„Cabo“, „No Thanks!“, „Hula Hoo“- Festtage = Spieletage?

Heute möchte ich Ihnen drei Kartenspiele vorstellen, die ich zusammen mit meiner Familie schon zigfach gespielt habe. Abgesehen von dem großen Unterhaltungswert haben alle drei den Vorteil, dass sie nur wenig Aufbewahrplatz benötigen, also auch auf Reise mitgenommen werden können.
Meine Beschreibungen sind jeweils nur ein Appetitanreger, die genauen Erklärungen finden Sie unter den angegebenen Links.

Die Spielkarten haben Werte zwischen 1 und 13 Punkten. Der abgebildete Tintenfisch ist der Joker und hat die Punktezahl 7. Den Durchgang gewinnt die Person, die alle Karten ablegen konnte oder die den letzten Spielzug macht, nachdem sie alle anderen Teilnehmer schachmatt gesetzt hat. Die Punktzahl auf den abgelegten Karten werden ihr gutgeschrieben. Wer zuerst 77 Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.
Jeder startet mit 10 Karten: 5 Karten liegen offen vor den Spielern, 5 Karten bleiben auf der Hand. Der Startspieler legt eine seiner Karten aus und fordert „höher“, „tiefer“ oder „doppel“. Der Folgespieler muss von seinen Karten nun, je nach Ansage, eine Karte mit höherem, niedrigeren oder gleichen Wert auf den Stapel legen. Beispiel: Gefordert ist „Tiefer“, ein Spieler wählt eine 2. Aus taktischen Gründen sagt er nun auch „tiefer“, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die nachfolgende Person eine 1 oder einen Joker hat ist gering und die Chancen stehen gut, dass dieser Mitspieler aufgeben muss.

Dieses Kartenspiel kann man auch mit 2 Personen spielen, denn es gibt sogenannte „Chaosregeln“ und da wird es dann auch zu zweit sehr spannend.

https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/hula-hoo-spielkritik/

Wer ruft zuerst „Cabo!“, weil er meint, dass er die Karten mit der niedrigsten Punktzahl hat?
Um zu gewinnen, muss man den Spielverlauf gut beobachten und ein gutes Kurzzeitgedächtnis schadet nichts. Jeder Spieler bekommt vier Karten, die er auf die Hand nimmt und vier Karten, die er verdeckt vor sich hinlegt. Zwei dieser Karten darf er sich ansehen, muss sie aber wieder verdeckt zurücklegen. Er, aber auch die Gegenspieler müssen sich diese beiden Karten merken. Nun beginnt das eigentliche Spiel, denn man kann Karten tauschen, behalten oder bluffen, um mehr Karten mit niedrigen Werte zu bekommen. Drei Arten von Sonderkarten können die ausgedachte Taktik noch einmal ordentlich durcheinander wirbeln.
Hier eine ausführlichere Beschreibung:

https://brettundpad.de/2021/07/30/cabo/

Das dritte Kartenspiel ist schon fast ein Klassiker:

In dem Karton befinden sich 55 Spielsteine und 55 Spielkarten (mit Werten 1 bis 40 und 22 Sonderkarten). Auch hier ist das Ziel, möglichst wenig Minuspunkte zu bekommen.
46 Spielkarten werden verdeckt als Stapel in die Mitte gelegt, 9 zur Seite. Jeder bekommt 11 Spielsteine. Das Spiel beginnt, in dem die erste Person vom Stapel eine Karte zieht. Sie kann diese Karte behalten oder sie sagt „No thanks“ bei einer Karte mit hoher Punktzahl und opfert einen Spielstein. Behält sie die Karte, legt sie sie offen vor sich hin. Danach nimmt der nächste Spieler eine Karte. Das Taktieren beginnt, denn mit jeder nicht genommenen Karte wächst die Zahl der Spielsteine in der Mitte. In der Endabrechnung gelten diese Pluspunkte, so dass es u.U. günstiger ist, eine höhere Punktekarte zu akzeptieren und dafür die Spielsteine einzusammeln.
Man kann dieses Kartenspiel in der Grundform (nur mit Zahlenkarten) oder man nimmt die Sonderkarten dazu. Diese führen zu diversen überraschenden Wendungen im Spielverlauf und machen es noch spannender.

Wer mehr wissen möchte:
https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/no-thanks-spielkritik/


Flip 7 – Sind Sie risikobereit?

Heute stelle ich Ihnen ein Kartenspiel vor, das dieses Jahr erschienen ist:

Foto von der Schachtel des Kartenspiels „Flip 7“

Auf der Schachtel steht „Das beste Kartenspiel aller Zeiten!“ und ja, es hat Potential, ein Spieleklassiker zu werden wie beispielsweise „Phase 10“.

Zwischen 3 und 18 Mitspieler ab 8 Jahren können teilnehmen. Als wir uns (vier Erwachsene) zuerst die Spielanleitung durchgelesen haben, kamen uns die Regeln recht kompliziert vor. Mein Rat: Direkt mit dem Spielen anfangen und dabei die Anleitung Schritt für Schritt lesen, dann kommt man schnell in einen Spielfluss.

Foto von den verschiedenen Karten des Spiels

Worum es geht: Auf 79 Karten ( siehe auf dem Bild oben) sind Zahlen abgebildet. Es gibt 12 Karten mit der Zahl 12, 11 Karten mit der Zahl 11 usw. Ziel jedes Mitspielers ist es, einen Flip 7 zu erreichen, d.h. sieben Karten mit unterschiedlichen Zahlen zu bekommen. Erreicht man einen Flip 7, hat man gewonnen.
Eine zweite Möglichkeit zu gewinnen ist das Erreichen von mindestens 200 Punkten.
Spielablauf:
In der ersten Runde bekommt jeder eine Karte, die er vor sich offen ablegt. Bei der zweiten Runde fragt die kartengebende Person, (die selbst auch am Spiel teilnimmt), ob man noch eine weitere Karten haben möchte. Wenn man bejaht, wird eine zweite Karte ausgeteilt, die ebenfalls offen ausgelegt wird. Und jetzt wird es spannend: Zeigt die zweite Zahl eine andere Zahl als die erste, darf man weiterspielen. Bekommt man in der zweiten Runde die selbe Zahl, ist man ausgeschieden. Hier der mögliche Ablauf eines Durchgangs:

Skizze, die zeigt, welche Karten vier Spieler bei einem Durchgang ziehen und welche Konsequenzen dies hat.

Auf der Skizze haben zwei Spieler jeweils eine Bonuskarte bekommen. Dazu gibt es noch Aktionskarten, durch die sich der Spielverlauf um 180 Grad drehen kann.
Der Reiz des Spiels liegt einmal darin, in jeder Runde entscheiden zu müssen, ob man weiterspielt oder nicht- zocken oder nicht zocken, das ist hier die Frage. Die Aktionskarten kann man selber benutzen und einen Vorteil daraus ziehen, in gewissen Situationen gibt man sie aber lieber an einen Gegenspieler ab, da es sich für ihn negativ auswirkt. Man muss also auch strategisch denken. Und letzten Endes ist das Gedächtnis gefragt (für Fortgeschrittene).
Wenn ein Durchgang gespielt wurde, werden die benutzten Karten beiseite gelegt und der neue Kartengeber bekommt den schon etwas kleineren Kartenstapel vom ersten Geber. Wenn man jetzt entscheiden muss, ob man eine weitere Karte haben möchte, spielt die Wahrscheinlichkeit eine Rolle, dass eine Karte noch einmal kommt.
Ein Beispiel: Im ersten Durchgang auf der Skizze wurde 3x die Karte 12 ausgeteilt. Im zweiten Durchgang kam die 12er Karte 5x vor, im Durchgang Nr. 3 wieder 3x. Elf der 12er Karten sind also gespielt. Im 4. Durchgang zieht Spieler 2 in Runde 1 eine 12. In Runde 2 weiß er, dass keine 12 mehr kommen kann, denn in dem Spiel sind 12 x 12er Karten! Er kann also ohne Risiko sich eine zweite Karte geben lassen.

Wie lange dauert das Spiel? Wir haben viermal einen Sieger ermittelt. Dreimal wurden 200 Punkte erreicht, einmal ein Flip 7. Dabei vergingen ca. 4x 20 Minuten.

Diese Spielbeschreibung ist für mich eine Premiere. Ich hoffe, ich konnte vermitteln, dass dieses Spiel wirklich pfiffig und kurzweilig ist. Wir hatten viel Spaß!


Aixtraball und Sommerrodeln

Immer am letzten Sonntag im Monat öffnet der Verein „Aixtraball“ in Würselen seine Tore für Nichtmitglieder. Worum geht es?

Auf dem Gelände des Sportflughafens hat der Verein mehrere Räume gemietet und widmet sich leidenschaftlich alten Flipperautomaten. Ca. 50 aus seiner Sammlung sind an den offenen Sonntagen frei zugänglich und man kann für 15 Euro Eintritt (Stand Mai 2024) von 11 bis 15 Uhr nach Herzenslust die Apparate ausprobieren.

Wir waren zu viert und konnten kurz nach 11 Uhr uns noch die Flipperautomaten aussuchen, an denen wir spielen wollten. Um 12 Uhr waren alle Flipperautomaten besetzt und man musste warten, bis jemand auch wechseln wollte. Gegen 13 Uhr wurde es dann wieder etwas leerer.

Ich kenne mich bei Flipperautomaten nicht aus, doch deuten die Dekothemen in den Automaten darauf hin, dass die meisten Automaten in den 80er und 90er Jahren gebaut wurden. „Baywatch“, „Dr. Who“ oder „Supermario“ sind nur einige Beispiele.

So mussten wir, die mit den einfacheren Flippern aus dem 70er Jahren groß geworden sind, uns erst einmal auf die technischen Neuerungen einstellen. Es gab nicht nur wie früher die Bumper (das sind die „Türme“ an denen die Kugel knallt und damit Punkte sammelt), sondern auch Slingshots, Spinner, Holes, Rollovers, Zipper-Flipper oder Spinning Discs. (Ich habe mich bei Wikipedia schlau gemacht, um diese besondere Welt einzutauchen https://de.wikipedia.org/wiki/Flipperautomat )

Sollten Sie nach Würselen fahren, hier noch ein paar Tipps:
Sind Sie lärmempfindlich, nehmen Sie etwas für die Ohren mit.
Für das leibliche Wohl müssen Sie selbst sorgen, man kann dort nichts vor Ort kaufen. Auf dem Flugplatzgelände befindet sich allerdings ein Restaurant.
Es gibt einen Raum, in dem man sich ausruhen kann und auch eine Raucherecke. Wir haben 2 Stunden ohne Pause gespielt und waren danach erst einmal etwas ermattet.
Mir haben persönlich die Automaten in den Räumen 3 und 8 vom Design und vom Spielverlauf am besten gefallen. In dem Raum 9 fanden wir zwei Automaten, die man relativ leicht für mehrere Spieler programmieren konnte. So spielten wir zum Schluss um die Wette, was besonders viel Spaß machte.
Ich hatte mir vorher die Tipps zum richtigen Flippern auf der Wikipediaseite nicht durchgelesen, mein „Trapping“, „Nudging“ oder „Chill Maneuver“ wäre jeweils dann bestimmt besser gewesen und ich hätte noch mehr Erfolgserlebnisse gehabt. Aber man kann ja wiederkommen…

Von Würselen ist es nicht weit bis nach Valkenburg in den Niederlanden. Hier verbrachten wir den Rest des Tages.
Es gibt mehrere Gründe, Valkenburg einen Besuch abzustatten. Bekannt ist die Stadt wegen mehrerer Grotten, die man besichtigen kann- zu Fuß, per Rad oder mit der Bahn, die Ausmaße sind erstaunlich. In den Grotten selbst sind Skulpturen zu entdecken, alte Wandmalereien und eine Grotte zeigt, wie es früher in römischen Katakomben ausgesehen hat.
Über Valkenburg thront eine große Burgruine, die ebenfalls zu besichtigen ist und ein Kunstmuseum, sowie ein Schloss sind weitere kulturelle Besichtigungspunkte.


Überrascht waren wir von der großen Zahl an Restaurants, quasi sind drei Straßen Partymeilen. Als wir die Stadt besuchten, hielt sich der Andrang in Grenzen und wir fanden mittags ohne Probleme einen Tisch in einem Restaurant. Aber ich stelle mir den Trubel bei der Fußball-EM vor, da muss man nicht zum Ballermann.
Der dritte Hauptgrund für einen Besuch in Valkenburg sind die sportlichen Aktivitäten. Es gibt u.a. ein großes Thermalbad und auch eine Sommerrodelbahn, zu der man mit einem Sessellift hochfahren kann. Da wir vier noch nie auf einer Sommerrodelbahn waren, entschieden wir uns nach dem Mittagessen für diese Besichtigungsvariante.


Uns gefiel es gut in Valkenburg und es spricht einiges dafür, dass wir im nächsten Jahr hier einmal ein langes Wochenende verbringen werden. Auch das Umland bietet noch viele Ausflugsmöglichkeiten.

Auf der Rückfahrt nach Duisburg auf dem Beifahrersitz sah ich aus dem Fenster.

So ist das Leben…

Krematorium, Mac Donalds, Kirche, Car Wash, BMW, Te Huur, Entenfamilie auf dem Seitenstreifen der Autobahn, Klatschmohnfeld, Tunnel, Hunderennbahn, Outletcenter, Tankstelle für Pippipause, Tunnel, abgestorbene Bäume auf einem Feld, Regen inkl. Regenbogen, Fronleichnamverkaufsoffenschild, Schallschutzmauern, in denen sich die Wolken spiegeln, Maas mit Hochwasser, Zoll/Duane, LKW-Kollektion auf Parkplatz,Freilichtmuseumhinweis, Borussiagrafitti, Radarfalle, Kiesgruben, aufmerksamer Mäusebussard, Seerosenteich, Baustelle, Vater mit Kinderwagen, gelbe Mülltonnen, Zuhause.