Markttage in Paris

Wer Paris liebt und/oder gerne auf Märkten einkauft, der wird dieses Buch genießen:

Der Autor hat zeitlebens das Gefühl von Heimat vermisst. Sein Vater war der Autor und Zukunftsforscher Robert Jungk und Peter Stephan Jungk beschreibt seine Kindheit, die von seinen rastlosen Eltern geprägt ist. Das unstete Leben führt er als junger Mann fort, denn ihm fehlt seine wahre Berufung und er probiert immer wieder Neues aus, wenn er nicht gerade zusammen mit Hank (später als Charles Bukowski bekannt) in Los Angeles versackt. Erst als Jungk sich in Paris in der Nähe des Marché d‘Aligre einquartiert und länger bleibt, erfährt er so etwas wie ein Gefühl der Zugehörigkeit zu den Marktleuten und den Besitzern der umliegenden Läden und Cafés. Beim Lesen des Buches begleitet man Jungk auf seinen Einkäufen, die jedes Mal ein Fest der Sinne sind. Diese Düfte, diese Farben, diese Geschmacksverlockungen von perfektem Obst, frischem Fisch, noch warmen Gebäck!

Dazu kommen die Besuche in den Flohmarktgängen, immer dieses leichte Kribbeln, vielleicht etwas Besonderes zu finden. Und als i-Tüpfelchen: Die Verkäufer bieten ihre Ware feil, als würden sie ein Theaterschauspiel aufführen. Manchmal möchte man Beifall klatschen.
Zusammen mit dem Autor blickt man aber auch hinter die Kulissen dieses Markttheaters, denn er findet unter den Marktstandbesitzern Freunde, die ihm von ihren oftmals tragischen Schicksalen, sowie von den Rivalitäten untereinander und der täglichen harten Arbeit erzählen.
Sich nach Paris aufmachen mit dem Buch im Gepäck, sich in ein Café setzen und einzelne Kapitel noch einmal lesen, das kann ich mir sehr gut vorstellen…

P.S. Der Marché d‘Aligre liegt im 12. Arrondissement, Nähe „Place de la Bastille“.

Zwei Filme: Gemeinsam-einsam-allein

Noch ein verregnetes Wochenende? Kein Problem mit diesen beiden Filmen!

Die Regisseurin Agnès Varda und der Fotograf JR fahren gemeinsam mit einem ganz besonderen Reisemobil quer durch ganz Frankreich und fotografieren Menschen. Die Fotos bringen sie z.B. an Häusern, Firmenmauern, Wasserspendern oder alten Bunkern an und plötzlich nimmt man diese „unscheinbaren“ Menschen wahr und beginnt sich für sie und ihre persönlichen Geschichten zu interessieren. Das ist das Ziel der beiden Künstler. Wunderbar! Was aber ebenso schön ist: Das Verhältnis zwischen Agnès und JR. Agnès ist 89, JR Mitte 30, als sie 2017 mit dem Drehen des Dokumentarfilms beginnen. Die beiden gehen auf der Reise liebevoll miteinander um, trösten sich und inspirieren sich gegenseitig mit neuen Ideen.
Am Ende des Films sehe ich mein seliges Lächeln in der Fensterscheibe.

Film Nummer 2: In der Heimatstadt findet Fern, deren Mann vor einiger Zeit gestorben ist, keine Arbeit und so fährt sie mit ihrem Van quer durch den Westen der USA und ist immer auf Arbeitssuche. Sie ist sich für keine Arbeit zu schade, erlebt viel, lernt neue Leute kennen. Das ist die ganze Geschichte.
Mich hat dieser Film, genauer gesagt, die schauspielerische Leistung von Frances MacDormand stark beeindruckt. Obwohl sie immer auf der Suche nach Gelegenheitsjobs ist, wirkt Fern frei, ungebunden und damit auch von vielen Verpflichtungen entlastet. Wer hat sich diesen Zustand nicht schon einmal gewünscht? Dann aber sind da ihre Traurigkeit, ihr Alleinsein und ihre Einsamkeit und sie konnte ich fast körperlich spüren.

Treffen mit Hugo auf „Innerfrench“ (Französischstunde Nr. 29 )

Letzte Woche habe ich Ihnen dieses Buch empfohlen:

Vorgestern bekam ich nun von Hugo zu diesem Titel unerwartet eine Kurzrezension und ein Beispiel, wie man die 1% Methode anwenden kann. Musste schon ein bisschen schmunzeln.
Wer ist Hugo? Hugo kommt aus Frankreich. Seine Freundin ist Polin und so ging er vor mehreren Jahren nach Warschau und unterrichtet dort seitdem Französisch. Während er selbst Polnisch lernte merkte er, dass Podcasts ihm dabei am besten halfen. Er fasste daraufhin den Entschluss, selbst Podcasts zu produzieren, die das Französischlernen unterstützen.

Auf seiner Internetseite https://innerfrench.com/

findet man inzwischen über achtzig Beiträge. Alle dauern ca. eine halbe Stunde und die Themen haben ein breites Spektrum. Es geht z.B. um „Lernen und Sprache“, „Französischer Alltag“ oder „ Was ist gutes Leben?“. Sehr motivierend ist die Tatsache, dass Hugo langsamer spricht als normalerweise in Frankreich üblich und man ihn deshalb gut versteht. Das Niveau ist für „Intermediate Learners“ gedacht. Die Texte der Podcasts kann man nachlesen, was sich auf jeden Fall lohnt, denn Hugo gibt zwischendurch auch immer wieder Tipps für umgangssprachliche Ausdrücke im Alltag oder er verweist auf andere Internetseiten, die fürs Französischlernen auch interessant sind. Hier nun die 1% Methode beim Französischlernen:

Nicht wundern, dass der Titel in englischer Sprache ist, es wird französisch gesprochen.

Neben den Podcasts bietet Hugo inzwischen auch noch eine Reihe von Videos an, die ebenfalls gut zu verstehen sind. Auch dazu ein Beispiel:

Ab Mai/Juni findet auch wieder ein Online-Kurs auf seiner Internetseite statt. An diesem habe ich bisher noch nicht teilgenommen.

Mein französischer Weihnachtstisch

Ich habe in unserer Wohnung zwei weihnachtliche Tische, mit denen ich meine Vorfreude auf die Feiertage nach und nach erhöhe. Dieser ist der kleine Tisch:

Jeden Tag esse ich eine Madeleine (ist quasi ein französischer Adventskalender) und blättere dabei ein bisschen in den Parisbüchern. Der Tintin Comic und das Reclambändchen werden u.a. meine Feiertagslektüre sein. Den Paris-Armreif schenkte mir eine liebe Freundin, das SW-Foto erinnert mich an einen weiteren schönen Parisaufenthalt. Die Dame mit dem Hündchen-Karte ist eine Wackelkarte, wenn man sie bewegt, wird Madame auch mal sehr schlank. (Vor und nach Madeleinegenuss).
Der Tisch ist meine Art, das Fernweh etwas einzudämmen.

Lernen für Tagträumer (Französischstunde Nr. 27)

Sich an schöne Urlaube erinnern, gute Laune bekommen und gleichzeitig dabei etwas lernen? Bei mir funktioniert das seit ein paar Tagen ganz gut- hier meine Idee:
Auf der Internet-Plattform Pinterest gibt es zig Anregungen in wohlportionierten Häppchen, um französische Grammatik oder Vokabeln zu lernen. Man kann sich als Benutzer*in auf einer sogenannten Pinnwand die interessantesten Lerneinheiten selbst zusammenstellen. Ich habe das gemacht, allerdings platziere ich zwischen den Lernkästchen Fotos von vergangenen Frankreichurlauben. Gerne sehe ich mir diese Bilder immer wieder an und verliere mich ein bisschen in Erinnerungen. Dabei lese ich mich aber auch fest bei französischen Redewendungen, Gedichten oder Tabellen mit Besonderheiten der französischen Sprache. Meine Pinnwand heißt „Frankreichliebe“ https://pin.it/G85Ah0J

Noch Lust auf einen vielleicht etwas „schrägen“ Lerntipp? Mir fiel es in der Vergangenheit oft nicht leicht, zweimal am Tag meine Zähne die jeweils geforderten 3 Minuten zu putzen. Mir kamen die 3 Minuten immer wie 15 Minuten vor und ich wurde schnell ungeduldig. Jetzt nehme ich mir dabei immer einen kleinen Stapel von ca. 20-30 Vokabelkärtchen vor und schaffe die 3 Minuten ohne Probleme= 1. Erfolgserlebnis. 2. Erfolgserlebnis: Bei den Vokabeln bleibt tatsächlich etwas hängen…

Pffft, pffft-machen wir es den Franzosen nach!

Vor einer Woche schrieb ich über die Sendung „Karambolage“ und stellte Ihnen u.a. zwei kleine Filme vor, die in früheren Karambolage-Sendungen schon gezeigt wurden. Einer dieser beiden Filme beschäftigte sich mit dem „Brumisateur d‘eau“, einer kleinen Flasche mit Wasser, die wohl in jeder Handtasche einer Französin und in jedem Handschuhfach eines Franzosen zu finden ist. An heißen Sommertagen schwören unsere Nachbarn auf die Erfrischung durch das Besprühen des Gesichts mit Wasser.
In dem Film kam die Verwunderung zum Ausdruck, dass diese Methode der Abkühlung in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Das wollte ich so nicht auf mir sitzen lassen und schnell war ein geeignetes Gerät gefunden, um mein Gesicht zu umnebeln: Der Wasserbestäuber für meine Zimmerpflanzen. So besprühte ich mich und der Kühleffekt war eindeutig zu spüren, noch besser war es, das Gesicht danach in den Wind eines Ventilators zu halten.

Ich schaffte mir drei von diesen kleinen Flaschen à 100ml an und deponierte sie in der Tasche, im Auto und ….in der Nähe meiner Katze. Sie erinnert mich jetzt mehrmals am Tag vehement an ihre Wasserportion auf dem Rücken.
Das Wasser meiner beiden Flaschen „veredelte“ ich noch mit ein paar Tropfen Lavendel-und Orangenöl….Urlaub!
Gut, wenn man mal über den Tellerrand guckt.

Eigentümliche Wandlung

Gestern erzählte ich Ihnen vom Film „Die Tänzerin“ und erwähnte dabei Isadora Duncan, die im Film keine rühmliche Rolle spielt. Das machte mich neugierig, denn „die Duncan“ wird als Wegbegleiterin des modernen Tanzes von vielen Menschen verehrt. So nahm ich mir ihre Autobiografie vor.

Kurz zu der Lebensgeschichte: Isadora wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Die Eltern haben sich scheiden lassen und die Mutter muss danach als Klavierlehrerin für ihre vier Kinder Geld verdienen. Es ist ein chaotischer Künstlerhaushalt, in dem die Familie oftmals nichts zu essen hat, sich aber mit geistiger Nahrung am Leben erhält und jedes Kind seinen Neigungen nachgehen kann. Bei Isadora ist es der Tanz und im Buch ist zu lesen, dass sie schon im Grundschulalter anderen Kindern Tanzunterricht gegeben hat. Im Gegensatz zum gängigen klassischen Ballett bewegt sie sich auf natürliche Weise und tanzt Figuren zu klassischen Musikstücken. Die Familie ist von Isadoras Talent überzeugt und kämpft dafür, dass man ihren Tanz als Kunst anerkennt. Erst in kleinen Schritten, dann in immer größeren wird Isadora bekannt, nach einigen Jahren ist sie ein Star. ( Zu dieser Zeit kommt sie zu Loïe Fuller-siehe den Beitrag von gestern-irgendetwas stimmt da nicht…). Ihr Bruder Raymond liebt das Theater, beide haben eine Leidenschaft für die griechische Antike und so tritt Isadora nur noch in einer Tunnika gekleidet auf und beide beschließen, in Griechenland einen eigenen Tempel zu bauen, wo sie dann ihre Künste zeigen wollen. Während Raymond in Griechenland bleibt, kehrt Isadora nach Deutschland zurück und eröffnet in Berlin eine Tanzschule für Kinder. Zwanzig Kinder leben und arbeiten mit ihr und Isadoras Schwester Elisabeth.

Um ihre Projekte finanzieren zu können, geht Isadora immer wieder auf Tournee. Heiraten würde sie nie, aber in einem schon etwas reiferen Alter hat sie diverse Liebschaften mit Bewunderern, darunter dann auch die Väter ihrer drei Kinder. Bei jeder Schwangerschaft steht sie vor der Entscheidung: Liebe oder ihre Kunst. Sie entscheidet sich für ihre Kinder, aber es ist immer ein Drahtseilakt, denn ihre Tanzkunst bedeutet ihr alles.

Das Ende der Duncan ist tragisch. Gezeichnet von Alkohol und Krankheit lebt sie in Nizza, wie immer pleite und auf die Hilfe von anderen angewiesen. Bei einer Autofahrt in einem Coupé verfängt sich ihr langer Schal in einem Reifen und stranguliert sie.

Dieses Buch hat Isadora Duncan geschrieben, um ihre leere Kassen aufzufüllen. So muss man ihrer Lebensbeichte mit einiger Skepsis gegenüber treten, denn wie sie selbst schreibt wünschte sich der Verleger weniger Tanztheorie dafür mehr skandalöse Stellen. Ich bewundere sie, weil sie zeitlebens an sich und ihre Tanzkunst geglaubt hat und sich nur sehr wenig um irgendwelche Konventionen geschert hat. Dreiviertel des Buches mochte ich aber nicht, denn ihr Erzählton schwankt zwischen Überheblichkeit, Narzissmus und Naivität und nervte mich. Erst zum Ende hin, als es um ihre Kinder geht, schreibt sie berührend und ich war erstaunt über ihre Wandlung, auch nachdenklich und selbstkritisch schreiben zu können.

Bis morgen!

Lieblingswörter der Franzosen-Die Auflösung

Welche Wörter mögen Franzosen am liebsten in ihrer Sprache, das war gestern die Rätselfrage. Hier sind Platz 1-5:

Pamplemousse-Amour-Papillon- Coquelicot- Chocolatinee

Ein bisschen überraschend, oder?

Morgen mache ich eine Pause, denn ich habe einen Co-Autoren für meinen Blog gefunden und er stellt sich morgen vor. Übermorgen geht es dann weiter mit mir weiter.

Lieblingswörter der Franzosen (Französischstunde Nr. 20)

Gestern nannte ich Ihnen meine französischen Lieblingswörter, heute möchte ich gerne wissen, welche Wörter die Franzosen in ihrer Sprache am liebsten mögen. Diese fünf Wörter nahmen die ersten Plätze ein, aber welches steht auf Platz 1, Platz 2 usw- das möchte ich gerne von Ihnen wissen.

Coquelicot-Amour-Pamplemousse-Chocolatinee-Papillon

Die Auswertung beruht auf einer Befragung auf Instagram und es gab ca. 420 Antworten. Die oben genannten fünf Wörter hatten einen weiten Vorsprung vor anderen. Morgen Abend nenne ich Ihnen die Reihenfolge.