…hier lässt’s sich leben

Korschenbroich wirbt mit diesem Slogan und das habe ich am Mittwoch mal „überprüft“. Meine Bewertung bezieht sich dabei nur auf das merkantile Angebot in der Ortsmitte.

Der Ortskern von Korschenbroich ist übersichtlich. Sofort ins Auge fallen diverse Häuser, die unter Denkmalschutz stehen,

sowie die Kirche Sankt Andreas, die mir mit ihren modernen Fenstern und ihrer Schlichtheit gut gefiel. Sie besitzt die zweitgrößte Orgel im Bistum Aachen und alle zwei Jahre findet ein Orgelfestival statt.

Auf den zweiten Blick, und jetzt wird der Slogan „unterfüttert“, fallen diverse inhabergeführte Läden mit ausgefallenen Sortimenten auf. Ich kam an einem „Feinkosthimmel“ vorbei, in der Nähe lagen ein Käseladen, ein Fischgeschäft und auch eine „Schnapsidee“ war nicht fern. Ergänzt wurde dieses Angebot von mehreren Restaurants und Kneipen, sowie der Eisdiele „Cipriani“, deren sahniges Eis ich empfehlen kann. Geht es nicht um das Hunger-und Durststillen, wartet Korschenbroich mit weiteren schönen Geschäften auf. Für mich die Nummer Eins:

Wer ein Faible für schöne Glückwunschkarten, Kalligraphie und geschmackvoller Dekoration hat, ist hier genau richtig.
Der andere Dekorationsladen „Dördelmann“ war leider geschlossen, die Schaufenster waren aber auch ansprechend.
Natürlich fehlen in Korschenbroich weder Buchhandlung, noch Bekleidungs-oder Schuhgeschäfte, so dass man bei einem Ausflug auch auf diesem Gebiet Anregungen bekommt.

Ein Besuch in Korschenbroich lohnt sich und wem das Beschriebene noch zu wenig ist, der ergänzt seinen Ausflug mit einem Abstecher nach Liedberg und/oder Schloss Dyck, beides liegt in der Nähe.

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Ungewöhnliches Romanthema

In jüngeren Jahren war ich ziemlich japanophil und besuchte u.a. einen Kurs zum Erlernen der  japanischen Kalligraphie. Meine Begeisterung hat sich inzwischen abgekühlt, doch als ich von diesem Roman hörte, war meine Neugierde dann doch geweckt:

Der Autor nimmt die Themen japanische Kalligraphie und neurologische Forschung und macht aus ihnen einen Roman. 

Tina hat angefangen, in San Francisco Neurologie zu studieren. Durch ihren Freund lernt sie den Leiter (Sensei) einer Kalligraphieschule in Japantown kennen, welcher vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat. Er ist seitdem abwesend und spricht nicht mehr. Den ganzen Tag lang malt er nur noch kalligraphische Zeichen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Als er allerdings Tina zum ersten Mal sieht, scheinen seine Lebensgeister etwas geweckt und Tina fängt an, den Sensei öfter zu besuchen. Dies ist ihrer Mutter Hanako überhaupt nicht recht, weil sie und der Sensei Geheimnisse teilen. Doch Tina kümmert sich weiter um den Kranken, denn ihre Professoren sind auch sehr daran interessiert, das Gehirn des Senseis zu erfoschen und zu sehen, welche Teile des Gehirns für welche kalligraphischen Zeichen zuständig sind. Doch soll man den alten Mann der Forschung aussetzen? Tina muss eine Entscheidung treffen.

Empfehle ich Ihnen das Buch als Unterhaltungsroman? Nein. Natürlich spielen die Geheimnisse der beiden alten Leute eine große Rolle in diesem Roman, doch wird ihrer beider Geschichte durch Rückblenden erzählt und das ist besonders am Anfang ziemlich verwirrend.

Empfehle ich Ihnen das Buch, wenn Sie sich für Gehirnforschung interessieren? Nein. Die Aussagen dazu bleiben oberflächlich und vage.

Was mich an diesem Buch begeisterte:

Die Frau des Autors studierte in Japan u.a. Kalligraphie und hat dieses Buch illustriert. So gibt es auf vielen Seiten neben dem Romantext Abbildungen und Erklärungen zu gängigen japanische Zeichen. Die kalligraphischen Zeichen, die der Sensei nach dem Schlaganfall gemalt hat, werden gezeigt und eine mögliche Interpretation dazu gegeben. Sich diese Zeichen anzusehen und selbst zu überlegen, was sie bedeuten könnten, war das Beste.

In diesem Buch finden sich auch einige kurze Gedichte. Diese brachten mich dazu, nach längerer Zeit mich mal wieder mit dem Verfassen von Haikus zu beschäftigen. So ist morgen Haiku-Zeit!

 

Roboter im Paris des 18. Jahrhunderts (Paris im August Nr. 7)

Dalessius ist Kalligraph und findet eine Anstellung auf dem Anwesen Voltaires. Dieser schickt ihn allerdings schon bald nach Paris. Dalessius soll sich unters Volk mischen und herausfinden, wie es um den jungen Calas steht, der angeblich gemordet haben soll und der sich vor Gericht verantworten muss. Voltaire vermutet, dass Dominikanermönche dahinter stecken, seine Feinde, die all das verkörpern, was Voltaire als Vertreter der Aufklärung ablehnt. Dalessius lernt merkwürdige und auch gefährliche Leute kennen, kann Calas aber nicht helfen. Nach dessen Hinrichtung kehrt er deshalb zu Voltaire zurück, in der Hoffnung, endlich einer ruhigen Arbeit nachgehen zu können, doch er wird enttäuscht. Er muss ein zweites Mal nach Paris, um Schriftstücke zu überbringen. Dabei gerät er in eine Verschwörung, angezettelt von den Dominikanermönchen, die den Bischof beseitigen wollen. Dalessius bekommt es nicht nur mit Verbrechern zu tun, sondern auch mit lebensechten Puppen, die fast noch gefährlicher sind…

Kathrin Fischer vom Hessischen Rundfunk hat 2005 in einer Rezension zu diesem Buch gesagt: „ Als hätten E.T.A. Hoffmann und Franz Kafka gemeinsam einen Krimi geschrieben.“ Ich kann es nicht besser ausdrücken. Spannend, unheimlich, geschichtlich sehr interessant- großes Kopfkino!

Morgen habe ich zwei Pariser Museumstipps für Sie. In dem einen gab es diese Puppenautomaten zu bewundern.