{"id":31678,"date":"2026-04-30T01:59:00","date_gmt":"2026-04-29T23:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=31678"},"modified":"2026-04-29T07:27:46","modified_gmt":"2026-04-29T05:27:46","slug":"new-york-in-duisburg-ein-toller-musikabend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2026\/04\/30\/new-york-in-duisburg-ein-toller-musikabend\/","title":{"rendered":"New York in Duisburg- ein toller Musikabend"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Samstag waren mein Mann und ich bei der Premiere des Musical-Komm\u00f6die \u201eOn the Town\u201c von Leonard Bernstein. Wir sind beide keine gro\u00dfen Musicalfans, doch verehren wir beide Bernstein. Um es kurz zu machen: Wir werden uns das Musical ein zweites Mal ansehen &#8211; es war so toll und ich hoffe, dass viele Duisburger ins Theater gehen und\/oder Menschen aus dem Umland sich auf den Weg nach Duisburg machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31680\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-scaled.jpeg 1535w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8CF6F9F9-7A24-431B-A849-093310D34374-1200x801.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich \u00fcber nehme die Besprechung aus der RP von Montag:<\/p>\n\n\n\n<p>VON ANKE DEMIRSOY<\/p>\n\n\n\n<p>DUISBURG. Nur 24&nbsp;Stunden Landgang, dann geht es zur\u00fcck an die Front: F\u00fcr die Matrosen Gabey, Chip und Ozzie ist New York City im Jahr 1944 ein einziger Ausnahmezustand.<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Wunder, dass sie vor Unternehmungslust fast aus ihren Anz\u00fcgen platzen. In Leonard Bernsteins Musical \u201eOn the Town\u201c prallen ihre Sehns\u00fcchte auf eine Metropole, die schon im Alltag nicht zur Ruhe kommt. Die Regisseurin Louisa Proske, die selbst lange in New York gelebt hat, inszeniert das St\u00fcck am Theater Duisburg als schnelle Reise durch eine Stadt, die ihre Besucher mit Bildern \u00fcberflutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ein Kameraverschluss \u00f6ffnen und schlie\u00dfen sich die Vorh\u00e4nge f\u00fcr die vielen Szenenwechsel. Die B\u00fchne von Momme Hinrichs zeigt immer neue Ansichten: Stra\u00dfenschluchten, Innenr\u00e4ume, U-Bahn-Abteile, Times Square, Nachtklubs, den Vergn\u00fcgungspark auf Coney Island. Vieles ist nahezu fotorealistisch auf Vorh\u00e4nge gemalt. Eine Taxifahrt, bei der Chip in die F\u00e4nge der temperamentvollen Fahrerin Hildy ger\u00e4t, wird fast zu einer Filmszene, in der die Hochh\u00e4user am Auto vor\u00fcbergleiten. Aber es gibt auch Traumsequenzen: New York, Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr viele W\u00fcnsche, befeuert die Imagination.<\/p>\n\n\n\n<p>Louisa Proske und ihr Team verlassen sich v\u00f6llig zu Recht auf die St\u00e4rke von Bernsteins Jugendwerk, das in der Verfilmung mit Gene Kelly, Frank Sinatra und Jules Munshin weltber\u00fchmt wurde. Unterst\u00fctzt von pr\u00e4zise choreografierten Tanzszenen, die Tempo mit Glamour verbinden (Marie-Christin Zeisset), inszenieren sie die Stadt als Feuerwerk der Sinneseindr\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu tr\u00e4gt auch die Kost\u00fcmabteilung bei: Esther Bialas greift auf die 1950er-Jahre zur\u00fcck&nbsp;\u2013 und gibt f\u00fcr diesen Abend Vollgas. Vom Arbeiter bis zur Upper Class f\u00e4chern sich gesellschaftliche Klassen auf. Trenchcoats und Pelzm\u00e4ntel, B\u00fcrokleidung und Uniformen, H\u00fcte, Taschen und Regenschirme beleben die B\u00fchne. Glitzernde Revuekost\u00fcme mischen einen Schuss Sex-Appeal hinzu. An manchen Kleidern bleibt der Blick lange h\u00e4ngen: Ivy Smith, die \u201eMiss U-Bahn des Monats Juni\u201c, erscheint dem vor Ersch\u00f6pfung eingeschlafenen Gabey in zartem Himmelblau mit transparentem Faltenrock als perfektes Traumbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts gleitet in blo\u00dfen Pomp ab, weil die Regie den Blick konsequent auf die Figuren gerichtet h\u00e4lt. Die Charaktere der drei jungen M\u00e4nner gewinnen Kontur, weil sie selbstbewussten Frauen begegnen, die sich in den Kriegsjahren neue Freir\u00e4ume erk\u00e4mpft haben. Leon de Graaf (Gabey), Julius St\u00f6rmer (Chip) und Peter Lewys Preston (Ozzie) zeichnen diesen Reifungsprozess glaubhaft nach. Maria Joachimstaller ist als \u201eMiss U-Bahn\u201c eine Kombination aus Ehrgeiz und Charme, Laura Magdalena Goblirsch angelt sich als Taxifahrerin den Fahrgast ihrer W\u00fcnsche. Valerie Luksch legt die Menschenforscherin Claire de Loone als unterk\u00fchlte Wissenschaftlerin an, doch dauert es nicht lange, bis ihre Studien einen deutlich feurigeren Charakter annehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das auf Musical spezialisierte Ensemble singt und tanzt durchweg auf hohem professionellem Niveau. Unter der Leitung von Stefan Klingele, Chefdirigent am Theater Bremen, gelingt den Duisburger Philharmonikern eine schillernde Mischung aus Leichtf\u00fc\u00dfigkeit, \u00dcberschwang und Gro\u00dfstadt-Nervosit\u00e4t. Aus dem Orchestergraben t\u00f6nt sozusagen eine Musik, die niemals schl\u00e4ft: Jazzige Synkopen, Ballroom- und Swing-Anmutungen, ein pointiert eingesetztes Schlagzeug und Xylofon-Ideen treiben das B\u00fchnengeschehen voran. Kurze, fanfarenartige Bl\u00e4serrufe blitzen auf wie Reklamelichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag  1 von mir: Dies ist meine kurze Beurteilung, die Sie auf der Homepage der Oper am Rhein lesen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Augen- und Ohrenfest mit gro\u00dfartigen kombinierten Sing- und Tanzleistungen des Ensembles! Ich hatte vor der Auff\u00fchrung nicht erwartet, mit dieser Auff\u00fchrung eine der besten der ganzen Spielsaison zu sehen. Sobald man Platz genommen hat, kommt \u201eBroadway-Feeling\u201c auf und man wird in das pulsierende New York der 40er Jahre katapultiert. Ich habe an dem Abend teilweise herzhaft gelacht, aber mit etwas Abstand bleiben die ruhigen und nachdenklichen Szenen in Erinnerung. Das Musical wird zu einer ernsthaften Geschichte, deren heutige G\u00fcltigkeit uns die Regisseurin Louisa Proske in einer kleinen genialen Szene vor Augen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 2 von mir: Ich habe mir auf der Musikplattform Deezer inzwischen schon zweimal die Musik angeh\u00f6rt. Drei Lieder haben Ohrwurmpotential, andere gehen wirklich zu Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag 3: Hier ein Appetith\u00e4ppchen in Filmform:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reel\/DXo-mDODBFV\/?igsh=eDZvMzMweXhqOTF0\">https:\/\/www.instagram.com\/reel\/DXo-mDODBFV\/?igsh=eDZvMzMweXhqOTF0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag waren mein Mann und ich bei der Premiere des Musical-Komm\u00f6die \u201eOn the Town\u201c von Leonard Bernstein. Wir sind beide keine gro\u00dfen Musicalfans, doch verehren wir beide Bernstein. 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