
Der mexikanische Autor Juan Pablo Villalobos lebt in Barcelona zusammen mit seiner Familie ein glückliches Leben, dass manche Bekannte schon meinen, dass das Glück der Familie „fast ekelhaft“ sei. Villalobos hat allerdings mit dem Glücklichsein ein Problem: Es inspiriert ihn nicht für einen neuen Roman, den sein Verlag einfordert. Aus lauter Verzweiflung beginnt er über seine Familie zu schreiben. Namen darf er keine nennen, denn seine Lieben halten das für keine gute Idee. So wird die Ehefrau zur Brasilianerin, der Sohn heißt „Der Halbwüchsige“, die Tochter „Das Mädchen“.
Villalobos schreibt auch über seinen Alltag und der ist dann doch recht skurril. An einem Tag glauben andere, dass er eine Dokument fälschen will, um für eine Straftat ein Alibi zu bekommen. Ein Mann fordert vehement einen Workshop bei dem Autor zu belegen, um sich besser ausdrücken zu können. In Wahrheit braucht dieser Mann ein Alibi, um die Nichtanwesenheit bei seiner hochschwangeren Frau zu erklären.
Und dann geht Villalobos nachmittags zu einen neuen Friseursalon, trifft auf eine junge Frau, die ihm mit verbundener Hand die Haare schneidet. Man unterhält sich ein bisschen und schnell merkt die junge Frau, dass Villalobos genau der Richtige ist, um ihr bei einem Betrug ein Alibi zu verschaffen…
In der Reihe „Salto“ findet man, wie der Wagenbach Verlag selbst schreibt, „Romane für eine Nacht“. Die 123 Seiten dieser Geschichte haben mich an einem Abend herrlich amüsiert, denn es geht nicht nur um Alibis, sondern auch um die Unbillen eines Schriftstellerlebens und Villalobos erzählt darüber mit einem Schalk im Nacken.