Im Februar schrieb ich über eine Ausstellung zum Thema „Duft“, die ich zusammen mit meiner Freundin besuchte. (s. unten „ Duft-Challenge für ein Jahr). Uns beide hat das Thema seitdem nicht mehr losgelassen und so bekam ich vor Kurzem von meiner Freundin eine Duftbox zur Verfügung gestellt. Diese Box enthält zehn nummerierte Gläser, darin befindet sich jeweils ein schwarzes Säckchen mit einem unbekannten Duftträger.

Die Idee dahinter ist, an einem Glas zu riechen und dann zu versuchen, die Eindrücke in Farben darzustellen ohne zu wissen, um welchen Duft es sich handelt.(In der Box befindet sich eine Liste, auf der hinter jeder Nummer der Duft notiert ist, dieses Blatt Papier legte ich aber schnell bei Seite, um nicht beeinflusst zu werden). Auf vorbereiteten Aquarellpapierstücken kann man die verschiedenen Farbempfindungen aufmalen.
An einem Samstagnachmittag fing ich an, saß im Wintergarten bei offener Tür, die Sonne schien, ein leichter Wind wehte in den Raum. Ich griff mir wahllos ein Glas, es war die Nummer 9, schraubte es auf und roch daran. Was für ein Duft! Mein erster Eindruck: Sehr intensiv, unangenehm schneidend, etwas beißend, aber auch frisch. Mir kam der Duft bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht zuordnen. Um ihn aufzuschlüsseln, roch ich im nächsten Schritt nur mit dem rechten Nasenloch. Der Duft war viel schwächer und es kam eine erdige Komponente dazu. Mal roch ich mit offenen, mal mit geschlossenen Auge, auch das machte einen Unterschied aus. Nur mit dem linken Nasenloch riechend, empfand ich wieder diese kratzige Schärfe und ich verband damit das Bild von scharfen Eisschollenkanten. Doch die Frische mit einem Hauch von Zitrone übernahm wieder die Oberhand und dieser Eindruck blieb dann auch bis zum Schluss.
So sieht diese Farbkarte aus. Auf der rechten Seite gehören die unteren vier Kästchen dem rechten Nasenloch, daneben dem linken, die oberen vier Felder zeigen das Ergebnis des kompletten Empfindens, wobei oben rechts das Endergebnis zu sehen ist.

Am nächsten Morgen öffnete ich erneut das Glas…Hallo Nase, bist du schon wach? Ich erlebte einen feinen Duft, bei dem ich nur mit viel Konzentration die Ingredienzien wiederfand, die ich einen Tag zuvor erschnüffelt hatte. Jetzt war das zweite Farbfeld von oben rechts das passende.
Ein neues Glas:

Die erste Wahrnehmung bei Glas Nr. 5: Meine Lungen werden zugedeckt, was ich als sehr unangenehm empfand. Aber mir kam sofort ein bräsiges dunkles Lila in den Sinn. Beim mehrmaligen Riechen ploppten dann Bilder von Himbeeren auf, in die sich aber immer mehr Blaubeeren vermischten. Konkret zuordnen konnte ich den Duft nicht.
Mein morgendlicher Eindruck am nächsten Tag war auch ein anderer. Jetzt tauchte plötzlich etwas schmierig Braunes auf und das dritte rechte Farbfeld von oben entsprach meinen Empfindungen.
Glas Nr. 7 öffnete ich am Sonntag. Der selbe Sitzplatz, aber keine Sonne und kein Wind. Der Duft war bei weitem nicht so intensiv wie am Vortag. Ich vermute, dass es mit der Wärme der Sonne zusammenhängt.
„Das ist ein Konfettiduft“, war mein erster Gedanke. Sofort sah ich mehrere Farben in Punkten, völlig ungeordnet, die Farbe Orange war etwas dominierend. So trug ich auf dieser Karte die Farben auch ungeordnet ein:

Glas Nr. 1 (Die Sonne schien wieder, ein leichter Wind wehte): Für mich ein fast eindeutiger grüner Duft, die Feldaufteilung richtet sich hier wieder nach den verschiedenen Eindrücken meiner beiden Nasenlöcher.

Ich habe bisher noch nicht auf den Zettel geguckt, was für Düfte es sind, mit denen ich mich beschäftigt habe. Vielleicht möchten Sie ja mitraten?
Über den zweiten Teil des Experiments schreibe ich am Freitag. Es besteht darin, aus den jeweiligen Farbtabellen ein abstraktes Bild zu malen, das den Duft beschreibt. Ja und dann gucke ich auf die Liste und bin schon sehr gespannt, ob die Bilder den Duft wiedergeben.