Gestern bot ich die Gehirnjogging-Aufgabe an, sich Zeit für ein Brainstorming zum Thema Punkt zu nehmen. Haben Sie ein paar Ideen gesammelt? Hier meine „Geistesblitze“:
Die Aufgabe war eine kleine Einstimmung auf die nächste Woche, in der ich Ihnen Mut machen möchte, Neues auszuprobieren.
Haben Sie ein schönes Jahresende und kommen Sie gut ins Neue Jahr!
Zum Jahresende gibt es eine Aufgabe für Ihre Phantasie. Was kann ein Punkt alles sein? Ein paar Beispiele zum Aufwärmen zeige ich Ihnen, fallen Ihnen mehr Beispiele ein?
Bevor Sie morgen in Silvesterfeierstimmung kommen, finden Sie schon ab Mittag meine Lösungsvorschläge. Wenn Sie morgen noch andere Ideen als meine haben, schreiben Sie mir diese?
Ich hoffe, dass Ihnen dieses Brainstorming genauso viel Spaß macht wie mir…
Angang Dezember erzählte ich Ihnen von meinen Erfahrungen bei einem Drehscheibe -Töpferkurs. (Siehe unten). Ich versprach Ihnen, die Ergebnisse vorzuführen. Hier ein paar der einfachen „Werke“:
Dann habe ich noch ein bisschen experimentiert:
In die Wand 4 Löcher durchgestochen, durch diese die Zweige gestecktUnd so sieht er mit Blümchen ausAußen braune Glasur, Rand und Mitte mit Schlaggold belegt
Nach fast 40 Jahren mal wieder häkeln…Die Perlen sind aus Papier
Heute möchte ich Ihnen vom Postboten Cheval erzählen. Es ist keine Weihnachtsgeschichte, aber eine, die trotzdem ein bisschen zu Herzen gehen kann. Cheval hat in 33 Jahren seinen Traum verwirklicht und diesen Traum kann man von Lyon aus besuchen. Erst einmal ein paar Bilder:
Cheval hatte schon einige Schicksalsschläge erlitten, als er mit 43 Jahren anfing, in seinem Gemüsegarten diesen Palast eigenhändig zu bauen. Dazu brauchte er 33 Jahre, also ca. 10000 Tage, bzw 93000 Stunden. Um alle Briefe auszutragen, lief er jeden Tag über 40 km und sammelte dabei Steine auf und entwickelte in seinem Kopf die Baupläne.
Der Palastschmuck behandelt verschiedene Themen, wie z.B. das Paradies, die Weltreligionen oder Verehrung von Cäsar, Archimedes oder Vercingetorix. Die Baustile erinnern an arabische Moscheen, hinduistische Tempel oder mittelalterliche Schlösser.
1904 beendete er sein Werk. Er wurde in den Jahren oft für verrückt erklärt oder zumindest als Spinner tituliert. Sein Palast wurde als Kitsch bezeichnet und doch zog er immer mehr junge Künstler an. Cheval hatte sich nie an irgendwelche künstlerischen Regeln gehalten und das bewunderten z.B. Picasso, Max Ernst oder Niki de Saint Phalle, nur um einige Künstler zu nennen.
Ich gehöre zu Chevals Bewunderinnen. Nicht wegen des Palastes an sich, sondern wegen der Tatsache, dass er 33 Jahre lang, bei Wind und Wetter, seiner Idee konsequent gefolgt ist ohne sich um das Gespött und der versuchten Einflussnahme seiner Mitmenschen zu scheren.
Letzte Woche erwähnte ich in einem anderen Beitrag meinen „Kampf“ mit dem Fischreiher, der z.Zt. unseren Miniteich mit seinen 8 Goldfischen sehr attraktiv findet. Da ich nicht immer auf der Lauer liege, befragte ich das Internet, wie man Reiher abschrecken kann. Es gibt natürlich technische Vorrichtungen, eine Reiher-Skulptur soll auch helfen, oder den Teich in der richtigen Höhe mit Draht umspannen war ein weiterer Tipp. Aber das ist mir momentan alles zu aufwendig und so „dekorierte“ ich unseren Teich mit alten Weihnachtskugeln. Angeblich soll Blinkendes den Reiher sehr irritieren und irgendwann gibt er entnervt auf. Bin gespannt…
Töpfern auf der Drehscheibe- sieht doch leicht aus, oder? Hahaha…
Am vorletzten Wochenende besuchte ich einen Sa./So Kurs bei der Krefelder VHS, ich wollte es einfach wissen… Am ersten Tag ging es darum, zylindrische Schalen mit dünnen Wänden auf der Scheibe zu fabrizieren. Der erste Schritt dazu ist das Zentrieren eines handflächengroßen Tonballs auf der Scheibe und das bei 200 Umdrehungen/ Minute und viel Wasser. Gelingt das Zentrieren nicht, muss man gar nicht erst weitermachen.
Der Kurs fing um 10 Uhr an, um ca. 12 Uhr hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass der Tonklumpen wirklich nicht mehr eierte und wie der obere Teil eines Steinpilzes aussah. Natürlich hatte ich vorher schon mit halbwegs gut zentriertem Ton weitergemacht, aber das war letztendlich nur, um ein Schalenerfolgserlebnis zu haben, egal wie sie aussieht.
Ausbeute bis zum Mittag- der rechte Becher ist nicht von mir, das war das Demonstrationsobjekt der Lehrerin.
Schritt 2 ist das Aufbrechen des Tons, d.h. man muss nun, bei drehender Scheibe, in der Mitte des Tons ein Loch nach unten drücken. Auch hier ist viel Gefühl gefragt. Gegen 15 Uhr war ich erstmalig mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Das kam daher, dass es verschiedene Methoden des Aufbrechens gibt und die von unserer Lehrerin ( eine sehr nette und höchst motivierende Dame aus Japan) gezeigte Methode war für micht nicht die richtige. Ich entdeckte auf YouTube während der Mittagspause eine andere und mit der kam ich besser zurecht.
Schritt 3- das Hochziehen der Wände: Was habe ich innerlich geflucht! Die Wände gingen bei mir nach der ersten Methode von Schritt 2 nicht richtig hoch und wenn sie hochgingen, sackten sie plötzlich zusammen, weil der Ton an einer Stelle zu dünn geworden war. Nicht mehr zu retten. Hier habe ich das meiste Lehrgeld, bzw. den meisten Lehrton bezahlt. Immer wieder von vorne anfangen… Aber trotzdem hatte ich letztendlich am Ende des ersten Tages ein gutes Gefühl. 2 Schalen, deren Wände zwar nicht hauchzart, die aber schön gleichmäßig waren, versöhnten mich.
Der erste Tag erforderte sehr viel Konzentration und ich empfand es körperlich als recht anstrengend. Nichts blieb vom nassen Ton verschont, so dass ausführliches Danach-Putzen mit zum Kurs gehörte. Hier zwei Beispiele:
“Verzierungen“ an Kleidung und Kaffeebecher
Der zweite Tag war dem „Abdrehen“ und dem Dekorieren der Schalen gewidmet.
Die etwas angetrocknete Schale wird nun umgekehrt auf die sich drehende Töpferscheibe gestellt, um dann den Boden zu glätten und herauszuarbeiten und an den Wänden Unebenheiten zu beseitigen. Auch hier muss man sich konzentrieren, denn wenn man mit dem Hobel für den überflüssigen Ton abrutscht, kann u.U. die ganze Schale verdorben sein. (Bei mir musste eine dran glauben). So war dieser Tag sehr ruhig. Die sechs Teilnehmerinnen blühten sprachlich erst wieder in der Mittagspause auf.
Das Abdrehen dauerte relativ lange, so war nicht mehr allzu viel Zeit fürs Dekorieren übrig. Deshalb schreibe ich jetzt auch nichts dazu, lassen Sie sich überraschen. In der nächsten Woche fahre ich noch einmal nach Krefeld, um dann die Schalen, die bis dahin zum ersten mal gebrannt wurden, zu glasieren. Eine Woche später stehen dann die zum zweiten Mal gebrannten Schalen zum Abholen bereit. Mitte Dezember, so hoffe ich zumindest, kann ich Ihnen einige fertige Stücke zeigen.
Resümee:
Am Ende war ich stolz, dass ich mich dazu aufgerafft hatte, endlich mal so einen Kurs zu besuchen. Gleichzeitig weiß ich jetzt aber auch, dass ich ein für mich bisher verlockendes Angebot, eine Woche mit Drehscheibentöpfern in der Toskana zu verbringen, dankend ablehnen würde.
Ich habe schon einige Kurse besucht, am besten gefiel mir bisher ein Workshop zum Thema Fusing. (Wird auch in Krefeld angeboten). Auch hier kann man Schalen entstehen lassen, aber auch z.B. Schmuck, Windspiele, Bilder. Das Rohmaterial ist Glas, das geschmolzen wird. Besondere Handfertigkeiten sind nicht erforderlich. Hier ein paar Beispiele:
Links oben eine Brosche, rechts oben eine Schale, unten drei Ringe
Wenn Sie also Lust haben, an einem Wochenende eine kreative Auszeit zu nehmen, empfehle ich Ihnen einen Fusing-Kurs. Vielleicht können Sie sich ja zu Weihnachten einen VHS-Gutschein schenken lassen?
Es gibt eine weitere Kategorie in meiner Fotogalerie. Ich biete Ihnen keine „Hochglanzfotos“ von Duisburg, sondern… Ach lesen und schauen Sie doch bitte selbst:
Ich bin keine Anhängerin vom Karneval, aber ein bisschen hinter die Kulissen zu schauen, das fand ich doch interessant und so nahm ich dieses Buch aus der Bücherei mit nach Hause.
Jaques Tilly ist seit über 30 Jahren verantwortlich für den Bau der Themenwagen verantwortlich, die am Rosenmontag durch Düsseldorf ziehen. Als junger Mann half er zuerst nur beim Wagenbau mit, merkte dann aber nach seinem Studium für Kommunikationsdesign, dass das Entwerfen der Wagen sein Berufung ist.
Mit seinen Wagen hat er schon für sehr viel Aufsehen und auch Aufregung gesorgt, da besonders in den ersten Jahren sein Vorgesetzter ihm ermunterte, bis zur Schmerzgrenze frech zu sein und mit den Wagen in offene politische Wunden den Finger zu legen. Anfänglich wurden die Wagen noch vor Rosenmontag der Öffentlichkeit vorgestellt und es kam zu diversen gerichtlichen Verboten. Danach entschloss man sich, um die Wagen ein großes Geheimnis zu machen und sie erst kurz vor dem Zug zu enthüllen. Es gab Wagen, die es durch ihre Kritik geschafft haben, dass politische Entscheidungen wieder zurück genommen wurden. Über 500 Mal berichtete man in ausländischen Medien rund um die Welt über einzelne Wagen und man nahm sie zum Anlass, auf Missstände hinzuweisen.
Das Buch bietet viel, so z.B. auch eine kleine Geschichte über die Entstehung des Karnevals, diverse Histörchen zum Verhältnis mit dem Kölner Karneval, der viel „braver“ ist und einen Einblick, wie der Entstehungsprozess eines Wagens verläuft. Man mag es kaum glauben, wie oft fertige Wagen kurz vor Toresschluss entsorgt wurden, weil die politische Lage sich plötzlich geändert hat oder man Wagen noch am Karnevalssonntag umgestalten musste.
Schließlich sind es die 70 Farbfotos von spektakulären Wagen der letzten 15 Jahre, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Man schmunzelt oft und bekommt beim Betrachten en passant eine Rückblende zu den Themen, über die wir uns in den letzten Jahren aufgeregt oder auch beunruhigt haben. Hier kann man sich einige Wagen ansehen:
Das Buch ist inzwischen wieder in der Bücherei, aber es kommt auf meine Wunschliste für den nächsten Geburtstag. Und wer weiß, wo ich 2018 am Rosenmontag bin…
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