Wer keine Zeit für Buchschinken hat

Für entspannte Sommerstunden empfehle ich diese drei Bücher, nicht zu kurz, aber auch keine dicken Schinken.

Letzte Woche erschien der erste Band einer neuen Krimireihe:

Mein erster Eindruck: Maigret ermittelt in East Anglia, genauer gesagt in Norfolk. Mein zweiter Eindruck: Nein, D.C. Smith ist doch etwas smarter als Maigret. Aber besonnen und abgeklärt sind beide und das fand ich erfrischend gegenüber den vielen anderen Krimihelden, die diverse persönliche Krisen nebenbei noch bewältigen müssen. Dass ein Krimi ohne blutigen Mord auskommt, gefiel mir ebenfalls. Bei der Untersuchung eines Badeunfalls geraten D.C. Smith und sein junger Assistent Waters in eine Geschichte hinein, deren Beginn sie im Krieg zwischen Bosnien und Serbien finden. Smith und Waters ergänzen sich bei den Ermittlungen gut, denn sie schweigen an den richtigen Stellen oder bieten sich einen dezenten humorvollen Schlagabtausch.
Der Autor Peter Grainger unterrichtete ca. dreißig Jahre Englisch und Literatur und sein Hobby war das Schreiben von Kriminalromanen, die er selbst veröffentlichte. Jetzt haben namhafte Verlage in verschiedenen Ländern ihn entdeckt- zum Glück! Ich freue mich schon auf Band 2.

Wer eine Portion Japanfeeling braucht, sei es als Vorbereitung auf eine Reise oder als Nostalgie auf eine vergangenen Aufenthalt, sollte sich dieses Buch gönnen. Die Autorin hat ihre Kindheit in Japan verbracht und kehrt zusammen mit einer Freundin nach vielen Jahren nach Japan zurück. Wenn Nothomb das changierende Grün der Seidenbluse einer Japanerin oder einen verärgerten Empfangschef im Hotel beschreibt oder über einen schamhaften Gang auf eine öffentliche Toilette berichtet, dann ist das feinster Lesegenuss. Das Treffen dreier Französinnen ganz unterschiedlicher Mentalität in Tokio und die Momente des Genusses beim Essen japanischer Gerichte sind weitere Höhepunkte.
Und zwischendurch immer wieder so kluge Sätze, die sammelwürdig sind.
Ich wünsche Amélie Nothomb sehr, dass sie nach Japan doch wieder zurückkehrt und sie uns erneut mitnimmt!

Als Alice von ihrem Mann Damien mitgeteilt bekommt, dass er sich von ihr und der gemeinsamen Tochter Romana trennen möchte, weil er vom Leben mehr erwartet, ist Alice geschockt und bittet Damien, für ein paar Tage nach Korsika fahren zu dürfen, um einen klaren Kopf zu bekommen.
Die Beziehung zwischen Alice und Damien war von Anfang von beidseitigen Wutausbrüchen geprägt, die wohl aber wie das Salz in der Suppe in der Ehe wirkten. Als ihre Tochter geboren wird, zieht Harmonie mit ins Haus. Alice fühlt sich plötzlich geborgen und liebt Damien als starken Mann an ihrer Seite mehr denn je, während Damien das Familienleben schnell langweilig fand.
Zurück aus Korsika, meldet sich Alice nicht bei ihrer Familie. Sie weiß nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen soll und fühlt sich wie ein verletztes Tier. Alice zieht in eine kleine möblierte Wohnung und geht jeden Tag mechanisch zu ihrer Arbeitsstelle. Abends und nachts versinkt sie in einem Sumpf von trüben Gedanken. Erst als sie Siham, eine junge Frau aus dem Miethaus zufällig kennen lernt, ändert sich ganz langsam ihr Leben. Alice findet anfangs Halt in der Beziehung zu der starken Siham, doch dann verändert sich die Situation. Auch Siham hat drängende Probleme, sie ist von einer Zwangsheirat bedroht. Kann Alice ihr helfen?