Vor ein paar Wochen machten wir einen Ausflug in die Eifel. In der Nähe von Bad Münstereifel steht ein Radioteleskop, der Astropeiler.

Diese Anlage mit weiteren kleineren Teleskopen auf den anliegenden Feldern wurde 1956 in Betrieb genommen. Bis in den 70er Jahren sammelte man dort Daten aus dem Weltall, danach wurde es hauptsächlich von der Universität Bonn als Lehrstätte für Studenten genutzt. Nachdem dies ein Ende hatte, wurde es 2005 schließlich von der „Stiftung NRW“ gekauft und 2006 unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem kümmert sich ein Verein mit einer Gruppe von ehrenamtlichen Helfern um den Erhalt, sammelt wieder Daten und arbeitet dabei national und international mit mehreren Universitäten zusammen. Schließlich werden von Mai bis Oktober jeden Sonntag um 14 Uhr eine Führung inkl. eines Vortrags angeboten.
Wir waren dabei! Der Astropeiler liegt in ein schöner Eifellandschaft und wir machten vorher ein Picknick.

Um 14 Uhr fanden sich ca. 15 Interessierte ein und man führte uns zuerst in den Vortragsraum, wo uns etwas über die Geschichte des Astropeilers erzählt wurde. Der zweite Teil der Führung fand in einem kleine Museum statt, in dem uns diverse Apparate, Computer und Schaubilder erklärt wurden.

Physik und Astronomie sind zwei Themen, die ich faszinierend finde, bei denen meine Kenntnisse aber minimal sind. Deshalb verstand ich die Erklärungen teilweise nicht, für andere Zuhörer, die Hobbyastronomen waren, blieben noch Fragen offen, die alle ausführlich beantwortet wurden.

Für mich war der Besuch des Schaltraums der Höhepunkt. Obwohl die Anlage vor einigen Jahren die neusten digitalen Messgeräte bekommen hat, finden sich hier auch noch die Geräte aus den 50er Jahren. Diese erfüllen ihren Zweck teilweise besser als die neue Technik. Uns wurden Bilder von der Milchstraße präsentiert. Rechts unten ein Bild, wie die Straße von außen aussieht. Die beiden Bilder links daneben gehören zu dem Thema FRB – Fast Radio Bursts (auf Deutsch: schnelle Radioblitze). Falls Sie bisher, so wie ich auch, zu den FRB-Ahnungslosen gehören:
FRBs sind Radioblitze aus dem tiefen Weltall, die nur einige Millisekunden dauern und dabei eine enorm hohe Energie freisetzen (Den Ausschlag des Energieausst0ßes sieht man auf dem mittleren Foto). Das Besondere an den Blitzen ist, das manche in bestimmten Rhythmen (ca. alle 16 Tage) erscheinen. Man weiß bisher nicht genau, woher diese Blitze stammen, konnte „nur“ errechnen, dass der nächstgelegene Blitz etwa 130 Millionen Lichtjahre aus einer Galaxie namens „NGC 4141“ stammt.
Das Bild ganz links zeigt „CHIME“, eins der größten Teleskope der Welt. Es steht in Kanada, hier kümmert man sich besonders um die FRBs.
Nach zwei Stunden verließen wir sehr beeindruckt den Astropeiler. In Deutschland ist es einzigartig, dass ein Verein ein Teleskop dieser Größe betreut. Man kann den Vereinsmitgliedern und auch der NRW Stiftung nur den größte Dank aussprechen, dass diese Anlage erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
Im September wird es besonders interessant, den Astropeiler zu besuchen:

Es gibt in Deutschland beispielsweise die „Deutsche Alleen Straße“ oder die „Deutsche Märchenstraße“, in der Eifel gibt es den „Milchstraßenweg“. Diesem folgte wir, denn nur ca. 15 km vom Astropeiler entfernt, liegt in Effesberg ein zweites Teleskop. Es hat einen Durchmesser von 100 Metern und sammelt bis heute offiziell Daten.

Man parkt den Wagen auf einem Plateau und geht in das Tal, wo das Teleskop steht. Wegstrecke ca. 1 Kilometer, z.T. ist es steil. Oben rechts sieht es so aus, dass ich nahe bei dem Teleskop stehe, aber der Abstand beträgt zwischen uns ca. 100 Meter.
Auf dem „Planetenweg“ zum Teleskop finden sich zu jedem Planeten eine Infotafel mit Erklärungen.

Nach diesem Besuch holte ich nach vielen Jahren mal wieder dieses Bildband hervor. Jeden Tag ein paar Seiten lesen und vor allen Dingen schauen, das erdet!
