Spaß haben- auch nach Karneval

Ich bin mir zu 99% sicher, dass Sie den Künstler dieser Bilder kennen…

Foto mit einer Collage aus vier Bildern, auf denen drei Frauen und ein Mann dargestellt sind.

Noch keine Idee? Ein Zitat von ihm lautet „Das, was am Leben komisch ist, das sind die Krisen, alles, was nicht Krise ist, ist auch nicht komisch.“
Ein Lied, das er geschrieben hat, heißt: „Ich wünsch‘ mir ne‘ kleine Mietzekatze“, obwohl er Mopsliebhaber war.

Momentan läuft eine Ausstellung in Oberhausen mit seinen Bildern, Entwürfen und Fotos von seinen Filmen. In der Ausstellung bewegt man sich durch lächelnde oder quietschende Besucher, nur ca. 1% verzieht keine Miene. Na, klingelt es ?

In der Ausstellung steht eine Couch, auf der 99% der Besucher sich fotografieren lassen wollen.

Foto mit Couch, auf der ich sitze.

Auf seinen Bilder spielen Nasen eine nicht unwesentliche Rolle:

Uns er äußerte sich auch gerne zu politischen Themen und zu Fragen der Umwelt:

Collage aus zwei Fotos und zwei Zeichnungen. Auf den Fotos sind Königen Elisabeth, bzw. Franz-Josef Strauß zu sehen, auf den Zeichnungen baden zwei Erwachsene in einem vermüllten Meer, in der zweiten Zeichnung sitzt eine Biene auf einem Stuhl, liest und saugt dabei Kunsthonig.

In der Ausstellung sieht man auch viele Bilder, in denen andere Künstler seine Themen aufnehmen und ihm mit ihren Werken Respekt erweisen.

Das Bild zeigt unsere gesuchte Person in einigen seiner Filmrollen.

I proudly present:

LORIOT mit seiner unvergessenen Partnerin Evelyn Hamann!
Sorry, das Bild hängt etwas schief.

Mit meiner kleinen Bildersammlung bekommen sie nur einen Hauch von Eindruck, welche Erinnerungsschätze auf Sie warten. Diese werden auf drei Etagen präsentiert, hinzu kommt noch die Möglichkeit, einen Film zu sehen, in dem Loriot über seine Arbeit spricht.

Wenn Sie nicht nach Oberhausen kommen, gönnen Sie sich wenigstens eine kleine Sammlung von Loriots Zitaten: https://gutezitate.com/autor/loriot/2

Loriots Blick auf unseren Alltag und sein Humor fehlen mir, das merkte ich, als ich das Museum verließ.

Sammeln für Energie und für Erinnerungen

Heute stelle ich Ihnen kurz zwei Ideen für eine Besichtigung vor, die man im Rahmen einer Führungen mitmachen kann.

Wir nahmen im Juni an der Abendführung in der GMVA Müll-Verbrennungsanlage in Oberhausen teil. Den Recyclinghof im Duisburger Norden hatte ich bei einem VHS Kurs schon kennengelernt, jetzt wollte ich wissen, wie es mit dem Restmüll weitergeht.
Die Führung in der Müllverbrennungsanlage dauerte fast zwei Stunden. In der ersten halben Stunde zeigten zwei pensionierte Herren anhand von Schaubildern, wie die Müllverbrennungsanlage funktioniert, nahmen zu der Umweltverträglichkeit Stellung und beantworteten offen kritische Fragen der Gruppe. (Darunter auch drei Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, die das eher langweilig fanden, von der Führung waren sie begeistert).
Danach liefen wir über das Gelände und besichtigten einige Gebäude.

Oben links: Auf dem Weg zu der Anlage. Rechts daneben: LKWs laden den Restmüll in Schächten ab, die zu riesigen Hallen führen- siehe unten rechts. Hier kam ich mir vor wie im Horrorfilm „Tarantula“, die Greifzangen waren riesig, links unten sahen wir dem Kranführer über die Schulter. Der Müll muss vermischt werden, um eine Masse mit einheitlicher Verbrennungstemperatur zu bekommen. Ca. 700.000 Tonnen Müll bereitet man so pro Jahr zur Verbrennung vor.

Nach dem Vermischen wird der Müll verbrannt und wir konnten einen Blick in das „Höllenfeuer“ werfen (oben links), das ca. 50000 Haushalte via Fernwärme versorgt. Wir gingen zu weiteren Gebäuden, vorbei an riesigen Ventilatoren (oben rechts) oder an Kühlungsanlagen. Der Rundgang endete schließlich in der Kommandozentrale, wo alle Vorgänge überwacht wurden.

Interesse geweckt? Hier gibt es mehr Informationen zu dieser Führung:

https://www.gmva.de/unternehmen/fuehrungen

Der Besuch des zweiten Depots liegt schon etwas länger zurück. Auf der Zeche Zollverein liegt in einer alten Salzfabrik das Zentral- und Schaudepot des Ruhr Museums, ein Lager mit ca. 25000 zumeist regionalen Exponaten. Diese sind nach verschiedenen Themen sortiert.


Unsere Führerin nahm das Alphabet von A-Z als roten Faden und zeigte uns pro Buchstaben ein exemplarisches Ausstellungsstück, erklärte jeweils die Besonderheit und wie das Museum in den Besitz gekommen ist. Das war sehr kurzweilig und vieles brachte die Gruppe zum Staunen.

Thema Geschichte und Natur: Fundstücke aus dem Ruhrgebiet, die mehrere Millionen Jahre alt sind
Thema Kultur: Zeitreise gefällig? Von Kircheneinrichtungen, Wohnzimmermöbel hin zu Schaufensterpuppen, Spielzeug und Fortbewegungsmittel- hier kommen Erinnerungen angeflogen!

Wer mehr wissen möchte: https://www.zollverein.de/erleben/ruhr-museum/schaudepot-ruhr-museum/

Das Gelände der Zeche Zollverein bietet auch immer wieder schöne Fotomotive. Meine Themen waren an diesem Tag „Muster“ und „Spiegelungen“:

Die Kunst von Hipgnosis

Ich vermute, dass einige meiner Leser und Leserinnen Kunst von Hipgnosis bei sich zuhause im Regal stehen haben…

„Hipgnosis“ ist ein Künstlerduo, dass zwischen 1967 und 1984 über 400 Plattenhüllen für bekannte Musikgruppen wie Pink Floyd, Led Zeppelin oder Yes entworfen haben und 120 dieser Cover kann man sich noch bis zum 20. Mai in der Oberhauser Ludwigsgalerie ansehen.


Weltberühmt wurde Hipgnosis durch die Plattenhülle zu „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd. In der Ausstellung sieht man, welche verschiedenen Entwürfe es vorher gab und es wird erzählt, wie letztendlich diese Version sich durchsetzte:

Das 30jährige Jubiläum dieser Schallplatte nahmen diverse Künstler zum Anlass, das Motiv noch einmal umzugestalten.

Auch zu den anderen Plattenhüllen von Pink Floyd erfährt man viel zu der Entstehungsgeschichte. Besonders beeindruckend die Fotos zu „Wish, you were here“. Damals gab es noch keine Fotobearbeitungsprogramme und die Umsetzung der Idee war noch einen Herausforderung, die Tage dauern konnte.

Den Hüllen von Peter Gabriel wird ebenfalls viel Platz eingeräumt. Auch hier wird genau beschrieben, wie die Fotos damals gemacht wurden. (Rechts wurde beispielsweise ein Polaroidfoto, bei dem der Entwicklungsprozess noch nicht abgeschlossen war, mit einem Finger berieben.

Diese Plattenhülle von 10cc kannte ich noch nicht und sie gefiel mir ausgesprochen gut. Sie entstand 1976 und zeigt Menschen auf einer Party, die sich nicht mehr miteinander unterhalten, sondern sich gegenseitig anrufen. Wie weitsichtig!

Wir waren eine gute Stunde in der Ausstellung. Die Texte lasen wir alle, nur einen Kurzfilm sahen wir uns nicht an. Also eine Ausstellung, genau richtig für einen verregneten Nachmittag. Vielleicht nehmen Sie sich noch ein Paar Kopfhörer mit und spielen ihre Playlist mit alten Lieblingen ab? So taten es bei unserem Besuch zwei ältere Herren und sie sahen beim Mitsummen ziemlich glücklich aus.

Besuch in Haus Ripshorst

Eine Ausstellung des Künstlerpaars Detlef Kelbassa und Corinna Kuhn mit ihren bunten Pflastersteinen, Dachziegeln und schönen Fliesen ist z.Zt in Oberhausen in Haus Ripshorst zu sehen. Wer Anregungen für eine besondere Bodengestaltung seiner Terrasse oder Gartenwege sucht oder wer vielleicht selbst töpfert, wird hier Ideen finden.

Obere Reihe: Schwarzweiße Kacheln, daneben bunte Dachziegel, beide durch Vitrinenglas fotografiert.
Unten links: Bunte Pflastersteine für Innen- oder Außenräume. (Siehe nächstes Bild)
Unten rechts: Mit farbigen Engoben bemalte Keramikfliesen mit dem Titel „Fragmente eines Stadtplans“.
Mehr Informationen zu den Künstlern auf www.wundersame.de

Aber auch Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Es gibt eine weitere permanente Ausstellung zum Thema Emscherpark, einen Bauerngarten, ein Bienenhaus, Veranstaltungen und Produkte der Region werden angeboten.


Über die Grenzen bekannt ist Haus Ripshorst allerdings wegen seines Gehölzgartens, zu dem ca. 6000 Bäume gehören. Viele verschiedene Arten werden gezeigt, die ältesten Arten sind ca. 60 Millionen Jahre alt. Auf Schautafeln erfährt man z.B. etwas über die Entwicklung der Bäume und welche Besonderheiten sie aufweisen.

Da der Garten direkt auch am Rhein-Herne-Kanal liegt, lässt sich hier ein interessanter Spaziergang machen, bei dem man auch noch dem Zauberlehrling „Guten Tag“ sagen kann.

Diese Stahlskulptur wurde 2014 installiert.

Bald ist wieder Herbst. Dies ist vielleicht die schönste Zeit, den Gehölzgarten zu besuchen und sich an der Farbenpracht der verschiedenen Bäume zu erfreuen.

Ein paar Blätter vom letzten Jahr als Einstimmung