{"id":30770,"date":"2025-12-04T01:37:00","date_gmt":"2025-12-04T00:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=30770"},"modified":"2025-12-02T11:34:57","modified_gmt":"2025-12-02T10:34:57","slug":"die-geschlechterrollen-sind-nicht-in-stein-gemeisselt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2025\/12\/04\/die-geschlechterrollen-sind-nicht-in-stein-gemeisselt\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndeloper in Duisburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Sonntag besuchte ich die Premiere der Oper \u201eGuilo Cesare in Egitto\u201c von Friedrich H\u00e4ndel im Duisburger Stadttheater. Diese Oper wurde zum ersten Mal 1724 aufgef\u00fchrt und wurde seitdem in Deutschland und in viele anderen Staaten zigfach gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte zuvor das Libretto gelesen, um mich ganz auf die Musik konzentrieren zu k\u00f6nnen, da die Oper f\u00fcr ihre sch\u00f6nen Arien bekannt ist.<br>Der Vorhang ging auf und es pr\u00e4sentierte sich ein B\u00fchnenbild aus Stahlkonstruktionen mit Bl\u00fcmchen, an einem Rohr hing das Schild \u201eNil\u201c, wohl, damit auch wirklich alle verstanden, dass man sich in \u00c4gypten befand. Mich erinnerte die Szenerie an ein Ferienresort mit Tennisplatz, Golfanlage oder Bar. In dieser Umgebung erklang nun barocke Musik und das passte f\u00fcr mich nicht zusammen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"787\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_6139-1024x787.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30786\" style=\"width:508px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_6139-1024x787.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_6139-300x231.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_6139-768x590.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_6139.jpeg 1144w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Screenshot<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Oper wurde von der jungen Michaela Dicu inszeniert und sie hatte die Idee, dass C\u00e4sar dieses Mal von einer Frau dargestellt werden sollte, Cleopatra hingegen war ein Mann mit einer Sopranstimme. Der b\u00f6se Bruder Cleopatras, Tolomeo, war omnisexuell und war permanent bereit, jede Person zu vernaschen, der ihm zu nahe kam.<br>Ich versuchte, mich auf dieses Experiment einzulassen und merkte, wie schwer es mir mit meinen eigenen Gedankenmustern fiel, da alle Protagonisten durch ihre Bewegungen, Handlungen, Ges\u00e4nge und Kost\u00fcme immer wieder widerspr\u00fcchliche Signale aussandten. Irgendwann gab ich auf, mir ein klares Bild von den einzelnen Rollen machen zu wollen und sah \u201enur noch\u201c Menschen, die wunderbar sangen,<br>Was ich mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte, w\u00e4re eine z.T. bessere schauspielerische Leistung. Der Cornelia konnte ich ihre Trauer \u00fcber ihren verstorbenen Mann nicht abnehmen und auch Curios Liebe zu ihr h\u00e4tte etwas klarer dargestellt werden k\u00f6nnen. Da freute ich mich dann, wenn Maximiliano Danta als Sesto oder Tobias Hechler als Tolomeo auftraten, die nicht nur mit Herzblut sangen, sondern ihre Rollen auch spielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Operninszenierung hat mich von allen bisher besuchten Opern am meisten herausgefordert und das sehe rechne ich ihr positiv an. Die musikalischen Darbietungen waren ein Genuss. Nichtsdestotrotz bin ich eine Anh\u00e4ngerin der Idee, dass alte Lieder (oder Theaterst\u00fccke) Botschaften \u00fcber die Zeit hinweg in die Zukunft tragen- warum muss man diese Botschaften ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich einen kurzen Trailer zu dieser Auff\u00fchrung ansehen m\u00f6chte: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/i7Vs-Do7o1M?si=j3KpcAo5x5hY7Op_\" title=\"\">https:\/\/youtu.be\/i7Vs-Do7o1M?si=j3KpcAo5x5hY7Op_<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag besuchte ich die Premiere der Oper \u201eGuilo Cesare in Egitto\u201c von Friedrich H\u00e4ndel im Duisburger Stadttheater. Diese Oper wurde zum ersten Mal 1724 aufgef\u00fchrt und wurde seitdem in Deutschland und in viele anderen Staaten zigfach gezeigt. 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