Ein Sonntagnachmittag in Hamborn

So kann man einen Sonntagnachmittag in Duisburg Hamborn verbringen: Man fährt zur Hamborner Abteikirche.

Im Vordergrund ein Brunnen mit Tafeln zur Geschichte Hamborns

Von da aus macht man einen kleinen Spaziergang, folgt diesen Schildern und erfährt Interessantes über Duisburger Geschichte.

Alternativ besucht man zuerst den Botanischen Garten (Beschreibung s.u.“Rund um IKEA). Schräg gegenüber der Kirche liegt ein kleiner Park.

Momentan blühen hier viele Buschwindröschen.

Im Park befindet sich ein Café und türkisches Restaurant, wo man sich auf einer großen Terrasse stärken kann.

Spätestens um 16.00 Uhr sollte man wieder bei der Abteikirche sein, um sich vor dem Orgelkonzert, das um 16.30 Uhr anfängt, die Kirche mit schönen Fenstern und auch den Kreuzgang ansehen zu können.

Wer mehr über die Abtei wissen und sehen möchte: https://abtei-hamborn.de/die-abtei/sehensw%C3%BCrdigkeiten

Wir hörten am Sonntag dem Orgelkonzert von Professor Thierry Mechler zu. Er spielte neben zwei Stücken von Bach auch Werke von moderneren Komponisten, wie z.B. Charles Tournemire, Jehan Alain und Jean-Philippe Dartois und zeigte damit, wie groß die Bandbreite von Orgelmusik ist. Das hat mich begeistert! Das Konzert dauerte eine gute Stunde, anschließend konnte man sich mit anderen Besuchern bei einem Getränk noch austauschen.

Das nächste und letzte Konzert der Saison findet am 24.4.22 statt. Wir sind wieder dabei.

Ich habe Ihnen kein Orgelvideo herausgesucht, weil ich finde, dass die Stimmung dieser Musik in einem Video nicht gut wiedergegeben werden kann. Aber folgendes Stück hatte Thierry Mechler für die Orgel transkribiert- da „ging die Post ab“…

Japanische Geschichte in Duisburg

Noch bis zum 27.2. zeigt das Museum DKM in Duisburg u.a. eine Ausstellung zum Thema „Japan öffnet sich dem Westen“. Dies geschah ab Anfang des 20. Jahrhunderts und hatte weitreichende Folgen für Japan und auch für seine Kolonien, wie z.B. das heutige Korea oder Taiwan.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt neben Licht- und Videoinstallationen auf der Präsentation von historischen Kimonos, die diese kulturelle Umwälzung durch eigenwillige Muster wiederspiegeln. (Man erkennt z.B. Panzer, Flotten, Soldaten da in dieser Zeit in einem Krieg Japan über Russland siegte).
Da es nicht erlaubt war, die Ausstellungsstücke zu fotografieren, versuche ich, mit eigenen Fotos die Stimmung der Präsentation ein bisschen zu unterfüttern.

Kimonos, nicht mit militärischen Abbildungen, aber mit Graffiti oder historischen Briefmarken.

Was aus dem Westen kam, galt in Japan als schick und es wurde nachgeahmt oder weiterentwickelt. Das galt insbesondere bei der Mode, aber beispielsweise auch bei der Musik.

Das DKM Museum besticht nicht nur durch seine Ausstellungen, sondern auch durch seine permanente Sammlung von asiatischen Exponaten und Gefäßen und durch die Aufteilung der Räumlichkeiten. Immer wieder hat man überraschende Ausblicke auf Innenhöfe, die zum Fotomotiv taugen.

Wenn Sie planen, das DKM zu besuchen, sollten Sie unbedingt diesen kostenlosen Katalog vor dem Rundgang mitnehmen und sich, vielleicht bei einer Tasse Kaffee, zuerst ein bisschen einlesen. Einzelne Kunstwerke werden im Katalog besser beschrieben als direkt vor Ort und man bekommt einen guten Überblick.

Einstimmung auf Japan

Morgen erzähle ich Ihnen von einem Besuch im DKM in Duisburg. Dort gibt es noch bis Ende Februar eine Ausstellung zum Thema Japan und seiner Öffnung zum Westen. Als kleine Einstimmung:

Die Polka Dots Reisegruppe wurde in Japan freundlich empfangen

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Spiegel, Spiegel an der Wand, was gibt es Neues in unserem Land?

Im letzten Monat bekam ich diese Spiegelausgabe von 1959 geschenkt.

Ich habe ihn mit großem Vergnügen gelesen, zeigte er mir doch mehrfach, dass früher nicht alles besser war. Aber der Reihe nach.

Direkt am Anfang hatte ich bei den Leserbriefen zwei Déjà-vu Erlebnisse. Auch damals gab es schon unflätige Schreiberlinge:

Medizinische Notstände führten zu solchen Beiträgen:

Auch durch Anzeigen bekommt man einen Eindruck vom Alltag Ende der 50er Jahre:

Themen der Zeitungsartikel waren z.B. der Kalte Krieg (Überschrift: Wenn die rote Uhr tickt, wird Moskau vernichtet), Verstrickungen im Ufa Konzern, Korruption oder Wertverlust des Geldes. Nichts, was das Leben fröhlicher macht. Schon damals gab es aber auch schon die Rubrik „Personalien“ und den „Hohlspiegel“. Unter diesen Überbegriffen wurden wie heute Launiges über Menschen berichtet, bzw. witzige Textstellen aus Anzeigen, Zeitungsartikeln und anderem Geschriebenen wiedergegeben.
Den „Heimatknüller“ fand ich in einem Artikel unter der Überschrift „Dackel aus Gergweis“. Bei einem Preisausschreiben hatte die Zeitschrift „Revue“ 1000 Dackel als Preise verlost. Die Gewinner bekamen einen Gutschein über einen Dackel und konnten den Gutschein bei einer Züchterin in Gergweis einlösen. Der Skandal: Laut des Deutschen Teckelklubs e.V. in Duisburg lieferte die Frau die Dackel ohne anerkannten Stammbaum aus. Nur die „stolzen Stammbäume“ vom Teckelklub wären im In-und Ausland bei Ausstellungen und Prüfungen anerkannt. Die Duisburger leiteten deshalb rechtliche Schritte gegen die bayerische Züchterin ein. Welch ein Glück, dass es die Duisburger damals gab, denn so konnte eine internationaler Zwischenfall vermieden werden. Prinz Charles und Prinzessin Anne sollten jeweils mit Dackeln beschenkt werden, die ursprünglich aus Gergweis kamen. In letzter Sekunde konnte der Duisburger Teckelklub dies verhindern- man stelle sich die Peinlichkeit vor, wenn die Engländer herausbekommen hätten, dass die Dackel nur einen Pseudostammbaum besaßen! (Den Inhalt dieses Artikels habe ich nur sehr verkürzt wiedergegeben, es gab noch andere dramatische Details).

Wie ich auf der Homepage des Duisburger Teckelklubs lesen konnte
https://www.duisburgerteckelklub.de/index.php/historie ,erreichte die Mitgliederzahl 1960 den absoluten Höchststand von 148 Teckelfreunden und Dackelfreundinnen- 2020 waren es 65.

1960 wurde in Gergweis der „Internationale Dackelclub Gergweis e.V.gegründet. Sehen Sie sich spaßeshalber auch einmal diese Homepage an, zwischen beide Internetseiten „liegen Welten“. https://www.irjgv-baden.de/Hauptverband/IDG/idg.html

Kaffee mal so, mal so

Dies ist eine Ergänzung zu meinem Beitrag vom 14.2.2020. An diesem Tag erzählte ich Ihnen unter dem Titel „Äthiopien und Eritrea in Duisburg“ von meinem Besuch in „Simon’s Restaurant“.
Nun waren wir ein weiteres Mal dort und hatten Glück, denn die Frau des Besitzers war da. Sie ist verantwortlich für die Zubereitung äthiopischen Kaffees und wir bestellten bei ihr nach einem erneut leckeren Mahl „eine Runde Kaffee“. Zuerst zeigte sie uns einen Blechtopf, in dem die schon teilweise gerösteten Kaffeebohnen lagen – es roch wunderbar! Sie ging mit dem Topf in die Küche zurück und nach einer kleinen Weile kam sie mit diesem Tablett an unseren Tisch:

Zuerst wurde links in dem grünen Gefäß eine Art Weihrauch entzündet, wohl um unsere Geruchs-und Geschmacksnerven noch mehr zu stimulieren, dann füllte sie die Tässchen:

Dazu gab es ungesüßtes Popcorn und Kichererbsen zum Knabbern. Der Kaffee schmeckt würzig, tut man Zucker hinein, erinnert er an intensiven Kaffeelikör ohne Alkohol.
Der Vergleich kam mir deshalb in den Sinn, da ich zwei Tage zuvor diese Flasche geschenkt bekommen hatte:


Schmeckt mir sehr gut, da dieser Baileys nicht so süß ist wie die anderen Sorten. (Deshalb hier noch einmal ein besonderes Dankeschön an meine treue Leserin K. aus Rheinhausen!

Keine bezahlte Werbung!

Dank einer Leserin

Die Liebe zur Heimatstadt Duisburg fällt manchmal schwer, doch dann bin ich auch wieder dankbar, dass ich hier wohne. Dafür verantwortlich ist u.a. die Duisburger Zentralbibliothek. Sie hat vor einigen Monaten einen neuen Online Auftritt bekommen. Zuhause auf dem Sofa sitzen,eine Tasse Kaffee steht bereit, sich online in den Regalen der Bücherei tummeln, Bücher entdecken und bestellen und schließlich in der Büchereifiliale vor Ort abholen, das ist für mich Freizeitgenuss. Das I-Tüpfelchen ist dann noch die Möglichkeit, sich Bücher via Fernleihe kommen zu lassen. Titel, die nicht im Bestand der Duisburger Bibliothek sind, aber in irgendeiner anderen vernetzten Bibliothek in Deutschland stehen, werden dort angefordert. Das habe ich schon mehrmals in Anspruch genommen. (Kostet pro Buch 3 Euro und man braucht pro Buch eine TAN-Nummer. Von diesen Nummern bekommt man von einer Mitarbeiterin zuvor via Mail mehrere mitgeteilt. Meine Bücher kamen z.B. aus Köln, Bielefeld oder der Bayerischen Staatsbibliothek in München in die Rheinhauser Bezirksbibliothek. Die meisten Bücher durfte ich für vier Wochen mit nach Hause nehmen, drei teure Kunstbildbände konnte ich mir vor Ort in Ruhe ansehen. Diese Stunden in der Bibliothek genieße ich ebenfalls. Der Service der Fernleihe ist deshalb so toll, weil ich schon lange vergriffene Bücher finde,

Ein Bildband aus dem Jahr 2003 über die Installationen und Bilder der amerikanischen Künstlerin Judy Pfaff

teure Bücher mir vorher ansehe, bevor ich sie mir kaufe

54,99 Euro für 290 Seiten- da ist ein Anlesen des Buches nicht das Schlechteste

oder Titel von kleinen Verlagen, die in Buchhandlungen nur sehr selten vorrätig sind, lesen kann.

Dieses Buch erschien 2018 im Golkonda Verlag

Ich freue mich schon auf das neue Jahr, denn längst habe ich noch nicht alle Serviceangebote der Duisburger Bibliothek ausprobiert. Ich weiß, dass ich immer freundliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fragen kann, wenn ich etwas nicht verstehe und fühle mich immer gut aufgehoben.

Deshalb mal der Dank einer Leserin.