Weniger Plastik im Haushalt- das geht immer leichter

Über die Feiertage suchte ich im Internet nach einem Tipp, wie man schwarze Schuhcreme aus einer Jeanshose entfernt. (Lösung:Den Fleck mit Zahncreme einreiben, einwirken lassen, auswaschen). Auf der Seite mit dem Tipp war eine Werbung für wiederverwertbare Küchentücher aus Bambus. Das machte mich neugierig, denn unseren Küchenrollenverbrauch empfinde ich schon länger als zu hoch, hatte bisher aber noch keine praktikable Idee, ihn zu reduzieren. Mit dem Anklicken auf diese Werbung machte ich bei mir ein Fass auf, denn ich kam,wie man so schön sagt, von Höcksken auf Stöcksken was das Thema Vermeidung von Plastik und besonders auch Mikroplastik im Haushalt angeht.

Was ich jetzt schreibe, ist vielleicht schon für viele meiner Leser und Leserinnen ein alter Hut und sie denken sich, was ich doch für ein ignoranter Mensch bin. Denen sage ich: Besser spät, als nie. Es gibt aber bestimmt auch einige, die meinen Blog verfolgen, für die meine Gedanken Anregungen sind.

Ich besuchte zig Internetseiten und Foren, wo das Thema Plastik ausgiebig diskutiert wurde. Dabei fielen mir vier Dinge auf:

1. Als völlig unsinnig empfand ich es in Umweltblogs, Alternativen zu Plastik aufzuzeigen (z.B. bei Tupperdosen, Zahnbürste, Kugelschreiber) und dann zu schreiben, dass man bei sich die Plastikteile durch Nichtplastik ersetzt hätte. (Es ging ums Prinzip, nicht um gesundheitliche Vorbehalte). Da wird meiner Meinung nach übers Ziel hinausgeschossen, denn wenn ich noch funktionierende Tupperdosen habe, behalte ich diese und werfe sie nicht weg, nur um mein „Plastiklevel“ zu senken.

2. Komme auf die Bambus-Küchentücher zurück: 100 Stück werden in einer Rolle für ca. 13 Euro angeboten, jedes Tuch soll bei 90 Grad ausgewaschen und bis zu 100x wiederverwertet werden. 90 Grad??? Wenn ich dreimal/Jahr eine volle Maschine mit 90 Grad wasche, dann höchstens nur dann, wenn meine Gartenkluft es nötig hat, weil ich auf der Erde herumgekrochen bin. Aber sonst sind 60 Grad völlig genug. Wie sieht es dann mit der Umweltverträglichkeit bei diesen Küchenrollen (oder Abschminkpads oder Slipeinlagen aus?) Was ist besser? Küchentücher kompostieren und Plastikumhüllung wegwerfen oder 100×100 bei 90 Grad waschen+1xPlastikumhüllung wegwerfen?

3.Wenn ich Bioprodukte kaufe, hatte ich im Hinterkopf bisher immer noch etwas die heile Welt-Vorstellung, auch „kleine“ Firmen zu unterstützen. Davon bin ich geheilt oder zumindest schaue ich jetzt genauer hin. So gehört z.B. die Naturkosmetikmarke Santé zu L‘Oréal und L‘Oréal gehört zu 23% Nestlé. Und das geht eigentlich gar nicht. (Das wäre noch ein anderes Thema, aber da verweise ich auf diesen Linkhttps://utopia.de/ratgeber/nestle-marken-diese-produkte-gehoeren-zum-unternehmen/ )

4. Es gibt preisgünstige Produkte bei dm oder Rossmann, die mikroplastikfrei sind und von Öko-Test mit „Sehr gut“ bewertet werden. Damit kann sich niemand herausreden, dass diese Produkte zu teuer sind und man sie deshalb nicht kauft. Doch wenn ich beispielsweise bei Rossmann vor dem Regal mit Duschbädern stehe, werde ich von dem Angebot überfordert und wüsste ich nicht, was ich suche, ich nähme entnervt irgendein Duschgel, nur um weiterzukommen. Was ich damit sagen will: Die Werbung für diese guten Dinge, die in den Regalen stehen, ist entweder dezent oder gar nicht vorhanden. Eine Unterstützung des Verbrauchers, der sich umstellen möchte, gibt es von Seiten der Drogerieketten kaum. Das finde ich sehr bedauernswert. Liegt es vielleicht daran, dass dort ein Einflussnahme der großen Kosmetikfirmen stattfindet?

So, jetzt aber Butter bei die Fische- was wird es ab sofort in unserem Haushalt geben?

Kostet 1,35 Euro

Es ist nur ein kleiner Schritt, aber besser klein als gar keiner.

Wer mehr über Alternativen zu herkömmlicher Kosmetik wissen möchte:

https://utopia.de/ratgeber/naturkosmetik-marken-dekorative-kosmetik

Über Möglichkeiten, Putz- und Waschmittel für Geschirr und Wäsche selbst herzustellen- siehe unter „Related Posts“- chemische Keulen“.

Übrigens: Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung.

Ich lasse Sie diesen „Plastikkram“ jetzt erst einmal verdauen und melde mich am Montag wieder.

 

Ausreden-Momente

Putzen ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Ich putze gerne, wenn man sich mal etwas vornimmt, wo man das Putzen danach auch sieht. Aber dieses wöchentliche Immerwiederputzen, wo man sich fragt, muss das schon wieder sein, ist mit Überwindung verbunden. So haben sich bei mir in den letzten Monaten einige Ausreden angesammelt, das Putzen zu verschieben. Vielleicht können sie, falls Sie sie überhaupt brauchen, die ein oder andere Ausrede aufgreifen.

Zehn  Momente, in denen ich das Putzen verschiebe,

weil ich im Garten einen Fischreiher sehe, ihn verjage und mich dann genötigt fühle aufzupassen, dass er nicht wiederkommt

weil ich beim Schwimmen war und meine, für diesen Tag genug Sport getrieben zu haben, das Putzen am nächsten Tag wäre dann mein Sport

weil die Katze auf dem Sofa schläft und ich sie mit dem Staubsauger auf keinen Fall erschrecken und verjagen möchte (gerne setze ich mich dann mit einem Buch daneben)

weil ich beim Putzen plötzlich interessante Fotomotive entdecke und dann vor lauter Begeisterung das Putzen vergesse

 

weil sich im Laufe des Morgens Handwerker angesagt haben und man minütlich sie erwartet

weil mir mein Bauchgefühl sagt, dass ich eigentlich lieber bügeln würde ( weil ich dann endlich mein Krimihörbuch zuende hören kann)

weil mir zu einem Blogbeitrag zum Thema Putzen plötzlich viele Ideen kommen

weil das morgentliche Einkaufen länger als geplant dauerte (wenn man dabei schon mal eine Bekannte trifft) und sich nach dem Einkaufen das Anfangen mit dem Putzen zeitlich bis zum Mittagessen gar nicht mehr lohnt

weil ich beim Abstauben 5x hintereinander nieße und ich daraufhin beschließe, präventiv einer Stauballergie vorzubeugen

weil ich an die frische Luft gehe und einen Spaziergang mache. Wenn es bei diesem Schmuddelwetter einen Sonnentag gibt, dann muss man diesen auch genießen!

Am Toeppersee