Das melancholische Palermo (Sizilien Nr.6)

Heute beende ich meine Beitragsreihe über unseren Besuch auf Sizilien. Es ist jetzt schon einige Wochen her, dass wir dort waren und meine Gedanken an Palermo werden wohl immer mit etwas Melancholie und Untergangsstimmung zu tun haben. Hauptverantwortlich dafür sind zwei Sehenswürdigkeiten, die mich besonders beeindruckten.
Ein Besuch in der Kapuzinergruft wird in jedem Reiseführer empfohlen. Kapuzinermönche kannten seit dem 16. Jahrhundert ein besonderes Verfahren, Leichen haltbarer zu machen und besonders reiche Familien ließen in den folgenden Jahrhunderten Angehörige in ihrer besten Kleidung bestatten. Diese sieben Bestattungsgänge kann man heute noch besichtigen. Da das Fotografieren strikt verboten war, habe ich versucht, mit Hilfe von KI etwas die Stimmung in diesen Katakomben einzufangen.

Dieses Foto aus dem 19. Jahrhundert ist gemeinfrei und ich darf es auch zeigen:

Hier entlang zu gehen, lässt wohl niemanden unberührt. Man geht an stehenden grinsenden Skeletten vorbei, die in feinsten Samtanzügen stecken, an Abendkleidern aus Brokat, aus deren Halsausschnitten Totenköpfe starren und aussehen, als würden sie schreien. Niemand kann dem Schicksal entgehen, auch nicht die reichen Kleriker, wie man in einem anderen Gang an der Kleidung sieht. Ich war bei dieser Besichtigung hingerissen zwischen Gefühlen der Sinnlosigkeit und Trauer und auf der anderen Seite empfand ich die Szenen als irrwitzig und schnell kommt man zu der Frage. „Was ist der Mensch“?

Ein Gemälde von Lauritz Anderson Ring, ist ebenfalls ohne Copyright.

Mit dem Gefühl der Vergänglichkeit wurde ich auch im Botanischen Garten von Palermo überrascht. Man muss Eintritt bezahlen und bekommt einen Garten präsentiert, der diverse botanische Besonderheiten bietet, aber noch mehr zeigt er mir den Untergang einer ehemals reichen Stadt. Ein Teil des Gartens wurde zu Forschungszwecken im 18. Jahrhundert angelegt, im 19. Jahrhundert wurde er erweitert und der Bevölkerung zugänglich gemacht. Noch heute dient der Garten der Universität zu Forschungszwecken, aber das wohl eher im Verborgenen.


Für mich hatte es den Anschein, dass Gärtner fehlen, denn in manchen Ecken übernimmt die Natur die Oberhand in der Gestaltung des Gartens. Verwunschene Ecken, Pflanzen die sich ineinander winden, einfallende Mauern und Zäune. Ich lasse ein paar Bilder für sich sprechen:


Dieser Garten schenkte mir auch viele Anregungen für Schwarzweiss-Fotomotive und farbige Fotoexperimente. Diese zeige ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag.

Autor: linda

Wohne in Duisburg.

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