Mal wieder entstand ein Bild, als ich Musik hörte…

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Wer den Musiker Moondog bisher nicht kannte: Hier geht es zu dem lesenswerten Wikipedea-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Moondog
Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)
Musik hören tut gut- hier stelle ich Musikstücke vor zum Entdecken oder zum Erinnern.
Mal wieder entstand ein Bild, als ich Musik hörte…

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Dieses Bild entstand, als ich mir Stücke von den Swingle Singers anhörte:
Den vor kurzem erschienenen Konzertfilm „This Much I Know To Be True“ des Musikers Nick Cave sahen wir uns vorgestern im Kino an. In einem verlassenen Gebäude werden Stücke von den neuen CDs „Ghosteen“ mit seiner Gruppe Bad Seeds und „Carnage“ mit seinem Musikerfreund Warren Ellis gespielt. Meine Gedanken: Die Musik ist teilweise sehr ätherisch und bombastisch, nicht unbedingt typisch für Nick Cave. Der Einfluss der Experimentierfreudigkeit von Warren Ellis ist nicht zu überhören. Gefiel mir nicht uneingeschränkt.
Aber Nick Cave zeigt am Anfang des Films auch die ersten Ergebnisse seiner neuen Leidenschaft. Er töpfert und der Sänger präsentierte mehrere Keramiken, die sich mit dem Leben und Sterben des Teufels befassen. Seine Gedanken zum Teufel sind bemerkenswert. Daneben gibt Cave mehrere kurze Interviews. Der Film entstand Frühjahr 2021 und er meint, ein glücklicheres Leben zu führen, verglichen mit der Zeit als junger und mittelalter Mann. (Cave ist Jahrgang 1957). Sein Leben erscheint ihm sinnvoller und auf seiner Webseite „The Red Hand Files“, beantwortet er nunmehr seit geraumer Zeit sehr persönlich die Fragen von z.T. sehr verzweifelten Menschen.
Als ich den Film sah, freute ich mich. Da war ein Mensch, der für mich immer mit Wut, Dunkelheit, Verzweiflung und dem stetigem Ringen mit Gott umgeben war und der jetzt wohl einen Weg gefunden hatte, das Leben etwas leichter anzunehmen.
Gestern hörte ich mir die beiden CDs im Internet an. Die Musik hatte dabei eine ganz andere Wirkung auf mich als im Film. Das Bombastische war verschwunden, die Stimme Nick Caves stand wieder im Vordergrund, seine neue Lebensfreude schimmert immer wieder durch. Gut so!
Und dann lese ich gestern Nachmittag, dass am Montag sein ältester Sohn gestorben ist, der zweite Sohn nach 2015, als ein Sohn von einer Klippe gestürzt und tödlich verunglückt ist.
Ein Lied von der neuen CD „Carnage“:

Der Schuh des Gitarristen Tim Esau der Gruppe IQ vor meiner Nase
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Heute haben wir wieder einen Vollmond. Dazu ein passendes Musikstück:
So kann man einen Sonntagnachmittag in Duisburg Hamborn verbringen: Man fährt zur Hamborner Abteikirche.

Von da aus macht man einen kleinen Spaziergang, folgt diesen Schildern und erfährt Interessantes über Duisburger Geschichte.

Alternativ besucht man zuerst den Botanischen Garten (Beschreibung s.u.“Rund um IKEA). Schräg gegenüber der Kirche liegt ein kleiner Park.

Im Park befindet sich ein Café und türkisches Restaurant, wo man sich auf einer großen Terrasse stärken kann.

Spätestens um 16.00 Uhr sollte man wieder bei der Abteikirche sein, um sich vor dem Orgelkonzert, das um 16.30 Uhr anfängt, die Kirche mit schönen Fenstern und auch den Kreuzgang ansehen zu können.
Wer mehr über die Abtei wissen und sehen möchte: https://abtei-hamborn.de/die-abtei/sehensw%C3%BCrdigkeiten

Wir hörten am Sonntag dem Orgelkonzert von Professor Thierry Mechler zu. Er spielte neben zwei Stücken von Bach auch Werke von moderneren Komponisten, wie z.B. Charles Tournemire, Jehan Alain und Jean-Philippe Dartois und zeigte damit, wie groß die Bandbreite von Orgelmusik ist. Das hat mich begeistert! Das Konzert dauerte eine gute Stunde, anschließend konnte man sich mit anderen Besuchern bei einem Getränk noch austauschen.
Das nächste und letzte Konzert der Saison findet am 24.4.22 statt. Wir sind wieder dabei.

Ich habe Ihnen kein Orgelvideo herausgesucht, weil ich finde, dass die Stimmung dieser Musik in einem Video nicht gut wiedergegeben werden kann. Aber folgendes Stück hatte Thierry Mechler für die Orgel transkribiert- da „ging die Post ab“…
Diesen Roman hatte ich mir aus der Bücherei ausgeliehen, da der Titel für mich nach viel Musik und Klavierspielen klang. Aber das war nur die angenehme Seite der 460 seitigen Geschichte.

Karl Wittgenstein ist ein äußerst erfolgreicher österreichischer Stahlmagnat Anfang des 20. Jahrhundert. Er und seine Frau Poldi haben acht Kinder und wohnen im einem prachtvollen Wiener Palais. Sie nehmen rege am luxuriösen Leben teil, Karl betätigt sich als Mäzen für Komponisten und Maler. Dazu gehören u.a. Klimt, Kokoschka, Mahler und Brahms. Von außen betrachtet muss es eine glückliche Familie sein, der es an nichts fehlt. Doch dem ist nicht so.
Drei Söhne nehmen sich als junge Männer das Leben, bzw. verschwinden spurlos. Sie passen nicht in das Weltbild ihres mächtigen Vaters. Auch Paul und Ludwig Wittgenstein leiden unter Karl. Luki, später bekannt als der Philosoph Ludwig Wittgenstein, ist als Kind labil und versucht später durch extreme Entscheidungen, dem Fluch des Reichtums zu entkommen.
Paul Wittgenstein ist immer wie seine drei Schwestern bemüht, seinem Vater zu gefallen. Dabei treten sie in einen Wettstreit, bei dem von Geschwisterliebe nur in ganz wenigen Momenten etwas zu spüren ist. Paul ist der Verlierer. Selbst als ihm im ersten Weltkrieg der recht Arm abgenommen werden muss und er trotzdem danach eine Weltkarriere als Pianist aufbaut, ist er für die Familie nie gut genug. Um nicht wie seine Brüder ebenfalls durch die Familie mental kaputt gemacht zu werden, führt er ein Doppelleben mit diversen Geliebten, die nicht aus den entsprechenden Kreisen kommen. Es dauert lange, bis er eine Frau findet, die ihm etwas mehr Seelenruhe verschafft. Hilde, eine blinde Pianistin, schenkt ihm zwei Kinder. Zuerst versteckt er seine kleine Familie, doch dann ändert sich das Leben schlagartig. Im Jahr 1938 sind die Nationalsozialisten in Österreich an der Macht. Die jüdische Bevölkerung und alle Menschen mit Behinderungen müssen um ihr Leben bangen. In letzter Sekunde schafft es Paul, eine Flucht für sich und seine Familie zu organisieren. Damit endet der Roman. (In einem Epilog erfährt man kurz, wie das weitere Leben der Familie Wittgenstein verläuft).
Auf den ersten 100 Seiten war ich von diesem Roman enttäuscht, denn der Titel hatte mich anscheinend in die Irre geführt. Ich las einen Roman über eine Familie, über die es nur wenig Gutes zu sagen gibt. In dem Roman fand ich keine Sympathieträger. Ludwig Wittgenstein ist für mich dabei die unangenehmste Person, die sich den Schein der Armut gibt, um immer wieder in den Schoß des Reichtums zurückzukehren, wenn er das Zusammensein mit „Normalbürgern“ nicht mehr aushält. Aber auch Paul verhält sich fragwürdig. Selbst als gestandener Mann kann er sich den ungeschrieben Gesetzen der Familie nicht entziehen und lässt eine schwangere Geliebte im Stich, was in einer Katastrophe endet.
Was das Thema Musik angeht, so lernt man in diesem Roman viel über das Verhältnis von Pianisten und Komponisten. So beauftragt Paul beispielsweise den Komponisten Ravel, ein Konzert für die linke Hand zu komponieren. Dies endet in einem Debakel.
Ein gut zu lesender Roman mit dem Reiz, Blicke in das Leben einer berühmten Familie zu werfen und gleichzeitig Zeit- und Musikgeschichte präsentiert zu bekommen.
Wer ein kurzes Video mit Paul Wittgenstein am Klavier sehen möchte:
Im Februar empfahl ich Ihnen einen Besuch im Duisburger DKM, um dort asiatischen Kunst zu bewundern. In einer Sonderausstellung wurde der Einfluss des Westens auf Japan gezeigt.
Seit meinem Besuch im DKM schwimmt mein Gehirn ein bisschen auf einer Japanwelle und diese Welle ist jetzt auch bei der Musik angekommen. Ost/West- Synergie mit alten japanischen Instrumenten wie dem Koto (Zitherart) oder dem Shamisen (eine Art Banjo).
Wenn Sie sich noch andere Videos der Wagakki Band ansehen, werden Sie auch noch die Taiko-Trommeln, die Shô Mundorgel oder die Bambusflöte Shakuhachi entdecken.
Podcasts sind z.Zt. sehr angesagt und ich muss gestehen, dass ich inzwischen auch schon mehrere abonniert habe. Mein derzeitiger Favorit ist „Klassiker für Klugscheißer“ vom Bayerischen Rundfunk mit Laury Reichart und Uli Knapp (+ manchmal einem Gast). Jede Sendung dauert zwischen einer halben und ganzen Stunde und die Bandbreite der Themen ist groß. Wussten Sie, dass die Nationalhymne Neuseelands während der olympischen Spiele 1972 in München „erfunden“ wurde? Dass Georg Händel einer der passioniertesten Musikmotivausleihers war? Bisher werden 40 Themen mit viel Humor und einer Menge Musikbeispielen präsentiert. Besonders gut gefallen hat mir u.a. die Sendung über Komponistinnen. Ich lernte Kassia kennen, eine byzantinische Musikerin aus dem 9. Jahrhundert, habe etwas über das musikalische Werk von Hildegard von Bingen erfahren, empörte mich über Robert Schumann und seine Einstellung zu seiner Frau Clara Schumann und wurde richtig knatschig, als ich die Geschichte von Fanny Hensel hörte, der Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn. Ihr großes Talent wurde von ihrem Bruder ausgenutzt und gedeckelt, die gesellschaftlichen Konventionen taten den Rest, um der jungen Frau jegliche Lust am Komponieren und Musizieren zu nehmen. Fanny Hensel hat u.a. „Das Jahr“ komponiert, jeder Monat bekommt von ihr ein musikalisches Kleid. Gefällt mir gut und deshalb stelle ich Ihnen heute den Februar vor:
Wer mehr über Fanny Hensel wissen möchte: Ich habe dieses Buch in der Bücherei gefunden:

Liegt auf meinem Nachttisch, bin schon sehr gespannt!
Diese Komposition von John Cage höre ich besonders gerne im Winter , wenn ich nach draußen in den Garten sehe und es regnet, schneit oder windig ist. Das Stück lässt mich einen Moment lang alles um mich herum vergessen. Der Garten wird zu einer Traumwelt.
Behalten Sie diese Musik im Kopf, denn am Freitag bespreche ich ein Buch, das bestens zu dem Stück passt. (Es ist kein Gartenbuch!)