{"id":30621,"date":"2025-11-06T02:58:52","date_gmt":"2025-11-06T01:58:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=30621"},"modified":"2025-11-06T03:07:02","modified_gmt":"2025-11-06T02:07:02","slug":"passen-sie-nicht-in-das-schema-f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2025\/11\/06\/passen-sie-nicht-in-das-schema-f\/","title":{"rendered":"Passen Sie nicht in das Schema F?"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Mensch ist ein soziales Wesen, das seinen Seelenfrieden findet, wenn es zu einer oder mehreren Gruppen geh\u00f6rt. So die festverankerte Meinung in der Gesellschaft. Doch es gibt Menschen, die zwar von den anderen gesch\u00e4tzt werden, weil sie empathisch sind, oftmals frische Ideen haben und selbst \u00fcber sich lachen k\u00f6nnen, die aber trotzdem lieber alleine sind und denen Aktivit\u00e4ten in einer Gruppe (Teambildung auf der Arbeit, Betriebsfeste, Partys, Familienfeste, Gruppen-Freizeitaktivit\u00e4ten) fast immer ein Graus sind. Sie langweilen sich, definieren sich nicht \u00fcber ihre Arbeit, hassen Smalltalk und k\u00f6nnen Festen, die mit Traditionen verbunden sind, nichts abgewinnen. Diese Menschen sind weder extro- noch introvertiert, der amerikanische Psychiater Rami Kaminski nennt sie otrovertiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"331\" height=\"522\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6022.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30630\" style=\"width:236px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6022.jpeg 331w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6022-190x300.jpeg 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 85vw, 331px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Kaminski hat in seiner jahrzehntelangen Berufspraxis viele Menschen betreut, die teilweise von anderen \u00c4rzten als \u201enicht therapierbar\u201c abgestempelt wurden. Nach vielen Gespr\u00e4chen erkannte er ein Verhaltens-und Wesensmuster bei seinen Patienten. Hier ein typischer Lebenslauf eines Otrovertierten:<br>Als Kleinkind wird von den Erwachsenen freudig bemerkt, dass das Kind sich stundenlang alleine besch\u00e4ftigen kann. Beginnt die Kindergartenzeit, tauchen erste Irritationen auf. Das Kind l\u00e4sst sich in eine Gruppe eingliedern, kapselt sich aber immer wieder ab. Die Schuljahre werden dann mit zunehmendem Alter oftmals zu einer Horrorzeit. Das Kind wei\u00df inzwischen, dass Gruppenzugeh\u00f6rigkeit wichtig ist. Es m\u00f6chte von einer Gruppe anerkannt werden, macht in der Gruppe mit und \u00fcbernimmt auch die dort g\u00e4ngigen Meinungen und Interessen. Dabei verbiegt es sich derart, dass es zu psychischen St\u00f6rungen kommen kann. Auch sp\u00fcrt das Kind, das es niemals wirklich zur Gruppe geh\u00f6ren wird. Verst\u00e4rkt wird das seelische Dilemma oftmals von den Eltern, die ihre Kinder zu Gruppenaktivit\u00e4ten zwingen oder von mitf\u00fchlenden Mitsch\u00fclern, die nicht m\u00f6chten, dass jemand ausgeschlossen wird.<br>Endlich ist die Schulzeit vorbei! Entweder ist ein Otrovertierter dann psychisch so angeschlagen, dass nur noch Alkohol oder Drogen helfen und\/oder er eine Therapie braucht, um die gesellschaftlichen Erwartung vom Leben als \u201eGruppentier\u201c zu erf\u00fcllen oder er findet seinen eigenen Weg, sich so zu akzeptieren, wie er ist und sein Leben nach seinen eigenen Werten zu gestalten.<br>Wie sieht so ein Leben aus? Eine otrovertierte Person hat einige wenige gute Freunde, die sich gegenseitig ihre Freiheit lassen. In einer Gruppe verankert ist er h\u00f6chstens dann, wenn diese sich mit etwas besch\u00e4ftigt, das ihn interessiert. Da ein \u201eOtro\u201c sich nicht an Gruppenmeinungen beteiligt, ist sein Selbstwertgef\u00fchl von anderen nicht abh\u00e4ngig, sein Selbstbewusstsein ist gesund. Gegen\u00fcber anderen Menschen ist er meistens unvoreingenommen und an ihren Geschichten wirklich interessiert. Er hinterfragt vieles, ist lieber stiller Beobachter und macht sein eigenes Ding. Jeder Tag ist wichtig f\u00fcr ihn, denn er ist kreativ und seine Ideen sind f\u00fcr Gruppenmenschen manchmal etwas spleenig oder so unerwartet, dass die Zeit f\u00fcr die Durchsetzung noch nicht reif ist. Ein Otro ist zufrieden, wenn er alleine sein Wohlf\u00fchlleben gestalten kann. Er schafft sich viele sch\u00f6ne Erinnerungen, denn diese kann man ihm niemals wegnehmen. <br>Seine Lebenseinstellung kommt ihm im Alter zu gute. W\u00e4hrend Gruppenmenschen unter dem fortschreitenden Verlust von Freunden leiden, u.U. vereinsamen und merken, dass sie ihr Leben zu sehr an eine Gruppe angepasst haben, genie\u00dft der Otro, sofern er gesund ist, bis zum letzten Atemzug sein Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Meinung \u00fcber dieses Buch ist im Internet geteilt. Kaminski wird vorgeworfen, dass er den Begriff der Otroversion nur zu Marketingzwecken erfunden hat und die beschriebenen Wesensz\u00fcge in der Forschung schon lange bekannt sind. Das kann ich nicht beurteilen, doch dieses Buch erreicht erstmals betroffene Menschen, die keinen Therapeuten haben und bisher alleine versuchten, mit ihren Zweifeln zurecht zu kommen und ihr Leben zu wuppen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWie sch\u00f6n es ist, nicht dazugeh\u00f6ren zu m\u00fcssen\u201c- Ein passender Buchtitel\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch ist ein soziales Wesen, das seinen Seelenfrieden findet, wenn es zu einer oder mehreren Gruppen geh\u00f6rt. So die festverankerte Meinung in der Gesellschaft. 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