{"id":30935,"date":"2026-01-26T01:55:00","date_gmt":"2026-01-26T00:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=30935"},"modified":"2026-01-25T22:02:42","modified_gmt":"2026-01-25T21:02:42","slug":"der-wiener-opernball-ist-nichts-fuer-memmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2026\/01\/26\/der-wiener-opernball-ist-nichts-fuer-memmen\/","title":{"rendered":"Der Wiener Opernball ist nichts f\u00fcr Memmen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"522\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_6964.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31054\" style=\"width:198px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_6964.jpeg 318w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_6964-183x300.jpeg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 85vw, 318px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr schlappe 300 Euro hat Stefanie Sargnagel eine Eintrittskarte f\u00fcr den Wiener Opernball ergattert. Um inkognito die Sch\u00f6nen und Reichen beobachten und sp\u00e4ter \u00fcber sie schreiben zu k\u00f6nnen, begibt sie sich zuerst in die H\u00e4nde der befreundeten Maskenbilderinnen eines Theaters. Diese foltern sie \u00fcber Stunden mit Sch\u00f6nheitsritualen und stecken sie in ein sehr enges Abendkleid, das Ergebnis ist eine goldene Walk\u00fcre.<br>Dann ist der Abend der Abende gekommen. Vor der Oper hat sich das niedere Volk zum Gaffen und Tratschen versammelt, der Autorin ist es hier schon zum ersten Mal \u00fcberaus peinlich, dass sie \u00fcber den roten Teppich schreitet. Wie gerne w\u00e4re sie in diesem Moment niederes Volk. Doch Job ist Job und Recherche ist Recherche. Gl\u00fccklicherweise wird sie begleitet von einem Freund, der den Komponisten Johan Strauss verehrt und sich aufs Walzertanzen freut und einer Freundin, die eine scharfe Beobachterin ist &#8211; es lebe der Klassenkampf! <br>Am Anfang des Abends ist f\u00fcr die G\u00e4ste das L\u00e4cheln oberstes Gesetz, denn \u00fcberall lauern Fernsehkameras, die nur auf eine Entgleisung warten. Da ist es egal, ob man beim Tanzen sich mit dem eigenen Seidenschal fast stranguliert, weil man sich in dem Diamantendiadem der Nachbart\u00e4nzerin verheddert oder jemand, dem das Fett aus der Kleidung quillt, auf deinen Fu\u00df tritt und im Schuh der kleine Zeh abgetrennt wird. L\u00e4cheln!<br>Nur den wirklich alten Reichen mit ihren langen H\u00e4lsen und den dazu geh\u00f6renden magers\u00fcchtigen T\u00f6chtern sind neutrale Gesichter erlaubt und sie m\u00fcssen auch nicht tanzen- eine Beobachtung der Autorin.<br>Das Staatsoberhaupt trifft ein, jeder will gut sehen, da kann es dann doch schon mal zu unsch\u00f6nen Auseinandersetzungen kommen. Auch beim Tanz der Deb\u00fctantinnen heizt sich die Stimmung weiter auf, wie auch beim Eintreffen von \u201eM\u00f6rtel\u201c, dem Million\u00e4r Richard Lugner, dieses Mal an seiner Seite Priscilla Presley.<br>Dann sind die Fernsehkameras endlich weg. Das Fremdsch\u00e4men hat bei Stefanie Sargnagel gerade erneut einen H\u00f6hepunkt erreicht, als sie von einer Frau erkannt wird. Sie l\u00e4dt die Autorin in ihre Loge ein und von da an erinnert Sargnagels Reportage \u00fcber den Opernball eher an ein rauschhaftes Fest, an dem auch Dionysos seine Freude gehabt h\u00e4tte. Kokain you\u2018re welcome!<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr schlappe 300 Euro hat Stefanie Sargnagel eine Eintrittskarte f\u00fcr den Wiener Opernball ergattert. Um inkognito die Sch\u00f6nen und Reichen beobachten und sp\u00e4ter \u00fcber sie schreiben zu k\u00f6nnen, begibt sie sich zuerst in die H\u00e4nde der befreundeten Maskenbilderinnen eines Theaters. 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