{"id":5047,"date":"2017-08-22T01:45:39","date_gmt":"2017-08-21T23:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=5047"},"modified":"2017-08-08T11:21:59","modified_gmt":"2017-08-08T09:21:59","slug":"wegsehen-oder-einmal-hinterfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2017\/08\/22\/wegsehen-oder-einmal-hinterfragen\/","title":{"rendered":"Wegsehen oder einmal hinterfragen?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich in St\u00e4dten an Obdachlosen vorbeigehe, w\u00fcrde ich gerne die Menschen ansprechen, um ihre Geschichte zu erfahren, traue mich aber nicht. F\u00fcr mich ist es erstens nicht vorstellbar, dass jemand diese Lebensart freiwillig w\u00e4hlt, was man ja ab und zu liest und zweitens ist es sicherlich nicht immer Eigenverschulden, wie viele Menschen urteilen.<\/p>\n<p>Um ein bisschen mehr zu erfahren, nahm ich deshalb an einer F\u00fchrung in D\u00fcsseldorf teil. Sie wurde von der Obdachlosenzeitung Fifty-Fifty angeboten. Da das Interesse an dieser F\u00fchrung gro\u00df ist, gibt es inzwischen 10 Stadtf\u00fchrer. Alle waren oder sind obdachlos und f\u00fchren zu H\u00e4usern und Pl\u00e4tzen, die f\u00fcr Obdachlose in D\u00fcsseldorf eine besondere Rolle spielen. Da jeder Stadtf\u00fchrer eine eigene Geschichte hat, sind die F\u00fchrungen sehr unterschiedlich. Unsere Gruppe wurde von zwei M\u00e4nnern begleitet, der eine Anfang 3o, der andere ca. Mitte 40. Die Offenheit und Ehrlichkeit der beiden war beeindruckend, sie besch\u00f6nigten nichts. Beide hatten eine abgeschlossene Berufsausbildung, waren in der Vergangenheit erst heroinabh\u00e4ngig, dann straff\u00e4llig geworden, verloren ihre Familien und landeten nach der Entlassung aus dem Gef\u00e4ngnis dann f\u00fcr mehrere Jahre auf der Stra\u00dfe. Inzwischen leben beide mit Methadon und Alkohol. Der eine hat ein Zimmer in einem M\u00e4nnerwohnheim, der andere eine kleine Wohnung. Der J\u00fcngere verdient Geld mit einen 1-Euro-Job als Elektrogehilfe, der \u00e4ltere verkauft die Zeitung und verdient sich zu den 409 Euro, die er und sein Mitbegleiter monatlich vom Staat bekommen, etwas dazu. (Von den 409 Euro m\u00fcssen Miete, Strom, Busticket und Essen\/Trinken selbst bezahlt werden). Hier nun einige Aussagen der beiden Stadtf\u00fchrer:<\/p>\n<p>1. In D\u00fcsseldorf muss kein Obdachloser hungern, kann sich jeder t\u00e4glich waschen und ordentlich kleiden. Er hat die M\u00f6glichkeit, sich an einen Computer zu setzen und in Internet nach Angeboten f\u00fcr einen Job zu suchen.<\/p>\n<p>2. Erm\u00f6glicht wird dies nicht durch die Stadt D\u00fcsseldorf, deren Agieren bei uns als Zuh\u00f6rer mehrmals nur Kopfsch\u00fctteln und ungl\u00e4ubiges Staunen hervorrief. Es sind besonders die ans\u00e4ssigen Kl\u00f6ster in D\u00fcsseldorf, die sich mit viel Menschlichkeit um Obdachlose k\u00fcmmern und Privatleute, die mit Initiativen Hilfe anbieten.<\/p>\n<p>3. Es gab fr\u00fcher eine Art Ehrenkodex unter Obdachlosen, der das Zusammenleben untereinander oder mit anderen D\u00fcsseldorfern zumeist gut funktionieren lie\u00df. An diesen Kodex halten sich immer weniger. Damit verbunden sind zunehmende Schwierigkeiten, die Obdachlose mit der \u00d6ffentlichkeit haben. Baut ein Obdachloser Mist, werden alle quasi bestraft.<\/p>\n<p>4.Die Aggressionen gegen Obdachlose haben in den letzten Jahren stark zugenommen, so dass das Leben auf der Stra\u00dfe immer gef\u00e4hrlicher wird.<\/p>\n<p>Nach dieser F\u00fchrung rumorte es in mir- ich wollte noch mehr wissen. So lieh ich mir in der B\u00fccherei dieses Buch aus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5095\" src=\"http:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-768x768.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-600x600.jpeg 600w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-144x144.jpeg 144w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791-1200x1200.jpeg 1200w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/1502183703791.jpeg 1234w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich bespreche ich es morgen, nur schon einmal so viel dazu: Zum erste Mal bereute ich es, ein Buch ausgeliehen zu haben, denn ich konnte keine S\u00e4tze oder Passagen anstreichen. Ich &#8222;musste&#8220; es mir kaufen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich in St\u00e4dten an Obdachlosen vorbeigehe, w\u00fcrde ich gerne die Menschen ansprechen, um ihre Geschichte zu erfahren, traue mich aber nicht. F\u00fcr mich ist es erstens nicht vorstellbar, dass jemand diese Lebensart freiwillig w\u00e4hlt, was man ja ab und zu liest und zweitens ist es sicherlich nicht immer Eigenverschulden, wie viele Menschen urteilen. 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