Briefmarkendilemma

Etwas Sammeln, um daran Spaß zu haben, aber auch, um eine Wertanlage zu schaffen, das war bis vor einigen Jahren als Hobby noch weit verbreitet. Doch die Zeiten haben sich geändert und Sammlungen, die vor 10, 15 Jahren noch einen Wert darstellten, sind momentan für die nachfolgende Generation uninteressant. Besonders betroffen scheinen mir Inhaber von Briefmarkensammlungen zu sein. Dank der Briefmarkenalben meines verstorbenen Großvaters gehöre ich auch zu dieser Gruppe, die in einem Briefmarkendilemma steckt. Die Sammlung behalten als Erinnerung an einen lieben Menschen? Oder doch probieren, die Alben zu verkaufen, wenngleich immer gesagt wird, der Briefmarkenmarkt sei tot? Ich wollte es wenigstens einmal versuchen, „Bares für Rares“ zu bekommen.

Im Internet entdeckte ich das Auktionshaus Felzmann für Briefmarken und Münzen in Düsseldorf, das damit wirbt, dass es Briefmarkensammlungen schätzt und aufkauft. Das hört sich doch gut an, dachte ich. Schnell ein Mail geschrieben und schon bekam ich auch eine Antwort. Man bat mich, die Alben als Stapel zu fotografieren (bei mir waren es 25) und weiterhin von jedem Album Fotos der ersten drei Seiten zu senden. So sahen meine 77 Fotos so in etwas aus:

Schwerpunkte der Sammlung sind Briefmarken, gestempelt und ungestempelt, der BRD ab 1950, BRD-Berlin und DDR. Dazu kommen drei Alben mit ausländischen Marken aus aller Welt. Eine Kiste Ersttagsbriefe war völlig uninteressant, ebenso ein Album mit besonderen Stempeln.

Nach dem Fotoversenden kam erneut eine schnelle Reaktion. In Düsseldorf schätzte man den Wert der Sammlung im dreistelligen Bereich und man schlug mir vor, einen Termin zu machen, damit die Alben noch eingehender untersucht werden könnten.

Diesen Termin hatte ich vor ca. 2 Wochen. Der Besuch war eine große Enttäuschung, denn der Sachvollständige blätterte zehn Minuten die Alben rasant durch und verabschiedete mich dann mit einem „Das ist nichts für uns- versuchen Sie es doch mal bei Ebay.“

Also karrte ich die Alben wieder nach Hause, trank erst einmal einen Beruhigungskaffee (ich ärgerte mich immer noch über den Wortlaut des letzten Mails, der mir suggeriert hatte, es käme zu einem Verkauf) und sah mir bei Ebay die Briefmarkenangebote an. Nach der dreißigsten Seite gab ich auf, auch hier machte sich Frustration breit: Zig Gebote, keine Kaufangebote. In den folgenden Tagen reifte dann so langsam der Entschluss heran, die Briefmarken Bethel zu spenden,

https://www.briefmarken-bethel.de/gemeinsam-sammeln.html

aber vorher mir die Alben noch einmal genau anzusehen. Ich hatte inzwischen ein paar Ideen, was ich mit einzelnen Briefmarken machen könnte…

Das ist jetzt mein Brett für Briefmarken, die ich für verschiedene Ideen vorsortiere.

Zwei von diesen Ideen stelle ich Ihnen morgen vor.

Autor: linda

Wohne in Duisburg.

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