Kein Bild von mir

Es sind Ferien, doch Jip kann sie nicht richtig genießen. Im Zeichenunterricht haben sie die Aufgabe gestellt bekommen, ein Selbstporträt von sich anzufertigen. Eigentlich liebt Jip das Zeichnen, doch wie soll man sich darstellen, wenn im Kopf Gedanken, Gefühle und Beobachtungen ohne Pause herumschwirren und man völlig verunsichert ist?
Am liebsten verbringt Jip seine Zeit alleine auf einem abgezäunten Baugelände, wo die Natur Jip noch ein Versteck bietet, um in Ruhe Insekten zu beobachten und die Gedanken zu sortieren. Noch immer tut es weh, dass der jahrelange Schulfreund plötzlich die Freundschaft gekündigt und Jip damit verraten hat. Eine Aussprache gab es nie, da der Freund kurze Zeit später weggezogen ist. Dann ist da aber auch noch der neue Junge in der Klasse, an den Jip immer denken muss und der Jips Gefühlswelt ordentlich durcheinander bringt.
Als die Ferien vorbei sind, kann Jip zwar verschiedene Zeichnungen vorweisen, ein Selbstporträt ist nicht dabei. Die Lehrerin versucht zu helfen, doch erst als Jip und der neue Schüler sich außerhalb der Schule treffen, wird Jip langsam klar, was sie ist, bzw. was sie nicht ist und am Ende des Buches sehen wir Jips Selbstporträt.

Ein großartiges Jugendbuch (ab 12 J.)! Der Autor schafft es, Jips unsichere Gefühle, ob sie sich als Mädchen oder Junge fühlt, auf Leser/Leserin zu übertragen. Jips Beobachtungen sind wahre Schätze und das bezieht sich nicht nur auf das genaue Hinsehen bei Insekten, sondern auch auf das Miteinander ihrer Mitmenschen. Wie schön, dass das Buch schon einen Preis gewonnen hat!

Tim und Struppi hautnah

Vor einigen Wochen waren mein Mann und ich für ein langes Wochenende in Brüssel. Bevor wir in die Innenstadt von Brüssel fuhren, besuchten wir in Louvain-la-Neuve ein Museum., das dem Illustrator Hergé, dem Vater von Tim und Struppi, gewidmet ist. Obwohl ich überhaupt kein Comicfan bin, wollte ich es unbedingt sehen, denn die Abenteuergeschichten von Tim und Struppi waren in der Coronazeit ein Mittel, meine Stimmung zu verbessern.
Das Museum wurde 2009 eröffnet und ist sehr weitläufig und modern.

Das Museum liegt in der Rue du Labrador 26, das ist auch die Adresse von Tim und Struppi in den Comicbüchern.

Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Etagen und ist nach Themen aufgeteilt. Gleich im ersten Saal sieht man Originalskizzen von Hergé, sowie auch originale Skriptseiten von einzelnen Geschichten.

Hier bekommt man schon eine erste Ahnung, wie viel Arbeit in einem Comicheft steckt. In weiteren Räumen wird dann auf den Inhalt jedes einzelnen Heftes eingegangen und neben dem Prozess des Zeichnens (und später auch des Kolorierens) erfährt man viel darüber, wie Hergé für jeden neuen Band recherchiert hat. Das war ihm eine Verpflichtung, denn die Geschichten um Tim und Struppi waren zwar für Kinder geschrieben, aber jedes Abenteuer hatte auch einen historischen Hintergrund oder blickte in die Zukunft. (Hergé nahm sich z.B. 1954 bereits der Mondlandung an und erzählt von ihr sehr realistisch). So wurden auch Erwachsene zu treuen Lesern.
Durch das Recherchieren wurde Hergé zum Sammler von außergewöhnlichen Dingen, die man im Museum auch bestaunen kann. Letztendlich erfährt man auch Einiges über Hergé als Person.

Bild Mitte rechts: Bevor Hergé mit seinen Tim und Struppi Geschichten berühmt wurde, verdiente er sich als Illustrator von Werbeanzeigen sein Geld. Links: Tim und Struppi Bücher sind in zig Sprachen übersetzt worden, eine Wand zeigte ein paar Beispiele.

Nach einer mehrstündigen Besichtigung stärkten wir uns im Museumscafé, in dem man auch gut essen kann.
Ich erwähnte es oben schon: Welche Arbeit steckt in einer Comicgeschichte! Wir waren nach dem Museumsbesuch tief beeindruckt und ich werde im nächsten Winter alle Geschichten „mit einer neuen Brille“ noch einmal lesen.

Nächste Woche erzähle ich noch ein bisschen über unseren Aufenthalt in Brüssel, vielleicht ist ja eine Anregung für Sie dabei.

In der Warteschlange am Telefon

Und es werde Licht!
Und es werde Licht!

Nicht darüber ärgern, wenn man am Telefon warten muss! Dieses Thema hatte ich vor einiger Zeit schon einmal. Hier noch eine Möglichkeit, sich die Zeit sinnvoll zu vertreiben:

Ich habe auf der Arbeit einen Notizblock liegen mit dem Motto „Alles was wir lieben“. Auf jedem Zettel steht ein besonderer Moment und wenn man diesen liest, läuft im Kopf ein kleiner Film ab. Das ist oftmals sehr witzig oder schön. Oder man nimmt dann diesen Moment zum Anlass, ein bisschen herum zu kritzeln. Da freut sich dann die Kreativitätsschublade oben im Gehirn.