Goethes merkwürdige Wörter: Kannegießern, düttig, schmeicheln oder dreist

Letzte Woche diskutierte ich mit einer Bekannten über des Wandel der deutschen Sprache. Sie ist keine Freundin des zunehmenden Gebrauchs von Wörtern, die aus der englischen Sprache kommen. Ich gebe zu, dass ich manchmal auch meine Schwierigkeiten habe, die Bedeutung zuzuordnen. ( z.B. Unhinged, yappen, Yassification, slayen- Auflösung am Ende des Textes).

Winkte mir das Schicksal zu, als ich einen Tag später zufällig in einem Bücherschrank dieses Buch fand?

Ungefähr 1000 Wörter werden aufgelistet, die Goethe in seinen Werken benutzt hat. Das Wort „merkwürdig“ im Titel ist dabei dreideutig, denn in diesem Buch kann man Wörter entdecken, die aus heutiger Sicht seltsam, da vergessen, sind oder es gibt Wörter, die man sich merken kann, überraschen diese doch dadurch, dass wir sie heute zwar noch benutzen, aber dies mit einer ganz anderen Bedeutung. Merkwürdig sind dann auch noch diese Wörter, die Goethe sich quasi ausgedacht hat und die wir heute noch anwenden.

Ich gebe Ihnen gerne ein paar Beispiele. Bei jedem Wort gibt es im Buch mindestens ein Textbeispiel aus seinen Werken oder Briefen.

Von Goethe ausgedachte Wörter:

Anmut, bedenklich, Behagen, betrübt, Diät, Fabrik, Hosenscheißer, Kapitalist, lallen, Vorsatz, schauderhaft, Schicht machen

Wörter, die heute eine andere Bedeutung haben:

„dreist“ war früher positiv besetzt und meinte mutig oder beherzt

“Durchschnitt“ = Durchquerung (Er machte einen Durchschnitt des Gartens)

“Elend“ = Fremde, Heimatlosigkeit. Zitat aus dem Theaterstück „Hermann und Dorothea“: Streifen nicht herrliche Männer von hoher Geburt nun im Elend?“

„Extremität“ = Notlage Zitat aus „Götz von Berlichingen“: „Achtest du meinen Mann so wenig, dass du in dieser Extremität seine Hilfe verschmähst?“

“feiern“ = Nichts tun, ausruhen

“kompromittieren“ = jemanden zum Schiedsrichter wählen

„Penetration“ = Scharfsinn, Einsicht

“schmeicheln“ = lindern, mildern

Untergegangene Wörter und Redewendungen:

abmüßigen- Mußezeit erübrigen — Für 2026 nahm er sich vor, mindestens drei Stunden am Tag für seine Lifebalance abzumüßigen.

Affabilität- Umgänglichkeit, Leutseligkeit — Die Affabilität des neuen Chefs entsprach nicht den Vorstellungen seiner Angestellten, er war ein Muffelkopp.

Blumist/in- Blumenliebhaber/in — Bei dem Speed-Dating erzählte sie ihm, dass sie eine Blumistin sei. Er kannte den Ausdruck nicht und war erst einmal impressed.

düttig- einfältig — Sie zeigte mir stolz ihre neue Duttfrisur und erzählte dann etwas düttig, dass die Hairstylistin gesagt hätte, dass die Duttfrisur sie zehn Jahre jünger mache.

kannegießern – ohne großen Sachverstand über Politik diskutieren

Lappsack – antriebsloser Mensch — Im November begegnet man öfter Lappsäcken, die nicht aus den Puschen kommen, weil die trübe Jahreszeit sie triggert.

Murmelchen – kleines Kind — Ein Gruppe von 25 Murmelchen kam ins Schwimmbad und die schwimmende Silvergeneration hatte den Eindruck, dass ein Sack Flöhe ins Schwimmbecken sprang.

propalieren – ausplaudern, unter die Leute bringen — Wenn er diese Neuigkeit auf Social Media propalieren würde, würden seine Followerzahl explodieren.

Rätzel – Der frühere Finanzminister Theo Waigel war ein Rätzel….Er hatte zusammengewachsene Augenbrauen!

vervitzen/turlupinieren – Ich hoffe, dass ich Sie mit diesen Wörtern und Beispielsätzen nicht zu sehr vervitzt oder turlupiniert habe! (vervitzen= verwirren, turlupinieren = foppen)

Auflösung:
Unhinged= völlig übertriebenes Verhalten
yappen= Übermäßig quatschen oder tratschen
Yassification= etwas übertrieben glamourös machen, loben, dramatisieren
slayen= etwas sehr gut machen

Es war einmal ein Haufen in einem schwedischen Wald…

Bevor ich zum Inhalt dieses Romans komme, möchte ich zuerst sein äußeres Erscheinungsbild loben. Das Buch (579 Seiten stark) ist drei Zentimeter kleiner als das übliche Romanformat. Jetzt wird es vielleicht etwas seltsam, aber nahm ich es in die Hand und schlug es auf, hatte ich intensiver das Gefühl, in eine Geschichte „einzutauchen“, ja fast in eine kleine Schatzkiste zu blicken. Dazu trug auch das sehr klare und etwas größere Schriftbild bei, so dass ich das Lesen als sehr angenehm empfand. Das Bild auf dem Deckblatt erinnert auf den ersten Blick an einen Ameisenhaufen, doch sind es wirklich Ameisen?

Zum Inhalt: Die 32 jährige Emelie ist Journalistin in Stockholm. In letzter Zeit empfindet sie das Leben als ein „Hindernislauf von Sinneseindrücken“, im dem sie sich redlich Mühe gibt, es allen recht zu machen und den Alltag zu überstehen. Doch ihr schwinden dazu immer häufiger die Kräfte und sie beschließt, im Wald zelten zu gehen, um Ruhe zu finden.
Die Ruhe währt nicht lange, denn sie entdeckt ein großes Haus, in dem anscheinend mehrere „Verrückte“ leben. Sie tanzen mitten am Tag durch den Wald, haben draußen Sex und sagen andauernd „Danke“. Emilie ist von den drei Männern und Frauen fasziniert und kehrt immer wieder zum Haus zurück, um die Bewohner heimlich zu beobachten. Auch versucht sie, die Rolle eines Jungen zu verstehen, der sich von der Gruppe etwas abseits hält.
Dann steht dieser Junge eines Tages plötzlich vor ihr. Er heißt Låke und benimmt sich sehr ungewohnt im Vergleich zu Jugendlichen aus der Stadt. Er stellt viele Fragen, ist völlig arglos, weiß nicht, was ein Handy ist, liebt Bücher und möchte immer Chipse essen. Låke geht nicht zur Schule, besucht Emelie jeden Tag und langsam erfährt sie etwas mehr über die Gruppe von Aussteigern, die mit dem „Leben da draußen“ nichts zu tun haben wollen.
Als Emelie beim Beobachten erwischt wird, lernt sie schließlich die ganze Gruppe kennen. Zuerst ist diese gegenüber der Frau von draußen sehr misstrauisch, doch Sara, die in der Gruppe anscheinend das Sagen hat, bringt Emelie Vertrauen entgegen und lädt sie zum Bleiben ein.
Die Gruppe nennt sich selbst „Der Haufen“, denn sie leben seit mehreren Jahren zusammen und kennen sich so gut, dass ihr Leben dem in einer Ameisenkolonie ähnelt. Sie leben autark, habe die Einkaufsfahrten ins nächste Dorf eingestellt. Jede Person kennt ihre Aufgaben, versteht den anderen, denkt für ihn mit. Die charismatische Sara ist die Königin, auf die alle hören. Sie haben keine Pläne oder Ziele und begegnen jeden Tag mit wacher Neugierde.
Emelie fühlt sich zuerst in der Gruppe sehr geborgen, doch dann kommt es zu einem schicksalshaften Abend, an dem viel getrunken wird. Enthemmt stellt Emelie Fragen und hält der Gruppe einen Spiegel vor mit Wahrheiten, die die Gruppenmitglieder bis dahin immer verdrängt haben. Der Frieden im „Haufen“ ist vorbei, wie geht es weiter? Dramatisch, hoffnungsvoll, melancholisch. Und Emelie? Sie ist froh, wieder in die Stadt zurückzukehren. Vielleicht nicht alleine.

Wer sind die erwachsenen Mitglieder dieser Gruppe? Sechs außergewöhnliche Lebensgeschichten werden ebenfalls erzählt und man bekommt mit diesem Roman außergewöhnliche Lesestunden geschenkt. Ein Dankeschön dafür an den Kommode Verlag aus der Schweiz!

Besser leben und besser sterben

Mit zunehmendem Alter macht sich die Autorin Milena Michiko Flašar Gedanken über ihre eigene und unser aller Vergänglichkeit. Wir geben uns unendlich viel Mühe, am Leben zu bleiben und doch sterben wir jeden Tag ein bisschen. Dummerweise gehört der Tod „nicht zu dem Erprobbaren. Wer ihn einmal erfahren hat, der hat mit der Generalprobe bereits das letzte, allerletzte Mal auf der Bühne gestanden.“
Dezember 2024: Auf einer Rundreise in Japan, wo sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat, erhofft sie sich deshalb, Eck- und Anhaltspunkte zu finden, die ihr helfen, das Sterben zu lernen. Japaner haben aus verschiedenen Gründen eine andere Affinität zum Tod.
In Osaka wird ihr bewusst, dass es das „Carpe Diem!“ nicht ohne das „Memento mori!“ gibt, Lebenslust wohnt in direkter Nachbarschaft mit dem Tod. Für den Tod gibt es in der japanischen Sprache verschiedene ehrwürdige Wörter, die nuanciert aufzeigen, wie ein Mensch gewesen und gestorben ist. Bevor er sich auf die unbekannte Reise macht, entsendet der Sterbende mit einem Todesgedicht einen Abschiedsgruß an die Hinterbliebenden. Die Botschaft: Nichts bleibt, nichts währt, aber jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, alle tragen durch ihr Geborenwerden und dem Sterben dazu bei, dass die Idee des Lebens weiterbestehen kann.
In Kinosaki Onsen, einem Gebiet mit heißen Quellen, macht die Autorin sich Gedanken über Japan, das geprägt ist durch Naturgewalten wie Erdbeben, Taifune, Tsunamis. Die Menschen sind gezwungen, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, um im Notfall zu überleben. Wären wir nicht auch gelassener, wenn wir gezwungen wären, „diese Schule“ zu durchlaufen?
Auf der Reise besucht Flašar ihre alte Tante. Beide verbringen eine gute Zeit miteinander, doch ist der Autorin bewusst, dass jeder Moment einzigartig und nicht wiederholbar ist. Eine sanfte Schwermut, ein „ Mono no aware“, stellt sich ein, in der die Freude und die Trauer über die Vergänglichkeit des Moments nebeneinander stehen.
Lernt man zu akzeptieren, dass „alles fließt“, wird das Leben leichter. Nicht mehr eine perfekte Welt ohne altersbedingte Abnutzung manifestieren wollen, sondern die stetige eigene Veränderung, zu der auch der Tod gehört, bejahen und dabei sich eigene Fehler und Unsicherheiten verzeihen.
Kyoto und Tokio sind weitere Orte, an denen die Autorin lernt, dass sich ihre Beschäftigung mit dem Tod dazu beiträgt, dass dieser seinen Schecken verliert.
Und noch eine Erkenntnis nimmt die Autorin mit:

Ich könnte mit dieser schönen Textstelle enden, doch das Buch nimmt noch eine andere Wendung. Kurz vor ihrem Rückflug nach Österreich wird die Autorin aus ihrer „Japan-Blase“ herausgerissen, denn in den Nachrichten erfährt sie, dass in ihrem Heimatland unmittelbar die Gefahr einer rechtsradikalen Regierungsbeteiligung besteht. Plötzlich geht es in ihrem Buch um den Tod von „Konzepten und Ideen“ und sie ist völlig verunsichert. Doch dann dringen ganz langsam Gedanken zu ihr durch, die sie in Japan gesammelt hat. Sie lassen sie ruhiger werden und zukünftig wird sie diese Gedanken weiter hegen und pflegen.

Mr. Saitos reisendes Kino

Als Einstimmung auf diesen Roman hier erst einmal den Tango von Carlos Gardel „Por Una Cabeza“

Buenos Aires, 1910: Fabiolas Mutter ist bei der Geburt gestorben und ihr Vater legt den Säugling in einem Karton auf die Stufe eines Klosters, er kann sich nicht um seine Tochter kümmern. Die Nonnen nehmen Fabiola auf, merken aber irgendwann, dass Fabiola anderes im Kopf hat als Gottesfurcht und Gebete. Schon als kleines Mädchen liebt sie Schuhe über alles, je ausgefallener, desto besser und schon bald fängt sie an, Tango zu tanzen. Die Nonnen verschaffen ihr eine Anstellung im bekanntesten Schuhladen der Stadt, auf den Tanzflächen wird die wunderschöne Fabiola zur Königin des Tangos. Mit 17 Jahren bekommt sie ihre Tochter Carmelita, kurz Lita genannt. Sie liebt ihre Tochter sehr, doch die Tanzfläche zieht sie magisch an. Litas Vater ist unbekannt und so wird das kleine Mädchen auch von den Nonnen erzogen. Lita fühlt sich in den nächste Jahren öfter einsam und ihre Haltung zu ihrer Mutter ist deshalb zwiespältig.
1938: In Buenos Aires herrschen politische Unruhen, Fabiola, die ihr Herz auf der Zunge trägt, muss mit Lita fliehen und beide landen in Kanada auf der Insel Upper Puffin Island. Viel Natur, nur einen „Allroundladen“, rauhe Fischer, tiefgläubige Ehefrauen. Während Lita schnell ihre Freundin Oonda findet und damit auch in eine richtige Familie aufgenommen wird, ist Fabiola für manche in ihrer extravaganten Erscheinung eine Hexe, die man bekämpfen muss. Fabiola will die Insel schnellstens wieder verlassen, doch zusammen mit dem Inseldoktor weiß Lita das zu verhindern. Dann taucht der Japaner Mister Saito zum ersten Mal auf. Er fährt von Insel zu Insel und zeigt einmal pro Jahr Filme und Wochenschauen. So kommt „ die große Welt“ in das kleine Dorf. Die ersten Jahre ohne großen Einfluss auf die Insel, doch dann läuft eines Tages ein kleiner wilder Mann mit Schnurrbart durch das Bild. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen und das unbedarfte Leben in Neufundland endet. Schließlich wird
Mr. Saito zum guten Schicksalsgott für Lita und Oonda. Sie treten in seine Fußstapfen und bewahren nach dem Krieg sein Erbe. Und Fabiola findet endlich ihren Frieden auf der Insel.

540 Seiten beste Unterhaltung! Diese lebendige Geschichte wird in „sieben Wellen“ erzählt und jede Welle bringt eine neue Entwicklung. Schleicht sich am Romananfang beim Lesen Tangomusik in den Kopf, riecht man später das Meer, hört den Papageientauchern zu und sitzt zusammen mit der Dorfgemeinschaft in der Vorstellung von Mr. Saito. Am Ende freut man sich mit den drei Frauen, dass sie ein gutes Leben gefunden haben und klappt zufrieden das Buch zu.

Abnehmen auf dem Butterberg

Jan Rose ist 1,75 m groß und wiegt 147 kg, als bei einem Vorstellungsgespräch sein Stuhl unter ihm zusammenbricht und er die Stelle nicht bekommt. Das ist für ihn der Auslöser, für sechs Wochen in eine Klinik zu gehen, um abzunehmen.
Endlich wieder die sportliche Figur von früher bekommen!

Die Sport- und Ernährungskurse auf dem Butterberg hält Jan für zielführend, mit den Gesprächsstunden und kreativen Workshops kann er nicht viel anfangen. Mit den anderen Patienten versteht er sich gut, ja man kann schon fast vor einer eingeschworenen Gemeinschaft sprechen und er fühlt sich immer wohler. Auch nimmt er wöchentlich ein paar Kilo ab.
Doch dann beginnt der Chefarzt Dr. Holthausen sich mehr um Jan zu kümmern, denn er ist der einzige, der kaum etwas über sich verrät. Die anderen Patienten haben zumeist eine erschütternde Vorgeschichte, die sie dazu gebracht hat, unkontrolliert zu viel zu essen. Doch Jan weiß nichts zu erzählen. Er ist Single und sein Beruf im Verlag macht ihm Spaß, wenn es auch oft stressig ist oder er deswegen vielleicht ab und zu mal zu viel isst.
Nur langsam gelingt es dem Chefarzt, zu Jans verdrängten Problemen durchzudringen. Das wirkt sich am Anfang auf Jan verheerend aus, doch letztendlich beginnt er Schritt für Schritt, sein Leben und Verhalten zu hinterfragen. Allein zuhause viel zu essen war für ihn bisher ein Rückzugsort, an dem seine Seele Frieden fand und geschützt war vor Demütigungen und Ängsten beim Umgang mit anderen Menschen.
Jan verlässt die Klinik in dem Wissen, dass er nie mehr der alte sportliche Jan werden wird und sich auf einen Weg machen muss, auf dem er lernt, sich zu akzeptieren und im Umgang mit Menschen mehr Selbstvertrauen zu zeigen.

Der Autor Sven Weiss hat in diesem Roman seine eigenen Klinikerfahrungen eingearbeitet. Mich hat seine Ehrlichkeit sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht.

Größter Freund und schlimmster Feind: Unser Gehirn

Anfang Oktober erkrankte ich zum zweite Mal an COVID. Neben Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen tauchten, während ich im Bett lag und darauf wartete, dass mein Körper sich wieder berappelt, dieses Mal ungewohnt düstere Gedanken auf, gegen die ich mich nicht wehren konnte. Was passierte da in meinem Kopf? Dies war die Motivation, dass ich einige Tage später dieses Buch las:

Rachel Barr ist Mitte dreißig und auf TIKTOK ein Star. Sie ist Doktorin der Neurowissenschaften und erklärt dort, wie unser Gehirn funktioniert. Das macht sie mit viel Humor, ohne wissenschaftlichen Dünkel und mit viel persönlichem Engagement. Und genau diese drei „Zutaten“ findet man auch in ihrem Buch.
Auch hier zeigt sie zuerst, wie die Abläufe in unserem Gehirn sind. Sie benutzt dabei das Bild einer Zeitungsredaktion (z.B. Chefredakteur, Klatschkolumnistin, Ressortleiter). Das fand ich genial, denn endlich verstand ich die Zusammenhänge und werde diese auch behalten.
Warum ist unser Gehirn nun unser bester Freund, kann aber auch unser ärgster Feind sein?
Sehr kurz zusammengefasst: Unser Gehirn sorgt dafür, dass alle Körperteile ihre Aufgaben erfüllen und miteinander funktionieren. Es liefert uns eine grobe Einschätzung der Welt und ist für unser Selbstwertgefühl, das Selbstbewusstsein, das Selbstgefühl und dem wichtigen Selbstmitgefühl zuständig. Das alles macht das Gehirn ganz freundschaftlich nach bestem Wissen und Gewissen. Und da genau liegt das Problem: Es orientiert sich leider immer noch sehr oft an seinem Wissen, das aus der Zeit stammt, in der wir alle in kleinen Gruppen noch als Sammler und Jägern durchs Land zogen. Hier kann das Gehirn dann zum ärgsten Feind werden. Nur ein Beispiel: Aus Urzeiten ist das Gehirn immer darauf bedacht, allem Gefährlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und das abzuspeichern. Positives gefährdet nicht unser Leben, nur Schlechtes wird behalten. Das ist auch heute noch wichtig, aber eben nicht mehr überall. (Dem Umgang mit den heutigen Sozialen Medien wird deshalb ein eigenes wichtiges Kapitel gewidmet). Unser Gehirn saugt schlechte Nachrichten ein und behält sie, es könnte ja mal wichtig sein. Das ist für unser Gemüt aber reines Gift. Wir werden gestresst, depressiv und unser Selbstgefühl verschlechtert sich zunehmend, wenn man nicht gegensteuert und „der Bestie“ (ja, so nennt die Autorin tatsächlich das Gehirn an mehreren Stellen) die schlechten Nachrichten vorenthält und es beruhigt, dass keine Gefahr besteht. Das Gehirn immer wieder mit Kleinigkeiten positiv zu entzücken heißt das Gebot der Stunde. Aber Vorsicht: Auch hier lauert eine Gefahr: Das Gehirn fühlt sich verpflichtet, uns dabei zu helfen und liefert uns Vorschläge für schnelles Wohlgefühl: Alkohol, Essen, Shopping. Wenn es geht, arbeitet unser Gehirn mit dem kleinst möglichen Aufwand, aber auf längere Sicht tun uns solche Vorschläge nicht gut.
Wir müssen dem Gehirn also zeigen, dass es darüber hinaus auch andere Möglichkeiten gibt, gute Gefühle zu erzeugen. Lesen, Musik hören, Bewegung, Naturaufenthalte und kein Multitasking mehr! Beim Essen den Roman lesen und über Kopfhörer Musik hören. Gar nicht gut für das Gehirn, denn es braucht für jede Aufgabe Nahrung, um alles ordentlich zu verarbeiten. Bei drei Aufgaben kommen alle zu kurz bei der Nahrungsverteilung, das Gehirn ist gestresst, gute Gefühle kommen nur begrenzt auf. (Auch kein Multitasking mehr auf der Arbeit, das ist noch schlimmer: Telefonieren, dabei gleichzeitig Mail schreiben, aufploppende Nachrichten lesen, kurz in sein Brötchen beißen).
In zwei Kapiteln widmet sich die Autorin der Wichtigkeit von gutem Schlaf und täglicher Bewegung. Auch hier fließen ihre eigenen Erfahrungen mit ein und sie weiß, dass es nicht einfach ist, dem Gehirn angemessen etwas Gutes zu tun. Sie plädiert für ganz kleine Schritte zur Verbesserung und zeigt bei „mehr Bewegung“, wie man kreativ dies umsetzen kann.
Besonders lesenswert fand ich das Kapitel über die zunehmende Einsamkeit. Unser Gehirn braucht Umgang mit Menschen, aber Rachel Barr definiert dabei die Notwendigkeit von sozialem Umgang sehr viel weiter und eröffnet damit neue Wege, der Einsamkeitsfalle zu entgehen.

Ich lese das Buch gerade zum zweiten Mal und merke, dass die erste Lektüre schon ein bisschen Früchte getragen hat. Ich rede mit meinem Gehirn- klar, hört sich lächerlich an, aber es beispielsweise mal in seine Schranken zu weisen, wenn es wieder ein Problem wälzt, das tut gut.
Auf meinem Handy habe ich ein Album mit meinen Lieblingsfotos angelegt, hat mir schon zweimal bei Frust geholfen. Ich lese gerade ein Science-Fiction Buch, obwohl ich dieser Richtung nicht viel abgewinnen kann. So folge ich dem Tipp, das Gehirn aus seiner Komfortzone zu holen.
Und ich setzte mich hin und höre nur Musik, tue nichts anderes. Was kann man in Musik alles entdecken, wie schön kann man tagträumen…

Passen Sie nicht in das Schema F?

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das seinen Seelenfrieden findet, wenn es zu einer oder mehreren Gruppen gehört. So die festverankerte Meinung in der Gesellschaft. Doch es gibt Menschen, die zwar von den anderen geschätzt werden, weil sie empathisch sind, oftmals frische Ideen haben und selbst über sich lachen können, die aber trotzdem lieber alleine sind und denen Aktivitäten in einer Gruppe (Teambildung auf der Arbeit, Betriebsfeste, Partys, Familienfeste, Gruppen-Freizeitaktivitäten) fast immer ein Graus sind. Sie langweilen sich, definieren sich nicht über ihre Arbeit, hassen Smalltalk und können Festen, die mit Traditionen verbunden sind, nichts abgewinnen. Diese Menschen sind weder extro- noch introvertiert, der amerikanische Psychiater Rami Kaminski nennt sie otrovertiert.

Kaminski hat in seiner jahrzehntelangen Berufspraxis viele Menschen betreut, die teilweise von anderen Ärzten als „nicht therapierbar“ abgestempelt wurden. Nach vielen Gesprächen erkannte er ein Verhaltens-und Wesensmuster bei seinen Patienten. Hier ein typischer Lebenslauf eines Otrovertierten:
Als Kleinkind wird von den Erwachsenen freudig bemerkt, dass das Kind sich stundenlang alleine beschäftigen kann. Beginnt die Kindergartenzeit, tauchen erste Irritationen auf. Das Kind lässt sich in eine Gruppe eingliedern, kapselt sich aber immer wieder ab. Die Schuljahre werden dann mit zunehmendem Alter oftmals zu einer Horrorzeit. Das Kind weiß inzwischen, dass Gruppenzugehörigkeit wichtig ist. Es möchte von einer Gruppe anerkannt werden, macht in der Gruppe mit und übernimmt auch die dort gängigen Meinungen und Interessen. Dabei verbiegt es sich derart, dass es zu psychischen Störungen kommen kann. Auch spürt das Kind, das es niemals wirklich zur Gruppe gehören wird. Verstärkt wird das seelische Dilemma oftmals von den Eltern, die ihre Kinder zu Gruppenaktivitäten zwingen oder von mitfühlenden Mitschülern, die nicht möchten, dass jemand ausgeschlossen wird.
Endlich ist die Schulzeit vorbei! Entweder ist ein Otrovertierter dann psychisch so angeschlagen, dass nur noch Alkohol oder Drogen helfen und/oder er eine Therapie braucht, um die gesellschaftlichen Erwartung vom Leben als „Gruppentier“ zu erfüllen oder er findet seinen eigenen Weg, sich so zu akzeptieren, wie er ist und sein Leben nach seinen eigenen Werten zu gestalten.
Wie sieht so ein Leben aus? Eine otrovertierte Person hat einige wenige gute Freunde, die sich gegenseitig ihre Freiheit lassen. In einer Gruppe verankert ist er höchstens dann, wenn diese sich mit etwas beschäftigt, das ihn interessiert. Da ein „Otro“ sich nicht an Gruppenmeinungen beteiligt, ist sein Selbstwertgefühl von anderen nicht abhängig, sein Selbstbewusstsein ist gesund. Gegenüber anderen Menschen ist er meistens unvoreingenommen und an ihren Geschichten wirklich interessiert. Er hinterfragt vieles, ist lieber stiller Beobachter und macht sein eigenes Ding. Jeder Tag ist wichtig für ihn, denn er ist kreativ und seine Ideen sind für Gruppenmenschen manchmal etwas spleenig oder so unerwartet, dass die Zeit für die Durchsetzung noch nicht reif ist. Ein Otro ist zufrieden, wenn er alleine sein Wohlfühlleben gestalten kann. Er schafft sich viele schöne Erinnerungen, denn diese kann man ihm niemals wegnehmen.
Seine Lebenseinstellung kommt ihm im Alter zu gute. Während Gruppenmenschen unter dem fortschreitenden Verlust von Freunden leiden, u.U. vereinsamen und merken, dass sie ihr Leben zu sehr an eine Gruppe angepasst haben, genießt der Otro, sofern er gesund ist, bis zum letzten Atemzug sein Leben.

Die Meinung über dieses Buch ist im Internet geteilt. Kaminski wird vorgeworfen, dass er den Begriff der Otroversion nur zu Marketingzwecken erfunden hat und die beschriebenen Wesenszüge in der Forschung schon lange bekannt sind. Das kann ich nicht beurteilen, doch dieses Buch erreicht erstmals betroffene Menschen, die keinen Therapeuten haben und bisher alleine versuchten, mit ihren Zweifeln zurecht zu kommen und ihr Leben zu wuppen.

“Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen“- Ein passender Buchtitel…

Das Geheimnis von Little Sark

Ich beginne mit einem Zitat aus dem Buch:“ Auf Sark gedeihen viele Feindschaften, wenn es wenig anderes zu tun gibt.“
Das gilt besonders dann, wenn die Touristensaison auf der kleinen Insel im Ärmelkanal vorbei ist und sich in den Wintermonaten die Bewohner wieder mit sich selbst beschäftigen. 1933 ist es allerdings ein bisschen anders, denn eines Tages findet man am Rand einer Klippe zuerst eine ausgebreitete Jacke und dann zwei ordentlich zusammengelegte Kleiderstapel von einem Mann und einer Frau. Schnell wird klar, dass diese teuren Kleidungsstücke nicht Inselbewohnern gehören und langsam erinnert man sich, ein fremdes Paar in der Kleidung an mehreren Stellen gesehen zu haben. Doch wo ist dieses Paar? Ist es bei einem Unfall ums Leben gekommen? Oder handelt es sich um Selbstmord? Die lokale und bald auch die Presse des gesamten Königreichs überschlägt sich in Vermutungen und als eine junge Frau tot im Meer gefunden wird, während der Mann verschwunden bleibt, gibt es die ersten Mordspekulationen. Könnte jemand von der Insel damit zutun haben?
Die Autorin macht mehrmals einen Zeitsprung zum Jahr 1923 und widmet sich den o.g. Feindschaften. Besonders involviert sind u.a. Elise Carey und ihre Tochter Phyllis. Elise will alles kontrollieren und das Postgeheimnis ist für sie als Poststellenleiterin nur eine Empfehlung. Auch leitet sie nicht unbedingt alle Briefe weiter, was das Leben einiger Bewohner eine andere Richtung gibt. Die pubertierende Phyllis liebt es, Erwachsenen Streiche zu spielen und bedient sich bei alten Sarker Geschichten, in denen es um Geister und andere ungeklärte Phänomene geht. Dass sie mit diesen Streichen viel Leid auslöst, wird ihr erst 1933 richtig klar. Nebenfiguren wie Maud, die Hebamme, die vieles weiß, John, der Chief Constable als Fels in der Brandung, Paul und Ann Cecil, Sommergäste, die ungesund für die Insel sind oder der stets betrunkene Arzt Stanhope sind nur einige, die den Mikrokosmos der Insel bevölkern. Am Ende des Romans sind einige geheime und mysteriöse Geschichten, Geistersichtungen und Verletzungen aus der Vergangenheit geklärt und vielleicht wird das Leben auf Sark nun ein bisschen leichter.
Die Leserschaft wird von der ersten Seite an von einer nicht näher benannten Person mit in die Handlung gezogen. „Wir“ rätseln zusammen mit den Inselbewohnern, „uns“ macht man nichts vor und „Wir stellen mal eine Vermutung an.“ Das ist lebendig geschrieben und macht Spaß. Zuerst scheint es sich um einen Kriminalroman zu handeln, denn die Berichterstattung über das Paar wird immer brisanter. Doch die alten Inselgeschichten übernehmen nach und nach die Handlung und das Spektrum menschlicher Tragödien und besonders dem damit verbundenen Leid der Frauen ist groß. Doch irgendwann beginnen die Frauen, zusammen zu halten und sich zu wehren.
Das Buch beruht auf einem authentischen Fall und vielen alten Quellen, die die Autorin in der Bibliothek von Guernsey gefunden hat. Auch orientieren sich einige Romanfiguren an ehemaligen Inselbewohnern. Ein weiteres Leseargument für das Buch!








Eine Liebe der Hannah Höch

Eigentlich mag ich keinen Roman, dessen Hauptfigur eine früher lebende Person darstellt. Aber es gibt immer die Ausnahme:

Die Autorin erzählt in dem Roman von einem Lebensabschnitt der Künstlein Hannah Höch. Sie war in den 20er Jahren des letzte Jahrhunderts die einzige Frau, die zu der Künstlergruppe gehörte, die den Dadaismus verbreitete. Hannah, die als einzige der Gruppe eine feste Arbeitsstelle beim Ullsteinverlag hatte und die Dadakollegen öfter finanziell unterstützte, war nebenbei künstlerisch sehr produktiv und entwickelte die Methode der Fotocollage. Aber in der Szene sahen viele in ihr nur die Geliebte des verheirateten Künstlers Raoul Hausmann. Die Beziehung war schwierig. Künstlerisch befruchteten beide die Arbeiten des anderen (z.T. so sehr, dass Hausmann Hannahs Werke mit seinem Namen signierte), menschlich war der Künstler launisch, fordernd und eifersüchtig und machte Hannah das Leben schwer. Irgendwann schaffte sie es, sich von ihm zu trennen.
1926 findet sie eine neue Liebe: Til Brugman, eine Autorin aus den Niederlanden. Die beiden tun sich gut, leben eine Zeit lang in Den Haag, dann in Berlin. Man lernt Hannahs Familienmitglieder kennen, die Til herzlich in ihren Kreis aufnehmen. Die Freunde aus dem Dadakreis reagieren unterschiedlich auf die Beziehung.
Die Liebe der beiden Frauen wird im Laufe der Jahre immer häufiger auf die Probe gestellt. Während Hannah als Künstlerin in Berlin mehr Anerkennung findet, wartet Til immer ungeduldiger auf ihren eigenen Durchbruch. Sie fährt häufiger über längere Zeit in die Niederlande, beansprucht für sich die Freiheit, andere Beziehungen zu Frauen einzugehen. Auch machen die politischen Verhältnisse im Berlin der 30er Jahre das Leben für die beiden nicht einfacher. Til bringt zwar ihr erstes Buch heraus, das Hannah illustriert hat, aber immer mehr Freunde gehen ins Exil und schließlich kommt es 1935 auch zur Trennung von Hannah und Til.

Für mich hat die Autorin einen ganz eigenen Schreibstil gefunden, der das beschwingte Leben in Künstlerkreisen der 20er Jahre so wiedergibt, wie ich es mir vorstelle. Der Stil ändert sich, als die Beziehung und die politischen Verhältnisse schwieriger werden. Das zu beobachten, gefiel mir sehr beim Lesen. Auch die eingestreuten Texte von Hannah und Til trugen zu der besonderen Atmosphäre des Buches bei.
Mika Sophie Kühmel beschreibt das Verhältnis zwischen den beiden Frauen, am Anfang voller Liebe und Wärme, dann immer mehr als ein Ringen darum, die Liebe zu erhalten. Das ist der zweite Grund, warum ich dieses Buch gerne gelesen habe.

Einmal den Tod ausprobieren

2018: Amélie arbeitet im französischen Außenministerium. Als ihren Vertrauten hat sie ihren ehemaligen Mitschüler Éric eingestellt und sie beide sind ein erfolgreiches Team, wenn es darum geht, ausländische Firmen davon zu überzeugen, in Frankreich zu investieren.
Eine Reise nach Seoul verändert alles, denn Éric bricht bei der ersten Präsentation zusammen und bei der zweiten Chance, die Samsung den beiden gibt, lässt er Amélie im Stich und taucht unter. Was war geschehen?
Éric, Mitte 40, gibt sich immer noch die Schuld an dem Unfalltod seines Vaters vor fast zwanzig Jahren. Da half es danach auch nicht, dass er eine liebe Frau und einen tollen Sohn hatte und erfolgreich im Beruf war. Inzwischen ist er geschieden, seine Mutter befeuert seine Schuldgefühle, bei der neuen Arbeit mit Amélie stößt er an seine körperlichen und mentalen Grenzen. Er ist ausgebrannt, als er in Seoul, ein paar Stunden vor der zweiten Präsentation, in ein Geschäft geht, das „Happy Life“ heißt. Hier lernt er eine für ihn sehr befremdliche Geschäftsidee kennen: Auf Probe sterben. Eine Expresszeremonie dauert eine Stunde, beinhaltet die Gestaltung des Grabsteins, das Verfassen der letzten Worte und das überwachte Liegen in einem geschlossenen Sarg. Éric bucht diese Stunde, die ihm einen Erweckungsmoment beschert. Im Sarg stürzen so viele wichtige Gedanken auf ihn ein, dass er merkt, wie sehr er noch an seinem Leben hängt und dass sich vieles ändern muss. Nach der Stunde ist er euphorisiert und zugleich zu verstört, um zusammen mit Amélie bei Samsung aufzutreten.
Er fliegt zurück nach Frankreich, kündigt und ist beseelt von der Idee, den Service des Probesterbens auch in seinem Heimatland anzubieten. Endlich hat er eine Lebensaufgabe gefunden, mit der er anderen Menschen helfen kann.
Und tatsächlich finden sich immer mehr Menschen, die seinen Laden besuchen und fast alle machen ähnliche Erfahrungen wie Éric. Die Mundpropaganda wird immer größer, Éric eröffnet Filialen, wird wieder sehr erfolgreich. Doch dieses Mal zieht er die Reißleine und gibt alles ab. Er wird etwas Neues suchen und vielleicht spielt dabei Amélie eine Rolle, denn deren Leben lief nach Seoul alles andere als rund.

Das Thema Tod in einen leichten Unterhaltungsroman zu verpacken und das mit einer Portion Tiefgang, der die Leserschaft zum Nachdenken bringt, dazu gehört schriftstellerisches Können. Dass David Foenkinos das besitzt, stellte er schon in früheren Romanen unter Beweis.

Wer noch mehr über die südkoreanische Therapie der Toderfahrung wissen möchte, auf der Seite abschieds.com fand ich diesen Text:

https://www.abschieds.com/simulierter-tod-in-sudkorea-ein-ungewohnlicher-weg-das-leben-neu-zu-schatzen