{"id":30553,"date":"2025-11-13T01:57:00","date_gmt":"2025-11-13T00:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=30553"},"modified":"2025-11-15T06:50:21","modified_gmt":"2025-11-15T05:50:21","slug":"unser-groesste-freund-und-unser-gemeinster-feind-unser-gehirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2025\/11\/13\/unser-groesste-freund-und-unser-gemeinster-feind-unser-gehirn\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfter Freund und schlimmster Feind: Unser Gehirn"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfang Oktober erkrankte ich zum zweite Mal an COVID. Neben Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen tauchten, w\u00e4hrend ich im Bett lag und darauf wartete, dass mein K\u00f6rper sich wieder berappelt, dieses Mal ungewohnt d\u00fcstere Gedanken auf, gegen die ich mich nicht wehren konnte. Was passierte da in meinem Kopf? Dies war die Motivation, dass ich einige Tage sp\u00e4ter dieses Buch las:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"336\" height=\"522\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_5956.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30561\" style=\"width:200px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_5956.jpeg 336w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_5956-193x300.jpeg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 336px) 85vw, 336px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Rachel Barr ist Mitte drei\u00dfig und auf TIKTOK ein Star. Sie ist Doktorin der Neurowissenschaften und erkl\u00e4rt dort, wie unser Gehirn funktioniert. Das macht sie mit viel Humor, ohne wissenschaftlichen D\u00fcnkel und mit viel pers\u00f6nlichem Engagement. Und genau diese drei \u201eZutaten\u201c findet man auch in ihrem Buch.<br>Auch hier zeigt sie zuerst, wie die Abl\u00e4ufe in unserem Gehirn sind. Sie benutzt dabei das Bild einer Zeitungsredaktion (z.B. Chefredakteur, Klatschkolumnistin, Ressortleiter). Das fand ich genial, denn endlich verstand ich die Zusammenh\u00e4nge und werde diese auch behalten. <br>Warum ist unser Gehirn nun unser bester Freund, kann aber auch unser \u00e4rgster Feind sein?<br>Sehr kurz zusammengefasst: Unser Gehirn sorgt daf\u00fcr, dass alle K\u00f6rperteile ihre Aufgaben erf\u00fcllen und miteinander funktionieren. Es liefert uns eine grobe Einsch\u00e4tzung der Welt und ist f\u00fcr unser Selbstwertgef\u00fchl, das Selbstbewusstsein, das Selbstgef\u00fchl und dem wichtigen Selbstmitgef\u00fchl zust\u00e4ndig. Das alles macht das Gehirn ganz freundschaftlich nach bestem Wissen und Gewissen. Und da genau liegt das Problem: Es orientiert sich leider immer noch sehr oft an seinem Wissen, das aus der Zeit stammt, in der wir alle in kleinen Gruppen noch als Sammler und J\u00e4gern durchs Land zogen. Hier kann das Gehirn dann zum \u00e4rgsten Feind werden. Nur ein Beispiel: Aus Urzeiten ist das Gehirn immer darauf bedacht, allem Gef\u00e4hrlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und das abzuspeichern. Positives gef\u00e4hrdet nicht unser Leben, nur Schlechtes wird behalten. Das ist auch heute noch wichtig, aber eben nicht mehr \u00fcberall. (Dem Umgang mit den heutigen Sozialen Medien wird deshalb ein eigenes wichtiges Kapitel gewidmet). Unser Gehirn saugt schlechte Nachrichten ein und beh\u00e4lt sie, es k\u00f6nnte ja mal wichtig sein. Das ist f\u00fcr unser Gem\u00fct aber reines Gift. Wir werden gestresst, depressiv und unser Selbstgef\u00fchl verschlechtert sich zunehmend, wenn man nicht gegensteuert und \u201eder Bestie\u201c (ja, so nennt die Autorin tats\u00e4chlich das Gehirn an mehreren Stellen) die schlechten Nachrichten vorenth\u00e4lt und es beruhigt, dass keine Gefahr besteht. Das Gehirn immer wieder mit Kleinigkeiten positiv zu entz\u00fccken hei\u00dft das Gebot der Stunde. Aber Vorsicht: Auch hier lauert eine Gefahr: Das Gehirn f\u00fchlt sich verpflichtet, uns dabei zu helfen und liefert uns Vorschl\u00e4ge f\u00fcr schnelles Wohlgef\u00fchl: Alkohol, Essen, Shopping. Wenn es geht, arbeitet unser Gehirn mit dem kleinst m\u00f6glichen Aufwand, aber auf l\u00e4ngere Sicht tun uns solche Vorschl\u00e4ge nicht gut.<br>Wir m\u00fcssen dem Gehirn also zeigen, dass es dar\u00fcber hinaus auch andere M\u00f6glichkeiten gibt, gute Gef\u00fchle zu erzeugen. Lesen, Musik h\u00f6ren, Bewegung, Naturaufenthalte und kein Multitasking mehr! Beim Essen den Roman lesen und \u00fcber Kopfh\u00f6rer Musik h\u00f6ren. Gar nicht gut f\u00fcr das Gehirn, denn es braucht f\u00fcr jede Aufgabe Nahrung, um alles ordentlich zu verarbeiten. Bei drei Aufgaben kommen alle zu kurz bei der Nahrungsverteilung, das Gehirn ist gestresst, gute Gef\u00fchle kommen nur begrenzt auf. (Auch kein Multitasking mehr auf der Arbeit, das ist noch schlimmer: Telefonieren, dabei gleichzeitig Mail schreiben, aufploppende Nachrichten lesen, kurz in sein Br\u00f6tchen bei\u00dfen).<br>In zwei Kapiteln widmet sich die Autorin der Wichtigkeit von gutem Schlaf und t\u00e4glicher Bewegung. Auch hier flie\u00dfen ihre eigenen Erfahrungen mit ein und sie wei\u00df, dass es nicht einfach ist, dem Gehirn angemessen etwas Gutes zu tun. Sie pl\u00e4diert f\u00fcr ganz kleine Schritte zur Verbesserung und zeigt bei \u201emehr Bewegung\u201c, wie man kreativ dies umsetzen kann. <br>Besonders lesenswert fand ich das Kapitel \u00fcber die zunehmende Einsamkeit. Unser Gehirn braucht Umgang mit Menschen, aber Rachel Barr definiert dabei die Notwendigkeit von sozialem Umgang sehr viel weiter und er\u00f6ffnet damit neue Wege, der Einsamkeitsfalle zu entgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lese das Buch gerade zum zweiten Mal und merke, dass die erste Lekt\u00fcre schon ein bisschen Fr\u00fcchte getragen hat. Ich rede mit meinem Gehirn- klar, h\u00f6rt sich l\u00e4cherlich an, aber es beispielsweise mal in seine Schranken zu weisen, wenn es wieder ein Problem w\u00e4lzt, das tut gut. <br>Auf meinem Handy habe ich ein Album mit meinen Lieblingsfotos angelegt, hat mir schon zweimal bei Frust geholfen. Ich lese gerade ein Science-Fiction Buch, obwohl ich dieser Richtung nicht viel abgewinnen kann. So folge ich dem Tipp, das Gehirn aus seiner Komfortzone zu holen. <br>Und ich setzte mich hin und h\u00f6re nur Musik, tue nichts anderes. Was kann man in Musik alles entdecken, wie sch\u00f6n kann man tagtr\u00e4umen\u2026<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Oktober erkrankte ich zum zweite Mal an COVID. Neben Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen tauchten, w\u00e4hrend ich im Bett lag und darauf wartete, dass mein K\u00f6rper sich wieder berappelt, dieses Mal ungewohnt d\u00fcstere Gedanken auf, gegen die ich mich nicht wehren konnte. Was passierte da in meinem Kopf? 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