{"id":28853,"date":"2025-02-24T08:15:52","date_gmt":"2025-02-24T07:15:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=28853"},"modified":"2025-02-24T08:19:03","modified_gmt":"2025-02-24T07:19:03","slug":"die-koelsche-linda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2025\/02\/24\/die-koelsche-linda\/","title":{"rendered":"Die K\u00f6lsche Linda"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"662\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634-662x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28854\" style=\"width:231px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634-662x1024.jpeg 662w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634-194x300.jpeg 194w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634-768x1188.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634-993x1536.jpeg 993w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0634.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dieses Buch von Linda Rennings erschien letztes Jahr. Sie erz\u00e4hlt von ihrem eigenen Leben und zeigt auf, was das Leben auf der Stra\u00dfe in unserer heutigen Zeit bedeutet.<br>Linda Rennings ist Jahrgang 1963. Als Kind und Jugendliche lebt sie die meiste Zeit in K\u00f6ln-M\u00fclheim bei ihrer geliebten Oma, die ihr H\u00e4rte, einen gro\u00dfen Gerechtigkeitssinn und Wissensdurst mit auf ihren Lebensweg gibt. Sie macht nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zur Fleischereifachverk\u00e4uferin, will sp\u00e4ter Rechtsanwaltsgehilfin werden, die Ausbildung muss sie wegen Krankheit abbrechen. Mit ihren beiden Ehem\u00e4nnern hat sie kein Gl\u00fcck. Der erste ist faul, l\u00e4sst Linda nur arbeiten und sich um ihre gemeinsame Tochter k\u00fcmmern, schl\u00e4gt und misshandelt seine Frau. Linda und ihre Tochter fl\u00fcchten daraufhin in ein Frauenhaus. Nach der schwierigen Scheidung lernt sie zwei Jahre sp\u00e4ter einen neuen Mann kennen. Alles scheint gut zu werden, doch der Mann hat Kontakte zur Mafia, landet im Gef\u00e4ngnis und hinterl\u00e4sst viele Schulden. Linda ist finanziell und psychisch am Ende. Die Wohnung wird zwangsger\u00e4umt, sie steht auf der Stra\u00dfe, ihre Tochter wird ihr weggenommen.<br>Sie zieht unbeachtet auf den Friedhof, wo sie mit ihrer inzwischen verstorbene Oma Gr\u00e4ber gepflegt hat. Lindas Gesundheitszustand wird immer schlechter, aber erst nach einem Jahr k\u00fcmmert sich jemand um sie und veranlasst eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Die folgenden Monate sind f\u00fcr sie die schlimmsten ihres Lebens, aber sie beginnt wieder zu k\u00e4mpfen und wird entlassen. Die darauf folgende Zeit als Obdachlose auf der Stra\u00dfe wird ihr weiteres Leben pr\u00e4gen. Ein Kapitel widmet sie ihrem Hund Clayd, ohne den sie nicht durchgehalten h\u00e4tte und durch Alkohol oder Drogen vernichtet worden w\u00e4re. <br>Linda macht eine Ausbildung als Genesungsbegleiterin und beginnt, f\u00fcr sich und andere Frauen um mehr Hilfe und um mehr Rechte zu k\u00e4mpfen. Sie gr\u00fcndet den Verein \u201eHiK-Heimatlos in K\u00f6ln\u201c. Es ist ein harter Kampf, der bis heute anh\u00e4lt. Linda wei\u00df, wor\u00fcber sie schreibt, wenn sie erz\u00e4hlt, wie ein Tag eines obdachlosen Menschen zumeist verl\u00e4uft. Die Gedanken kreisen permanent um lebenserhaltende Fragen: Morgens: Wo kann ich auf die Toilette gehen? Wie bekomme ich Geld f\u00fcr Essen? Tags\u00fcber: Schlie\u00dfe ich mich einer Gruppe an oder bleibe ich alleine? Gruppe bedeutet mehr Schutz, alleine werde ich vielleicht nicht so schnell von anderen ausgeraubt. Wann gibt es wo ein warmes Essen, wo eine Dusche, die ich bezahlen kann? Abends: Soll ich abends in eine Notunterkunft, wo man auch bestohlen und als Frau bel\u00e4stigt wird, es aber warm ist oder bleibe ich drau\u00dfen in der K\u00e4lte? Die Frage stellt sich nicht, wenn man einen Hund hat, deren Mitbringen in Notunterk\u00fcnfte nicht erlaubt ist.<br>In der Coronazeit, als alle freiwilligen Hilfsaktionen verboten waren, hat sich Linda Verein als einzige Gruppe \u00fcber die Verbote hinweggesetzt, sonst w\u00e4ren noch mehr Obdachlose verhungert.<br>Auch im Jahr 2024 wird es f\u00fcr Obdachlose immer schwieriger, da Menschen weniger spenden und die Gewaltbereitschaft unter den Obdachlosen oder von zumeist jungen Menschen gegen\u00fcber Heimatlosen zunimmt. Frauen werden beschimpft und misshandelt, wenn sie das \u201egro\u00dfz\u00fcgige Angebot\u201c von  M\u00e4nnern ablehnen, mit ihnen nach Hause zu kommen, da es da sch\u00f6n kuschelig sei\u2026<br>Linda Rennings ist inzwischen als die \u201eK\u00f6lsche Linda\u201c sehr bekannt.<br>Meine Inhaltsangabe kann nicht die Gef\u00fchle und Schmerzen ausdr\u00fccken, die sie und andere Heimatlose ertragen m\u00fcssen. Allerdings gibt es im Leben von Obdachlosen auch einige sch\u00f6ne Momente, wie Linda schreibt. Es sind beispielsweise die Momente, in denen der Zusammenhalt gro\u00df ist oder man als Heimatloser die Erkenntnis hat, dass man mit den vielen Problemen, mit denen ein \u201eNormalb\u00fcrger\u201c k\u00e4mpft, nichts zu tun hat. Man k\u00e4mpft nur t\u00e4glich ums nackte \u00dcberleben.<br>Was w\u00fcnscht sich die Autorin? Mehr Respekt vor Obdachlosen und mehr Offenheit gegen\u00fcber einer Lebensform, die zumeist nicht freiwillig gew\u00e4hlt wurde.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Buch von Linda Rennings erschien letztes Jahr. Sie erz\u00e4hlt von ihrem eigenen Leben und zeigt auf, was das Leben auf der Stra\u00dfe in unserer heutigen Zeit bedeutet.Linda Rennings ist Jahrgang 1963. 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