Wir übernachteten in der ersten Woche in
Perros-Guerec: Bekommt 2 von 5 Sternchen. Ein Sternchen für die Lage an der Nordküste, um von hier aus Tagesausflüge zu unternehmen, ein Sternchen für den Wochenmarkt und den schönen Blick auf den Hafen.

Ansonsten kann ich diesem Ort nicht viel abgewinnen. Schon bei der Fahrt in die Stadt wird man von hässlichen Gewerbeflächen empfangen. Perros-Guirec besteht quasi aus einer Unterstadt mit Hafen, wo es fast immer Verkehrsstaus gab und eine Oberstadt mit den meisten Geschäften, Restaurants und Cafés. Man geht 10-15 Minuten bergauf, bergab, um zu einem Teil der Stadt zu kommen. Überall hatte ich den Eindruck, dass man der Stadt jeden freien Platz auspresst, um dort teure Eigentumappartments hochzuziehen.
Dieser Eindruck setzte sich bei einer Fahrt westlich an der Küste weiter fort.
Erst ab
St.Michel-en-Grève wurde die Küste ursprünglicher, die Orte beschaulicher. In St.Michel besuchten wir einen alten Seefahrer-Friedhof, der direkt über dem Meer liegt. Bei uns war Ebbe, aber es war sehr windig und wir konnten uns gut vorstellen, wie das Meer die Friedhofsmauer umpeitscht. 5 Sternchen!

Auch die Weiterfahrt an der Baie de Lannion entlang bot uns immer wieder schöne Aussichten

und niedliche Orte wie beispielsweise
Locquirec: Ein bisschen verschlafen, aber schöne Ausblicke, ein Markt direkt am Meer und eine gute Crèperie. *****

Roscoff **** Für viele Touristen nur ein Ort, um mit einer Fähre zu einem anderen Ort (Kanalinseln, Irland oder England) zu kommen. Der Fährhafen liegt etwas außerhalb der Innenstadt. Diese eignet sich bestens zum Flanieren.

Was ein absolutes Highlight ist: Der exotische Garten! Über ihn werde ich im nächsten Beitrag berichten.

Paimpol **** Hier muss ich unterscheiden zwischen Paimpol Innenstadt und der zu Paimpol gehörigen „Abbaye de Beauport“. Die Innenstadt wird von Touristen (zu) sehr geliebt, die Lage direkt am Hafen ist allerdings auch sehr attraktiv. ***

Die Ruine der Abbaye hat uns einen Nachmittag „very british“ geschenkt. *****


Morlaix ***** Die Mischung macht‘s! Das Wahrzeichen der Stadt, die Eisenbahnbrücke als Viadukt ist begehbar und man hat einen schönen Blick auf die Stadt. Zur einen Seite auf den Hafen, zu der anderen Seite auf die Altstadt.

Steigt man in die Altstadt hinab, trifft man auf Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert wie dieses beispielsweise:

Aber in den Gassen weht auch ein „moderner Wind“, diese Wandbilder fielen mir besonders auf.

Es gibt noch Museen, ein Kulturzentrum oder eine alte Anlage zur Tabakverarbeitung zu besichtigen. Wir verbrachten noch einige Zeit im

Das Café existiert seit 1885 und hat viel Atmosphäre. Am liebsten hätte ich den ganzen Tag gesessen und andere Besucher beobachtet. Eine alte Dame mit Sonnenbrille, die nur dann über die Sonnenbrille linste, wenn sie etwas in ein Heft schrieb. Eine Schriftstellerin inkognito? Oder saß da der Bruder von Mr. Bean? Die beiden Männer dahinten, waren sie zwei Kommissare, die einen Fall diskutierten? Dann die Mutter mit ihren beiden Töchtern, die eine war unverkennbar das Aschenputtel. Und dort der Mann mit dem Armani Anzug und der dicken Golduhr und den vielen Ringen – italienische oder russische Mafia?
Zurück zur Bretagne!
Nicht umfahren sollten Sie schließlich das Örtchen
Tréguier ****
Gleich zwei große Persönlichkeiten hat die Stadt aufzuweisen: Den Schutzheiligen der Richter und Rechtsanwälte St-Yves, die ihn auch heute noch im Mai in der Bretagne zahlreich um die Vergebung ihrer Sünden bitten und den Schriftsteller Ernest Renan.


Ein literarisch-künstlerischer „Wind“ weht durch die gut erhaltene Altstadt und mehrere Künstler zeigen in Galerien Ihre Werke.

Der Bretagne 3 -Artikel steht unter dem Motto „Es grünt so grün“ und erscheint am 4.6.26