Georges Brassens- ein vergessener Chansonnier

Dieses Chanson ist aus meiner Schulzeit, wir nahmen es im Französischunterricht durch. Ich finde, das Lied hat eine zeitlose Aktualität…

Lied an den guten Menschen
(dt. D. Kaiser 2002, alias Didier Caesar,
möglichst nahe am Original,
gleichsilbig und gereimt)

Es ist für dich, dies neue Lied,
du guter Mensch, der ohn’ Unterschied
mir vier Scheite Holz gegeben hast,
als die Kälte mir war große Last.

Du hast mir Feuer gegeben, als
Die Gerechten mit starrem Hals,
alle Wohlmeinenden, die zu fett,
die Türe mir haben verwehrt.

Ein wenig Feuer war’s und nicht mehr,
aber gewärmt hat es mich doch.
In meiner Seel’ brennt’s immer noch,
als ob es ein Freudenfeuer wär.

Guter Mensch, wenn dir die Stunde schlägt,
wenn dich Freund Hein von dannen trägt,
trag er dich durch den Himmel gleich
in das Gottesreich.

Es ist für dich, dies schöne Lied,
Wirtin, die du ohne Unterschied,
mir vier Scheiben Brot gegeben hast,
als der Hunger war bei mir zu Gast.

Du hast deinen Knappsack geöffnet, als
Die Gerechten mit starrem Hals,
alle Wohlmeinenden, die zu fett,
sich freuten ob meiner Diät.

Ein wenig Brot war’s und nicht mehr
aber gewärmt hat es mich doch.
In meiner Seel’ brennt’s immer noch,
als ob es ein Festessen wär.

Wirtin, wenn dir die Stunde schlägt,
wenn dich Freund Hein von dannen trägt,
trag er dich durch den Himmel gleich
in das Gottesreich.

Es ist für dich, dies schöne Lied,
Fremder, der du ohne Unterschied,
Mir unglücklich zugelächelt hast,
als Gendarmen mich brachten zum Knast.

Beifall geklatscht hast du auch nicht, als
Die Gerechten mit starrem Hals,
alle Wohlmeinenden, die zu fett,
dazu lachten noch, so gut wie’s geht.

Ein wenig Met war’s und nicht mehr,
aber gewärmt hat es mich doch.
In meiner Seel’ brennt’s immer noch,
als ob es ein Sonnenstrahl wär.

Fremder, wenn dir die Stunde schlägt,
wenn dich Freund Hein von dannen trägt,
trag er dich durch den Himmel gleich
in das Gottesreich.

 

Kurze Ode an ein Zitronentörtchen

Zitronentörtchen

Heute bekam ich ein Zitronentörtchen geschenkt-
etwas ganz Feines.
Es sah so perfekt und schön aus und sein Duft hatte
etwas ganz Reines.
Zunächst wollte ich es gar nicht essen,
doch dann war das Zaudern doch bald vergessen.
Mein Alltag war heute ziemlich grau und meine Seele auch ein bisschen rau.
Ich biss hinein.
Himmlische Erinnerungen- Frankreich, Sonne, freie Tage…
Liebes Zitronentörtchen, Du hast Deine Mission erfüllt- ganz ohne Frage!

L.B.