(Wackelt ein bisschen, da ich keine Selfie-Spezialistin bin, kommt aber von Herzen!)
Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)
(Wackelt ein bisschen, da ich keine Selfie-Spezialistin bin, kommt aber von Herzen!)
Ich schneide den Lavendel und gucke zu den Schneeglöckchen…
Sommerduft und Winterblüten…
Am Mittwoch war ja der Gartentag schlechthin, natürlich fiel mir da auch das Ein oder Andere auf:
Der Moment…
wenn man den ersten Mückenstich im neuen Jahr spürt
wenn man nicht mehr 50-Liter-Säcke Erde ins Auto stemmen kann, sondern sich mit einem 30-Liter-Sack begnügen muss
wenn man im Nachbargarten das erste Handygespräch im neuen Jahr zwangsweise mithört
wenn man zum ersten Mal wieder den intensiven Duft der Zaubernuss erlebt
wenn die winterharte Gartenliege sirenenhaft lockt und man seine Herbstfaulheit jetzt abarbeiten muss
wenn man nach vollbrachtem Werk draußen in der Sonne Kaffee trinken kann
Im letzten Jahr habe ich immer zum Monatsende ein paar Haikus in meinem Blog aufgeschrieben, doch in diesem Jahr sollen sie den Monat beginnen, quasi als Einstimmung.
Diese drei Haikus habe ich mir im letzten Februar ausgedacht:
Gelbe Primelchen
auf dem Wohnzimmertisch-
kleiner Sonnenschein
Erster warmer Tag,
Geschäftigkeit im Garten-
Menschen wachen auf
Die Weidenkätzchen,
so pelzig, weich und silbern-
muss sie sanft streicheln
Da kann man sich doch jetzt auf den Februar freuen, oder?
So ist mein Verhältnis zu Fischreihern. Vor ein paar Tagen entdeckte ich zufällig diesen Besucher in unserem Garten:

Ich finde, dass Reiher tolle Vögel sind, aber nicht in der Nähe unseres Gartenteiches, in dem ein paar Goldfische schwimmen(=die 20%)! Also verjagte ich ihn. Das interessierte ihn aber gar nicht, eine halbe Stunde später war er wieder da, jetzt noch dreister, direkt am Teichrand stehend.

Ich konnte unsere Fische noch einmal retten und fühlte mich danach bemüßigt, im Internet nachzulesen, welche Möglichkeiten der Reiherabschreckung es gibt. Dabei entdeckte ich dann dieses sehr passende Gedicht:
Der Reiher
Wenn spazieren geht der Reiher,
Denkt er über Manches nach:
Ob sich’s besser fischt am Weiher
Oder besser noch am Bach.
Endlich hat er sich entschlossen,
Geht zum Weiher hin und fischt,
Und da weilt er unverdrossen,
Bis er einen Fisch erwischt.
Warten, das versteht er prächtig,
Langeweile kennt er nicht;
Was er thut, er thut’s bedächtig,
Und Geduld ist seine Pflicht. –
Willst du irgendwas erringen,
Lern vom Reiher mancherlei,
Und Geduld vor allen Dingen
Bestens dir empfohlen sei.
Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich, Kinderlieder, hg. von Lionel von Donop, HildesheimNew York: Georg Olms Verlag 1976
Quelle
Heute stelle ich eine Landschaft vor, die sehr außergewöhnlich ist, sie liegt im Südosten Englands. Wann immer ich in den letzten Jahren in England war, habe ich Dungeness mit meinem Fotoapparat besucht. Besonders angetan hat es mir dort ein Garten, den ich hier gerne vorstellen möchte:
Momentan bietet der Garten ja nicht so viel Abwechslung, doch ich fand noch ein Thema dank eines faszinierenden Zeitungsartikels. In dem Artikel wurde über die verschiedenen Arten von Moosen geschrieben (z.B. Glas-Haarmützenmoos, Blattloses Koboldmoos oder weiches Kamm-Moos- drei von ca. 16000 bekannten Arten). Moose gibt es auf der Erde seit ca. 400 Millionen Jahren(!), also sah ich mal nach, ob ich in meinem Garten lebendige Fossilien habe. Und ich wurde fündig:


Beim Spazierengehen entdeckte ich dann noch zwei Arten, die auch anders aussahen. Mit den Fingern vorsichtig über die Moose zu streichen oder ein bisschen zu tuffen wie Katzenpfötchen auf einer Decke ist was Schönes.

Wen wundert es- auch Moosarten sind vom Aussterben bedroht, z.B. durch den Abbau der Torfmoore oder durch die Verringerung der Feuchtgebiete durch Zubetonierung.
Moose sind jetzt auf meinem „Radarschirm“ und ich bin gespannt, welche Arten ich noch auf zukünftigen Spaziergängen entdecken werde. Im Garten werde ich jetzt achtsamer und respektvoller mit ihm umgehen-versprochen!
Meine Vorliebe für japanische Haikus wird den meisten Lesern und Leserinnen ja schon bekannt sein, aber ich bin auch große Liebhaberin von Wabi-Sabi. Um das mal wie eine Ruhrgebietsfrau auszudrücken: Dat is alles, watt ne Macke hat oder schon reichlich vergammelt oder oll aussieht und eigentlich wech kann. Hat aber trotzdem watt und wenne über wahre Schönheit nachdenken tust, dann kommse schon ins Grübeln.

Hier jetzt die wissenschaftliche Wikipedia-Erklärung:
Wabi-Sabi (jap. 侘寂) ist ein japanisches ästhetisches Konzept (Konzept der Wahrnehmung von Schönheit). Eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden, ist es eine Entsprechung zur ersten der buddhistischen Vier Edlen Wahrheiten, Dukkha.
Ursprünglich bedeutet Wabi sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit Sabi, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren. (Wilhelm Gundert)
In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
In diesem berühmten Vers liest der Verständige das Sabi und Wabi.
…wenn man z.B. ein altes Buch aufschlägt und einem plötzlich gepresste Gartenblumen entgegen fallen, die man vor langer Zeit in das Buch gelegt hat. (Foto von Pinterest).
An manchen Tagen, wenn ich mit dem Fotoapparat unterwegs bin, sehe ich mehr Schwarzweiss-Motive als nettes Farbiges. Da ich eine digitale Kamera habe, fotografiere ich erst farbig und ändere dann am PC das Foto in schwarzweiss um. Hier ein paar Beispiele, wo ich beim Fotografieren direkt an Schwarzweiss gedacht habe. Gefällt Ihnen diese Variante auch besser oder bevorzugen Sie doch eher die farbige Variante?





