Serendipität

Dieses Wort kommt in einem Buch vor, das ich gerade lese. („Wenn du diesen Brief findest“ von Hannah Brencher). Laut Buch bedeutet es:

Phänomen, etwas Wertvolles und Wunderbares zu erkennen oder zu finden, nach dem man gar nicht gesucht hat

Das gefällt mir und Ihnen vielleicht auch…

Kastanie

 

(Selbst, wenn das Wort es bisher nicht in den Duden „geschafft“ hat).

Auf Wiedersehen, August!

In diesem Monat stelle ich ein Haiku des Japaners Moritake an den Anfang, erinnert es mich doch sehr an den 16. August.

Ein Blütenblatt,
das zurückkehrt an seinen Zweig?
Ein Schmetterling!

Goldene Farben
später Nachmittag am Meer
Hässlichkeit weit weg

Getreidefelder
gleichen zerzausten Haaren
nach nächtlichem Regen

1979 gab es noch keine Blogs…

…aber ich finde, dass dieses Gedicht etwas mit dem Schreiben eines Blogs zu tun hat. Gefunden habe ich den Text in dem Gedichtband „Schlimmstenfalls wird alles gut“- Gedichte der Gelassenheit, erschienen im Insel Verlag

Bekanntmachung

Ich hänge mich
ans schwarze Brett
des Lebens
und jeder
der daran vorübergeht
kann mich lesen
wenn er will
kann stehenbleiben
wenn er will
kann mich abreißen
wenn er will
kann mich hängenlassen

von Elisabeth Alexander 1979

Von Drosseln, Apfelsinen und Balkonen

Zum Ausklang des Monats wieder drei Haikus „in alter Tradition“:

In den Baumspitzen
abendliche Gespräche
von Drossel zu Drossel

Manchmal in Sommer
nimmt sich der Mond ein Vorbild-
die Apfelsine

Graue Häuserwand
ein Balkon ins Auge springt:
Blumenparadies

Regen-Geisblatt-Gartenbank

Ein Haiku zum Thema Regen muss in diesem Monat sein, ich will ja nichts beschönigen…

Die Regentropfen
glitzernd wie Diamanten
doch schnell vergänglich

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Hummeln und Bienen
reger Besuch am Geisblatt
Summen in der Luft

Erschöpft auf der Bank
ein langer Tag im Garten-
ein bisschen Ruhe

Gartenbank

Was hat kalifornischer Mohn mit Fernando Pessoa zu tun?

Dieser Eintrag „bedient“ gleich drei Kategorien. Einmal möchte ich jetzt den kalifornischen Mohn vorstellen, von dem ich im März so viele Ableger gefunden habe. (s. unter „Mein Garten). Er ist entweder gelb oder orange.

Kalifornischer Mohn

Zum andern möchte ich aber noch eine Textstelle anfügen von Fernando Pessoa, dem portugiesischen Dichter.

Pessoa

 

Es gibt ein sehr schönes Buch mit Texten von ihm.

Denken mit Pessoa

Aus diesem Buch stammen folgende Sätze:

Jedes Ding, das wir sehen, sollten wir zum ersten Mal sehen, da es auch tatsächlich das erste Mal ist, daß wir es sehen. Und so ist jede gelbe Blume immer wieder eine neue gelbe Blume, selbst wenn es die wäre, die man als eben die gleiche wie gestern bezeichnen will. Aber weder ist der Mensch derselbe, noch ist die Blume dieselbe. Selbst das Gelb kann nicht dasselbe sein. Es ist schade, daß die Augen der Menschen nicht so beschaffen sind, dies zu begreifen, dann nämlich wären wir alle glücklich.

Ich glaube, dass alle Menschen, die gerne fotografieren, etwas näher an diesem Glück sind, denn ihre Augen sehen öfter näher oder genauer hin und beim Fotografieren erschließt sich ihnen öfter eine neue Welt.