
Es sind Ferien, doch Jip kann sie nicht richtig genießen. Im Zeichenunterricht haben sie die Aufgabe gestellt bekommen, ein Selbstporträt von sich anzufertigen. Eigentlich liebt Jip das Zeichnen, doch wie soll man sich darstellen, wenn im Kopf Gedanken, Gefühle und Beobachtungen ohne Pause herumschwirren und man völlig verunsichert ist?
Am liebsten verbringt Jip seine Zeit alleine auf einem abgezäunten Baugelände, wo die Natur Jip noch ein Versteck bietet, um in Ruhe Insekten zu beobachten und die Gedanken zu sortieren. Noch immer tut es weh, dass der jahrelange Schulfreund plötzlich die Freundschaft gekündigt und Jip damit verraten hat. Eine Aussprache gab es nie, da der Freund kurze Zeit später weggezogen ist. Dann ist da aber auch noch der neue Junge in der Klasse, an den Jip immer denken muss und der Jips Gefühlswelt ordentlich durcheinander bringt.
Als die Ferien vorbei sind, kann Jip zwar verschiedene Zeichnungen vorweisen, ein Selbstporträt ist nicht dabei. Die Lehrerin versucht zu helfen, doch erst als Jip und der neue Schüler sich außerhalb der Schule treffen, wird Jip langsam klar, was sie ist, bzw. was sie nicht ist und am Ende des Buches sehen wir Jips Selbstporträt.
Ein großartiges Jugendbuch (ab 12 J.)! Der Autor schafft es, Jips unsichere Gefühle, ob sie sich als Mädchen oder Junge fühlt, auf Leser/Leserin zu übertragen. Jips Beobachtungen sind wahre Schätze und das bezieht sich nicht nur auf das genaue Hinsehen bei Insekten, sondern auch auf das Miteinander ihrer Mitmenschen. Wie schön, dass das Buch schon einen Preis gewonnen hat!