Haniels Kunstschätze

Für unseren ersten Museumsbesuch im neuen Jahr mussten wir nich weit fahren, die Duisurger Küppersmühle war unser Ziel. Unter der Überschrift „Die Sammlung Haniel- der eigene Weg“ werden bis Anfang Mai einmalig ca. 100 Kunstwerke gezeigt, die die Inhaber der Duisburger Firma Haniel im Laufe der letzten Jahrzehnte gekauft und bisher nur in ihren Geschäftsräumen präsentiert haben. Die Werke der Haniel Sammlung spiegeln die künstlerischen Strömungen nach dem zweiten Weltkrieg wieder, bekannte Künstler wie beispielsweise Gerhard Richter, Damien Hurst, Georg Baselitz oder Imi Knoebel sind in der Sammlung vertreten.

Mittwochs findet immer eine Führung zu den Wechselausstellungen statt. Wir nahmen an einer teil und ich entdeckte für mich spannende Werke. Die Bilder der o.g. Künstler wurden besprochen, sowie die speziellen Schaffungsprozesse bei einigen anderen Werken.

Ein Beispiel der Feuerbilder von Otto Piene, der zum Feuerwerfer griff, nachdem er die Farbe auf der Leinwand verteilt hatte.
Bei diesem Bild mit dem Titel „Cosmic“ wurde ein Foto so vergrößert, dass nur noch Farbflächen zu erkennen sind. Danach überzog der Künstler Peter Zimmermann das Bild mit Harz.
Die Leuchtkraft dieses Bildes ist auf meinem Foto kaum zu erahnen. Die Künstlerin Katharina Grosse benutzt u.a. Neonfarben.

Der Besuch dieser Ausstellung war ein schöner Start ins Kunstjahr 2024, die Neugierde und Freude auf weitere Museumsbesuche wurde bestens „angestupst“.

Wie ist der Ausblick auf das neue Jahr?

Solange es Leckerli, schöne Spaziergänge, Streicheleinheiten und ein kuscheliges Schlafplätzchen gibt, kann eigentlich nichts schief gehen!


Für alle Hundebesitzer habe ich noch einen besonderen musikalischen Gruß zum Sonntag: Walking the Dog von George Gershwin
(Natürlich dürfen alle anderen auch hören!)

Ein Leben mit fünfzehn Kugeln

An der Westküste der USA nennt man ihn in den 50er Jahren voller Ehrfurcht „Fast Eddie“, denn der talentierte junge Mann hat alle Größen in der Billardszene bereits besiegt. Jetzt ist er zusammen mit seinem Freund und Betreuer Charlie im Auto unterwegs Richtung Osten, um neue Herausforderungen zu suchen. Während Charlie weiterhin daran festhält, Eddie langsam zum besten Spieler der USA aufzubauen, ist Eddies Selbstbewusstsein so groß, dass er in Chicago gegen die Billardlegende Minnesota Fats antreten will. Es kommt zum Streit und die beiden trennen sich.
Eddie spielt fast zwei Tage lang zig Partien gegen Minnesota Fats. Zuerst ist er mehrmals ein strahlender Sieger, doch am Ende verliert er sein ganzes Geld und ist mittellos. Glück hat er, als er bei der Studentin Sarah unterkommt und dort wohnen darf. Er versucht, in zwielichtigen Kneipen Geld zu verdienen. Nach einem Spiel wird er als Poolhai beschimpft und man bricht ihm beide Daumen. Eddie ist an einem Tiefpunkt angelangt.
Während des Spieles gegen Minnesota Fats hatte Bert, ein reicher Geschäftsmann und Pokerspieler, Eddie beobachtet und bietet ihm danach eine Zusammenarbeit an. Bert kennt viele reiche Männer, die sich für gute Billardspieler halten, die gegen Eddie aber keine Chance hätten. Man könnte gemeinsam viel Geld verdienen…Damals lehnte Eddie dieses Angebot ab, doch jetzt sieht er es als Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Zuerst scheint diese Partnerschaft die richtige Entscheidung zu sein, doch dann kommt es zu einem zweiten Duell mit Minnesota Fats und Eddie erkennt, welchen Fehler er gemacht hat.

Bereits die ersten beiden Seiten des Romans haben mich fasziniert und mich in die Geschichte hineingezogen. Beschrieben wird, wie ein alter Billardsaal aussieht, welche Gerüche und Töne sich vermischen und welche Typen von Spielern „abhängen“. Die Stimmung des Romans ist eine Mischung aus Western und Roman- bzw. Film noir. Man kann dem Diogenes Verlag dankbar sein, dass er diesen Roman, der als Vorlage für den 1961 erschienen Film „Die Haie der Großstadt“ mit Paul Newmann diente, jetzt in neuer Übersetzung anbietet.

Hoffnungsvoll ins neue Jahr

Willkommen im Jahr 2024! Als ersten Beitrag möchte ich Ihnen dieses Lied vorstellen oder ist es eher eine musikalische Buchbesprechung?

Dies ist das Buch zu dem Video:

Und hier geht es zu einer Leseprobe:
https://www.penguin.de/leseprobe/Vom-Mythos-des-Normalen/leseprobe_9783466347988.pdf#page4

Tschüss Spotify

Letzte Woche führte ich ein Gespräch mit einer Musikerin über den Streamingdienst Spotify. Was ich schon wusste, aber bis dahin aus Bequemlichkeit verdrängt hatte, war die Tatsache, dass Spotify Milliarden verdient und diese in die Weiterentwicklung steckt, die Musiker allerdings nur wenig von dem goldenen Topf abbekommen. Ab 1. Januar 2024 sollen die Bedingungen für Künstler nun noch schlechter werden. Das Gespräch hallte zuhause nach und ich las im Internet einige Artikel über diese Problematik. Letztendlich entschied ich mich, meine Playlisten von Spotify zu dem Streamingdienst „Tidal“ zu übertragen. Er zeichnet sich durch beste Behandlung der Künstler aus, höchste Tonqualität und größte Auswahl von unbekannteren Musikern aus.
Bei Tidal gibt es keine kostenlose Version, für die einfache Version zahlt man z.Zt. 10,99 Euro, ein Probemonat ist inklusive.
Jetzt kommt ein „Leider“ (bezogen auf zwei IOS-Geräte): Die Übertragung der Playlists von Spotify nach Tidal empfand ich als etwas zäh, aber ich hielt durch. Ebenso das Migrieren vom IPad zum Handy, das nicht reibungslos klappte. Aber auch hier zeigte ich noch meinen guten Willen. Dann wollte ich ein neues Lied in eine meiner überspielten Themen- Playlists einfügen, es ging nicht! (Ich versuchte es auf mehrere Arten und schaffte es nicht). Ich hätte eine neue Playlist zum selben Thema erstellen müssen, das war für mich der Abschied von Tidal.
Also versuchte ich es mit dem französischen Streamingdienst Deezer.
Bei Deezer meldet man sich kostenlos an und auf dieser Seite

https://www.deezer.com/explore/de/features/transfer-playlist/

kann man das Überspielen von Spotify auf Deezer anschieben. Das Überspielen von ca. 1000 Liedern dauerte ca. 60 Sekunden, drei Lieder gab es nicht bei Deezer. Damit konnte ich leben. (Spotify und Deezer bieten beide ca. 80 Millionen Titel an). Auf meinem Handy fand ich ohne mein Zutun meine überspielten Playlists. Zu den Playlists kann ich ein neues Lied ohne Probleme hinzufügen.
Es gibt eine kostenfreie Variante, wie bei Spotify kommt eine kurze Werbeeinspielung. Möchte man ein neues Lied hören, wird es 30 Sekunden angespielt. Will man es ganz hören, wird man auf den Mix weitergeleitet, in dem das Lied vorkommt. Eine Premiumversion ohne Werbung, mit besserer Tonqualität und weiteren Vorteilen gibt es für derzeit 14,99 Euro. Diese gönnte ich mir zu Weihnachten und ich bin von Deezer angetan. Fand ich bei Spotify die für mich vorgeschlagenen Playlists oft nicht zutreffend, habe ich bei Deezer schon mehrere tolle Entdeckungen gemacht.

Und hier eins meiner Lieblingslieder:

Die große Verführung

Seit 1887 gibt es die Bezeichnung „Made in Germany“. Allerdings sollte sie damals nicht auf die Qualität von deutschen Waren hinweisen, sondern sie warnte vor deutschen Produkten. Diese hatten den Ruf von „Billigzeug“ und das brachte dem deutschen Handel große Probleme. Zusammen mit anderen einflussreichen Menschen, wie Walter Gropius, Peter Behrens oder Henry van der Velde, beschloss der Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, dem entgegenzuwirken und er gründete das Deutsche Museum für Kunst und Handel und Gewerbe. Dort sammelte er zwischen 1909 und 1919 mehrere tausende Alltagsprodukte, die durch ihr Design, Modernität und Alltagstauglichkeit hervorstachen. Neben der Präsentation im Museum stellte er Wanderausstellungen zusammen, um in ganz Deutschland das Gespür für Produktqualität zu verbessern.
Nach dem Tod von Osthaus wurde seine Sammlung 1923 dem Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum übergeben. Noch bis April 2024 hat man nunmehr die Möglichkeit, sich eine Auswahl der ersten Designprodukte anzusehen.

Oben links die Gegenüberstellung von alter und neuer Werbung einer Bierbrauerei. Rechts Beispiele für Tapeten und Stoffe, unten Verpackungen. Die Dosen gefielen mir besonders gut.

Dazu kommen Plakate und Fotos von Geschäften aus der damaligen Zeit, denn erstmals machte man sich auch Gedanken über gute Werbung und ansprechende Schaufensterpräsentation.

Die Ausstellung wird mit Hilfe von Wandtafeln gut erklärt. Dazu kommen diverse Zitate, die sich mit den Themen beschäftigen. Drei Beispiele:

Wer Interesse an Design hat: Waren Sie schon im Red Dot Design Museum in Essen? https://www.red-dot-design-museum.de/essen/besuch

Harriets Albtraum

Dieser Krimi spielt in der nahen Zukunft. Die Protagonistin Harriet lebt mit ihrer betuchten Familie in München. Seit sie fünf Jahre alt ist, gibt sie öffentlich Klavierkonzerte und ihre Laufbahn als berühmte Pianistin scheint vorbesimmt. Doch dann ändert sich alles, als sie siebzehn Jahre alt ist und eine Operation an der Hand misslingt und die Karriere zerstört. Die Eltern ziehen nach Frankfurt und Harriet wird Klavierbauerin.

Das sind Harriets Erinnerungen.

Inzwischen ist Harriet zweiunddreißig und hat ein eher freudloses Leben. Reich ist sie nicht mehr, denn ihre erfolgreiche Mutter kam bei einem Autounfall ums Leben und das vorhandene Geld finanziert den Aufenthalt ihres dementen Vaters in einem Sanatorium. Um über die Runden zu kommen, hat Harriet inzwischen nachts einen zweiten Job als Türsteherin vor einem Luxuskaufhaus, das 24 Stunden geöffnet ist, angenommen. Sie wohnt in einem 30 qm Raum im 9.Stock eines ehemaligen Wolkenkratzers. Früher gehörte dieser einer Bank, jetzt leben dort Menschen, die zur großen Gruppe der Armen gehören. Weiterhin wird Harriets Alltag geprägt von fast täglichen Katastrophenwarnungen, bedingt durch große Hitze und den damit verbundenen Bränden in Wäldern oder in der Stadt.

Auf dem Weg zu einer Familie, deren Klavier gestimmt werden muss, gerät Harriet in einen dieser Waldbrände. Sie rettet zusammen mit zwei anderen Frauen eine ihr unbekannte alte Frau aus deren Haus. Bevor die Frau ohnmächtig wird, nennt sie Harriets Namen. Harriet bringt die Frau mit deren Auto ins Krankenhaus. Als die alte Frau aus der Ohnmacht erwacht, ist sie gegenüber Harriet abweisend und verbietet sich jeden weiteren Kontakt. Harriet ist nicht nur deswegen irritiert, sondern ihr macht auch die Tatsache zu schaffen, dass sie Auto gefahren ist. Sie hat nie den Führerschein gemacht.
In den darauffolgenden Wochen gerät Harriets Alltag immer mehr ins Wanken, denn sie bekommt den Eindruck, dass ihr aus einem großen schwarzen Loch Erinnerungsbrocken vor die Füße geworfen werden, die sie nicht zuordnen kann. Die Angst, verrückt zu werden oder zu sein, wird unerträglich. Um Klarheit zu gewinnen, nimmt sie eine Woche Urlaub und fährt nach München, dem Ort ihrer Kindhei und Jugend.

Und der Albtraum beginnt…

Zoë Becks spannender und beklemmender Krimi steht seit mehreren Wochen auf der Krimibestenliste des Deutschlandfunks. Völlig zu recht!