Mal selber Radio machen?

Seit 1987 ist im Landesmediengesetz von NRW festgeschrieben, dass Bürger das Recht haben, einen eigene Sendung im Radio auszustrahlen. In Duisburg gibt es seitdem mehrere Vereine, Gruppen und Privatpersonen, die von diesem Recht Gebrauch machen. Der Sender „Radio DU“ ist verpflichtet, dem Bürgerfunk Sendezeit zur Verfügung zu stellen. So läuft beispielsweise

Das Logo der Sendung

mindestens 1x pro Monat dienstags zwischen 20 und 21 Uhr. Verpasst man eine Sendung, kann man diese ein paar Tage später dann auch als Podcast hören:

https://www.nrwision.de/mediathek/suche?query=unser+duisburg

Ich durfte in den letzten Wochen zweimal an einer Redaktionssitzung von „Unser Duisburg“ teilnehmen und bekam ein bisschen mit, wie eine Sendung, die aus Interviews, Kommentaren und Musik besteht, zusammengeschnitten wird. „Welche Interviews sind wochenaktuell, welche haben eher allgemeinen Informationscharakter und können auf die nächste Sendung verschoben werden? Gibt es Wunschkandidaten für ein Interview?“, waren nur einige Fragen, die diskutiert wurden.
Ganz stolz bin ich, dass morgen Abend, am 2.12., auch ein Interview von mir gesendet wird. Ich habe Anja Harder über ihre Kronkorkensammelaktion interviewt, bei der die gesammelten Kronkorken verkauft werden und der Betrag dem Verein „Herzenswärme Duisburg e.V.“ gespendet wird. Dieser Verein kümmert sich um obdachlose Menschen.

In den nächsten Wochen stehen Nikolaus- und/ oder Weihnachtsfeiern in den Firmen an und auch in der Familie werden bestimmt die ein oder andere Flasche zu Weihnachten oder Silvester geöffnet. Möchten Sie nicht beim Sammeln mitmachen?

Sammeln Sie in Rumeln-Kaldenhausen, können Sie Ihre Kronkorken gerne in die Darwinstr. 58 bringen- einfach auf die bunte Bank vor dem Haus legen.

Hier die Liste der Stellen, die in Duisburg Stadtmitte Kronkorken annehmen:

Wohnen Sie nicht in Duisburg, gibt es sicherlich auch bei Ihnen in der Nähe eine Stelle, die für einen guten Zweck sammelt.

Kein Tag ohne Musik

Gestern stellte ich Ihnen das linke Buch vor, heute folgt das rechte. Schuld daran in das linke.

In dem Buch über Martha Argerich wird u.a. erzählt, dass sie kurz vor dem ersten Konzert zusammen mit Leonard Bernstein als Dirigent spontan beschloss, nicht aufzutreten. Eine Ersatzbesetzung fürs Klavier war nicht so schnell zu bekommen, also entschloss sich „Lenny“, selbst das Klavier zu bespielen und mit den Augen sein Orchester zu dirigieren. Das beeindruckte mich so sehr, dass ich beschloss, mich einmal wieder mit der Person Bernstein zu befassen. (In der Vergangenheit habe ich mir schon einige seiner Veranstaltungen, in denen er Musik Kindern erklärt und zwei kurze Interviews auf YouTube angesehen und bin seitdem „Fan“).

Ich wählte dieses Buch von 1990 aus, weil es das letzte ausführliche Interview vor seinem Tod wiedergibt. Jonathan Cott und Bernstein verstehen sich auf Anhieb gut und das Interview dauert über 6 Stunden bis nachts um drei.

Die Themen sind sehr vielfältig. Das ewige Lernen ist z.B. eine Herzensangelegenheit von Bernstein und damit u.a. verbunden das Heranführen von Kindern an klassische Musik. Bei der U-Musik ist er sehr kritisch, denn die meisten Lieder sind auf schnelle Befriedigung des Musikbedarfs aus und lassen bei Langzeitkonsum den Zuhörer verblöden.

Neben der Musik kommen die Religion und die Politik noch zur Sprache, dazwischen erzählt Bernstein immer wieder kleine Anekdoten von Begebenheiten mit anderen Prominenten oder bei seinen eigenen Musikprojekten.

Leonard Bernstein ist voller Unrast. Er will jeden Tag auskosten, d.h. jeden Tag in irgendeiner Form sich mit Musik beschäftigen und Neues lernen. Er ist sehr klug und hat ein phänomenales Gedächtnis, beim Lesen des Interviews nahm meine Bewunderung für diesem Mann noch einmal zu.

Zum Schluss komme ich noch einmal auf das Dirigieren mit den Augen zurück: Hier ist der Beweis: