Die Anatomie der Träume

Konrad Pinetti ist Dramaturg an einem Wiener Theater. Er bekommt die Aufgabe, ein Sachbuch über Freud in ein Drama umzuschreiben. Eine Zusammenarbeit mit der Autorin des Buches ist unerlässlich, doch ist das für Pinetti nicht einfach. Obwohl Inge den Gerüchten nach die Geliebte des Chefs ist, flirtet sie mit Pinetti, macht sich charmant über ihn lustig und lässt an seinen ersten Textentwürfen nur wenige gute Haare. Eine Szene soll sich mit der Begegnung zwischen Dali und Freud, eine andere mit dem Verhältnis von Mahler zu dem Psychoanalytiker befassen, den längsten Text hat Pinetti zu dem Treffen zwischen Freud und André Breton verfasst. Dieser Text bringt Pinettis Chef und Inge dazu, sich zu offenbaren. Ihr beider Ansinnen gegenüber Pinetti war ein ganz anderes…

Ein Romangenuss, wenn Sie leidenschaftlich gerne das Theater besuchen, Shakespeare lieben („König Lear“ spielt in der Geschichte auch noch eine Rolle), klassische Musik genießen und sich in den Bildern und Texten von Surrealisten verlieren können.

Da mir Hintergrundwissen fehlte, konnte ich das Füllhorn der Anspielungen, die Wilfried Steiner in seinem Roman ausgießt, nicht entsprechend würdigen. Ungeduldiges Weiterblättern war die Folge.

Unauffällige Hingucker-Uerdingen II

Hier nun weitere Fototrouvaillen aus Uerdingen:

Pia und Sascha
Mitfahrzentrale
Früher lagen die Deutschlandfähnchen von den Autos auf der Straße…
Kein Kontaktverbot
Rheinfarbig
Es war eine helle Nacht. Endlich kehrte der Ritter zurück zu seiner Burg. Hier würde er…..Denken Sie sich selber etwas aus….

Jeder Funke Schönheit-Uerdingen I

Diesen Aufkleber entdeckte ich auf der gestern schon erwähnten Radtour am Ortseingang von Uerdingen an einer Brücke.

Ich nahm mir die Aussage zu Herzen und suchte nach Schönheiten. Nicht ganz so einfach, denn ich hatte das Gefühl, in der Vergangenheit jeden Meter in Uerdingen schon fotografiert zu haben.

Beispielsweise solche baulichen Hingucker. Von ihnen gibt es in Uerdingen eine ganze Reihe.

Auch mit Naturschönheiten kann Uerdingen dienen. Dank eines stattlichen Blauglockenbaumes duftet es am Eingang der Fußgängerzone wunderbar nach Vanille.

Bunt, bunter, am buntesten ist es in manchen Ecken:

Aber auch Kleinigkeiten sind „eine revolutionäre Tat“:

Und moderne Kunst wird auch im öffentlichen Raum geboten:

Uerdingen ist immer eine Fotoreise wert. Morgen gibt es weitere Fotofundstücke.

Was auf dem Parkplatz geschah

Gehört ein Parkplatz nicht zu den ödesten Plätzen in einer Stadt? Nicht für Klaus Johannes Thies, der mehrere Jahre lang ein Küchenfenster mit Aussicht auf einen Parkplatz in Bremen hatte und über seine Beobachtungen schreibt.

Zu den Standardaufgaben des Parkplatzobservierens gehört das Zählen der Autos und das Registrieren der Automarken und Lackfarben.

Ist diese Arbeit getan, kann er ins Detail gehen. Da sind einmal die treuen Parker, die in der Nähe arbeiten oder einkaufen. Kommen alle, gibt es Ausfälle oder Auffälliges bei ihnen zu beobachten? Was für Fremde tauchen da auf? Wie parken sie, bezahlen sie die Parkgebühren oder bekommen sie ein Knöllchen, welche Gründe könnten sie haben, ausgerechnet auf seinem Parkplatz zu parken?

Am Parkplatz stehen neben einem Glascontainer auch zwei große Werbetafeln, die regelmäßig neu gestaltet werden, auch über sie macht sich der Autor seine Gedanken.


Der Parkplatz hat seine vier Jahreszeiten

und ist das kleine Universum des Autors. Das ist interessanter als man denkt und es gibt Thies immer wieder Anlass, sein eigenes Leben zu reflektieren.

Die Fotomotive fand ich auf einer kleinen Radtour nach und durch Uerdingen.

Düsseldorfer Nordfriedhof

Dieses Buch stand schon lange ungelesen in meinem Buchregal.

Am vorletzten Wochenende führte es uns nun erstmals zum 70 Hektar großen Düsseldorfer Nordfriedhof. Nur wenige Besucher waren dort und diese kamen sich dank der breiten Wege nicht in die Quere. (Dieser Artikel wurde während der Coronazeit geschrieben.)

Der Friedhof wurde 1884 eingeweiht und es finden sich dort ca. 50000 Gräber. Diese Karte kann man sich im Internet herunterladen. Sie erleichtert es, bestimmte Gräber zu finden, die durch ihre Geschichte oder auch durch die Gestaltung bekannt geworden sind.

Besonders die Felder Nr. 61 bis 64 sind berühmt und werden auch „Millionenhügel“ genannt. Hier sieht man die größten und prächtigsten Gräber großer Industriefamilien wie z.B. von Henkel, Haniel, Grillo oder Zapp. Aber auch in den anderen Feldern findet man sehenswerte Erinnerungsstätten. Die Gräber prominenter Düsseldorfer wurden und werden auch noch heute von bekannten Künstlern gestaltet, der Einfluss der Düsseldorfer Kunstakademie ist nicht zu übersehen.

Wenn Sie sich den Friedhof ansehen möchten, bringen Sie viel Zeit mit oder besuchen Sie ihn in dem Bewusstsein, nicht jedes Kunstdenkmal zu sehen. In dem Buch werden zwei Spaziergänge von 2 oder 3 Stunden (auf der Karte von mir grün eingezeichnet) vorgeschlagen und die Bedeutung der auf den Wegen liegenden Gräber erörtert. Folgen Sie diesen Wegbeschreibungen, werden Sie zusätzlich außergewöhnliche Gräber entdecken, die das Buch nicht erwähnt, so dass aus den 2-3 Stunden auch schnell 4-5 Stunden werden können.

Oder Sie vergessen alle Hinweise und Beschreibungen und entdecken selbst. (Bitte klicken Sie die Bilder an, dann vergrößern sie sich).

Habe ein Zipperlein

Da ich gestern mein Ohrwurmleiden ansprach, passen die unten stehenden Verse heute gut dazu.
Vor einem Monat kündigte ich an, dass ich Ihnen in nächster Zeit ab und zu Wörter vorstellen möchte, denen ein Verschwinden aus der deutschen Sprache droht. Diese Ankündigung geriet bei mir ein bisschen in Vergessenheit, doch jetzt beginne ich damit. Hier das erste Wort: Zipperlein. Hört sich doch viel netter an als z.B. „Ich habs im Kreuz“. Zur Vertiefung noch ein kleiner Vers:

Das war nicht fein
das Zipperlein
oben an meinem linken Bein.
In meinem kalten Kämmerlein
entdeckte ich bei Kerzenschein
ein Fleckchen mit etwas gelbem Schleim.
So ging ich schnell zu Doktor Klein
und gab ihm meinen letzten Euroschein.
Doch leider war Herr Doktor Klein
schon bald am Ende mit dem Latein.
Wieder daheim
blieben mir nur Tränelein
und ich behandelte ganz allein
mit ein paar Flaschen weißem Wein
mein großes kleines Zipperlein.

Sie summt und brummt

Seit Freitag „leide“ ich an einem Ohrwurm. Ich pfeife, singe dididi, didida, summe mit oder brumme vor mich hin, egal wo ich bin. Kein spektakuläres Lied, aber eine gute Mischung aus Melancholie und verhaltenem Optimismus. Aber vielleicht sehen Sie das ja auch auch anders?

Es gibt noch viele andere Interpretationen des Liedes. Diese Variation ist mit Text und gefällt mir auch gut: