Im Stau und bei der Tour de France

Aktuelle Anlässe bewegen mich dazu, Ihnen zwei Buchtipps zu geben. Die Schulferien beginnen bald, Staus auf den Straßen sind vorprogrammiert. Da habe ich Lesestoff für Sie:

Ich habe den Krimi als Beifahrerin teilweise in einem Stau gelesen. Das brachte eine authentische Lesestimmung zugunsten des Buches.
Auf einer Autobahn Richtung London kommt der Verkehr zum Erliegen. Eine Bombe ist in der Nähe detoniert. Unter den leidtragenden Autofahrern befindet sich auch Billy Kidd, eine Polizistin, die gerade aus dem Urlaub kommt und auf dem Weg nach Hause ist. Sie ahnt nicht, was in den nächsten Stunden auf sie zukommt: Ganz in ihrer Nähe wird ein Mann in einem Auto tot aufgefunden, ermordet mit einer Fahrradspeiche. Da die Autobahn an beiden Seiten auf einer langen Strecke durch hohe Wände eingegrenzt ist, muss die Person, die die Tat begangen hat, noch anwesend sein. Billy, die sofort den Tatort absperrt und alleine mit Ermittlungen beginnt, befragt die Autofahrer und niemand hat jemanden weglaufen sehen.
Unter den Insassen der Fahrzeuge befinden sich einige Personen, die in besonderen Situationen stecken und verdächtig sind. Billy trägt die Puzzlesteine zusammen und kommt einem mörderischen Komplott auf die Spur.
Leichte Krimiunterhaltung mit Autobahnambiente.

So kann man sich auch fortbewegen… Die Tour de France hat am Samstag begonnen und passend dazu erschien letzte Woche dieses Buch:

Rick Zabel ist der Sohn des bekannten Radprofis Erik Zabel. Wie sein Vater hat er ebenfalls eine Radprofikarriere gemacht und er erzählt in diesem Buch von seinem Werdegang bis zum Ende seiner Profilaufbahn.

Als Tour de France Fan las ich dieses Buch mit großem Interesse. Von den Stars der Radmanege erfährt man schon häufiger etwas in den üblichen Medien, aber die Lektüre über den Lebensweg eines Fahrers der „zweiten Reihe“ lässt mich jetzt anstehende Radrennen mit etwas anderen Augen sehen. Ich erfuhr u.a. viele Details, wie die Radrennindustrie funktioniert.
Der Erzählstil von Rick Zabel ist offen und ehrlich. Das macht ihn sympathisch und man glaubt ihm die Schilderungen seiner Höhen und Tiefen. Er hat nie den übergroßen Ehrgeiz seines Vaters gehabt, war damit zufrieden, an der Tour de France mehrmals teilzunehmen und in seiner Blütezeit als Edelhelfer für einen Star zu fahren. Zabel trainierte fast immer pflichtbewusst („Fun-Fact“: Zwischen 30000 und 40000 km / Jahr erreichen Radprofis auf ihren Trainingsfahrten), doch er feierte auch mal gerne, kümmerte sich mehr um Frau und Kinder als sein Vater es tat oder versuchte schon früh, sich neue Standbeine für das Leben nach dem Profisport aufzubauen.
Mit 30 Jahren beendete er 2024 seine Profilaufbahn, um nicht den Spaß am Radfahren zu verlieren. Wie zu lesen ist, hat er einige Projekte für seinen neuen beruflichen Lebensabschnitt, mögen sie ihm ein gutes Leben bescheren!

Die französische Route 66 ( FR Nr. 2)

Nach einer Übernachtung in Dijon fuhren wir am zweiten Tag bis Lyon auf der Autobahn, um dann auf die Route Nationale No. 7 zu wechseln.
Auf der N7 fuhren in Frankreich in den Sommerferien viele Generationen in den Süden des Landes. Jede Familie hat eigene „N7-Geschichten“ zu erzählen, sei es, dass es um einen legendären Stau geht, um das Essen in einem exquisiten Restaurant, um eine Motorpanne oder die vergessene Oma auf dem Rastplatz. Inzwischen gibt es eine Autobahn 7 und die N7 hat einen gewissen Legendenstatus wie die Route 66 in den USA.
Im Internet finden sich einige Berichte über N7 Fahrten. Sie sind stimmungsvoll zu lesen, aber ich machte mir keine Notizen, wo was zu sehen war, wir wollten unsere eigenen Fundstücke zusammentragen.
Um uns in Stimmung zu bringen, nahm ich vorher eine Playlist mit Liedern aus Frankreich auf:

Und so empfing uns die N 7:

Oben links erlebten wir, glücklicherweise auf der Gegenseite, einen über 50 km langen Stau, da die Autobahn 7 zwischen Vienne und Valence wegen eines Unfalls gesperrt war. Darunter einer von mehreren Wassertürmen, die so langsam aus dem Landschaftsbild von Frankreich verschwinden. Mitte: Ein Beispiel für einen dekorierten Kreisverkehr, die N7 schlängelt sich öfter durch Weinrebenfelder. Rechts oben eine von den alten Übernachtungsmöglichkeiten, wir sahen diverse, die inzwischen geschlossen waren. Unten rechts: Französische Grundnahrungsmittel an der N7.

“Bunte Häuser“ sahen wir viele, sei es, dass man auf ihnen noch alte verblasste Werbung entdecken konnte oder sie mit Wandmalereien geschmückt waren.

Wir fuhren nur 3 Stunden auf der N7, doch um alle alten Schilder zu fotografieren, könnte man sicherlich einen ganzen Tag damit verbringen.

Dir Urlaubsstimmung stieg bei mir von Baum zu Baum und von Allee zu Allee, mir ging das Herz auf:

Da wir sehr kaltes und stürmisches Wetter hatten, machten wir nur zwei kleine Pausen in Valence und Montélimar. Es war Montag, fast alle Geschäfte hatten geschlossen und es herrschte eine trostlose Stimmung. Im verwinkelten Valence fielen mir eine Reihe von schönen Geschäften und netten Plätzen auf, in Montélimar gab es eine lange Einkaufsstraße und eine Prachtstraße. Das Nougatmuseum war auch geschlossen, sollte wohl so sein.

Unten links: Hier entdeckte ich einen Laden, der Kleidung repariert und Strümpfe stopft. In Deutschland kaum vorstellbar.
Rechts das berühmteste Haus von Valence, „La Maison des Têtes“.
Oben rechts der „Eingang“ zur Geschäftsstraße von Montélimar. Links: Zwei Weltanschauungen…

Die N7 machte mich kreativ und das Ergebnis sind einige Collagen, die ich Ihnen morgen zeigen möchte. Dazu kommen einige Tipps für alle, die mit dem Auto durch Frankreich reisen.