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Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)

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Für die Autorin Katherine May gibt es zwei Arten des Winters: Die Jahreszeit und der Winter im eigenen Leben, in dem das „normale“ Leben ruht und fast alles stillsteht. So einen persönlichen Winter erlebt die Autorin, als sie 40 wird und ihr Mann schwer erkrankt. Sie wird zur Maschine, die sich fast rund um die Uhr um ihren Mann kümmert, ihren Sohn versorgt und an der Universität noch tätig ist. Eigenen Bedürfnissen nachzugehen ist kaum möglich. Als es ihrem Mann wieder besser geht, tauchen bei ihr undefinierbare Bauchschmerzen auf, die sie so belasten, dass sie ihren Beruf aufgeben muss. Erst sehr spät stellen die Ärzte die richtige Diagnose, um zu gesunden, braucht es viel Zeit und Ruhe. Diese Ruhe findet sie in den Wintermonaten und sie setzt ihre Krankengeschichte in Beziehung zu allem, was typisch für diese Jahreszeiten ist. Zwei Beispiele:
May wohnt am Meer der englischen Südostküste und Spaziergänge sind für sie Medizin. Sie beobachtet die Natur, die sich auch wie sie selbst ausruht und neue Kräfte für den Frühling sammelt. Sie fährt nach Stonehenge, um dort die Wintersonnenwende zu erleben und beschäftigt sich mit Ritualen, die ihr auf ihrem Weg der Heilung gut tun.
Das Buch ist in Kapiteln aufgeteilt, es beginnt im September und endet Ende März. May schreibt mit großer Offenheit über ihre körperlichen und geistigen Befindlichkeiten und den daraus resultierenden Problemen. Dabei wünscht sie sich in der Gesellschaft eine größere Akzeptanz von persönlichen Winterzeiten. Einen „Happy Summer“ kann es nicht immer geben! Sie hat ein Hohelied auf die kalte Jahreszeit geschrieben und ruft auf, diese Jahreszeit viel mehr für das eigene Innehalten zu nutzen.
Die englische Zeitung „The Guardian“ meinte zu dem Buch:“Wenn Therapie eine Redekur ist, dann ist dieses wunderbare Buch eine Lesekur. Ein Buch wie ein warmer Mantel.“ Da schließe ich mich an.

EISHEILIGE
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Diese Überschrift eines Workshops der Duisburger Volkshochschule hörte sich für mich verlockend an, denn mit 3 Bällen jonglieren, das wollte ich schon immer gerne lernen. Ein Selbstversuch mit Buch scheiterte vor ein paar Jahren, also nahm ich Ende Oktober die Gelegenheit wahr.
Herr Berning, der Leiter des Workshops, machte vor 6 Jahren seinen Trainerschein bei Stephan Ehlers, der mit seiner „REHORULI“ Methode das Lernen des Jonglierens revolutionierte. 34 Übungen führen zum Ziel, die Gruppe (Menschen zwischen 20 und 70), fast alle blutige Anfänger, fing mit Übung 1 an = einen Ball von einer Hand in die andere werfen. Hört sich erst einmal einfach an, doch bereits hier wurden uns zwei der drei wichtigsten Jonglierregeln erklärt. Regel 1: Die Hände sollten beim Werfen und (!) beim Fangen immer in der Höhe des Bauchnabels sein. (Das widerspricht dem Bestreben, den Ball immer fangen zu wollen und die Hände gehen gerne nach oben.)
Regel 2: Die Bälle sollten nie höher als Augenhöhe geworfen werden, also muss man seine Wurfkraft kontrollieren.
Wir lernten in den 90 Minuten nicht alle 34 Übungen kennen, aber einige zeigten uns unsere Grenzen, da die rechte und linke Gehirnhälfte vor völlig neue Aufgaben gestellt wurden. Man muss diese Übungen so lange wiederholden, bis das Gehirn diese Bewegungsabläufe als „normal“ ansieht.

Nach einer Stunde begannen wir, mit 3 Bällen zu werfen. Von Jonglieren konnte noch keine Rede sein. Hier lernten wir Regel Nr 3 kennen: Es ist wichtiger, präzise zu werfen, als jeden Ball zu fangen. Also mussten wir unseren Fangschweinehund bekämpfen und Bälle bewusst fallen lassen.
Nach 1 1/2 Stunden war ich ermattet, körperlich, dank zigfachen Wiederaufhebens der Bälle und geistig, dank der großen Konzentration, die man über 90 Minuten aufbringen muss. Einige Teilnehmer schafften es bereits, den Ball 5 bis 6mal hochzuwerfen und wieder zu fangen, dazu gehöre ich nicht. Aber ich hatte viel Spaß und ein Fünkchen Ehrgeiz, es doch zu schaffen, flammte bereits auf.
Seitdem übe ich jeden Tag ca. 15 Minuten und merke bereits, dass ich bei einigen Übungen gar nicht mehr groß nachdenke. Eigene Erfahrungen: Sich vor ein Bett zu stellen und zu üben erspart Lauferei. Ohne die Gleitsichtbrille geht es besser.
Es passte gut, dass das Buch, das ich mir vor Jahren einmal gekauft habe, nach der REHORULI Methode lehrt. So kann ich einzelne Textpassagen immer mal wieder nachlesen, besonders die Sätze, die einem Mut zusprechen, nicht aufzugeben, sind manchmal notwendig.

Wenn man beim Jonglieren 11 mal einen Ball gefangen hat, dann soll man es angeblich nicht mehr verlernen. Ist dann quasi wie Fahrradfahren. Nun, ich bin wahrlich kein Naturtalent und habe es bis jetzt 5-8 mal geschafft, aber der Winter ist ja noch lang…
Wer noch mehr über Jonglierkurse wissen möchte, unter www.jongliermeister.de finden Sie Angebote von Herrn Berning.

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