Besuch auf der Glücksinsel (Dubai Nr. 3)

Von Dubai aus machten wir einen Ausflug nach Abu Dhabi. (1 1/2 Stunden Autofahrt). Der Herrscher des Emirats Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, liebt Kunst und Kultur und möchte damit Touristen in sein Land locken. Seine Devise: Nicht kleckern, sondern klotzen! So wurde 2017 zuerst eine Dependance des französischen Louvres eröffnet.

Der Louvre in Paris stellt dem neuen Museum für dreißig Jahre Kunstwerke zur Verfügung. Darüber hinaus kauft der Scheich Kunstwerke an. Das Museum befindet sich auf einer künstlich angelegten Insel, der sogenannten „Glücksinsel“ und ist von Wasser umgeben. Auch im Gebäude spielt das Wasser eine große Rolle.

Hier fünf Fotos, beginnend mit einem Modell der gesamten Anlage:

Das Museum hat eine permanente Ausstellung und bietet zudem Sonderausstellungen an. Man gibt den Kunstwerken viel Platz, einzelne Kunstwerke haben einen Raum für sich alleine.

Rechts: Der Raum für ägyptische Kunst war wie ein dunkles Labyrinth gestaltet und erinnerte ein bisschen an das Innere einer Pyramide
Links ist eine kleine Dose das einzige Ausstellungsstück. An der Wand werden in einer Bildershow einzelne Details der Dose gezeigt.

Es wird Kunst von der Antike bis hin zur Gegenwart präsentiert. Was mir besonders gut gefiel, waren teilweise die Zusammenstellungen der Exponate. In diversen Vitrinen zeigte man jeweils ein Stück von verschiedenen Kontinenten, alle ungefähr zur selben Zeit hergestellt.

Oben in der Vitrine: Afrika, Europa und Asien sind vertreten. Unten Südamerika, Europa (lebend), Asien und Afrika

Ab ca. dem 17. Jahrhundert wurden überwiegend europäische Kunstwerke gezeigt.

Fotocollage: Oben links: ein Art-Deco Wandschmuck, daneben ein Bild von Frantisek Kupka, der als erster Künstler, noch vor Matisse, abstrakte Bilder gemalt hat. Links unten eine Skulptur von Jean Tinguely, daneben eine Skulptur in Form einer Bodenvase von Keith Haring.

Auf der „Glücksinsel“ befinden sich noch zwei weitere Museen, die demnächst eröffnet werden sollen. (Deshalb am Anfang nicht kleckern, sondern klotzen).

Links eine Dependance des New Yorker Guggenheim Museums, rechts das Zayed Nationalmuseum für arabische Kultur, das mit dem British Museum zusammenarbeitet.
Weiterhin entstehen auf der Glücksinsel ein Meeresmuseums und ein Theater.

In meinem abschließenden Bericht über Dubai zeige ich Ihnen nächste Woche die Altstadt von Dubai und nehme Sie mit auf eine Fahrt in die Wüste.

Karneval mit Leonardo

Sollten Sie noch nach einer Idee suchen, wohin Sie über die Karnevalstage flüchten können, lege ich Ihnen Paris mit der derzeitigen Leonardo da Vinci Ausstellung im Louvre ans Herz. Warum? Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass Sie in den nächsten Jahrzehnten keine ähnliche Gelegenheit bekommen werden, aus solcher Nähe viele seiner Werke betrachten zu können. Ich hatte trotz hoher Besucherzahl „Leonardos“ ganz für mich alleine und stieß bei einem Bild sogar an den Bilderrahmen. Können Sie sich meinen Schrecken vorstellen? Ich dachte, der Alarm würde losgehen, aber es passierte nichts. Das nur zur Veranschaulichung, wie nah man an die Bilder herankommt.

Nicht mit dem Tele aufgenommen, sondern nur mit dem Handy (ist erlaubt)

Oben links: Eins der vielen Skizzenbücher von da Vinci mit Entwürfen beispielsweise zu Flugkörpern, Bewässerungsmöglichkeiten oder Skizzen zur menschlichen Anatomie. Da Vinci schrieb immer in Spiegelschrift, was die Entzifferung des Textes nicht leicht macht.

Unten links: Einer der vielen Entwürfe zu einer Skulptur, mit einem dem Bleistift ähnlichen Stift hauchzart schraffiert- faszinierend.

Unten rechts: Das Tierchen soll eine Katze sein. Erstaunlich, aber Tiere darzustellen war nicht Leonardos Stärke.

Oben rechts: Einfach nur wunderschön und das schon seit 500 Jahren!

Es gibt noch eine weitere Besonderheit in dieser Ausstellung. Mit einer Art Infrarotuntersuchung wird bei den Gemälden sichtbar gemacht, wie da Vinci das Bild vorgezeichnet hat. Hier ein Beispiel:

Neben den Werken von Leonardo da Vinci hängen auch Bilder von anderen Künstlern aus seiner eigenen Malschule oder zumindest aus seiner Schaffenszeit. Diese Bilder mit oftmals ähnlichen Motiven zu vergleichen, ist auch sehr interessant.

Ein Tipp: Sollten Sie über einen Besuch nachdenken, buchen Sie im Internet Tickets für den frühen Morgen. Obwohl die Tickets zeitbegrenzt sind, kann es Ihnen am Nachmittag passieren, dass Sie trotzdem noch eine Stunde und mehr warten müssen. Wir hatten Eintrittskarten für 10 Uhr, das war perfekt.