitrag zum Beuys-Gedenkjahr“ geliefert mit der weltweit ersten Ausstellung, die Gemeinsamkeiten und Gegensätzlichkeiten der beiden Kunstpioniere Marcel Duchamp und Joseph Beuys in Dialog gesetzt hatte, eine „gelungene und intelligente Herausforderung für die Ausstellungsbesucher“, wie die AICA befand.
Die Avantgarde ist mit dem damaligen Museumsdirektor Paul Wember wie ein Donnerhall nach dem Zweiten Weltkrieg in die Krefelder Museumshäuser eingezogen: Arman füllte Glaskästen mit Abfällen, Yves Klein hatte seine erste Einzelausstellung mit seinen Monochromen und hinterließ eine in Spezial-Weiß getünchte Kammer, den „Leeren Raum“, und von Beuys gibt es in der oberen Etage des Kaiser-Wilhelm-Museums unter anderem die Installation „Barraque D’Dull Odde“ und einen Edelstahlbrunnen – eine Installation, die er selbst in den 1980er-Jahren eingerichtet hat. Weltweit sind nur noch zwei Installationen authentisch erhalten, bei deren Aufbau der Künstler selbst Hand angelegt hat. Was heute ein Aushängeschild ist, hat die bürgerliche Gesellschaft damals verwirrt oder gar entsetzt.
Katia Baudin, die seit 2016 die Kunstmuseen leitet, hat mit ihrem Konzept die Anfänge der Museen in den Fokus genommen. Das Kaiser-Wilhelm-Museum ist im Ursprung ein Bürgermuseum – 1897 eröffnet und auf Initiative und mit dem Geld der Krefelder Gesellschaft erbaut worden. Der „gute Geschmack“ sollte hier kultiviert werden. In den von Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe geplanten Museumsvillen spielt die Auseinandersetzung der Künstler mit den Räumen eine wesentliche Rolle. Diese Fäden spinnen Baudin und ihr Team weiter. „Den Besuchern wird auf diese Weise eine differenzierte Möglichkeit gegeben, unterschiedlichsten ästhetischen Formen und Darstellungsweisen zu begegnen“, urteilen die Kunstkritiker.
Die Auszeichnung kommt passend: Krefeld feiert 650-jähriges Bestehen als Stadt, und die Museen zeigen in der Ausstellung „Produktive Räume“ zeitgenössische Kunst und Design von Künstlern der Region.

Vier Damen trafen sich an einem Nachmittag
zu Kaffee und Kuchen mit Obstbelag.
Sie genossen die Sahne und Gebäck mit Schokolade
und vergaßen ihr Gewicht und die Badezimmerwaage.
Ach was hatten sie viel zu erzählen,
denn sie konnten aus vielen Themen wählen.
Die eine berichtete von ihren Enkelkindern,
die zweite wollte auf Mallorca überwintern.
Die dritte regte sich über Politiker auf,
die vierte liebäugelte mit einem neuen Autokauf.
Erst schwärmten sie von Lilo Pulver und O.W. Fischer,
dann schwenkten sie um auf Curd Jürgens, der war noch etwas frischer.
Gesundheitliche Probleme sprachen sie nur kurz an
„Ist eh nichts zu ändern, keine Zeit daran verschwenden!“, hieß es dann.
Erinnerungen an früher wurden schließlich wach,
sie waren traurig, liebevoll, aber es wurde auch viel gelacht.
Alte Geschichten mal wieder erzählen zu können bei einem weiteren Getränk,
das war für die vier Damen ein wirklich schönes Geschenk.
Sie quatschten, quackelten und blödelten herum,
doch dann sahen sie auf die Wanduhr und waren plötzlich stumm.
Fünf Stunden waren so schnell vergangen und der Abend war jetzt da.
Sie meinten: „Ach was war unser Treffen heute doch wunderbar!“
Man sagte „Adieu“ bis zum nächsten Nachmittag-
mit Kaffee und Kuchen mit Obstbelag!
Ich widme meine Zeilen Ingeburg, Piri, Jutta und Dorothee.

Bild 2/3-2023
Letzte Woche stellte ich Ihnen eine Software zum Kolorieren von Schwarzweissfotos vor, nun bekam ich von meinem Leser Frank Gniffke (Merci!) noch einen Tipp für ein „Fotohelferlein“.
War es noch bis vor einiger Zeit etwas mühsam, ein Motiv aus einem Foto auszuschneiden, bzw. den Hintergrund zu entfernen, so geht das nun mit der Schnelligkeit eines Augenzwinkerns. Hier zwei Beispiele:


Diese Fotos sind insofern harmlos, da lebende Personen nicht als Fotomotiv dienen.
Werden Sie nicht auf mich neidisch, weil Sie denken, dass ich letztes Jahr im winterlichen Rio de Janeiro war!

Das Landschaftsmotiv bekam ich von Pixabay, das zweite Foto war dieses:

Viel Spaß beim Fotomontieren! Die Software finden Sie unter www.remove.bg.
Letztes Jahr erzählte ich Ihnen in einigen Beiträgen von einem Brombeerfeld und dem Versuch, dort eine Blumenwiese zu installieren. Vorgestern machte ich nach längerer Zeit mal wieder eine Bestandsaufnahme der Pflanzen. Diesen kleinen sonnigen Gruß wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Daneben entdeckte ich Bärlauch und viele Vergissmeinichtblätter. Auch Disteln, Brennessel, Malven, Königs- und Nachtkerzen werden das Feld für Insekten wieder attraktiv machen.
Eigentlich wollte ich schon viel früher „ins Feld“, da ich vom letzten Jahr noch Samen habe, die Kaltkeimer sind, also Frost brauchen, wie z.B. Wicken.

Seit gestern schneit und friert es. Waren es Wettersamen, die ich da ins Brombeerfeld eingebuddelt habe?
Im Februar buchte ich zum ersten Mal eine private Führung in einem Museum. Für 50 Euro konnten bis zu 15 Personen teilnehmen, wir waren zu acht, die im Stiftsmuseum in Xanten die Stifts-Bibliothek für eine Stunde besuchen durften. (Ist ansonsten für den Publikumsverkehr geschlossen).

Die Zeit verging fix, denn wir bekamen viele Informationen über die Herstellung von Büchern vor und nach Gutenbergs Erfindung. Ein Beispiel: Wie wurden früher die Farben hergestellt, mit denen man die Bücher illustrierte?

Die Bibliothek besitzt viele Buchschätze ab dem 11. Jahrhundert, die wir ausgiebig bewunderten. Diese zu restaurieren und für die Zukunft zu bewahren, ist ein Kapitel für sich…

Aber auch die Geschichte der Bibliothek ist sehr interessant. Den Bestand von ca. 18000 Büchern verdankt Xanten letztendlich Napoleon, der, als Herrscher über den linken Niederrhein, viele Kirchen leer räumen und die Bücher nach Xanten in die Bibliothek transportieren ließ. Von hier aus sollte der komplette Buchbestand nach Paris gebracht werden. Doch dann verlor Napoleon seine Macht und die Bücher blieben in Xanten.
Neben der Bibliothek kann man sich noch das Stiftsmuseum und den Xantener Dom ansehen. Der Eintritt in das Museum ist z.Zt. kostenlos. Mir gefiel es sehr gut, dass das Museum nicht mit religiösen Schätzen überfrachtet ist, sondern das Besondere exemplarisch an einem Ausstellungsstück erklärt wurde.

Man erfährt zudem viel über den Bau des Doms und über den Alltag der Stiftsherren.

Wir verbrachten einen schönen Nachmittag und leckeren Abend in Xanten. Zum Kaffeetrinken besuchten wir dieses empfehlenswerte Café

Nach der Besichtigung kehrten wir in dem Restaurant „Zur Börse“ am Marktplatz ein. Auf seiner Speisekarte finden sich einige typisch niederrheinische Gerichte.
Keine bezahlte Werbung!

In Edinburgh wird ein Mann tot aufgefunden, es sieht wie eine Hinrichtung aus. Kurze Zeit später wird auf der Isle of Lewis ein zweiter Mann auf sehr ähnliche Weise ermordet. Inspektor Fin Macleod aus Edinburgh wird daraufhin nach Lewis geschickt, um zu überprüfen, ob die beiden Morde eventuell von einer Person ausgeführt wurden.
Die Ankunft von Fin MacLeod löst auf der Insel nicht nur wegen seiner Ermittlungen einige Unruhe aus. Fin ist auf Lewis geboren und hat dort seine Kindheit und Jugend verbracht. Seit 18 Jahren war er nicht mehr dort und durch seine Anwesenheit kommen alte Erinnerungen hoch. Er besucht seinen alten Freund Alistair und dessen Frau Marsaili, Fins frühere Freundin. Beide haben einen Sohn, ist Alistair wirklich der Vater? Ein anderer Mitschüler Fins sitzt inzwischen im Rollstuhl, nachdem man ihm als Schüler einen Streich gespielt hat und er dabei von einem Dach gefallen ist. Nie konnte er sich von dem Sturz erholen. Fin trifft auf Männer, mit denen er einmal als Junge auf einem Schiff rausgefahren ist, um nach alter Tradition auf einer Insel Gugas zu töten, da diese auf der Insel als Delikatesse gelten. Bei der Jagd auf die Vögel wurde Fin damals schwer verletzt und der Vater von Alistair kam ums Leben. Nie wurde darüber gesprochen, was wirklich auf der Vogelinsel passierte.
Fins Ermittlungen sind schwierig, denn Angel, der Ermordete, hatte wegen seiner Brutalität einen schlechten Ruf und soll kurz zuvor eine Schülerin vergewaltigt haben. Immer wieder gerät Fin in eine Sackgasse und nur langsam wird ihm klar, dass er selbst der Grund für den Mord an Angel ist.
In dem Buch wechseln sich die Krimihandlung mit den Kindheits-und Jugenderinnerungen von Fin ab. So sehr die Äußeren Hebriden mit ihren eindrucksvollen Landschaften Menschen immer wieder verzaubern, so sehr fordern die Inseln die Bewohner im Alltag. Das Leben auf Lewis ist rau und vielen erscheint es als eintönige Hölle, der man nicht entkommt ( es sei denn, man heißt Fin).
Als verweichlichte Stadtfrau berührten mich die archaischen Traditionen unangenehm und einige Seiten las ich nicht. Der Krimi gefiel mir aber trotzdem so gut, dass ich mir noch den 2. Teil auslieh.

Neun Monate sind vergangen. Fin ist inzwischen von seiner Frau geschieden, hat den Polizeidienst quittiert und ist endgültig nach Lewis zurückgekehrt. Er weiß noch nicht, mit was er sein Geld verdienen wird und beginnt, das Haus seiner Eltern zu restaurieren. Oft komm er allerdings nicht dazu, denn es wird eine Moorleiche gefunden. Eine Tätowierung mit dem Kopf von Elvis und dem Schriftzug „Heartbreak Hotel“ verrät, dass der Mann wohl in den 50er Jahren gestorben ist. Bei der Untersuchung von DNA Spuren stellt sich heraus, dass Tormod, der Vater von Marsaili, mit dem Toten verwandt sein muss. Er wird zum Hauptverdächtigen, kann seine Unschuld aber nicht beweisen. Er ist dement und lebt in seiner eigenen Welt. Fin beginnt für ihn und Marsaili zu recherchieren. Zusammen mit dem Polizisten Gunn muss er sehr tief graben, bis er aufdeckt, wer Tormod wirklich ist.
Auch im 2. Teil der Triologie erzählt der Autor die Geschichte wieder aus zwei Perspektiven. Die Erzählung über Fins Ermittlungen wechselt sich mit den Erinnerungen Tormods ab. Im Alltag findet sich Tormod kaum noch zurecht und spricht nicht mehr viel, aber in seinem Kopf sind die vielen Erlebnisse noch präsent. So formt sich beim Lesen langsam die Geschichte von zwei Waisenkindern. Der Autor greift dabei auf einen Skandal in Schottland zurück, der bis heute noch wirkt.
Der Krimi ist ca. 130 Seiten kürzer als sein Vorgänger, aber zieht man noch die z.T. ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen ab, bleibt eine Erzählung, die nicht unbedingt spannend ist, aber zu Herzen gehen kann.

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Nächsten Montag geht s weiter. „Programm“ der Woche: Besprechungen von 2 Krimis, eine weitere Software, um Fotos zu bearbeiten und ein neuer Ausflugstipp.