Willkommen im Bilker Bunker- Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag fand wieder der „Tag des offenen Denkmals“ statt und wir fuhren dieses Jahr nach Düsseldorf, um dort an einer Führung teilzunehmen, die die Geschichte und die heutige Nutzung des Bilker Bunkers zum Thema hatte.

Mit Christina von Plate, der Geschäftsführerin der Bilker Bunker gGmbH, sahen wir uns mehrere unter- und überirdische Stockwerke an und erfuhren in jeder Etage etwas Neues.
In der Eingangshalle begann Frau von Plate mit der Entstehung und Verwendung des Bunkers. Er wurde 1942 gebaut, um ca. 2000 Menschen schnellen Schutz bei Luftangriffen zu bieten. Nach dem Krieg stand der Bunker Jahre leer, danach wurde er in Zeiten des Kalten Krieges als Atomschutzbunker mit Betten und anderem „Komfort“ neu ausgestattet. 1995 gestaltete man den Bunker von außen künstlerisch, bald danach endete allerdings die bisherige Nutzung und der Bunker sollte schließlich abgerissen werden. Dank einer Bürgerinitiative blieb er erhalten und 2016 kaufte die Firma „KÜSSDENFROSCH“ das Gebäude, um neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschaffen. Es gab die geniale Idee, auf dem Flachdach mehrere Luxuseigentumswohnungen zu bauen, um durch deren Verkauf den Umbau des Bunkers zu einer kulturellen Begegnungsstätte zu finanzieren.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, was den Umbau teilweise schwierig machte. Es gibt gesetzliche Vorgaben für ein öffentliches Gebäude, wie beispielsweise genügend Fluchtwege oder die Luftqualität im Innenraum. Die Wände aus Stahlbeton sind meterdick, diese zu bearbeiten war eine Herausforderung, sei es beispielsweise, um Fenster einzubauen, neue Treppen einzufügen oder eine Belüftungsanlage zu installieren.


Heute findet man im Eingangsbereich eine kleine permanente Ausstellung zu der Geschichte des Bunkers und weitere Räumlichkeiten bieten Platz für eine Kunstausstellung. Wir sahen hier und auch noch auf der ersten Etage Objekte aus dem Ausstellungsfestival „soft signals“ zu zeitgenössischen Sound Art Praktiken.

In den oberen Etagen befinden sich Büros, eine Fahrradgarage, die man mit einem Aufzug erreicht, sowie mehrere Räume, die gemietet werden können. Hier ging Frau von Plate auf die Notwendigkeit ein, Geld mit dem Gebäude zu verdienen, um Kunst und Kultur überhaupt anbieten zu können. Nicht alle Künstler haben dafür Verständnis, dass Ausstellungsräume Kosten verursachen…
Dies ist die momentane Nutzung in einem Teil der Mieträume:

In der Vergangenheit wurden diese Räume aber auch schon von „Ärzte ohne Grenzen“, der Universität, Firmen oder Schulen angemietet.

Die beiden Untergeschosse hielten räumliche Überraschungen bereit:

Multifunktionsräume, die für 10-15 Euro/Stunde gemietet werden können. Drei weitere Räume werden noch dazu kommen.

Die Führung endete in den Musikräumen des Bunkers. Hier finden inzwischen regelmäßig Konzerte und andere Aufführungen statt.

Im Bunker der Anfangszeit gab es drei Schleusen, um nach draußen zu kommen, daher der Name „Schleuse 2“.

Wir waren zu viert und jeder von uns war erst überrascht und dann sehr angetan vom Bilker Bunker.
Wie in den Jahren zuvor, fand ich auch an diesem „Tag des Denkmals“ wieder viele Fotomotive. Besonders angetan haben es mir die unterschiedlichen Strukturen der Wände- was haben sie wohl schon alles gesehen und erlebt? Ich nahm sie als Hintergrund und so kam ich zu einer eigenen Fotogalerie im Bunker:

Düsseldorfer Hängung

Rhein

Bügelsymposium

Lüftungsschacht

Unbekannt

1942 bis 2026

Auf dem Hof des Bunkers wurden wir noch von einem Originalbild des sprayenden Künstlers Harald Naegeli überrascht. Wie Frau von Plate erzählte, handelte es sich um ein gerettetes Stück Mauer einer Tankstelle, die abgerissen wurde.

Wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag, den wir in dem Restaurant „Destille“ auf der Bilker Allee beendeten. ( Tipp: Die Wiener Schnitzel sind Anwärter auf „The Best of Town“).

Zum Schluss noch eine Bitte an das Team von KÜSSDENFROSCH: Könnten Sie vielleicht auch einmal nach Duisburg kommen? Hier gibt es auch noch viel Wachküsspotential!

Autor: linda

Wohne in Duisburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert