Kein Spoileralarm

Dieser Krimi taucht seit April in diversen Bestsellerlisten auf. Ich habe ihn letzte Woche zu Ende gelesen und er beschäftigt mich immer noch.
Worum geht es? Eine japanische Ärztefamilie gibt ein rauschendes Fest, da vier Personen aus der Familie am selben Tag Geburtstag haben. Freunde, Nachbarn, Kunden, Kollegen kommen, um zu feiern, bzw. ihre Aufwartung zu machen. Geschenke werden abgeliefert, u.a. eine Lieferung Sake. Er wird auf der Feier angeboten und siebzehn Personen sterben daraufhin qualvoll, denn der Sake war vergiftet. Drei Personen überleben den Anschlag. Die Polizei versucht vergeblich, das Verbrechen aufzuklären, bis ein Brief bei einem Selbstmörder gefunden wird, der die Schuld für das Verbrechen auf sich nimmt. Der Fall gilt als abgeschlossen, doch für den ermittelnden Kommissar und auch für einige andere Personen bleiben Ungereimtheiten zurück.
Nach vielen Jahren beginnt jemand, die nicht näher vorgestellt wird, den Fall neu aufzurollen und Menschen, die in irgendeiner Form damals involviert waren, zu befragen. Aus diesen „Interviews“ besteht das Buch und ich empfand die Lektüre als recht anspruchsvoll, denn nur langsam hat es sich mir erschlossen, in welchem Verhältnis sie zueinander standen. Ein bisschen zum Luftholen kamen meine grauen Zellen, wenn es um den früheren Kommissar ging, denn er erinnerte mich an den Fernsehkommissar „Colombo“. Doch zum Ende des Buches, als ich dachte, dass nun die Auflösung zum Greifen nah sei, ließ das Buch mich verwirrt zurück und mir ist leider nicht klar geworden, warum und wieso diese Morde von wem begangen worden sind.

Das Buch ist spannend und durchaus faszinierend zu lesen. Sollten Sie sich auf diesen außergewöhnlichen Krimi einlassen, hier drei Tipps. Achten Sie bei Ihrer Lektüre auf die Mutter der blinden Tochter, auf das blaue Zimmer, auf die Buchautorin und auf die Blütenfarben der Kräuselmyrte. Keine Sorge, ich verrate nichts mit diesen Hinweisen, aber vielleicht schaffen Sie es, das Ende zu verstehen und könnten es mir erklären…

Hippe Hoteldekoration?

MISSHANDELT

Nächste Woche erzähle ich Ihnen noch ein bisschen über unseren Aufenthalt in London während der Englandreise.
Heute gibt es schon den ersten Bildbeitrag. Diese Fotocollage entstand aus zwei Fotos, die ich im Eingangsbereich unseres Londoner Hotels gemacht habe. Regale, die die Eingangshalle in mehrere Bereiche einteilten, waren mit zerstörten Büchern dekoriert. Ich fühlte mich sehr unwohl.

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Revival-Urlaub in England 2-Hastings

Die englische Stadt Hastings ist in Deutschland hauptsächlich als Zielort für Schüler bekannt, die eine Sprachreise unternehmen. Vielleicht kennt man auch noch die Schlacht bei Hastings 1066. Aber sonst die Stadt wohl eher ein unbeschriebenes Blatt.
Eine bedeutende Musikszene in den 70er und 80er Jahre machte Hastings in England zum Hotspot für berühmte Musikgruppen wie Pink Floyd, Rolling Stones oder Genesis und brachte der Stadt ein besonderen Ruf. Dann aber führten die hohe Quote der Arbeitslosigkeit und überdurchschnittliche Kriminalität zum Abstieg der Stadt. Einer der Tiefpunkte war schließlich der Brand des alten Piers. Vor zehn Jahren jedoch wurde in der Innenstadt ein Gebäudekomplex als Ableger der Brightoner Universität eröffnet und es sollte mit Hastings wieder aufwärts gehen. Wir wollten wissen, was sich in den letzten Jahren in Hastings getan hat.

Immer noch ein Besuchermagnet sind die alten Fischerhäuser mit anliegendem Museum für moderne Kunst.(Oben rechts). Täglich fahren noch mehrere Boote zum Fischfang hinaus aufs Meer und in diesem Viertel findet man mehrere Fischrestaurants und Fischverkaufsstellen. Nicht weit entfernt sind die Spielhallen, in und aus denen man beschallt wird. (Unten links). Auch nur einen Katzensprung entfernt ist die Altstadt von Hastings, in der sich in den letzten Jahren einige neue Geschäfte etabliert haben und die 68er Atmosphäre verabschiedet sich merklich.
Die Einkaufsstraßen von Hastings mit einem Shoppingcenter kann man getrost links liegen lassen, ein Spaziergang am Meer auf der großzügigen Promenade macht mehr Spaß. Ziel ist der neue Pier, eine moderne Seebrücke mit mehreren Büdchen, einem großen Biergarten und einer Bühne. (Foto links oben).
Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art versteckt sich im Stadtteil Sankt Leonards. Es ist ein B&B in einem alten viktorianischen Haus aus dem 19.Jahrhundert.

Zwei inzwischen pensionierte Lehrer kauften vor 20 Jahren dieses Haus und machten es sich zur Lebensaufgabe, dieses Haus passend zu seinem Entstehungsdatum um 1880 einzurichten. Nicht nur im Haus konnte ich mich an den vielen Details nicht sattsehen, auch der Garten war wunderschön

Links eins der floralen Fenstern im Haus, rechts oben eine kleine Privatkirche

Wer Interesse an einer Übernachtung hat:http://victorianbedandbreakfast.co.uk/

In ca. zehn Minuten zu Fuß findet man drei gute Restaurants (indisch, italienisch und philippinisch) und zwei Pubs.

Von Hastings aus kann man viel unternehmen. Zwei Ausflugsziele stelle ich Ihnen in der nächsten Woche noch ausführlicher vor. Setzen Sie sich in den Zug, sind sie in einer Stunde in Brighton und in gut 1 1/2 Stunden in London City. Für Gartenfreunde sind ca. zehn bekannte Gärten gut zu erreichen, auf Platz 1 dabei Sissinghurst Garden.