Grün und lila- Welfenland Teil 2

Das erste Ziel in der Lüneburger Heide war Müden, laut Reiseführer eins der schönsten Dörfer in der Heide. Sehr alte Bauernhöfe säumen die Dorfstraße, doch hatte Müden für uns keine besondere Atmosphäre. Glücklicherweise parkten wir aber auf einen Platz etwas außerhalb des Dorfes und hier ging der Heidschnucken-Wanderweg vorbei. 

Auf einer Schautafel wurde erklärt, was man alles auf dem Müdener Teilstück des Wanderweges sehen konnte und da waren u.a. auch Eisvögel aufgeführt. Da ich noch nie einen Eisvogel von Nahem gesehen habe und ich mir das sehr wünsche, gingen wir auf dem Wanderweg ein paar Kilometer, vorbei an einem See, durch Felder und durch Wald und dann an dem Ötzeflüsschen entlang bis zu der speziellen Eisvogel-Schautafel.

Wir waren sehr leise, haben gewartet, aber man hatte wohl beschlossen, dass ich den Wunsch noch länger mit mir herumtragen sollte. Also wieder zurück.

Ganz in der Nähe von Müden liegt der Wietzer Berg und hier findet man auf dem Heidschnucken-Wanderweg „Bilderbuchheide“. Ein zweiter Spaziergang folgte,

der am Ende gekrönt war vom nahen 

Nachmittags furhren wir zum Zisterzienserkloster nach Wienhausen. Berühmt ist das Kloster wegen seiner besonderen Teppiche, den ältesten Funden von Brillen und den unglaublich schönen Deckenmalereien. Leider durfte man nicht fotografieren, deshalb hier ein Link zu offiziellen Fotos und Informationen.

http://www.kloster-wienhausen.de/index.php?cPage=0&sPage=1&langSel=de

Wienhausen ist ein malerisches kleines Dorf, in dem wir uns nach der Klosterbesichtigung mit Kaffee und Kuchen gestärkt haben, bevor es nach Celle wieder zurückging.

Am dritten Tag war der Hauptprogrammpunkt die Heimfahrt, aber vorher sahen wir uns noch etwas an, das schon mit dem achten Weltwunder verglichen wurde. Cliffhanger bis morgen.

Heute vor 30 Jahren…

Ausnahmsweise mal zwei Einträge an einem Tag…

..fand mein Mann vor einigen Tagen in einem Buch. An einige Bücher kann ich mich noch erinnern: Grammatik des Lächelns und Die Rose von Tibet fand ich toll, zum Medicus muss ich wohl nichts sagen (fand ich auch gut), von Weißes Rauschen war ich enttäuscht. Bei den anderen habe ich Lücken, aber die Krimis von Leo Malet sind auf jeden Fall gut!.

Eine „Höllenmaschine“ für verregnete Sommer

Hier nun die Auflösung meines gestrigen Fotorätsels. Gefragt wurde, welche Funktion dieses Gerät hat:

Die Antwort:

Gesehen habe ich den Spezialbinder im Mai auf der Museumsinsel Unewatt in der Nähe von Flensburg. Schon damals dachte ich: Das ist eine Wochenendaufgabe für den Blog ?.

Die Museumsinsel ist übrigens einen Besuch wert. Mehrere Ausstellungshäuser wurden in einem Dorf, in dem die Einwohnerzahl immer mehr zurück ging, integriert. Man lernt nicht nur Vieles über Landwirtschaft und norddeutsche Kultur, sondern auch darüber, wie sich das Dorfleben seitdem verändert hat. Sehr spannend.

Wer demnächst an der Ostsee Ferien macht, hier geht es zur Museums-Hompage:

http://www.museum-unewatt.de/museumsinsel.html

 

Lüttich- die zweite Besichtigung

Im August 2016 schwärmte ich Ihnen von meinem Besuch in Lüttich vor, kürzlich hatte ich nun das Vergnügen, mit einer Schulfreundin die Stadt wiederzusehen. Auch dieses Mal war Lüttich für mich… 

 Morgens steuerten wir bei schon hochsommerlichen Temperaturen den berühmten Flohmarkt an. Über alte Sachen staunen, Leute gucken und vielleicht etwas ergattern, in unserem Fall Modeschmuckketten, deren Perlen gut kombinierbar sein sollten mit unseren eigenen Papierperlen. Hier kann man wirklich Stunden verbringen…

Um die Mittagszeit stärkten wir uns draußen in einem Restaurant, auch hier machte das Leutebeobachten besonderen Spaß, genauer gesagt, das genaue Hingucken, wie die Frauen sich von Lüttich kleiden. Es gab einige, die hätten auch als elegante oder schicke Pariserinnen durchgehen können. Gegenüber des Restaurants lag die Kathedrale, die mich beim ersten Besuch schon wegen ihrer Größe und der Fenster beeindruckt hatte. Musste ich meiner Freundin zeigen!

Am Nachmittag stand eine Museumsbesichtigung an, die leider ausfiel, da trotz gegenteiliger Internetinformationen das Museum wegen Umbaus geschlossen war. So bummelten wir zuerst an der Maas entlang und erfreuten uns am lauen Lüftchen bzw. an ausgefallenen Skulpturen. Später kamen wir in kleine und große Einkaufsstraßen- wäre es nur nicht so heiß gewesen!

Neid- ich wäre auch gerne in die Maas gesprungen!

Natürlich wollte ich als Mitbringsel noch etwas mit nach Hause nehmen. Das belgische Bier ist berühmt und die Törtchen lachten mich an…

Inzwischen ausgetrunken, beide schmeckten würzig

1x/ Jahr nach Lüttich- kein schlechter Plan. Aber dann lieber mal im goldenen Herbst oder im frischen Frühling.

Ein geschenkter Tag-Nr. 2

Hier nun die kurze Buchbesprechung, passend zu meinem gestrigen Tag.

 

Simon und seine Frau Carine fahren zu einer Hochzeit in der Verwandschaft. Auf dem Weg dorthin nehmen sie die beiden Schwestern von Simon mit. Damit ist der Frieden im Wagen vorbei, denn Lola und besonders Garance sind das genaue Gegenteil von Simons Ehefrau. Carine ist Apothekerin, ordnungs- und anstandsliebend, die beiden Schwestern bekommen nach bürgerlichen Regeln ihr Leben nicht in den Griff. Die drei Frauen streiten sich, giften sich an, so dass der ansonsten so friedliebende und besonnene Simon am Ende der Fahrt schon genervt ist. Das verstärkt sich noch, als er die Begrüßungen der arroganten Verwandschaft über sich ergehen lassen muss und er erfährt, das Vincent, sein geliebter kleiner Bruder, nicht kommen kann, weil er ein Schloss hüten muss. Völlig überraschend macht er seinen beiden Schwestern den Vorschlag, zu Vincent zu fahren und die Hochzeitsgesellschaft zu verlassen. Die beiden Frauen sind begeistert und so fahren die drei zu Vincent. Dort verbringen die vier Geschwister einen geschenkten Tag voller besonderer Momente…

Auf 150 Seiten eine wunderbare leichte Komödie voller Poesie- typisch französisch und deshalb wäre zur Lektüre ein Gläschen Champagner gar nicht so verkehrt!

Ein geschenkter Tag Nr. 1

Vorletzte Woche fiel ein Termin bei mir aus und plötzlich hatte ich einen ganzen freien Tag. Einen geschenkten Tag. Ich beschloss, nach Dortmund zu fahren, um mir dort den Phoenixsee anzusehen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Nach einer Stunde Fahrzeit (jetzt in den Sommerferien ist der Ruhrschnellweg erträglich) war ich da und es war wie im Urlaub. Diverse Déjavus gingen mir durch den Kopf. Ein bisschen Mallorca, ein bisschen Ostsee, ein bisschen…Das Auto parkte ich in der Hörder Hafenstraße, dann fuhr ich mit dem Rad am Südufer entlang. Hier ein paar Eindrücke:

Sehr angenehm: Fußgänger und Radfahrer haben getrennte Wege, wenngleich das nicht immer so ganz ernst genommen wird.

Am Ende des Sees trifft man auf die Emscher, die hier schon fast komplett renaturiert wurde. Entlang der Emscher führt der Emscherweg für Fußgänger und Radfahrer und ich kam aus dem Staunen nicht heraus, wie schön der Emscherverlauf war. Viele Wildblumen und Vögel, mein Herz ging auf!

Ich fuhr auf dem Weg bis nach Aplerbeck zum barocken Wasserschloss Haus Roderberg. Hier gibt es ein griechisches Restaurant und Café, alles umgeben von einem kleinen Park mit ein paar witzigen Skulpturen. Aplerbeck hat auch einen netten Marktplatz, wo man ebenfalls draußen etwas trinken und essen kann.

Hier entdeckte ich zu meinem Glück einen Bücherschrank. Ich wollte am See noch ein bisschen Picknick machen und hatte vergessen, mir etwas zu lesen mitzunehmen. Welches Buch fand ich?

Von Aplerbeck fuhr ich wieder zurück, allerdings nicht an der Emscher entlang sondern über diverse Hügelchen mit schönen Weitblicken. Da hatte ich mir das Picknick dann auch verdient, am Nordufer gibt es viel Wiesefläche und dies war mein Blick vom Picknickplatz aus:

Nach der Pause war ich wieder voller Tatendrang und dachte mir: „Wenn ich schon mal in Dortmund bin…“. 10 Minuten Fahrzeit vom Phoenixsee zum Westfalenpark. Diesen hatte ich bisher zweimal besucht und mir fehlten noch Ecken, die ich nicht kannte. Also verbrachte ich dort noch 2 Stunden mit meinem Fotoapparat. Besonders bekannt ist der Park wegen seines großen Rosariums. Um die ganze Rosenpracht zu erleben, war ich allerdings zu spät dran, aber dafür empfingen mich jetzt die Dahlien und die Seerosen. Welche Farben!

 

Der Park hat noch andere Themenbereiche und dieses Mal entdeckte ich den ostasiatischen Teil, die Anlage für Amphibien und die Plätze, die sich mit „Naturgärten“ beschäftigten.

Ich verabschiedete mich vom Park bis zum nächsten Mal, da ich immer noch nicht alles gesehen habe. Als Eintritt in den Park werden 3,50 Euro erhoben, dieser Preis ist mehr als fair.

Mein geschenkter Tag…Was die Protagonisten im gleichnamigen Buch erlebt haben, das erzähle ich Ihnen morgen.

 

 

 

Muscheln suchen kann jeder

Bei meinem letzten Ostseeurlaub hatte ich dieses Buch mit dabei.

Erklärt werden mit Fotos und Texten über 100 Steinsorten, die man an der Ostsee und im Binnenland finden kann. Es wird im Buch vor Steinsammelfieber gewarnt und da ist was dran. Hier eine ganz kleine Auswahl:

Am meisten fasziniert mich, wie alt diese Steinsorten sind, welche Farben und Muster sie haben und woher sie kommen. Von links nach rechts: Feuerstein (60 Millionen Jahre), Phyllit (1,4 Milliaren Jahre), Flammen-Pegmatit (1,4 Milliarden Jahre), Porphyr (1,6 Milliarden Jahre), Sandstein ( 540 Millionen Jahre), Faxe-Kalk (60 Millionen Jahre), nochmal Feuerstein-sieht aus wie ein altes Werkzeug (das rede ich mir zumindestens ein). Feuerstein gibt es auch in sattem Gelb und dann denkt man, dass man einen Bernstein gefunden hat. Aber sie wissen ja: Bernstein erkennt man daran, dass es in einem Glas mit konzentriertem Salzwasser oben schwimmt. Bei meinen Funden ging es immer nur bergab, bzw. wasserglasab.

Natürlich dürfen die berühmten „Hühnergötter“ nicht fehlen: Wenn man diese Lochsteine findet, dann darf man sich was wünschen…

Manche Steine sehen trocken eher unscheinbar aus. Ich tauche sie zuhause dann einmal in Lack, dann glänzen ihre Farben.

Was kann man noch an der Ostsee finden? Klappersteine, Donnerkeile, Korallen, versteinerte Seeigel- Muscheln suchen war gestern, Steine suchen ist in

Reise zum Ruhepol Europas Teil 3

Von Neualbenreuth aus kann man tolle Ausflüge machen, wenn man nicht so gerne wandert oder das Wetter nicht so schön ist, um im modernen Sybillenbad schwimmen zu gehen.

Am ersten Tag besuchten wir mehrere barocke Kirchen und die Basilika in Waldsassen. Leider war dort die alte Bibliothek geschlossen, muss sehr beeindruckend sein.

Sehr prächtig, sehr barock…

Am zweiten Tag waren wir in Tschechien, genauer gesagt in Marienbad. (1/2 Std. Fahrzeit).

Der alte bekannte Kurort ist wirklich prächtig und hat einen schönen Kurgarten. Ich war tapfer und probierte das Wasser der vier gesunden Quellen aus…Danach gab es dann aber auch eine Belohnung- den berühmten Palatschinken. 

Mal süß, mal herzhaft…Für mich war aber nur eine Portion!

Nachmittags fuhren wir wieder nach Deutschland zurück und besuchten den Geschichtspark Bärnau-Tachov. Thema Mittelalter:

Besonders interessant, wenn man ein bisschen im Kopf hat, was in der Zeit, als diese Häuser gebaut wurden, bereits in Rom stand…

3. Tag : Wer Marienbad sagt, muss auch Karlsbad sagen. Also fuhren wir in das etwas weitere Karlsbad, um die beiden Bäder zu vergleichen.

And the winner is: Marienbad! Ladenbeschriftungen in Karlsbad: Russisch, Japanisch, Arabisch. Alles größer, teurer, blinkender. Natürlich kann man hier bei einem längeren Aufenthalt noch mehr auf literarischen und musikalischen Spuren wandeln und Freunde des Kinos kommen hier zusätzlich auf ihre Kosten, denn im Grand Hotel Pupp wurden diverse Filme gedreht. Aber das Wasser ist in Marienbad „leckerer“, für uns ist Marienbad eher der Kurort.

So blieben wir nicht allzu lange in Karlsbad, uns war wieder mehr nach Natur. Nachmittags suchten wir die Herausforderung, genauer gesagt im größten Steinlabyrinth Europas. Ein ca. 2 stündiger Kraksel- und Krabbelweg hieß es zu bewältigen:

Sehen Sie links Mitte das kleine helle Loch zwischen zwei Felsen- Ein Loch von mehreren, durch die wir durchkrabbeln mussten. Klappt bis 100 kg/1,85m , Rücken- und Hüftbeschwerden sollten an der Kasse abgegeben werden.

So, Sie haben die Tour de Force durch 3 Tage Oberpfalz geschafft! Ich hätte Ihnen das nicht zugemutet, wenn ich von der Gegend nicht so begeistert wäre. Man kann nämlich noch viel mehr machen…Sollten Sie tatsächlich mal in diese Gegend kommen, schreiben Sie mir, wie es Ihnen gefallen hat?

Reise zum Ruhepol Europas Teil 2

Die Entfernung Duisburg-Neualbenreuth beträgt 620 km. Ich fange heute mit den Zwischenstopps auf der Hin-und Rückfahrt an. Da Bamberg auf dem Weg lag, wollten wir die Chance nutzen und uns die Stadt ansehen und übernachteten dort einmal. Die Idee war im Prinzip gut, allerdings waren Kirchen und andere öffentliche Gebäude am nächsten Morgen wegen einer großen Fronleichnamsprozession geschlossen. So bummelten wir nur durch die Stadt und bekamen einen ersten Eindruck.

Auf der Rückfahrt statteten wir Bayreuth einen Besuch ab, genauer gesagt dem „Neuen Schloss“. Dies war einst die Wirkungsstätte von Wilhelmine von Bayreuth, der Schwester Friedrich des Großen. Ich las gerade dieses Buch 

und der Buchinhalt wurde für mich dadurch sehr lebendig. (Kurze Buchbesprechung am Ende dieses Eintrags). Wir machten eine Führung mit, da man nur mit dieser in ansonsten verschlossene Räume kam.

Vom Neuen Schloss aus kommt man schnell in die Fußgängerzone. Diese war am Sonntag recht ruhig, doch machte sie einen sympathischen Eindruck.

Herr Wagner darf natürlich nicht fehlen

Auch hier wäre ein zweiter Besuch nach 2018 wünschenswert. Dann wird das alte Opernhaus (Unesco Weltkulturerbe) wieder eröffnet und es gäbe da auch noch das Alte Schloss, Museen mit außergewöhnlichen Themen und noch Einiges mehr.

Aber Neualbenreuth war ja das Hauptziel und wie gestern versprochen kommen morgen ein paar weitere Appetithappen.

Und hier nun noch die Buchbesprechung:

Ich habe bisher noch nicht viele historische Biografien gelesen. Auch ist mein geschichtliches Wissen, was das 18. Jahrhundert betrifft, ziemlich lückenhaft. Vielleicht tat ich mich deshalb am Anfang mit dem Buch schwer, denn es kommen z.B. viele Friedrichs und Sophies vor und die politische Situation in den Grenzen des heutigen Deutschlands war recht kompliziert. (Im Buch gibt es eine Ahnentafel, aber leider keine politische Landkarte der damaligen Zeit).

Aber ich habe mich durchgebissen und es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen der Schilderungen über Wilhelmine, die ich nicht so sympathisch und toll finde, wie viele andere es tun, sondern auch wegen des Überblicks zum Leben ihres Bruders Friedrich des Großen und dessen charakterlichen Verwandlung im Laufe der Jahrzehnte, wegen der Beschreibungen der politischen Kalküle und den Darstellungen des Schlosslebens.