Dreimal schwarzer Kater-Im Roussillon Nr. 5

Gilles Sebag, Inspecteur in Perpignan, muss zusammen mit seinen Kollegen eine Entführung aufklären. Da es sich bei der vermissten Person um eine niederländische Staatsbürgerin handelt, wird Gilles und seinem Team Kommissar Lefèvre aus Paris zur Seite gestellt, ein dynamischer verkappter Kevin Costner, der am Anfang, typisch Pariser, Vieles besser weiß und damit Gilles gehörig auf die Nerven geht. Hat die Entführung mit dem Tod einer anderen Holländerin in einem kleinen Urlaubsort am Meer zu tun? Was ist mit dem nächtlichen Überfall auf eine weitere niederländische Touristin, der glücklicherweise glimpflich verlief? Die Zeitungen sprechen bereits von einem Serientäter. Endlich meldet sich der Entführer, aber er stellt so wahnwitzige Forderungen, dass Gilles an ganz andere Zusammenhänge glaubt und seiner eigenen Wege geht. 

Man muss keinen Urlaub im Rouissillon machen, um diesen Krimi zu mögen. Die Spannung hält sich bis zum Schluss, nicht nur wegen der Fälle, sondern weil es im Privatleben von Gilles auch noch eine ungelöste Frage gibt. Die so verschiedenen Charaktere der Polizisten tragen zur Unterhaltung bei, ohne dass es in Slapstick abdriftet.

Perpignan im heißen Sommer, vielleicht erwärmt Sie der Krimi , wenn es bei uns nun draußen frischer wird?

Und weil Barry White in diesem Krimi eine gewisse Rolle spielt, hier ein bisschen Phillysound:

Morgen kehre ich in meinen Garten zurück und mache mir Gedanken über die zukünftige Bepflanzung bei heißen Sommern.

Burg-Bücher-Boote-Baucherquickliches- Roussillon-Reise Nr. 3

Wenn Sie vom Mittelmeer Richtung Carcassonne fahren, kommen Sie durch das Minervois-Weinanbaugebiet. Hier gibt es zig Gelegenheiten, an Weinverkostungen teilzunehmen. Aber nicht nur das! Auch findet man Landgute, die ihr Olivenöl anpreisen und in Villefranche ist das Thema „Trüffel“ ganz groß. Und sollten Sie ein Wanderherz haben, wird es hier höher schlagen.

Wir verbrachten den Tag leider nicht mit Probieren oder Wandern, sondern sahen uns zuerst die Altstadt von Carcassonne an. UNESCO- Weltkulturerbe, wenn man schon mal in der Gegend ist… Machen Sie nicht den selben Fehler, es sein denn, Sie stehen auf Menschenaufläufe und unzählige Neppläden. Die Burganlage ist beeindruckend, aber dank aufwendiger Renovierungen sieht sie fast wie eine neue Filmkulisse aus. Ein bisschen bröckeliger darf es schon sein.

Auch unser zweiter Ausflugsort war eher enttäuschend. Ich besuche gerne Bücherdörfer- wen wundert es? Einige in Wales, Belgien, Deutschland und den Niederlanden kenne ich und alle haben eins gemeinsam: Sie sind luftig, haben schnuckelige Cafés und es herrschte dort bei meinen Besuchen eine gute Stimmung.  In  Montolieu kann davon keine Rede sein. Laut Reiseführer soll man in über 20 Buchhandlungen und Antiquariaten stöbern können, wir entdeckten acht in den alten Gemäuern, bei denen man aber eher den Eindruck hatte, dass sie vergessen worden sind. Café? Fehlanzeige. Es gibt noch ein Papiermuseum, das unseren Aufenthalt aber nicht mehr retten konnte.

Aber zum Abend hin fanden wir dann doch noch eine Perle!

Le Somail, ein Minidorf am Canal du Midi gelegen. Mit Tante Emma Laden auf einem Schiff, Kunsthandwerkangeboten, Restaurants am Canal in der Abendsonne und einem Antiquariat, in dem mich der „Schließtmichheutenachthiereinwunsch“ überkam. (Es wurden auch deutsche und englische Bücher angeboten).

Auch in anderen Teilen des Roussillons locken Weingüter oder Destillerien. Einmal sind wir dann auch schwach geworden und besuchten die Heimstätte des Noilly Prat. Mein Mann kannte den Wermut vom Kochen, ich aus einigen Büchern, in denen in abendlicher gediegener Atmosphäre Noilly Prat geschlürft wurde. Das wollte ich mal probieren. Lecker oder nicht lecker? Verrate ich morgen.

 

 

Einfach mal flanieren-Roussillon Nr. 2

Béziers war unser zweites Ausflugsziel, ca. eine halbe Stunde von Agde entfernt. Es war Montag, also waren die zwei Kunst-Museen geschlossen und leider auch die alte Markthalle. Aber da war erst einmal die Lage der Stadt, die uns schon sehr gut gefiel.

Üppige Häuser aus der Belle Époque-Zeit beeindruckten,

aber direkt daneben kann man sich auch in Gassen wie diese verlieren:

Einfach mal flanieren und gucken, was man sonst noch so entdeckt, das war die Devise. Mir fiel irgendwann dabei auf, dass es viele alte Werbeschilder in Béziers gibt. Hier einige Beispiele:

Auch über römisches Gemäuer stolpern ist möglich und dazu natürlich dann auch über die dazugehörigen Katzen.

Sehr schön waren auch verschönerte Hauswände

und letztendlich die Nähe zum Canal du Midi, dessen Erbauer in Béziers geboren wurde.

Wir haben mehrere Stunden in Béziers verbracht, Flanieren mit Kaffeepäuschen. Sehr schön!

Morgen stelle ich Ihnen meine erste Ferienlektüre vor, hat nichts mit Frankreich zu tun, eher allgemein mit Urlaub, denn zu diesem Buch brauchte ich Muße.

 

 

Schon mal gespielt?

 

Gestern fragte ich, wo ich dieses Brett fotografiert habe und welchen Nutzen es hat. Nun ich war in Frankreich und diese Herren benutzten es beim Boulespielen,  um den Spielstand festzuhalten.

Morgen und in den nächsten Tagen erzähle ich Ihnen ein bisschen von diesem Frankreichurlaub. Zwischendurch kommen aber auch Nicht-Frankreich-Themen zum Zuge.

Wenn ein Ekelpaket ermordet wird, dann

…gibt es sehr viele Verdächtige. Als da wären:

die Geliebte, der Geliebte seiner Frau, die Angestellten, die Schauspieler, der Regisseur, die Drehbuchautoren oder jemand, der von ihm erpresst wurde. 

Der Pariser Kommissar La Bréa muss den Mord an dem Filmproduzenten Molin aufklären. Dieser ist, nachdem er getötet wurde, noch schrecklich zugerichtet worden, wer hatte einen solchen Hass auf ihn? Die Zahl der Tatverdächtigen, siehe oben, ist groß und La Bréa und sein Team haben viele Fragen. Dabei sticht eine heraus: Wir konnte Jacques Molin noch Filme produzieren, wenn ihm niemand mehr Geld vorstreckte? Molin war früher ein erfolgreicher Regisseur, der Auszeichnungen bekam, doch dann versuchte er, die staatliche Institution für Filmförderung zu betrügen und flog dabei auf. Seitdem ist seine Reputation in der Filmbranche schlechter als schlecht und doch drehte er einen Film nach dem anderen…

An diesem Krimi gefiel mir, dass man auch hinter die Kulissen der Filmbranche sehen durfte. Für mich waren einige Zusammenhänge neu. Was den Ort der Handlung angeht, Paris, so fand ich es gut, wie die Autorin den Alltag „normaler“ Einwohner inmitten von Paris beschreibt. Hört sich vielleicht komisch an, aber für mich ist das Zentrum von Paris so abgehoben, dass ich mir nur schlecht vorstellen kann, dass dort  beispielsweise Kinder zur Schule gehen, es Altenheime gibt oder volle Wartezimmer bei Ärzten.

Morgen gibt es einen Blogferientag, übermorgen stelle ich Ihnen Genussmaka, Spinnplöda und Chatmüden vor.

Ein Museum über das romantische Leben

 

So nennt sich ein Pariser Museum, das in dem ehemaligen Wohnhaus des holländischen Malers Ary Scheffer beherbergt ist. Es liegt auf dem Montmartre versteckt hinter hohen Mauern.

Was stellen Sie sich unter diesem Museum vor? Ich hatte vor meinem inneren Auge Fotos von sich anschmachtenden Paaren, Spitzentaschentücher, die sie bewusst fallen ließ oder Fläschchen mit Riechsalz und Spitzenfächer. Falsch gedacht.

Ausgestellt waren hauptsächlich Bilder damals bekannter Menschen,  gemalt vom Hausherren und anderen Künstlern und Andenken an die längste Besucherin des Hauses, die Schriftstellerin George Sand. 

Oben rechts eine Teilansicht des Raumes, in dem die Salontreffen abgehalten wurden, rechts unten eine Haarlocke der Schriftstellerin

Georg Sand war nicht wie andere Salongastgeberinnen die große Organisatorin und so traf es sich gut, dass Ary Scheffer das Einladen der damaligen Elite in sein Haus übernahm und die Schriftstellerin dann die Vorzüge eines Salons ausnutzen konnte. So trafen dann Berühmtheiten wie beispielsweise Dickens, Delacroix, Chopin oder Rossini mit ihr zusammen.

Wenn man an dem Leben von George Sand, aber auch an der Geschichte Frankreichs und dem dortigen Alltagsleben im 19.Jahrhundert interessiert ist, lohnt es sich, die Erinnerungen von George Sand zu lesen.

Möchten Sie einmal einen Roman von ihr lesen, dann kann ich Ihnen diesen Titel empfehlen.

Eine leichte und heitere Geschichte, in dem ein Mann und eine Frau, Freunde aus Kindertagen, sich sehr schwer damit tun, sich ihre Liebe einzugestehen. Mal salopp gesagt: Die Geschichte von Harry und Sally in der Salonsprache des 19.Jahrhunderts.

Noch eine kurze Bemerkung zum Museum: Es ist wie eine Zeitkapsel im heutigen Paris. Magnifique! Sollten Sie einen Besuch erwägen, beachten Sie nur bitte, dass der Eintritt freiwillig gezahlt wird und im Café zwei Tassen Kaffee und zwei Törtchen 25 Euro kosten.

Morgen habe ich ein Quiz für alle, die noch wissen, was LPs sind.

Auflösung der Parisrätsel (Paris im August Nr. 11)

 

Frage 1 : Auf dem Bild sieht man einen Mund. Zu sehen war dieser klein in meinem Bericht über den Palais de Tokyo

Frage 3: Man braucht 60 Tonnen Farbe, um den Eiffelturm einmal neu anzustreichen. Dies wird alle sieben Jahre gemacht.

Frage 4: Die Kuppel gehört zu der Abtei, in der das Pariser Technikmuseum untergebracht ist. Ich erzählte darüber am Mittwoch.

Frage 5: Um zum Port Paris de Arsenal zu kommen, sollte man am besten bei der Metrostation „Bastille“ aussteigen.

Morgen habe ich mal wieder ein Gartenthema.

Atelier des Lumières (Paris im August Nr. 9)

Wie soll ich das beschreiben? Stellen Sie sich vor, Sie stünden in einer alten leeren Fabrikhalle. Es ist dunkel und plötzlich beginnt ein Film. Aber nicht nur vor Ihrer Nase, sondern ebenso an der Decke, dem Boden, den Seitenwänden. Der erste Film zeigt Bilder von Gustav Klimt, der zweite Bilder von Hundertwasser. Sie befinden sich in einem Rausch von Farben untermalt mit Musik. Am besten sitzt man, denn wenn man umhergeht, was auch möglich ist, kann einem u.U. schummrig werden. Und der dritte Film? Schwarzweiss- technisch, futuristisch, kalt.

In der Nähe der Bastille wurde am 13. April dieses Jahres das Atelier des Lumières eröffnet. 140 Videoprojektoren und eine räumliche Beschallungsanlage auf 3300 qm ermöglichen diese besondere Sinneserfahrung:

Herr Klimt:

Herr Hunderwasser:

Utopia:

Eine innovative Idee, die auch gut als Besuchermagnet nach Duisburg passen würde…

Nur ein Hinweis: Wenn Sie in Paris das Atelier besuchen möchten, tun Sie es nicht mit kleinen Kindern. Einige anwesende reagierten verängstigt und fingen zu weinen an. Ab Schulalter sollte es gehen.

Morgen mache ich eine Pause und dann gibt es zum Abschluss ein kleines Parisquiz am Wochenende.

Kunst und Wissenschaft (Paris im August Nr. 8)

Für jede der beiden Gehirnhälften biete ich Ihnen heute eine Museumsempfehlung.

Sehr gut gefallen hat uns das Pariser Rodin-Museum, das in den alten Atelierräumen des Künstlers untergebracht ist. Es hat einen schönen Park, in dem man von Skulptur zu Skulptur laufen und sich in einem Café stärken kann.

Die einst umstrittende Figur von Balzac, die Rodin nach viel Kritik nur noch in seinem eigenen Garten aufstellte.
Zwei Denker…

Das Gebäude

hat viele Räume, besonders gefielen mir die leicht blinden großen Spiegel, in denen sich weitere Büsten und Gestalten geheimnisvoll spiegelten.

 

Ein kleiner Raum ist Gemälden von van Gogh vorbehalten, ein anderer den Figuren von Camille Claudel, Rodins Schülerin, Geliebte und spätere Feindin. (Tipp: „Camille Claudel“- Ca. 3 Stunden langer Film).

Ich gehe nicht weiter auf die Skulpturen von Rodin und Claudel ein, da ich mich der uneingeschränkten Begeisterung vieler Kunstliebhaber nicht vorbehaltlos anschließen kann.

Deshalb fand ich, was die Ausstellungsstücke angeht, das Museum „Arts et Métiers“ fast besser. Hier kann man alte technische Instrumente aus allen wissenschaftlichen Gebieten bewundern.

Da hängt das Foucausche Pendel, mit dem Monsieur F. geübt hat, hier steht das Modell,  nach dem letztendlich die amerikanische Freiheitsstatue gegossen wurde.

Und schließlich trifft man auch auf die roboterartigen Puppen, die ich gestern im Rahmen einer Buchbesprechung erwähnte.

Selbst, wenn einem das technische Verständnis fehlt, was bei mir oft der Fall war, konnte mich die Schönheit und der Erfindungsreichtum der Geräte begeistern.

Ein Teil des Museums ist in einer alten Abtei untergebracht. Ein besonderer Rahmen für ein besonderes Museum, dem man viel Zeit widmen kann.

Der morgige Beitrag wird schön bunt…

Roboter im Paris des 18. Jahrhunderts (Paris im August Nr. 7)

Dalessius ist Kalligraph und findet eine Anstellung auf dem Anwesen Voltaires. Dieser schickt ihn allerdings schon bald nach Paris. Dalessius soll sich unters Volk mischen und herausfinden, wie es um den jungen Calas steht, der angeblich gemordet haben soll und der sich vor Gericht verantworten muss. Voltaire vermutet, dass Dominikanermönche dahinter stecken, seine Feinde, die all das verkörpern, was Voltaire als Vertreter der Aufklärung ablehnt. Dalessius lernt merkwürdige und auch gefährliche Leute kennen, kann Calas aber nicht helfen. Nach dessen Hinrichtung kehrt er deshalb zu Voltaire zurück, in der Hoffnung, endlich einer ruhigen Arbeit nachgehen zu können, doch er wird enttäuscht. Er muss ein zweites Mal nach Paris, um Schriftstücke zu überbringen. Dabei gerät er in eine Verschwörung, angezettelt von den Dominikanermönchen, die den Bischof beseitigen wollen. Dalessius bekommt es nicht nur mit Verbrechern zu tun, sondern auch mit lebensechten Puppen, die fast noch gefährlicher sind…

Kathrin Fischer vom Hessischen Rundfunk hat 2005 in einer Rezension zu diesem Buch gesagt: „ Als hätten E.T.A. Hoffmann und Franz Kafka gemeinsam einen Krimi geschrieben.“ Ich kann es nicht besser ausdrücken. Spannend, unheimlich, geschichtlich sehr interessant- großes Kopfkino!

Morgen habe ich zwei Pariser Museumstipps für Sie. In dem einen gab es diese Puppenautomaten zu bewundern.