{"id":28298,"date":"2024-12-12T01:08:00","date_gmt":"2024-12-12T00:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=28298"},"modified":"2024-12-11T17:03:57","modified_gmt":"2024-12-11T16:03:57","slug":"28298","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2024\/12\/12\/28298\/","title":{"rendered":"Die Stammkundin ( Vom Wegwerfen Teil 3)"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein Ausmisten dehnte sich letzte Woche auch auf unser Gartenh\u00e4uschen aus. Hier stapelten sich diverse Plastikblument\u00f6pfe. Auch ihnen widme ich vor dem Wegwerfen zur Erinnerung eine kleine Geschichte mit einem wahren Kern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28303\" style=\"width:322px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-768x768.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-144x144.jpeg 144w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/1D423A82-F063-4603-B246-9078E5E40D85-120x120.jpeg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Stammkundin<\/p>\n\n\n\n<p>Dora Trolliger betonte bei jeder Gelegenheit, dass sie eine Stammkundin sei. Im Friseursalon war das vielleicht nicht so verwunderlich, schlie\u00dflich hatte sie dort eine pers\u00f6nliche Kundenkarte, auf dem die Mischung ihrer Haarf\u00e4rbung vermerkt war. Alle vier Wochen lie\u00df sie dort einen dreistelligen Betrag, um ihr staubgrauen Haare von einem Tizianrot mit dezenten Goldstr\u00e4hnchen \u00fcberdecken zu lassen. Hatte Frau T. eine Sitzung, lagen neben einem Glas Sekt, ( es durften auch schon mal zwei oder drei sein), die neusten Modemagazine f\u00fcr sie bereit. Gerne nahm Frau T. sich diese dann nach der Sitzung mit nach Hause.<br>Beim Metzger hatte Dora Trolliger jeden zweiten Samstag ihren Auftritt. Sie h\u00e4tte es als angemessene Geste goutiert, wenn man ihr dort den roten Teppich ausgerollt h\u00e4tte. Aber gut, das konnte man wohl nicht von Leuten erwarten, die sich t\u00e4glich ihre H\u00e4nde blutig machten. Aber ein \u201einterner Rabatt\u201c lie\u00df sie bei jedem Besuch wohlwollend verk\u00fcnden, dass sie nur in dieser Metzgerei kaufen w\u00fcrde, hier g\u00e4be es das beste Fleisch.<br>Auch die Buchhandlung war ihr Einundalles und sie w\u00fcrde jedes Buch ausschlie\u00dflich nur hier bestellen, das erz\u00e4hlte sie der anwesenden Kundschaft in ganzer epischen Breite. Daf\u00fcr reklamierte sie f\u00fcr sich, dass sie jedes Buch erst einmal zur Ansicht kommen lie\u00df und auf Rechnung einkaufte mit einem Zahlungsziel mit Goldsternchen. Sie hatte Vera, die Besitzerin der Buchhandlung, inzwischen soweit erzogen, dass diese, sobald Frau T. den Laden betreten hatte, sofort einen Cappuccino brachte, nat\u00fcrlich frisch ger\u00f6stet, ein bisschen M\u00fche konnte man als Stammkundin wohl erwarten. Einmal hatte eine neue Angestellte es gewagt, ein Kaffeepad zu benutzen, Frau T. wunderte sich nicht, das dieses junge Ding bald verschwunden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Dora Trolliger war die Frau des B\u00fcrgermeisters in N., einer kleinen Stadt im sch\u00f6nen M\u00fcnsterland. Das Netzwerk der Frau B\u00fcrgermeisterin h\u00e4tte jede Spinne neidisch gemacht. Wen wundert es, dass man in den Gesch\u00e4ften Doras spezielle W\u00fcnsche und ihre Arroganz gepaart mit Bauernschl\u00e4ue und falscher Freundlichkeit ertrug? Nur ein Fingerschnippen von Dora w\u00fcrde gen\u00fcgen, um ein Gesch\u00e4ft in N. dank abnehmender Kundensequenz in den Ruin zu treiben.<br><br>Frau T. war auch Stammkundin bei der G\u00e4rtnerei \u201eBunt und dufte\u201c , aber seit einiger Zeit war sie das ungern.<br>Imke Wille war Inhaberin dieser kleinen G\u00e4rtnerei, die sich auf Pflanzenrarit\u00e4ten spezialisiert hatte. Neben den Laufkunden hatte sie \u00fcber ihren Onlineshop deutschlandweit Gartenliebhaber als treue Kunden. So konnte ihre kleine G\u00e4rtnerei in der Nachbarschaft von mehreren Gartencentern bestehen und Imke Wille hatte ihr Auskommen.\u00a0<br>Dora Trolligers Garten musste repr\u00e4sentieren. Sie kaufte die Gartenblumen \u00fcblicherweise in den Gartencentern und \u00fcberlie\u00df das Einpflanzen und Pflegen ihrem G\u00e4rtner. Aber zweimal im Jahr fand das \u201eWochenende der offenen G\u00e4rten\u201c statt. Es verstand sich von selbst, dass sie und ihr Mann daran teilnahmen, aber zu diesem Anlass brauchte sie das besondere Gr\u00fcn und das gab es nur bei Imke Wille.<br>Es war jetzt fast zwei Jahre her, dass Dora einen Zacken in ihrer Stammkundinnenkrone verloren hatte. In den ersten Jahren konnte sie mit Imke Wille umspringen wie es ihr gefiel, doch dann war der Nachmittag gekommen, als sie ihren G\u00e4rtner losgeschickt hatte, um zwei vorbestellte Erdbeerb\u00e4ume abzuholen. Der G\u00e4rtner hatte auf ihre Anweisung hin die gesammelten leeren alten schwarzen Plastikblument\u00f6pfe aus dem alten Gew\u00e4chshaus mitgenommen. Imke Wille nahm diese zur\u00fcck, das wusste Dora.<br> Nach einer Stunde war ihr G\u00e4rtner zur\u00fcck gekommen. Auf der Ladefl\u00e4che des Pick Ups standen die beiden B\u00e4ume, aber auch fast alle Plastikt\u00f6pfe. \u201eSch\u00f6nen Gru\u00df von Frau Wille. Die runden T\u00f6pfe nimmt sie nicht zur\u00fcck, die seien von ihrer Konkurrenz, sie h\u00e4tte nur rechteckige T\u00f6pfe. Aber das k\u00f6nnte man ja als alte Stammkundin schon mal vergessen\u2026.\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Ausmisten dehnte sich letzte Woche auch auf unser Gartenh\u00e4uschen aus. 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